@ruyven:
Den neuesten Daten vom BMU (Stand: 14.03.2011) zufolge liegt die produzierte Strommenge von 2010 mithilfe erneuerbarer Energien bei 101,7 Mrd. kWh. Von daher kann das Jahr 2009 auch ein Dämpfer gewesen sein, wobei das schon ein geringeres Wachstum im Vergleich zu 2007 ist. Laut dem einem Diagramm, dass du verlinkt hast, war es ja 2001 und 2003 schon mal passiert, dass die EE kaum oder sogar weniger Strom als im Vorjahr geliefert haben.
Quelle: Link Nr. 67 im Erneuerbare Energien Artikel:
Erneuerbare Energie
Besser, als ich erwartet hätte - aber keine Rückkehr zu den Zuwachsraten um die Jahrtausendwende und nach den massiven Subventionsstreichungen Anfang 2010 dürfte die Zahl der Projekte für die kommenden Jahre auch nicht hoch sein.
blub
Willst du mir also klar machen, das der Ausbau erneuerbarer Energien ab jetzt stagniert?
Nein, ich will dir klarmachen, dass die Geschwindigkeit des Ausbaus stagniert. Das ist der Grund, warum ich von der "Geschwindigkeit des Ausbaus" spreche.
Du gehts für deine Szenarien dagegen von einer extremen Steigerung der Ausbaugeschwindigkeit aus, wenn du binnen weniger Jahrzehnte auf erneuerbare+Gas umsteigen willst. (was ich begrüßen würde, was ich aber bis auf weiteres nicht kommen sehe. Dazu sind die Leute zu egoistisch und zu technisch gläubig, warten lieber auf Fusionsenergie, als ihr Verhalten nenneswert zu ändern)
Hast du eine bessere Lösung? Meine Lösung ist auf jeden Fall besser als die AKWs so unsicher zu lassen, wie sie sind.
"Verbrauch drastisch reduzieren", "Geld nur noch in zukunftsfähige Energieformen investieren",... - hab ich seit Beginn des Threads (und jahrelang davor) oft genug angesprochen. Das mag nicht das sein, was sich viele unter "Lösung" vorstellen, aber das sind die gleichen Leute, die weniger drastische Maßnahmen abgelehnt haben, als sie noch praktikabel waren.
Wie geschrieben, müssen bei einem solchen Ereignis verschiedenste Zuständigkeiten miteinbezogen werden, das fängt mit der Flugsicherung an, geht mit Polizei und Feuerwehr weiter und endet noch lange nicht beim medizinischen Personal. Denkst du keine der beteiligten Personen gibt etwas an die Öffentlichkeit weiter?
Ich denke nicht, dass die Einbezugsnahme innerhalb von 5-10 Minuten abschließend erfolgt. Wenn man Glück hat, sind in dieser Zeit Polizei (und in Folge Stadionsicherung) und Rettungsstelle alarmiert. Die haben dann aber eindeutig dringenderes zu tun, als twittern.
Was ich auch schon geschrieben habe, bis sie ein Kraftwerk gestürmt haben, sind aber wahrscheinlich Spezialeinheiten an einem AKW. In meinem Beispiel habe ich mich aber auf das Szenario einer erfolgreichen Stürmung eines AKWs durch Terroristen bezogen. Bei einer Stürmung werden die Terroristen im Kampf wahrscheinlich nicht genug Zeit haben, Sprengladungen anzubringen um Spezialeinheiten abzuschrecken.
Dein gesamtes Szenario enthält, außer nachträglich anrückenden Spezialeinheiten und nicht vorhandenen (aus anderer Stelle diskutierten Gründen auch in Zukunft nicht vorhandenen Gründen) Scharfschützen nichts, gegen das man kämpfen könnte. Die Zeit zum "erstürmen" besteht in der Zeit, die man braucht, um aus dem Hinterhalt die Wachen am Tor zu erledigen, vors Gebäude zu fahren und reinzugehen.
Die Weidefläche für solche Tiere ist nicht gerade wenig, daher würde das sehr viel Platz für den Anbau der genannten Pflanten schaffen.
Ließ nochmal, was ich geschrieben habe.
