ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Ich sehe den Unterschied zur Erzeugung hier nicht. Im Mittel verfügbare Speicher sind für mich genau so gut oder schlecht wie im Mittel verfügbare Erzeuger.
Im Mittel mal nicht verfügbare Erzeuger werden durch immer vorhandene Speicher kompensiert. Oder aber sie werden von leider-gerade-nicht vorhandenen Speichern nicht kompensiert und das Netz bricht zusammen. Ende.
Sicherlich hast du Recht, dass man alternativ auch mit immer vorhandenen Erzeugern arbeiten könnte und dann schwankende Speicherkapazitäten vertretbar wären. Genau genommen wären Speicher dann nämlich schlichtweg überflüssig, aber erneuerbare sind eben in der Mehrheit nicht immer vorhanden und somit bleibt nur die Möglichkeit, dass man sich auf etwas anderes (nämlich Speicher) verlässt. Wären die auch noch unzuverlässig, würde aus "verlassen tun" "verlassen sein" werden
.Naja, aber deswegen sind die Autos ja nicht aus der Welt. Übersee macht man ja doch selten mit dem Auto und wenn man damit in Europa bleibt, werden nur halt die Wege etwas länger. Das sind ja auch keine komplett einseitigen Strömungen.
Wege, die bereits heute das Problem sind. Und wenn im Zielland nicht ebenfalls jeder Parkplatz mit einem Anschluss ausgebaut wurde (und ich wage jetzt mal zu behaupten: Bis das in Bulgarien der Fall ist, dauert es noch ein Bisschen), dann ist das Batterieauto eben doch aus der Welt aka aus der Reichweite des Netzes. Gut möglich, dass es 2-3 Wochen später wieder zurückkommt. Aber bis dahin fehlt dir dieser Speicher einfach und das ist bei einem extentiellen Stabilitätselement nicht akzeptabel.
Man muss halt eher von der Ladestationenseite aus zählen. Dann wird man vermutlich sehen, dass eine gewisse Kapazität immer am Netz hängt. Zu sagen, dass man sich darauf nicht verlassen kann, weil es theoretisch möglich ist, dass alle gleichzeitig ihr Auto vom Netz nehmen klingt meiner Meinung auch nicht anders als zu sagen, dass EE nicht Grundlastfähig sind, weil es theoretisch in ganz Europa windstill, nacht oder bewölkt sein könnte.
Über 90% der Ladestationen in Deutschland sind private Wallboxen und da ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass 80-90-100% der Leute ihr Auto tagsüber nicht eingestöpselt haben, weil sie damit zur Arbeit gefahren sind und das Kabel nun einmal nicht bis nach Hause reicht.
...damit sich jemand anderes dranklemmen kann.
Nein. Nicht "kann". Sondern KÖNNTE. Die meiste Zeit stehen diese Säulen unbenutzt in der Landschaft rum, damit sie frei sind, falls jemand kommt, der laden will. Und der kommmt dann aber eben auch zum laden. Nicht zum endladen, also kannst du von dem nie Strom zur Netzstabilisierung beziehen.
Wie gesagt, die Idee ist nicht, dass das der Grundpfeiler der Pufferinfrastruktur sein soll, sondern nur ein Extra. Jedes bisschen Energie, das man in einen Akku laden kann, ist Energie, die man nicht noch mal deutlich aufwändiger anderweitig speichern muss und somit gewinnt man die Verlustdifferenz.
Das ist sicherlich richtig. Aber man sollte sich von der Hoffnung verabschieden, dass da viel zusammenkommt. Nehmen wir mal die 680000 privaten Wallboxen, die der Staat verschenkt hat. Nehmen wir an, 90% der Eigentümer sind Dienstag Nachmittag mit ihrem Auto auf der Arbeit. Von den verbleibenden 68000 haben die Hälfte das Kabel nicht eingesteckt, von den verbleibenden 34000 hat die Hälfte keinen Vertrag über die Nutzung ihres Akkus zur Netzstabilisierung abgeschlossen, weil das ja IHR Akku ist, und die verbleibenden 17000 geben 20% frei. Bei typischerweise so um 40-50 kWh in beliebten Batterieautos wären das 170 MWh Speicherkapazität, mit der man einigermaßen planen kann. Die Erneuerbaren sind im letzten Monat (in dem echte Solarspikes nun echt kein Thema waren) zwischen 22 TW (11.3. 16:30) und 48 TW (11.4. 11:30) geschwankt, also 26 TW Ausgleichsbedarf bei der Leistung. Den kannst du aus 0,17 TWh exakt 23,5 Sekunden lang bestreiten.
