Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Ich sehe den Unterschied zur Erzeugung hier nicht. Im Mittel verfügbare Speicher sind für mich genau so gut oder schlecht wie im Mittel verfügbare Erzeuger.

Im Mittel mal nicht verfügbare Erzeuger werden durch immer vorhandene Speicher kompensiert. Oder aber sie werden von leider-gerade-nicht vorhandenen Speichern nicht kompensiert und das Netz bricht zusammen. Ende.

Sicherlich hast du Recht, dass man alternativ auch mit immer vorhandenen Erzeugern arbeiten könnte und dann schwankende Speicherkapazitäten vertretbar wären. Genau genommen wären Speicher dann nämlich schlichtweg überflüssig, aber erneuerbare sind eben in der Mehrheit nicht immer vorhanden und somit bleibt nur die Möglichkeit, dass man sich auf etwas anderes (nämlich Speicher) verlässt. Wären die auch noch unzuverlässig, würde aus "verlassen tun" "verlassen sein" werden ;) .

Naja, aber deswegen sind die Autos ja nicht aus der Welt. Übersee macht man ja doch selten mit dem Auto und wenn man damit in Europa bleibt, werden nur halt die Wege etwas länger. Das sind ja auch keine komplett einseitigen Strömungen.

Wege, die bereits heute das Problem sind. Und wenn im Zielland nicht ebenfalls jeder Parkplatz mit einem Anschluss ausgebaut wurde (und ich wage jetzt mal zu behaupten: Bis das in Bulgarien der Fall ist, dauert es noch ein Bisschen), dann ist das Batterieauto eben doch aus der Welt aka aus der Reichweite des Netzes. Gut möglich, dass es 2-3 Wochen später wieder zurückkommt. Aber bis dahin fehlt dir dieser Speicher einfach und das ist bei einem extentiellen Stabilitätselement nicht akzeptabel.

Man muss halt eher von der Ladestationenseite aus zählen. Dann wird man vermutlich sehen, dass eine gewisse Kapazität immer am Netz hängt. Zu sagen, dass man sich darauf nicht verlassen kann, weil es theoretisch möglich ist, dass alle gleichzeitig ihr Auto vom Netz nehmen klingt meiner Meinung auch nicht anders als zu sagen, dass EE nicht Grundlastfähig sind, weil es theoretisch in ganz Europa windstill, nacht oder bewölkt sein könnte.

Über 90% der Ladestationen in Deutschland sind private Wallboxen und da ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass 80-90-100% der Leute ihr Auto tagsüber nicht eingestöpselt haben, weil sie damit zur Arbeit gefahren sind und das Kabel nun einmal nicht bis nach Hause reicht.

...damit sich jemand anderes dranklemmen kann.

Nein. Nicht "kann". Sondern KÖNNTE. Die meiste Zeit stehen diese Säulen unbenutzt in der Landschaft rum, damit sie frei sind, falls jemand kommt, der laden will. Und der kommmt dann aber eben auch zum laden. Nicht zum endladen, also kannst du von dem nie Strom zur Netzstabilisierung beziehen.

Wie gesagt, die Idee ist nicht, dass das der Grundpfeiler der Pufferinfrastruktur sein soll, sondern nur ein Extra. Jedes bisschen Energie, das man in einen Akku laden kann, ist Energie, die man nicht noch mal deutlich aufwändiger anderweitig speichern muss und somit gewinnt man die Verlustdifferenz.

