Wieso liegt der Wert von Speichern bei null, wenn die nicht immer verfügbar sind? Das sollte sich doch genau so ausmitteln wie die Verfügbarkeit der Energie.
"Ausmitteln" können sich nur Dinge, die vor den Stabilisierungsmechanismen geschehen und bei denen zufällig verbleibende Restschwankungen dann eben von z.B. Speichern abgefangen werden. Aber man kann nicht die Sicherheitsmechanismen, die die Stabilität gewähren sollen, dem Zufall überlassen.
Hinzu kommt, dass PKW auch großräumig nicht echt zufällig verfügbar sind oder nicht, sondern es da klare Muster gibt: Nachts zu Hause, tagsüber auf der Arbeit. Im Sommer im Urlaub, den Rest des Jahres in der Heimat. Autos, die nur nachts an der heimischen Wallbox hängen, können dir z.B. nicht dabei helfen, den mittäglichen Solarpeak wegzupuffern. Nur die eigentlichen Fahrzeiten wären, da nicht all zu lang, verschmerzbar. Aber um Batterieautos als Puffer einzuplanen, müsste gewährleistet sein, dass sie an jedem Parkplatz angestöpselt werden.
Naja, im einfachsten Fall wird nur das genutzt, was sowieso schon für das Laden vorhanden ist, bzw. sein wird, dann kostet es so gesehen gar nichts.
Die bisherige, beschränkte Infrastruktur ist so knapp, dass man seine Auto gar nicht längere Zeit eingesteckt lassen darf, sondern schnellstmöglich die Säule wieder räumen muss. Und auch die Profitrechnung der Ladesäulenbetreiber ist übrigens darauf ausgelegt. Wenn du das anders haben willst, musst du Millionen von Ladesäulen zusätzlich bauen, die alleine der Netzstabilisierung dienen. Wnd dann muss du vermutlich die Batterieautohalter noch dafür bezahlen, dass sie ihr Wägelchen anstecken und ihre Batteriekapazität zur Nutzung freigeben.
Dann gibt es noch die Überlegung "Power to Gas" also aus Strom Wasserstoff und so weiter zu machen.
Die Ideen sind gut aber nicht Effizient und bedürfen trotzdem ein riesen Netzausbau weil ich muss den Strom wenn jetzt der Wind zum Beispiel massiv weht ja von da zu den Anlagen bekommen die ihn dann umwandeln bzw. Speichern.
Das ist relativ unproblematisch. Unsere großen Gasspeicher, die großen Windparks und die Gegenden, wo man auch mal eine Überlandleitung ohne massive Proteste der CSU bauen kann, liegen alle zusammen in Norddeutschland. Und die Ineffizienz ist bei Überschuss auch nur noch ein Kostenfaktor: Ist es billiger, den Strom unter 30-50-70% Verlust zu speichern und später bei Knappheit zu nutzen oder ist es billiger, ihn gar nicht zu nutzen und so viel mehr Erneuerbare auszubauen, dass es zu gar keiner Knappheit kommt?
Ich frage mich immer, ob das wirklich so viel werden muss. Es gibt natürlich Sonderfälle, wie die Problematik, die den SüdLink nötig machen, aber ansonsten müsste sich doch auch viel wieder ausgleichen, wenn eigentlich nur noch der Ausgleich transportiert werden muss, das Gros aber vor Ort produziert wird. Ursprünglich musste ja alles von zentralen Punkten überall hingebracht werden. Die Steuerung wird klar komplexer, aber braucht man wirklich so viel mehr Übertragungsleistung und wenn ja, ist das auch wirklich ein neues Problem?
Wie gesagt: Deutschland ist weitaus kleiner als großräumige Wetterphänomene. Wir können also nicht "das Gros vor Ort" produzieren, sondern der "Ausgleich" kann 80-90, in Extremfällen möglicherweise sogar 100% des Momentanverbrauchs betragen. Bislang haben wir aber eben eher ein Netz, dass auf kleinere Ausgleiche zwischen Inselgebieten um regionale Großkraftwerke ausgelegt ist.