Gut, reden wir jetzt von mit oder ohne Pufferung?
Mit Pufferung in plausiblem, also vernachlässigbarem Umfang:
Der Stromverbrauch in Deutschland lag 2022 bei rund 1,3 TWh pro Tag. Nehmen wir mal an, die Heißluftproduzenten in Bayern halten drei Tage den Atem an und die Tage sind dort genauso dunkeldüster, wie die politischen Ansichten laut der letzten Wahl, sodass rund 10% des Stromverbrauchs auf einmal in einer der ominösen Dunkelflaute-Regionen ohne Eigenproduktion liegt. Dann sind das rund 400 GWh Strom, die entweder über die Netze aus den Teilen Europas kommen müssen, die gerade nicht unter einer geschlossenen Wolkendecke im Auge des Sturms liegen, oder die lokale Speicher bereitstellen müssten. Das größte in Bau befindliche System, für dass ich eine Preisangabe finden konnte, ist eine 640 MWh-Anlage in Großbritannien, die 2024 ans Netz gehen soll und mit 200 Millionen Pfund veranschlagt wurde. Für das Bayern-Beispiel respektive allgemein für eine Region, die 10% des gesamtdeutschen Verbrauchs hat, bräuchte man also Li-Io-Batterien im Wert von rund 720 Milliarden Euro, um drei EE-lose Tage zu überbrücken.
Und da diese Speicher nicht überall zugleich sein können, bräuchten die anderen 90% der Verbraucher logischerweise ihre vergleichbaren Anlagen, das heißt allein in Deutschland reden wir von 7 Billionen Euro. Für drei Tage. Wenn man den, ziemlich extremen Fall, einer ganzen Woche abdecken will, wären es entsprechend 14 Billionen Euro – das 5,5 fache der gesamten in den vergangenen 75 Jahren angesammelten deutschen Staatsverschuldung allein für die Netzstabilisierung? Beim eher zunehmenden Verbrauch wegen Umstellung auf E-Antriebe und E-Heizung vielleicht auch das sechsfache, das zehnfache? Eher unwahrscheinlich sage ich mal. Wir haben ja nicht mal das Geld für Kraftwerke. Selbst wenn die Batteriepreise, wie erhofft, massiv sinken, ist es ökonimisch illusorisch, mehr als 1% dieser Kapazität aufzubauen.
Der Löwenanteil der Stromversorgung für Regionen, in denen Wind und Sonne gerade schwach sind, muss also über die Netze kommen. Diese EU-weit so auszubauen, dass man ein weitestgehend konstantes Angebot an Windstrom hat, dass überall abgerufen werden kann, kostet zwar auch Geld. Aber verglichen mit den anderen Alternativen ist es noch die mit Abstand billigste.
Der Rest wird imho über p2g/p2l laufen - ganz grob überschlagen könnten allein Batteriespeicher zum 24-h-Ausgleich der Photovoltaik-Produktion in Deutschland mehrere Billionen Euro kosten. Verglichen mit Batterien erscheinen auch Elektrolyseure und eine Verdoppelung der Zellenanzahl zur Kompensation von deren Ineffizienz noch billig. Deswegen bin ich ja auch allgemein dagegen, zum jetzigen Zeitpunkt Milliarden in Batterieautos zu stecken: Wenn wir in den nächsten Jahrzehnten = mit heute absehbaren Techniken überhaupt von fossilen Energieträgern wegkommen, dann vermutlich nur durch den massiven Einsatz eines gut handhabaren, chemischen Zwischenspeichers (ob H2, CH4, CH3OH, C2H7OH oder NH3 sei mal dahingestellt). Und den kann man dann auch gleich direkt für nicht stationäre Verbraucher einplanen, die ohne eine schweinen teuren Netzausbau bis an jeden Bordstein kaum versorgbar erscheinen.




atomrofl), DANN würde auch der Aufbau der Elektrolyseure flott weiterlaufen. Wenn nicht, und damit rechne ich sehr fest, dann bremst halt weiterhin die Verfügbarkeit von sauberem Strom und für etwas, dass man gar nicht hat, braucht man auch keine Abnehmer.