Denn E-Fuels aus Strom zu machen, ist absurd. Einzig Überschuss Strom zu speichen, wäre ein Ansatz.
Das ist doch auch Ziel der Sache. Photovoltaik bei bei uns spuckt nun einmal in dem Teil des Jahres 200% ihres Minimalniveaus aus, in der wir 50% Energiebedarf haben. Aktuell ist das noch scheiß egal, weil wir 20000% der aktuellen Produktion insgesamt bräuchten, da steuern die Kohlekraftwerke im Sommer einfach etwas weniger zum Industriestrom bei und können sich voll um die "umweltfreundlichen" Batterieautos kümmern. Aber in einer Zukunft mit 100% EE ist dieser saisonale Überschuss genau das: Überschuss. Und die einzigen plausiblen Konzepte zu dessen Nutzung sind p2g oder p2l.
Offen ist nur noch die Frage, welchen chemischen Energieträger man wählt und wofür man den dann seinerseits wieder verwendet. Wenn der gehobene Durchschnittsdeutsche weiterhin auf seine 2-3 Flug-Fernreisen im Jahr besteht, geht diese Energie halt komplett in synthetisches Kerosin. Aber "Batterieauto fahren um nach Bali zu jetten" habe ich noch auf keiner Utopistenfahne gesehen. Da ist immer die Rede davon, dass wir künftig alles mit der Bahn, ÖPNV und E-Bike machen; den motorisierten Individualverkehr auf <5000 km pro Jahr reduzieren.
Bei 15 Jahren kalendarischer Lebensdauer für eine Traktionsbatterie kommt ein privates Batterieauto dann aber nur noch auf 75000 km und es wird fraglich, ob es seinen Produktionsrucksack auf so kurzer Strecke gegenüber einem simplen, langlebigen E-Fuel-Verbrenner überhaupt überkompensieren kann? Zumal man ja auch noch die enormen Kosten für die Ladeinfrastruktur mit einrechnen muss, die bereits heute jeden Tag für MEHR CO2-Emissionen sorgen, weil uns das dafür ausgegebene Geld (und ebenso das für die wesentlich teureren Batterieautos) beim Ausbau der EE fehlt.
E-Fuels brauchst du für Flugzeuge oder Lkws. Da sehe ich noch keine Alternative.
LKWs fahren <<400 km und stehen dann für min. 45 Minuten an ausgebauter Infrastruktur. Kalendarische Lebensdauer spielt keine Rolle. Das sind optimale Bedingungen für Batterieeinsatz und entsprechende Produkte erobern ja auch zunehmend den Markt. Der Zug für Verbrenner-LKW ist außerhalb von Spezialgebieten (z.B. Fortwirtschaft) schon abgefahren. Die einzige Frage ist noch, ob wir auf große Akkus setzen oder lieber Systeme zum Nachladen während des Fahrens aufbauen. (Oder endlich mal die Bahn ausbauen.)
Warum muss Wachstum zur Katastrophe führen? Muss Wachstum immer schädlich für die Umwelt sein?
Theoretisch: Nein.
Praktisch: Ja.
Und 100-150 Jahre, nachdem die ersten Leute festgestellt haben, dass unser Wachstumspotential begrenzt ist sowie 50 Jahre, nachdem wir es endgültig überschritten haben, sind wir an einem Punkt, an dem wir uns keine Vorschusslorbeeren mehr leisten können. Wenn jemand behauptet, dass er endlich derjenige ist, der tatsächlich umweltfreundliches Wachstum hinbekommt, dann soll er das erstmal beweisen. Der Planet hat zunächst sowie eine deutlich Senkung der Umweltbelastung gegenüber dem bereits bestehenden Niveau nötig, also eine längere Phase des Nullwachstums bei gleichzeitiger Senkung der Umweltschädlichkeit.
Richtig. Es gibt vier Stromerzeuger in Deutschland, die den Markt aufgeteilt haben und es gibt vier Netzbetreiber, die den Markt exakt genauso aufgeteilt haben. Wettbewerb gibt es nicht.
Und jetzt rate mal, wer an den Netzbetreibern Beteiligungen hat? Genau, die Energieversorger.
"Anteile"? Die Netzbetreiber sind erzwungene Ausgründungen der Energieversorger und mittlerweile wohl weitestgehend verkauft. Aber bis in die 10er rein waren die Netze direktes Eigentum von Eon, Vattenfall, EnBW, RWE. Und genauso so lange wurde jeglicher Ausbau komplett blockiert, obwohl der Bedarf absehbar war und obwohl den Stromkunden dafür Gebühren aus der Tasche gezogen wurden.
Na ja, erklärt wurde, dass man das Geld nicht zurück verlangen kann, liegt daran, dass die Bank sonst in Schieflage gerät und es weitere Probleme verursachen wird.
So what?
Irgendwann muss der Banken-Lobby halt mal klar gemacht werden, dass es auch ein "too big to be outside democratic control" gibt. Alternativ könnte die EZB mal Konzeptpapiere "Direktkonten für Privatpersonen" und "Vollgeld" vorlegen. Hui würden da einige springen, um das "Unmögliche" bis Vorgestern umzusetzen. Aber stattdessen wird Mr. Cum-Ex zum Kanzler gemacht. Warum nicht gleich Schäuble? (Antwort: Weil er nicht angetreten ist. Sonst hätte ich ihm gute Chancen beim deutschen Wähler zugesprochen.)