Ist die alles entscheidende Frage nicht eher, ob es überhaupt eine Alternative dazu gibt?
"Nichts tun und den Rest folgenden Generationen überlassen" hat sich doch bewährt.
Naja es gibt ja viele Konzepte die zur Zeit erforscht oder schon erprobt werden. Hier spricht man ja von der 4. Genreration von Atomreaktoren.
Ich finde das Konzept des Flüssigsalzreaktors sehr interessant.
Was heißt "zur Zeit"? Flüssigsalzreaktoren sind laut Wiki 75 Jahre alt und immer noch nicht einsatztauglich. Ähnliches gilt für alle anderen 4.-Gen-IDEEN. Wir brauchen aber jetzt eine Lösung und obendrein soll es eine sein, die billiger als EE + Speicher ist. Bereits unsichere Gen-2.5-Reaktoren sind aber teurer, wie Finnland, Frankreich und Großbritannien zu Genüge bewiesen haben. Jetzt Milliarden in die hoffentlich-klappt-es-Entwicklung einer noch aufwendigeren, noch teureren Technik zu investieren, ist einfach nur bescheuert.
Klar die Endlagerung ist das große Problem dieser Technik da haben aber die Finnen auch schon sehr gute Ansätze.
So? Ich kenne gerade einmal einen Ansatz und der ist zwar vermutlich als das bislang fortschrittlichste Endlager der Welt (Asse II), aber er ist auch teuer und umstritten. Nicht "sehr gut".
Und für das dritte, fast noch größere Problem der Atomtechnik haben auch die Finnen keine Lösung: Profliferation.
Wenn Atomkraftwerke die Energieversorgung der Zukunft sind, dann kann man die dem Iran, den Taliban, etc. genauso schlecht verweigern, wie man sie in der Vergangenheit Pakistan, Nordkorea oder Israel verweigert hat.
Naja das geht die CO2 Abscheidung wurde hierzulande ja auch schon erprobt und wäre marktfähig gewesen aber da hat man ein Riegel vorgeschoben. In Deutschland gibt es viel Gestein was sich eignen würde und Deutschland wäre eine erdbebenarme Zone.
Die Eignung ist hochgradig umstritten um nicht zu sagen: So ziemlich alle, die kein Geld damit zu verdienen versuchen, sagen, dass wir gar keine geeigneten Speicher haben. Und selbst die, die damit Geld verdienen wollen und zu gegenteiligen Behauptungen kommen, geben jetzt nicht gerade berauschende Kapazitäten an. Würde wir unsere Energieversorgung auf CCS-Kraftwerke umstellen, würde das unseren CO2-Output immerhin rund verdoppeln und da solche Anlagen Investitonshorizonte von 30 bis 100 Jahren hätten, ergibt sich eine gigantische Summe CO2.
Außerdem ist CO2 schwerer als Luft also bleibt das selbst im Fall der Fälle unten.
Ja. Es bleibt in den unteren Kilometern Athmosphäre, nachdem es aus seinen unter Druck stehenden Lagerstätten raus ist. Blöd halt, das da die Biosphäre liegt, die man nicht ohne Grund so nennt und der es nach meiner nicht repräsentativen Zählung mindestens zwei Lebewesen gibt (mich, meine Freundin), denen man diese CO2-Vergasung keineswegs zumuten könnte!
Zumal man das CO2 auch in Silikaten oder anderen Produkten binden und lagern könnte.
Das ist die einzige denkbare Möglichkeit, wie man sicher mit dem Zeug umgehen könnte. Aber eben genau dafür sind geeignete Wirtsgesteine wohl eher selten. Man braucht nämlich nicht nur die richtige Zusammensetzung, sondern es muss auch hinreichend porös sein, um überhaupt große Mengen Gas aufnehmen zu können. Das Zeug erst abzubauen, wie das einigen Bergbau-Lobbyisten vorschwebt, würde dagegen viel Energie verschlingen und schon hat man unterm Strich mehr CO2 freigesetzt. (Und auch noch schweine viel Geld ausgegeben.)