Soweit mir bekannt ist sind alle Kontinente zumindest teilweise von Wasser umgeben und Wasser lässt sich so weit ich weiß transportieren.
Ach ja - wir haben ja unbegrenzt Energie, unbegrenzt Geld und unbegrenzt Rohstoffe, um gigantische Wasserverteilungssysteme zu bauen, ich vergaß
In 20 Jahren könnte es durchaus kritisch werden, da erneuerbare Energien wahrscheinlich noch nicht alles übernehmen können und die Gasförderung wahrscheinlich nicht das nötige Maß erreicht hat, aber danach sehe ich eher eine Entspannung. Spätestens in 70 Jahren sehe ich dann dank Fusionsreaktoren keine Probleme mehr.
Das merke ich. Aber wir reden hier eben nicht über "in 70 Jahren" (die auch wieder einen Best-Case in Bezug auf Entwicklung und Ausbau der Fusionsenergie darstellen), wir reden von der Mitte des 21. Jhd.. Und wir reden von extentiellen Problemen, deren Kompensation auch die von die Prognostizierten Entwicklungen betreffen wird. Man steckt keine Billionen in die Fusionsforschung, wenn man erstmal mit ein paar 100 Millionen Flüchtlingen fertig werden muss.
Ja, gerade deswegen ist es doch so wichtig das wir den Klimawandel stoppen oder habe ich je etwas anderes gesagt?
Zur Wichtigkeit hast du iirc gar nichts gesagt, aber vor allem hast du auch nichts zu einem Anstrengungsbedarf, der weit über das derzeitige hinausgeht, gesagt. Im Gegenteil, du hast die Lösung dieses Problems und die zeitgleiche Lösung einer ganzen Reihe Probleme ähnlicher Dimension als ziemlich unproblematisch präsentiert.
Das ist eine einfache Rechnung. Ich habe 1000€ Schulden und monatliche Ausgaben von 100€, aber Einnahmen von 350€. Nach 4 Monaten wären meine Schulden also abbezahlt. Ich verstehe deine Frage nicht ganz.
Weil du als Privatperson denkst, die sich auf Kosten anderer bereichert (durchaus auch zu Recht, ich will nicht aufs moralische hinaus

). Wenn du dagegen als (deutscher) Staat deine Ausgaben so drastisch kürzen und deine Einnahmen so drastisch steigern willst, dass die obige Rechnung übertragbar ist, dann hast du haufenweise Leute, die auf der Straße sitzen und verhungern.
Denn es ist einfach so, dass das Geld derzeit nicht verschwindet - das meinte ich mit "Haushaltspunkt: Geldverbrennen". Selbst wenn der Staat mehr Geld für z.B. Bürokratie oder Subventionen ausgibt, als sinnvoll erscheint, so ist das kein weggeworfenes Geld, das man einfach einsparen könnte. Sondern das ist Geld, von dem Leute eine Arbeit und ein Leben haben. Ein Leben, in dem sie dieses Geld in Läden in Deutschland ausgeben, für Produkte, die andere für sie hergestellt haben. Wenn du als Staat diese Ausgaben "einsparst", dann verschiebst du die Eingaben/Ausgabendifferenz einfach nur auf diese Leute. Die werden sich einen Teil direkt von dir zurückholen - weil sie jetzt nämlich auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind. Den anderen Teil müssen sie einsparen und verschieben die Last damit weiter in Richtung anderer Arbeitnehmer und Industrie. Also genau denen, von denen du als Staat (bzw. die Komunen) die Einnahmen beziehen wolltest, die deinen Haushalt positiv machen.
Solange Privatleute/Unternehmen/... eigene Reserven haben, kann so eine Verlagerung funktionieren, man verteilt kurzerhand die Ausgabenlast, die bislang beim Staat konzentriert waren. Aber wenn nicht nur der Staat, sondern auch alle seine Institutionen und die Unternehmen und die Bürger auf Schulden sitzen, dann funktioniert eine Umverteilung nicht. Und genau diesem Zustand ist Deutschland (und viele andere Nationen) schon verdammt nah.