Ja, das mit dem Industriestrompreis verstehe ich auch nicht so richtig, die LNG-Terminals haben wir aber halt gebraucht.
Wir haben nicht einmal die Hälfte der Terminals gebraucht und es war auch vollkommen absehbar, dass die andere Hälfte gar nicht zur Verfügung stehen würde (Baubeginn: Immer noch nicht erfolgt), ehe wir eine Lösung gefunden haben müssen. Die Milliarden dafür sowie die Aufhebung sämtlicher Umweltschutzstandards durch Habeck ist reine Industriesubvention. Und genau das wird jetzt halt beim Strompreis wieder gefordert - dabei ist der Sinn der CO2-Abgabe doch gerade, dass wir von zukunftsuntauglichen Industrien, die auch nach 30 Jahren immer noch Energie ohne Ende verschleudern, wegkommen und uns auf sinnvolle konzentrieren.
In der Großstadt wüsste ich für meinen Teil jetzt schon nicht, wofür ich noch ein Auto haben sollte (außer zum Einkaufen) und in mittleren Städten kann man den ÖPNV ausbauen, das war's.
Auch in Kleinstädten mit ein paar 1000 Einwohnern ist der Supermarkt nicht weiter weg, als ein E-Cargo-Bike fahren kann. Für ÖPNV hab ichs hier mal irgendwann anhand der Bevölkerungsdichten der Kreise überschlagen und weniger als 15% der Deutschen wohnt "auf dem Land". Und noch viel weniger arbeiten da oder gehören zu den Restbewohnern aussterbender Dörfer, ein ganz ansehenlicher Teil des Bevölkerungszuwachs in "ländlichen" Gemeinden sind schlichtweg die den Metropol-Speckgürteln vorgelagerten Bereiche, in denen sich Städter Häuser im (noch) Grünen bauen, weil es bislang billiger ist, Natur zuzubetonieren und jeden Tag mit dem Auto zu fahren. Dieser sich-auf-die-Kosten-der-Allgemeinheit-das-Leben-verbesserer ist es wohl zuzumuten, sich ein Batterieauto zum Vollpreis zuzulegen.
Bei den vielleicht verbleibenden 5%, die tatsächlich ihren Lebensmittelpunkt angestammt auf dem Land haben oder gar dem 1% Landwirte, die da unmöglich wegkönnen, braucht es vermutlich Subventionen - technisch ist die Sache ja gelöst, denn die brauchen tatsächlich nicht mehr als 100 km Reichweite in die nächste Stadt und die haben optimale Voraussetzungen für Solar @home. Bei der Verkehrswende geht es aber um die anderen 95%, die sowieso in der Stadt arbeiten und einkaufen, aber von denen trotzdem 2/3 für jeden Furz von Weg einen Verbrenner-PKW nimmt.
Stattdessen leben die Menschen an einem Ende der Stadt und die Arbeitsplätze sind am anderen Ende im Industriegebiet. Pech gehabt, Verkehrswende im Sinne von weniger Bedarf nach Mobilität ist nicht, weil die Struktur deutscher Städte es nicht hergibt.
In so ziemlich allen größeren Städten, die ich kenne, leben und arbeiten Menschen an beiden Enden. Nicht umsonst sind die Straßen innerstädtisch in jeder Richtung voll. Einseitigen Berufsverkehr gibt es nur am Rand: Dort wo diejenigen pendeln, die sich mit dem dicken Geld aus der Stadt draußen auf dem Land ein besseres Leben machen wollen, als es andere haben (insbesondere als die Anwohnder solcher Pendelstrecken).
Ja, die Energiekrise ist zwar nicht die einzige, aber in vieler Hinsicht die nachhaltigste Krise.
Verlust natürlicher Lebensräume ist das VIEL größere Problem. Mit Ausnahme einiger Polarspezialisten hätten wir durch den Klimwandel nicht einmal ein Problem beim Artenschutz, wenn denn die nötigen Flächen intakt und verfügbar wären. Aber da wird noch ungerner drüber geredet, denn schon bei uns mit konstanter Bevölkerungsgröße gelingt es nicht, den Flächenverbrauch zu verlangsamen. Global die Flächennutzung trotz steigender Weltbevölkerung zurückzudrehen ist weit jenseits jeder Vorstellungskraft. Und das Fass "Weltbevölkerung muss sinken" traut sich kaum jemand aufzumachen.
Man muss sich nur öffnen, dann bekommt man sehr ressourcensparende Urlaube hin.
Und man muss >>60 sein, um die nötige Zeit zu haben.
Suchen ja, aber ändert nichts daran, dass die nicht plötzlich die Gehälter anheben.
Könnte mich nicht erinnern, dass Aldi vor 10 Jahren 14 €/h als Einstieg geboten hat.
Bei uns gilt immer noch Merit Order.
Der Preis richtet sich nach der teuersten Herstellung.
Die teuerste Herstellung DIE ZUR DECKUNG DES BEDARFS BENÖTIGT WIRD. Und das auch nur am Spotmarkt, große Teile des Stroms werden aber längerfritist gehandelt. Sobald Gaskraftwerke nur noch ein paar hundert Stunden im Jahr laufen, weil die EE den Rest der Zeit reichen, wird ihr Einfluss auf den Endkundepreis gegen null gehen. Dass sie letztes Jahre eine so große Rolle gespielt haben lag nur daran, dass wir für die französischen Atomkraftloswerke einspringen mussten.