Das ist sicherlich richtig. Aber man sollte sich von der Hoffnung verabschieden, dass da viel zusammenkommt. Nehmen wir mal die 680000 privaten Wallboxen, die der Staat verschenkt hat. Nehmen wir an, 90% der Eigentümer sind Dienstag Nachmittag mit ihrem Auto auf der Arbeit. Von den verbleibenden 68000 haben die Hälfte das Kabel nicht eingesteckt, von den verbleibenden 34000 hat die Hälfte keinen Vertrag über die Nutzung ihres Akkus zur Netzstabilisierung abgeschlossen, weil das ja IHR Akku ist, und die verbleibenden 17000 geben 20% frei. Bei typischerweise so um 40-50 kWh in beliebten Batterieautos wären das 170 MWh Speicherkapazität, mit der man einigermaßen planen kann. Die Erneuerbaren sind im letzten Monat (in dem echte Solarspikes nun echt kein Thema waren) zwischen 22 TW (11.3. 16:30) und 48 TW (11.4. 11:30) geschwankt, also 26 TW Ausgleichsbedarf bei der Leistung. Den kannst du aus 0,17 TWh exakt 23,5 Sekunden lang bestreiten.

Gut, reden wir jetzt von mit oder ohne Pufferung?

Mit Pufferung in plausiblem, also vernachlässigbarem Umfang:
Der Stromverbrauch in Deutschland lag 2022 bei rund 1,3 TWh pro Tag. Nehmen wir mal an, die Heißluftproduzenten in Bayern halten drei Tage den Atem an und die Tage sind dort genauso dunkeldüster, wie die politischen Ansichten laut der letzten Wahl, sodass rund 10% des Stromverbrauchs auf einmal in einer der ominösen Dunkelflaute-Regionen ohne Eigenproduktion liegt. Dann sind das rund 400 GWh Strom, die entweder über die Netze aus den Teilen Europas kommen müssen, die gerade nicht unter einer geschlossenen Wolkendecke im Auge des Sturms liegen, oder die lokale Speicher bereitstellen müssten. Das größte in Bau befindliche System, für dass ich eine Preisangabe finden konnte, ist eine 640 MWh-Anlage in Großbritannien, die 2024 ans Netz gehen soll und mit 200 Millionen Pfund veranschlagt wurde. Für das Bayern-Beispiel respektive allgemein für eine Region, die 10% des gesamtdeutschen Verbrauchs hat, bräuchte man also Li-Io-Batterien im Wert von rund 720 Milliarden Euro, um drei EE-lose Tage zu überbrücken.

Und da diese Speicher nicht überall zugleich sein können, bräuchten die anderen 90% der Verbraucher logischerweise ihre vergleichbaren Anlagen, das heißt allein in Deutschland reden wir von 7 Billionen Euro. Für drei Tage. Wenn man den, ziemlich extremen Fall, einer ganzen Woche abdecken will, wären es entsprechend 14 Billionen Euro – das 5,5 fache der gesamten in den vergangenen 75 Jahren angesammelten deutschen Staatsverschuldung allein für die Netzstabilisierung? Beim eher zunehmenden Verbrauch wegen Umstellung auf E-Antriebe und E-Heizung vielleicht auch das sechsfache, das zehnfache? Eher unwahrscheinlich sage ich mal. Wir haben ja nicht mal das Geld für Kraftwerke. Selbst wenn die Batteriepreise, wie erhofft, massiv sinken, ist es ökonimisch illusorisch, mehr als 1% dieser Kapazität aufzubauen.

Der Löwenanteil der Stromversorgung für Regionen, in denen Wind und Sonne gerade schwach sind, muss also über die Netze kommen. Diese EU-weit so auszubauen, dass man ein weitestgehend konstantes Angebot an Windstrom hat, dass überall abgerufen werden kann, kostet zwar auch Geld. Aber verglichen mit den anderen Alternativen ist es noch die mit Abstand billigste.

Der Rest wird imho über p2g/p2l laufen - ganz grob überschlagen könnten allein Batteriespeicher zum 24-h-Ausgleich der Photovoltaik-Produktion in Deutschland mehrere Billionen Euro kosten. Verglichen mit Batterien erscheinen auch Elektrolyseure und eine Verdoppelung der Zellenanzahl zur Kompensation von deren Ineffizienz noch billig. Deswegen bin ich ja auch allgemein dagegen, zum jetzigen Zeitpunkt Milliarden in Batterieautos zu stecken: Wenn wir in den nächsten Jahrzehnten = mit heute absehbaren Techniken überhaupt von fossilen Energieträgern wegkommen, dann vermutlich nur durch den massiven Einsatz eines gut handhabaren, chemischen Zwischenspeichers (ob H2, CH4, CH3OH, C2H7OH oder NH3 sei mal dahingestellt). Und den kann man dann auch gleich direkt für nicht stationäre Verbraucher einplanen, die ohne eine schweinen teuren Netzausbau bis an jeden Bordstein kaum versorgbar erscheinen.
 