"Andere Nationen" spricht es an: Du kannst das globale Problem auch durch Wirtschaftsprogramme nicht unbedingt lösen. Denn neue Industrien, die in einem Land aufgebaut werden, sind sehr oft welche, die in einem anderen abgebaut werden - primär Verlagerung, nützt nichts, wenn an beiden Enden das gleiche Problem besteht.
Das einzige, was da hilft, ist eine Änderung an der allgemeinen Wertschöpfungskette selbst.
D.h. das globale Verhältniss zwischen Produktion und Verbrauch muss sich ändern. Und "Produktion" ist in dem Fall materialistisch zu verstehen. Zusätzliche Dienstleistugnen und Unterhaltungselektronik ,-medien ,-... bringen nichts, denn die sind ihrerseits nur ein Mechanismus, der von überschüssigem Geld lebt - wenn es denn welches gibt. Dienstleistungen in einem geringeren Maße können zwar die gesamte Produktionseffizienz steigern (das gleiche gilt für Wissen/Entwicklungen), das würde helfen - der Bedarf für solche Unterstützung ist aber endlich. "Echte" Produktion dagegen baut auf die Schaffung neuer Dinge aus dem "nichts" auf. D.h. vorwiegend Landwirtschaft, Rohstoffabbau und Industrien, die deren Produkte weiter verarbeiten. Was hab ich nochmal zur künftigen Entwicklung von Landwirtschaft und Rohstoffen gesagt?
Eben. Da hat man traditionell viel gesteigert und dadurch viel Wohlstand erreicht oder/und andere Probleme kompensiert, aber in Zukunft ist das selbst ein Bereich, der ein Problem darstellt und wo schon viel Aufwand nötig ist, um das Niveau überhaupt zu halten.
Bleibt als letzte Hoffnung das andere Ende: Verbrauch reduzieren.
Bei steigender Weltbevölkerung ziemlich schwierig, da der Pro-Kopf-Verbrauch um so stärker sinken muss. Trotzdem haben wir hier das größte Potential, wie beispielsweise die Konzepte "Unterhaltungsindustrie", "Spaßgesellschaft", "Tourismus", "Einweg", "Modetrend" oder "veraltet" beweisen. Gigantische Mengen Energie und Rohstoffe fließen in sinnlos kurzlebiges oder nutzloses. Aber genau diese Punkte kannst du als Politiker nicht addressieren (praktisch sowieso nur in einer Diktatur, in Deutschland kann dich schon das bloße Erwähnen sehr viele Stimmen kosten. Ich sag nur "Benzin sollte 5 DM kosten"). Da bräuchten wir eine grundlegende Veränderung im Bewusstsein der Leute, im Lebensstil der Industriegesellschaften und in der Zielsetzung der Schwellenländer.
Und wenn der Übergang ohne Rückschritte, sondern maximal mit Stagnation erfolgen sollte, dann sollten diese Änderungen bis 1990, besser 2000 erfolgen.
ups.
Die meisten deiner Posts drehen sich nur um das was du denkst, nicht was die Fakten sagen. Das ist gar nicht negativ gemeint, sondern liegt einfach daran das es z.B. zu den Sicherheitsdiensten eines AKW keine verlässlichen Angaben gibt. Mir das dann vorzuwerfen ist daher aber auch falsch.
Ich werfe dir nichts vor. Ich weise nur darauf hin, dass sich gar kein Problem zur Diskussion stellen würde, wenn man die gleiche positivistische Denkweise, die du bei gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen und in Bezug auf Fusionsenergie anwendest, auch bei der Fissionsenergie oder Klimawandel anwenden würde. Ich gebe dir vollkommen recht, dass ich Pessimist* bin und Worst Case Szenarien aufmale. Aber jedes mal, wenn ich in die Nachrichten schaue, fühle ich mich in diesen bestätigt - und ich habe den Eindruck, dass du beim Blick nach Fukushima ähnlich denkst.
Wo mir dann in der Diskussion regelmäßig die Logik entschwebt, ist der Punkt, an dem du -aus meiner Sicht willkürlich- zum Optimisten wirst. Bei einem reinen Optimisten würde ich Alphaville zitieren ("Hoping the best but expecting the worst") und es dabei belassen - aber bei dir stelle ich immer wieder auf halben Wege in eine Argumentation fest, dass wir uns über den Ausgangspunkt gar nicht einig sind.
