Ein sehr starkes erstes Posting. Allerdings ist mein Blickwinkel dann doch ein ziemlich anderer:
Intel hat hier für eine
Let´s kill AMD-Aktion bei weitem zu wenig Feuer angezündet.
Sie haben nicht...
...versucht, bei den Boxed-Kühlern gleichzuziehen. (da ist nach aktuellen Stand gar nichts geschehen)
...für berauschende Mainboard-Preise gesorgt, indem sie den Z370-Chipsatz im Vergleich zu den früheren Chipsets bedeutend im Preis in Richtung der eigentlichen Herstellungskosten gesenkt hätten. (damit hätte Intel sehr viel günstigere Boards von Day1 an realisieren könnten)
...das Ende der i3-i5-i7-Systemmatik eingeläutet und hingegen zu etwas sinnvollerem, etwas AMD-näheren, gewechselt. (dann wäre die i3-Reihe auch nicht so dermaßen ignorierungswürdig)
...große Fortschritte beim TIM in der Praxis gemacht. (besser als bei KabyLake-S/X sieht es schon aus, aber eben nur etwas besser.
...versucht, AMD alle kleineren Argumente wie unlocked ect. wegzunehmenden.
Ja, Intel hat es mit CoffeeLake (
entgegen meiner Prognose, das muss ich zugeben) geschafft, dass Ryzen 5 1600 und Ryzen 7 1700 wohl nicht mehr uneingeschränkt die Standardempfehlungen bleiben werden, sondern eben auch jeweils ein Intel-Modell konkurriert. Hätten sie die obigen Schritte umgesetzt, dann sähe alles aber ganz anders aus und zwei der CoffeeLakes hätten sich dann (bis zu einer Preissenkung bei SummitRidge) durchaus zu Standardempfehlungen mausern können.
Danke vielmals für das Kompliment.
Du sprichst sehr gute Aspekte an, weswegen ich mir wirklich Gedanken mache, warum Intel diese Aspekte, die du erwähnst hast, vernachlässigt hat.
Ich weiß zwar nicht wie das Corporate Management intern bei Intel genau abläuft, aber AMD hatte mal, so glaube ich zu mindestens wenn ich mich richtig entsinne, den Vergleich zwischen einem Wal und einem Seepferdchen gemacht in Bezug auf das Corporate Management zwischen den beiden.
AMD (das Seepferdchen) kann sich schneller bewegen, als der Wal (Intel) und somit, selbst wenn Intel schneller agieren wollen würde, könnte es dies nicht einfach so bewältigen, denn es ist einfach ein zu großer Fisch,
wohingegen AMD mindestens 10 mal kleiner ist, aber dessen Corporate Management, dafür umso schneller auf Marktänderungen reagieren kann.
Ich meine einfach, dass Intel mit sehr, SEHR, hoher Wahrscheinlichkeit die Aspekte, die du geschildert hast, irgendwo auf einem Blatt Papier im Unternehmen schon stehen hat, nur können (oder wollen die es nicht?) einfach so schnell ändern, weil sie etwas an ihrer Strategie ändern
müssten, eine Strategie, an der Intel seit mindestens einer Dekade festgehalten hat und die nun von AMD gestört wurde.
Ich stelle mir das einfach nur so vor :
Intel (der Wal) hat eine feste Route. Die hatten für mindestens eine Dekade lang ein Quasi-Monopol. Die hatten auch schon längst die 6 Kerner auf der Pipeline und wollten diese aber bequem und in ihrem Style mit einem Hardlaunch rausbringen, wie es Intel typisch auch jahrelang war.
Nun kommt AMD (das Seepferdchen) daher und schmeißt ein Ryzen ausm Ärmel und der Wal sieht sich gezwungen, die bequeme Route, in der es war, zu ändern, denn ansonsten läuft ihm das Seepferdchen noch davon und wird irgendwann dann auch noch zu einem Wal.
Das wäre das letzte was Intel will und haben deshalb auch diesen Paper Launch gemacht, um die Geschwindigkeit des Seepferdchens etwas zu mildern. Das Seepferdchen hat quasi den Wal bei seiner festen Route gestört, in der es sich ziemlich gemütlich gemacht hatte.
Alleine dafür sollte man AMD schon loben.