Nehmen wir an, 90% der Eigentümer sind Dienstag Nachmittag mit ihrem Auto auf der Arbeit. Von den verbleibenden 68000 haben die Hälfte das Kabel nicht eingesteckt, von den verbleibenden 34000 hat die Hälfte keinen Vertrag über die Nutzung ihres Akkus zur Netzstabilisierung abgeschlossen, weil das ja IHR Akku ist, und die verbleibenden 17000 geben 20% frei.
Es müsste sich halt lohnen, den Strom aus dem Akku, den man günstig gekauft oder sogar selbst erzeugt hat, bei Bedarfsspitzen einzuspeisen.
Den kannst du aus 0,17 TWh exakt 23,5 Sekunden lang bestreiten.
Immerhin. Wie gesagt, keine Lösung für Tage, aber für kleinere Schwankungen ist das schon mal nicht zu verachten. Und wie gesagt: Ist ja nur Kapazität, die man nutzen sollte, weil es sonst Verschwendung wäre.
Für das Bayern-Beispiel respektive allgemein für eine Region, die 10% des gesamtdeutschen Verbrauchs hat, bräuchte man also Li-Io-Batterien im Wert von rund 720 Milliarden Euro, um drei EE-lose Tage zu überbrücken.
Die Mischung wird es halt machen müssen. Eine Langzeitspeicherung sehe ich auch kaum als möglich an. Speicherung ist eher ein Weg, um Transportkosten und Überschussverluste zu minimieren. Wenn eine übliche Tagesschwankung damit lokal ausgeglichen werden kann, ist schon sehr viel gewonnen.
 
Kommunen, Landkreise können durchaus in 5-10 Jahren mit EE bilanziell Autark werden. Und das Geld fließt nicht in andere Länder ab. Interessant die Bereitschaft vieler Bürger in solche Projekte zu investieren. Man muss nicht über die oft überschuldete Haushalte gehen.

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Zu den Vereinen







Viele Grüße,
stolpi
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wird sehr teuer, da Wasserstoff deutlich teuer ist als Erdgas.
Und da sich der Preis immer an der teuersten Herstellung richtet, wird Strom teuer werden.
Deswegen ist es wichtig, dass überall produziert wird.
Damit wird schonmal die grüne Mär abgeräumt,
dass es irgendwann sinkende Strompreise geben würde.

In zwei Jahren stehen ja wieder Wahlen an,
damit sollte der Irrsinn ein Ende haben. :hail:
 
Parallel zur Energiewende wird es dringend nötig, aktiv CO2 aus der Atmosphäre zu holen. Dieser Ansatz über Gesteinsverwissterung ist ziemlich effektiv, allerdings kostet es pro Tonne CO2 heute ungefähr 2000,-$

Wenn man sich die Gewichte anschaut, wird aus ca. zwei Barreln Rohöl ein Tonne CO². Pro Liter müssen wir den Benzin- und Dieselpreis also "nur" um ca. 7,-€ pro Liter anheben, um das CO2 wieder zu binden. Bleiben nur noch die anderen schädlichen Abgase und Feinstaubpartikel, also sollte man mit geschätzt 10,-€ pro Liter die Umwelt- und Gesundheitskosten abdecken können.

