Und was sollen Schulen mit mehr Mitteln tun, um Kinder besser zu unterrichten? Parkett in jedes Klassenzimmer legen? Klimaanlagen installieren? Tafeln durch Whiteboards ersetzen? Alles schicke Dinge, aber mit der Qualität des Unterrichts haben sie nicht das Geringste zu tun. Wenn der Unterricht mit einfachen Mitteln schlecht ist, wird er nicht besser, weil es mehr Luxus gibt.
Kleinere Klassengrößen?
Irgendwann vor 50-60 Jahren ist mal jemandem aufgefallen, dass Kinder nicht lernen, eigenständig zu denken, nur weil ganz vorne jemand nen Vortrag hält. Heute haben wir Ziel-Durchschnittsklassengrößen von 33+ Schülern, in denen gar nichts anderes mehr möglich ist. Interaktives Lernen findet nur noch bei denen statt, deren Elten den Job übernehmen können (-> nur in Elternhäusern mit höherer Bildung) oder die entsprechende Nachhilfe finanzieren können.
Bezüglich der Lehrerausbildung: Ich bin kein Pädagoge und weiß nicht, was man ihnen beibringen sollte. Aber ich bin ziemlich zuversichtlich, dass unsere Lehrer nicht zu 100% perfekt sind und alle mit jedem nur erdenklichen hilfreichen Wissen an die Schulen kommen. Ihre Studienzeit dagegen verbringen sie, wie ich aus eigener Beobachtung und aus den Berichten von Komillitonen weiß, zu 20-40% mit Beschäftigungstherapie in Kursen, deren Inhalte sie selbst bei kritischen Nachfragen in Abschlussklassen nicht brauchen werden. Grund auch hier: Die Unis haben nicht das Geld, um Lehrämtler auszubilden. Stattdessen setzt man sie jahrelang in Kurse für nicht-Lehrämtler, die in den ersten 4 Wochen das thematische Niveau von Klasse 12/13 hinter sich gelassen haben und in denen man garantiert nie etwas übers unterrichten lernt.
Dritter Faktor, wo Geld und Schuldbildung aufeinandertreffen: Wer wird eigentlich Lehrer?
Nach meiner Beobachtung, der von Freunden auch aus anderen Fachbereichen und sogar einigen Lehrämtlern selbst, finden sich in den Studiengängen
- Leute (i.d.R. weiblich), die studieren, weil das von ihren Eltern erwartet wird, die aber eh keinen Job in dem Bereich suchen
- Idealisten, die davon Träumen, den Kindern zu helfen (was an und für sich gut ist, dann aber -nicht zuletzt auch aufgrund obiger Situation- in Verzweiflung endet)
- Leute, die der Meinung sind, die fachlichen Anforderungen eines Diplom/Masterstudiums nicht gewachsen zu sein. Ob das stimmt sei mal dahingestellt (in Sachen Arbeitsbelastung und Organisationstalent wird ihnen eher mehr abverlangt), aber trotz allem selektierten die späteren Karriereaussichten ganz gezielt die besseren Abiturienten in die nicht-Lehramtsstudiengänge...
Ich finde, besser als jetzt kann's kaum laufen. Wenn es in Deutschland wirklich an etwas fehlt, dann an unternehmerischem Denken, Initiative und Risikobereitschaft. Sowas läßt sich aber auf politischem Wege kaum ändern.
Aber hallo hat das was mit Bildung und Rahmenbedingungen zu tun. Siehe oben: Selbstständigkeit will gelernt sein. Um überhaupt erstmal ein Unternehmenskonzept zu entwickeln, muss man Ahnung von *irgendwas* haben. Insbesondere mehr als andere, d.h. man muss in seiner bisherigen Bildungslaufbahn genug Flexibilität gehabt haben, um eigene Interessen auszuleben. Und dann ist da natürlich auch noch die Frage nach der subjektiven Größe des Risiko - nur die allerwenigsten werden wortwörtlich alles riskieren. Wenn der Start ins Leben aber an das Vermögen der Eltern gekoppelt ist und dass auch noch sehr ungleich in der Bevölkerung verteilt ist, dann fallen eben 80-90% eines Jahrgangs aus rein materiellen Gründen als potentielle Unternehmensgründer aus.
Auch das würde wenig nützen. Es ist ja nicht so, daß bestehende Netze den Strom nicht zum Kunden transportieren könnten. Das Problem ist vielmehr, daß die Orte, an denen bspw. große Windparks o.ä. stehen könnten, eben nicht durch entsprechende Leitungen erschlossen sind. Da müssen erstmal neue her. Aber dann versuche mal, heutzutage eine Hochspannungsleitung über viele Kilometer zu bauen. Da haben Dich sofort x Umweltinitiaven zum Schutz des Feldhamsters und grüne Bürgerinitiativen am Wickel. Das kriegst Du nicht durch. Es ist immer dasselbe Spiel. Produzieren ließe sich der Strom zwar, aber wir kriegen ihn vom Produktionsort nicht weg. Und dann ist es auch wieder sinnlos.
Umweltinitiativen eher selten, schließlich verursachen Hochspannungsleitungen nur in Waldgebieten (die es in Norddeutschland eher nicht gibt) größere Flurschäden. Anwohnerinitiativen schon eher (da gibts dann zugegebenermaßen auch oft Überschneidungen mit den gut situierten "Grünen", die sich ein Haus in selbigem gebaut haben).
Aber: die paar Meter vom Produktionsort sind eigentlich gar nicht das Problem. Abgesehen davon, dass sowas auch mit unterirdischen Leitungen einigermaßen bezahlbar hinbekommt, gibt es genug dünn besiedelte Gebiete, die als Standort sehr interessant sind.
Das größte Problem sind derzeit die großräumigen Netze in Europa. Bereits heute sind in Norddeutschland genug Anlagen installiert und angeschlossen, dass der Strom bei Starkwind nicht mehr nach Süddeutschland geleitet werden kann. Deswegen gibt es auch keine großen Diskussionen über die Anbindung im Mittelspannungszuleitungen, sondern über das 200/300kV Rückrat. Und da könnte man eine ganze Menge erreichen, wenn man die Kapazitäten auf bestehenden Trassen ausbaut.
Nur: Wieso sollte man?
EEG-Strom hat Vorrang. Wenn die Netzbetreiber fremden Windstrom nach Süddeutschland bringen würden, müssten sie ihre eigenen konventionellen und atomaren Kraftwerke drosseln. Gewinneinbußen für den Klima- und Umweltschutz?
Von alleine kommt da garantiert nichts. Und Union/FDP feiern sich(!) sogar, wenn die Stromkonzerne durchsetzen, dass Investitionen in die Sicherheit von AKWs sich nicht auf ihren (reichlichen) Gewinn auswirken dürfen.