(z.B. scheinen wir uns einig darin zu sein, das Terroristen einen Angriff auf AKWs planen könnten. Damit geht für mich automatisch einher, dass sämtliche Waffensysteme, die sich weltweit im Besitz von terrorafinen Regimen befinden, gegen ein Atomkraftwerk in Stellung gebracht werden könnten und das dies auf die hinterhältigste und unverhersehenbarste Art geschehen würde. Du dagegen scheinst von einem Szenario auszugehen, in dem sich ein paar Turbanträger mitten auf die Wiese stellen und erstmal fünf Minuten überlegen, wo bei ner RPG überhaupt "vorn" ist. Wenn sie dann ins AKW vordringen, was deiner Meinung nach 100% auschließbar und meiner Meinung nach fast automatisch der Fall ist, dann verbringen sie deiner Meinung nach Stunden mit weiteren Eroberungen und verstellen vielleicht ein paar Knöpfe, während sie meiner Meinung nach innerhalb von 15 Minuten jede Möglichkeit, den Reaktor zu kontrollieren und in einem sicheren Zustand zu halten, zerstören. Etwaige externe Hilfsmaßnahmen bestehen bei dir aus Spezialkommandos, die vor Ort sind, bevor die Terroristen überhaupt durch die Schranke fahren und AKW-Experten, die grundsätzlich unmittelbar neben dem Tor wohnen. Bei mir haben die Spezialkomandos gar keine Chance, rechtzeitig einzutreffen und die Experten wohnen eine Stunde entfernt in einem hübschen, ihrem Gehalt angemessenen Vorort - und sie könnten selbst dann nichts machen, wenn sie vor Ort sind, weil einzelne Personen ein AKW nur von einer unzerstörten Leitwarte steuern könnten)
*d.h.: Eigentlich Realist, aber die werden von Optimisten ja immer als Pessimist bezeichnet
Ich habe wo es Fakten gibt, Fakten genannt, der Rest ist Glaubenssache, wie ich im übrigen schon mehrfach geschrieben habe.
Ich habe eine Studie genannt, du argumentierst wieder nur mit dem was du glaubst.
Gut, dann mache ich mir halt die Mühe und überprüfe, ob
dein Wikipediazität überhaupt auf einer Studie basiert, die
deine Behauptung stützt, obwohl es nicht im geringsten danach klingt.
*Zeit für
deinen Teil der Argumentation opfern geh*
*zurückkkomm*
Fazit: Ich denke nicht mehr, sonder ich weiß jetzt, dass
deine Studie keine Unfälle mit weniger als fünf Toten berücksichtigt, d.h.
dein Argument zu Opferzahlen der (Atom)Energie keine z.B. Betriebsunfälle im (Uran)Bergbau berücksichtigt, wie sie z.B. bei erneuerbaren Energien entfallen. Was ich noch nicht weiß, weil
deine Studie es schlichtweg verschweigt, ist, wie
deine Studie überhaupt an Informationen über Unfälle kommt. Vielleicht könntest du
dein Argument in dieser Hinsicht vervollständigen und nicht die Klärung aller offensichtlichen Logikfehlert auf Diskussionspartner abwälzen?
Nach allem was ich gehört, gelesen und gesehen habe wird von einem Zeitraum von 100 Jahren, im Extremfall 130 Jahren gesprochen. Quelle?
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusionsreaktor#Umweltaspekte_und_Sicherheit schrieb:
am Ende ihrer Einsatzzeit als problematische radioaktive Reste:
...
Reaktorbestandteile, die durch Fusionsneutronen aktiviert wurden.
...
Je nach Erneuerungsintervall und Größe der auszutauschenden Teile ist schwer abzuschätzen, wie viel strahlendes Material im Endeffekt entsteht, und wie lange dieses sicher gelagert werden muss.
http://en.wikipedia.org/wiki/Neutron_radiation schrieb:
...Another, sometimes more severe hazard of neutron radiation, is neutron activation, the ability of neutron radiation to induce radioactivity in most substances it encounters ... This process accounts for much of the radioactive material released by the detonation of a nuclear weapon. It is also a problem in nuclear fission and nuclear fusion installations...