Das ist doch gesetzlich schnell umgesetzt, dann bedarf es auch keiner Förderungen für E-Fahrzeuge mehr



Das wird sehr teuer, da Wasserstoff deutlich teuer ist als Erdgas.
Was kostet denn Wasserstoff aus Windstrom, der für 3-4 Cent zur Verfügung steht. Schau Dir dagegen heutige Erdgaspreise an. Wieviel Prozent des jährlichen Strombedarfs muss denn neben Sonne und Wind aus Gas abgedeckt werdne? Wenn wir soviel EE haben, dass wir damit im jährlichen Durchschnitt unseren gesamten Energiebedarf decken, wird das nicht mehr soviel sein.

Hauptsache, wir stoppen den Irrsinn mit der Verbrennung con Öl, Kohle und Erdgas so schnell wie möglich. Die Umweltkosten werden sonst jede Volkswirtschaft in Geiselhaft nehmen. Aktuelle Schäden nach Stürmen sind der erste zarte Vorgeschmack dessen, was uns erwarten wird.
 
Letztendlich muß man sich mal mit der Tatsache abfinden,
dass rd. 9 Mrd. Menschen nunmal nicht ökologisch sinnvoll leben können.

Der Zug fährt ab ...
... mit einer beständigen Beschleunigung ... :D
 
Letztendlich muß man sich mal mit der Tatsache abfinden,
dass rd. 9 Mrd. Menschen nunmal nicht ökologisch sinnvoll leben können.
Gibt es denn einen sinnvollen unökologischen Weg? Sich selber den Ast abzusägen, auf dem man sitzt ist nun wirklich alles andere als "sinnvoll". EE zu installieren ist eigentlich ganz einfach. Man muss es nur machen.
 
Hast du mal überlegt,
woher all diese Rohstoffe kommen,
um unsere grüne Spinnerei umzusetzen?
In vermutlich 100 Jahren wird Schluss sein ...
denn dann,
wird unser Planet so gnadenlos ausgeplündert sein,
dass hier keiner mehr leben kann. :D
 
Damit wird schonmal die grüne Mär abgeräumt,
dass es irgendwann sinkende Strompreise geben würde.
Das sagen ja alle und hat mit den Grünen nichts zu tun.
In zwei Jahren stehen ja wieder Wahlen an,
Ja, Hessen probt ja gerade wieder eine Koalition mit den Sozen. So wird das auch 2025 sein, nur reicht es für schwarz/rot überhaupt?
Was kostet denn Wasserstoff aus Windstrom, der für 3-4 Cent zur Verfügung steht. Schau Dir dagegen heutige Erdgaspreise an. Wieviel Prozent des jährlichen Strombedarfs muss denn neben Sonne und Wind aus Gas abgedeckt werdne? Wenn wir soviel EE haben, dass wir damit im jährlichen Durchschnitt unseren gesamten Energiebedarf decken, wird das nicht mehr soviel sein.
Das Problem ist, dass du die Mengen, die du benötigst, nicht herstellen kannst. Dazu müsste man erst mal die erneuerbaren Energien ausbauen und zwar weltweit.
Und dann hat Deutschland die nächste Abhängigkeit. Europa muss unabhängig von Energielieferungen werden
Hast du mal überlegt,
woher all diese Rohstoffe kommen,
um unsere grüne Spinnerei umzusetzen?
Auch das hat nichts mit den Grünen zu tun. Jede halbwegs vernünftig denkende Partei weiß, dass Energie aus fossilen Energieträgern beendet ist und eine Alternative zu Solar/Wind/Wasser/Geothermie gibt es nicht.
 
Das passiert ja gerade, aber viel zu langsam.
Wo wird bei uns im großen Stil Wasserstoff mit erneuerbaren Energien produziert?
In Deutschland muss das erst gebaut werden (hätte man vor 20 Jahren anfangen sollen aber unter Schröder war das kein Thema und unter Merkel hat es keinen interessiert und rate mal, was unter Merz sein wird). Und selbst die Bundesregierung sagt jetzt schon, dass flächendeckend keine Wasserstoffproduktion hier ausreichen sein wird. Ergo importieren.
Und wo soll der herkommen? Aus Afrika? Sahelzone?
Da sind auch viele demokratische Staaten, die alle super stabil sind. :schief:
Wasserstoff kann für die Industrie interessant sein, oder wir akzeptieren, dass sich Deutschland vom Produktionsland zum Dienstleistungsland und Kreativland verändert.
 
Und selbst die Bundesregierung sagt jetzt schon, dass flächendeckend keine Wasserstoffproduktion hier ausreichen sein wird.
Naja, wer genau und ist das belegt?
Und wo soll der herkommen? Aus Afrika? Sahelzone?
Da sind auch viele demokratische Staaten, die alle super stabil sind. :schief:
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber vielleicht würde man dann endlich mal Stabilität in diesen Regionen wirklich fördern. Viele Rohstoffe lassen sich besser aus chaotischen Gegenden beziehen, weil die Machthaber das Geld dringend brauchen, um ihre Position zu halten. Eine Wasserstoffproduktion dürfte aber eine gewisse Stabilität voraussetzen.
 
Naja, wer genau und ist das belegt?
Das kommt von der Regierung.
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber vielleicht würde man dann endlich mal Stabilität in diesen Regionen wirklich fördern. Viele Rohstoffe lassen sich besser aus chaotischen Gegenden beziehen, weil die Machthaber das Geld dringend brauchen, um ihre Position zu halten. Eine Wasserstoffproduktion dürfte aber eine gewisse Stabilität voraussetzen.
Wie sternenflottig von dir. ;)
Aber wenn man sieht wie die Militärputsche sich regemäßig ablösen, bin ich nicht so zuversichtlich.
 
Parallel zur Energiewende wird es dringend nötig, aktiv CO2 aus der Atmosphäre zu holen. Dieser Ansatz über Gesteinsverwissterung ist ziemlich effektiv, allerdings kostet es pro Tonne CO2 heute ungefähr 2000,-$

Wenn ich das richtig lese, sind das nur die Kosten für die Abscheidung. Für "aus der Luft" nicht schlecht, jedenfalls wenn das schon inklusive EE-Erzeugung gerechnet ist (wovon da ich da auch nichts lese), aber "aus der Luft ist allgemein erst interessant, wenn wir alle stationären CO2-Verursacher mehr haben, bei denen CO2 konzentriert anfällt. Einen Mangel an dem Zeug haben wir aktuell nämlich nicht, aber dauerhaft sichere Lagerstätten sind in etwa so selten wie Atommüllendlager. Und aus den gleichen Gründen. Solange sich daran nicht massiv was ändert, sollte man sich Wunschträume in dieser Richtung sparen.

Sollte sie Skalierung auf 10 Cent pro kg CO2 = 25 Cent pro Liter Benzin klappen, könnte die Technik aber für Synfuel verdammt interessant werden. Bei den derzeitigen Preisen von Batterieautos wäre alles bis 2 € Gesamtkosten auf der Langstrecke bequem konkurrenzfähig.


Das sagen ja alle und hat mit den Grünen nichts zu tun.

Aber nur ein Grüner Wirtschaftsminister bekommt es hin, die Subventionierung energieintensiver Betriebe als "Klimafonds" zu verbuchen :wall: :wall: :wall:.
Ich bin mittlerweile echt froh, nicht grün gewählt zu haben, ich würde mir sowas von verarscht vorkommen.


Wo wird bei uns im großen Stil Wasserstoff mit erneuerbaren Energien produziert?
In Deutschland muss das erst gebaut werden (hätte man vor 20 Jahren anfangen sollen aber unter Schröder war das kein Thema und unter Merkel hat es keinen interessiert und rate mal, was unter Merz sein wird).