Passendere Quellen kann ich gerade nicht finden, aber dir aus Offline-Wissen versichern, dass durch Bestrahlung alle Mutationen von Atomkernen möglich sind - de facto ist sie nunmal die Umkehrung eines möglichen Zerfallsschrittes und es sind durch die entstehende Sekundärradioaktivität auch Protonen und Elektronen im Spiel. Die Wahrscheinlichkeit sinkt natürlich massiv für Elemente, die mehrere Zwischenschritte erfordern würde, aber wenn so ein Ding Jahrzehnte läuft? Praktisch getestet hat das noch niemand, bisher verwendet man Neutronenbeschuss nur in der Forschung.*
Zudem sind die Atome, die für Speziallegierungen verwendet werden, z.T. schon recht hoch im Periodensystem und haben langlebige Nukleotide in der Verwandschaft. Einen Überblick habe ich nicht (
vieles kommt in Frage), aber als Beispiel: Zirkonium92 (17,38% Anteil an dem beliebten Metall für Kerntechnische Bauteile) ist nur ein Proton und ein Neutron von Niob94 mit einer Halbwertszeit von 20000 Jahren entfernt. (In dem Fall noch ganz gut lagerbar, da es ein Betastrahler ist und die Zerfallskette einen Schritt weiter bei einem stabilen Molybdän-Isotop endet.) Nickel würde auf recht direktem Wege zu diversen Cobaltisotopen führen, nach denen nicht ohne Grund eine sehr üble Nuklearwaffe benannt ist. Usw. usw.
Jeder dieser Stoffe kann seinerseits Ausgangspunkt oder seine Strahlung Auslöser für die Bildung weiterer Isotope sein - die Möglichkeiten sind endlos und die Reststrahlung eines Fusionsreaktors ist somit eine Frage von Wahrscheinlichkeiten.
Was man auch nicht vergessen darf:
Eine kurze Halbwertszeiten von wenigen Jahren ist auch kein Segen. Das heißt zwar, dass man den Reaktor nicht endlagern muss - es heißt aber auch, dass man ihn über Jahre nicht handhaben kann, weil er für einige Jahrzehnte extrem stark strahlt. Ein Fusionskraftwerk bräuchte somit, je nach Lebensdauer, eins oder mehrere zusätzliche Reaktorgebäude, in denen verschlissene Reaktoren abklingen, die für einen Austausch noch zu stark strahlen, wärend ein neuer die Produktion übernimmt. Halbwertszeiten im Bereich von Wochen bis Monaten (siehe oben: Cobalt...) wären für den Betrieb noch schlimmer, denn dann wären unvermeidbare Wartungsarbeiten an den Spulen erst nach einigen Jahren Stillstand ermöglich. Ein derartiker Fusionsreaktor wäre also die meiste Zeit seines Lebens ein Fusions-nicht-Reaktor.
*: Ganz zu Anfang hat man ihn zur Produktion von Waffenfähigem Uran und Plutonium verwendet (natürlich aus ausgehend von Materialien, die man nur sehr kurz für das (un)erwünschte Ergebniss bestrahlen musste). Aber das Fass "Proliferation" können wir aufmachen, wenn wir uns bei den anderen Punkten einig sind...
Ich würde gerne mal wissen, woher du dein Wissen über den Sicherheitsdienst eines AKWs nimmst. Mein Wissen beziehe ich aus einigen Sendungen und Websites. Diese Quellen können etwas über die rechtliche Grundlage sagen, aber nicht über die Ausrüstung und Ausbildung dieser Personen.
Mein Wissen beziehe ich zu einem erheblichen Teil aus der vieljährigen Ausbildung eines Bekannten zu sicherheitdienstlichen Tätigkeiten. Der arbeitet zwar nicht in AKWs, aber die Qualität der Ausbildung reicht aus, um sich von (scheinbar weniger ausgebildeten?) Chauffeuren einen Bundesminister über den Fuß fahren zu lassen, dessen Amtssitz man absichert. Trotz Recherchen konnte ich keinerlei Hinweise darauf finden, dass Sicherheitsdienste von Atomkraftwerke eine besondere (Zusatz-)Ausbildung erhalten. Weder habe ich eine Beschreibung einer derartigen Ausbildung gefunden, noch jemanden, der sie anbietet. Sie erscheint mir auch nicht naheliegend, denn die Aufgabe (Vordringen von Angreifern an sensible Positionen verhindern) ist in beiden Fällen gleich. Die Leichtigkeit, mit der Demonstranten Sicherheitssperren überwinden konnten, bestärkt mich in der Annahme, dass Atomkraftwerke nicht besonders abgesichert sind.
(Stellenausschreibungen, die Aufschluss geben könnten, habe ich keine gefunden. Aber hier für eine
AKW-Werksfeuerwehr. Keinerlei spezielle Anforderungen - und die könnten bei Löscharbeiten sicherlich eher eine gebrauchen, als jemand, der auf einen Zaun aufpasst. Andere Abteilungen der suchenden Firma sind übrigens in meinem Bekanntenkreis dafür bekannt, ihre Fahrzeuge nach dem Kriterium "zieht die Polizei noch nicht aus dem Verkehr? Reicht uns" wartenzulassen. Hoffen wir, dass sie das gesparte Geld bei den AKWs brauchen und nicht als Gewinn in die Bilanz schreiben wollen.)
und selbst wenn der Jet 2 Stunden zum Stadion braucht, was denkst du denn, was man den Leuten im Stadion erzählen würde? Da rast ein Jet auf euch zu, nehmt eine Hände in die Hand und lauft? Nee, man würde eine Feuermeldung rausbringen oder eine Gasleck, irgendwas banales eben.
Wenn der Jet noch zwei Stunden vom Ziel entfernt ist, dann muss man hoffen, dass einem die Terroristen sagen, wo er hinfliegt, sonst kann man auch kein Stadion warnen

. Typischerweise befinden sich Stadien in der Nähe oder gar in Großstädten, d.h. es gibt jede Menge weitere Ziele und ehe man sie unterscheiden kann, müsste das Flugzeug wohl auf ein paar km ran sein. Das heißt umgekehrt aber auch nur wenige Minuten.
Nun ja, wenn du stürmen musst, dann machst du dir einen Plan, aber wer sagt, wie viel Zeit sie haben? Die Terroristen erschießen jede Stunde eine Geisel, sie haben 25 Leute, also ist die Sache am nächsten Tag durch, dann sprengen sie den Rest oder was auch immer. Also musst du handeln und ich weiß nicht, wie man Sprengfallen entdeckt, die Amerikaner können es jedenfalls nicht, sonst würde sie in keine mehr tappen.
Ihr solltet langsam mal damit aufhören, Terroristen und Geiselnehmer zu verwechseln. Ein Geiselnehmer hat ein Ziel, gegen das er die Geiseln eintauschen will - töten will er sie nach Möglichkeit nicht (dann wär ja sein Druckmittel weg).
Ein Terrorist dagegen will Terror verbreiten. Ein Terrorist, der in ein Atomkraftwerk eindringt, will dies erreichen, in dem er das Kraftwerk in einen unkontrollierbaren Zustand versetzt. Kraftwerksmitarbeiter sind da keine wertvollen Geiseln, sondern Personen, die möglicherweise die Lage unter Kontrolle bringen - die wird kein Terrorist am Leben lassen. Rein, Kontrollen zerstören, Pumpen zerstören (idealerweise zeitgleich - man arbeitet ja nicht alleine). Danach Leute im Kittel jagen oder alles anzünden, was eine wirkungsvolle Ablenkung mit sich bringen könnte. Wenn man irgendwo Wasser ablassen kann: Juhu.
Von dem Moment an, an dem man den Wachposten am Eingang pulverisiert, vergeht in erster Linie die Zeit, die man braucht, um vom Eingang in den Kontrollraum bzw. ins Pumpenhaus zu kommen - in Bezug auf den Vorsprung vor etwaigen Spezialtruppen also gar keine Zeit, denn die werden nach ihrem eintreffen am AKW den gleichen Weg zurücklegen müssen.
Trotzdem ist doch ein Abbau von Rohstoffen vom Meeresboden weniger schlecht als ein 3. Weltkrieg, oder?