Der Aufbau von Elektrolyseuren geht vergleichsweise flott. Die Großanlagen, die derzeit kurz vor der Fertigstellung stehen, waren vor fünf Jahren afaik noch nicht einmal in der Planungsphase. Da wurde also nichts verpennt. Was fehlt, ist der saubere Strom. Denn zu allererst sind alle bereits bestehenden Verbraucher am Netz sauber zu versorgen (bislang nur in Ausnahmestunden der Fall), dann alle leicht regelbaren, leicht auf Strom umzustellenden (z.B. Heizungen) und dann erst können wir von "Überschuss"strom sprechen, aus dem man z.B. Wasserstoff machen könnte. Die Technik hat da genau das gleiche Problem, dass auch Batterieautos haben - solange die EE-Kraftwerke nicht stehen, sind sie klimaschädigend. Unter Schröder wurde mit dem Bau dieser Kraftwerke begonnen, aber dann kamen 16 Jahre Stillstand. Und danach bis dato AKW-Laufzeitverlängerungen, Steigerung der Kohleverstromung, Subventionierung der Ölindustrie und Neubau von Anlagen für die dreckigsten Gase, die man sich vorstellen kann, während für die erneuerbaren kaum etwas gemacht wurde, außer den Naturschutz aufzuweichen :kotz:

Und selbst die Bundesregierung sagt jetzt schon, dass flächendeckend keine Wasserstoffproduktion hier ausreichen sein wird. Ergo importieren.
Und wo soll der herkommen? Aus Afrika? Sahelzone?
Da sind auch viele demokratische Staaten, die alle super stabil sind. :schief:

Der arabische Raum steht aktuell hoch im Kurs. Die sind stabil, haben keine störende Demokratie, genug Kohle um etwas neues hochzuziehen, das dringende Bedürfniss, etwas zukunftsfähiges, neues hochzuziehen und an (Meer-)Wasser, Sonne und Wüste mangelt es auch nicht. In Afrika dagegen gibt es fast überall, wo genug Wasser für die H2-Produktion vorhanden ist, entweder wertvolle Natur oder intensiv genutzte Anbauanflächen und Stabilität gibt es nirgendwo.

Wasserstoff kann für die Industrie interessant sein, oder wir akzeptieren, dass sich Deutschland vom Produktionsland zum Dienstleistungsland und Kreativland verändert.

Höherverarbeitende Industrie ist auch weiterhin okay. Im Maschinenbau sind die Energiekosten nur ein kleiner Teil. Aber Montan- und Chemieindustrie sind schlichtweg Wirtschaftsformen, die im Sinne des Klimaschutzes ganz allgemein auf der Abschussliste stehen und am ehesten in Energiereichen Regionen eine Zukunft haben. Es ist doch pervers: Auf der einen Seite predigen wir, es sollen weniger energieintensive Rohmaterialien verbraucht werden und stehen immer wieder vor dem Problem, dass sich die Endkunden die höheren Preise bei Verwendung teurerer Alternativen nicht leisten können. Auf der anderen Seite ziehen wir genau diesen Endkunden dass Geld, dass sie dafür bräuchten, aus der Tasche und schenken es den Herstellern besagter Rohmaterialien, die ihre Produkte nur deswegen überhaupt zu Dumpingpreisen anbieten können. Eine Tonne Stahl kostet aktuell so 600 bis 700 € und Verursacht 1,5 bis 2 t CO2 - die alleien schon Schäden von insgesamt 300 bis 1600 € verursachen.
 
...Sollte sie Skalierung auf 10 Cent pro kg CO2 = 25 Cent pro Liter Benzin klappen, könnte die Technik aber für Synfuel verdammt interessant werden. Bei den derzeitigen Preisen von Batterieautos wäre alles bis 2 € Gesamtkosten auf der Langstrecke bequem konkurrenzfähig....
Den Ansatz der Technik finde ich sehr gut, Wie hoch die Kosten und der energieverbrauch im Gegenerationszyklus im Endefekt werden, wird man sehen.
 
Der Aufbau von Elektrolyseuren geht vergleichsweise flott. Die Großanlagen, die derzeit kurz vor der Fertigstellung stehen, waren vor fünf Jahren afaik noch nicht einmal in der Planungsphase. Da wurde also nichts verpennt. Was fehlt, ist der saubere Strom.
Dann warten wir mal ab, was in 2 Jahren sein wird wenn wir wieder eine unionsgeführte große Koalition haben werden, mit Merz im Kanzleramt und einem CSU Verkehrsminister und einem schwarzen Wirtschaftsminister.
Bereite dich darauf vor, "flott" nachzutrauern.
 
Das kommt von der Regierung.
Na gut, da steht aber jetzt doch nicht drin, dass man nicht langfristig genug regenerative Energie erzeugen kann, um den Bedarf zu decken, oder?
Aber wenn man sieht wie die Militärputsche sich regemäßig ablösen, bin ich nicht so zuversichtlich.
Naja, stabilisieren ist natürlich schwieriger als destabilisieren, aber wie gesagt, wenn man aus diesen Ländern etwas beziehen möchte, was politische Stabilität voraussetzt, wird vielleicht wenigstens nicht mehr aktiv destabilisiert.
Der Aufbau von Elektrolyseuren geht vergleichsweise flott. Die Großanlagen, die derzeit kurz vor der Fertigstellung stehen, waren vor fünf Jahren afaik noch nicht einmal in der Planungsphase. Da wurde also nichts verpennt. Was fehlt, ist der saubere Strom.
Haben wir denn schon die nötige Aufnahmekapazität, um alle Produktionsüberschüsse bis jetzt zu nutzen? Mein Stand war, dass wir oft regenerative Anlagen vom Netz nehmen müssen. Klar liegt das mit daran, dass wir noch träge nichtregenerative Anlagen am Netz haben, aber im Moment brauchen wir die wohl halt leider noch. Wäre aber doch schön, wenn man zumindest einen Teil des Schwankungsausgleichs mit Wasserstoff statt Erdgas bewerkstelligen könnte.
Dann warten wir mal ab, was in 2 Jahren sein wird wenn wir wieder eine unionsgeführte große Koalition haben werden, mit Merz im Kanzleramt und einem CSU Verkehrsminister und einem schwarzen Wirtschaftsminister.
Naja, der Wille muss logischerweise schon da sein.
 
Na gut, da steht aber jetzt doch nicht drin, dass man nicht langfristig genug regenerative Energie erzeugen kann, um den Bedarf zu decken, oder?
Auch langfristig wird man das nicht hinkriegen.
Überall Wärmepumpen = Strom
Überall Elektroautos = Strom
Und dass die Politik alles positiv sieht, ist eh klar.
Naja, stabilisieren ist natürlich schwieriger als destabilisieren, aber wie gesagt, wenn man aus diesen Ländern etwas beziehen möchte, was politische Stabilität voraussetzt, wird vielleicht wenigstens nicht mehr aktiv destabilisiert.
Die Russen destabilisieren, wo sie nur können.
Naja, der Wille muss logischerweise schon da sein.
Siehst du den Willen bei der Union? Ich nicht.
 
Auch langfristig wird man das nicht hinkriegen.
Naja, wir haben schon eine sehr hohe Bevölkerungsdichte.
Die Russen destabilisieren, wo sie nur können.
Ob das noch so lange so viel ist?
Siehst du den Willen bei der Union?
Natürlich nicht, aber wenn wir jetzt darüber diskutieren wollen, was man machen könnte, solange die Union am Drücker sitzt, können wir den Thread auch gleich zumachen. ;)
 
Dann warten wir mal ab, was in 2 Jahren sein wird wenn wir wieder eine unionsgeführte große Koalition haben werden, mit Merz im Kanzleramt und einem CSU Verkehrsminister und einem schwarzen Wirtschaftsminister.
Bereite dich darauf vor, "flott" nachzutrauern.

Wenn diese Regierung den Ausbau der erneuerbaren fortführt (:lol: atomrofl), DANN würde auch der Aufbau der Elektrolyseure flott weiterlaufen. Wenn nicht, und damit rechne ich sehr fest, dann bremst halt weiterhin die Verfügbarkeit von sauberem Strom und für etwas, dass man gar nicht hat, braucht man auch keine Abnehmer.


[QUOTE="empy, post: 11458680, member: 21610]Haben wir denn schon die nötige Aufnahmekapazität, um alle Produktionsüberschüsse bis jetzt zu nutzen? Mein Stand war, dass wir oft regenerative Anlagen vom Netz nehmen müssen. Klar liegt das mit daran, dass wir noch träge nichtregenerative Anlagen am Netz haben, aber im Moment brauchen wir die wohl halt leider noch. Wäre aber doch schön, wenn man zumindest einen Teil des Schwankungsausgleichs mit Wasserstoff statt Erdgas bewerkstelligen könnte.[/QUOTE]

Wir haben zwei Probleme, die aber beide durch die H2-Produktion angegangen werden:
- Zu schwache Netze um den Strom aus den Haupterzeugerregionen abzuleiten. Davon ist vor allem Norddeutschland betroffen wegen der seit 20-30 Jahren nur geplanten, aber trotz hoher Netzengelte nicht gebauten neuen Trassen. Elektrolyseure, wie man sie jetzt überwiegend in Norddeutschland baut, wollen genau dieses Potential anzapfen: Die lassen sich sehr schnell hochregeln und man "verbraucht" den Strom, der nicht abgeleitet werden kann, dann einfach kurzfristig vor Ort für die H2-Produktion. Allerdings sind diese Mengen weiterhin recht gering. Müsste nochmal suchen, aber ich glaube 2021 waren es um die 5%, auf alle Fälle unter 10%.
- Zu träge Grundlastkraftwerke: Das ist das, was du meinst - man hat noch freie Leitungskapazität, muss den erneuerbaren Strom aber trotzdem wegschmeißen, weil er als zu kurzer Peak anliegt und so ein Kohlekraftwerk seinen Output 24h im voraus planen will. Das trifft afaik eher Regionen im Süden, die so richtig Photovoltaiksubventionen abgegriffen haben und halt an einem klaren Tag sehr gebündelt im ganzen Land auf maximale Leistung hochgehen - aber nur für wenige Stunden über Mittag. Auch hier könnten lokale Elektrolyseure helfen (die dann aber übers Jahr gesehen sehr wenig Laststunden hätten und sich somit noch nicht rentieren dürften), vor allem aber muss man da mal die Netzbilanzierung in Zukunft abwarten. Normalerweise sollte in solchen Situationen nämlich genug Leitungskapazität vorhanden sein, um diesen Strom z.B. nach Norden zu leiten. Heute versucht das gar keiner, weil es da keine Großverbraucher gibt - aber das ändert sich ja, wenn da Elektrolyseure stehen, die eigentlich auf den nächsten Starkwind warten, aber in der Zwischenzeit auch jeden anderen Strom verwerten können.

Nur beim gefürchteten Dunkelflaute "Sonnensturm" ist weiterhin ein nicht nutzbarer Peak zu erwarten, aber das ist ja eine alte Weißheit der erneuerbaren Energien: Es ist billiger, sie auf 105% auszubauen und 5% wegzuschmeißen, als sie auf 100% auszubauen und die mit extrem teuren Zwischenspeichern auf den azyklischen Verbrauch zu matchen. Nur dass, was uns mit der heutigen Netz- und Verbraucherstruktur bei anhaltendem Ausbau circa 2150 bevorstehen würde, nämlich dass wir auf 200-300% ausbauen müssten, um 100% des Verbrauchs ohne Speicher oder neuartige Systeme zu bedienen, das wäre halt bescheuert. Also muss man da langsam mal dran forschen; möglich erscheint es auf alle Fälle.

Und bis es fertig ist muss man endlich dafür sorgen, dass es eben nicht bis 2150 dauert, ehe der Strom überhaupt zur Verfügung steht!
 
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