Wir reden hier von einem 3. Weltkrieg, der darauf zurückzuführen ist, dass die Menschheit Rohstoffe benötigt, deren Vorkommen sie ausgebeutet hat bzw. deren Regenerationspotential sie zerstört hat. Weitere Rohstoffvorkommen auszubeuten und dabei noch mehr Regenerationspotential zerstören wird keinen Krieg verhindern, sondern bestenfalls hinauszögern. Aufgrund der hohen Kosten aber vermutlich auch das nur teilweise.
Allgemein hab ich den Eindruck, ihr seit noch in der Mitte des 20.Jhd., als Rohstoffe und Versorgung fest in der Hand von wenigen Staaten waren. Dem ist nicht mehr so. In einer globalisierten Wirtschaft sind in der Hand von Konzernen, gestützt von einer Vielzahl mehr-oder-minder (mit fortschreitender Verknappung vermehrt "mehr") korrupter Regime. Daraus resultiert kein Weltkrieg von Supermächten, sondern weltweiter lokaler Krieg zwischen Interessensparteien, wenn Leute, die nichts mehr zu verlieren haben, den Konzernen, die ihr Land ausbeuten bzw. den Regierungen, die sie unterstützen, den Kampf ansagen. Lybien ist ein kleines Vorzeichen, denn da haben die Leute noch relativ viel zu verlieren (z.B. "Leben") und setzen sich nur für demokratische Rechte ein, die Europas-Ex-Nr1-Investitionspartner in Afrika ihnen verweigert hat. Eine andere Symptomatik sind islamische Terroristen, die durch westliche Einmischung in ihren Heimatländern motiviert werden. Großmächte kommen in solchen Konflikten nur auf einer Seite oder als verdeckte Unterstützer ins Spiel, denn mal ganz ehrlich: Nur drei haben überhaupt noch Ressourcen, die man erobern könnte und davon ist vermutlich keine einzige eroberbar. (1,3 Milliarden Chinesen beherrscht man nicht, in den USA hätte man es mit 200 Millionen nationalistischen Partisanen zu tun und der letzte, der einer Eroberung Russlands nicht nur "versucht hat", war Dschinghis Khan)
Ich nehme an das Spezialeinheiten über ein Basiswissen über AKWs verfügen, damit meine ich nicht das sie Experten sind die einen GAU verhindern sollen, sondern eher das sie etwas Ahnung über den Aufbau und die Dauer bis zum Eintritt eines GAUs wissen. Aber das ist jetzt schon wieder nicht sicher, ich nehme das nur an da sie wie ich denke über Basiswissen über die meisten wichtigen Gebäude (Flughäfen, Atomkraftwerke, Bahnhöfe, Flugzeuge u.s.w.) verfügen, da man das dennen schlecht alles vor einem Einsatz mitteilen kann.
In Anbetracht dessen, dass Spezialeinheiten zur Sicherung von Anlagen schon andere, als die zur Geiselbefreiung sind und anwendbares Wissen über ein Kernkraftwerk ein mehrjähriges Studium vorraussetzt, würde ich davon ausgehen, dass sie gar nichts wissen. Sie sind Spezialisten/"Fachidioten" für den Umgang mit Geiselnehmern, vielleicht noch Terroristen - das ist schon verdammt viel, was man können muss (insbesondere wenn man bedenkt, dass die meisten Leute erst mit 20 für die Ausbildung zur Verfügung stehen, ggf. aus 25-30 jährigen Polizisten rekrutiert werden, aber mit 40 Jahren schon zu alt für den Job sind). Nebenbei noch Wissen über die Bedienung aller in Frage kommender AKW-Typen oder gar den räumlichen Aufbau zu verinnerlichen, halte ich für unmöglich. "Schießt nicht auf Objekte mit Anzeige oder Schalter" muss reichen. Wenn noch Zeit neben der physischen Ausbildung besteht, ist die in psychologischer Weiterbildung zum Umgang mit Geiselnehmern oder Amokläufern sicherlich besser aufgehoben, denn die begegnen einem häufiger.
Vermutlich wissen sie trotzdem über die Grundfunktion eines AKWs bescheid, weil das mitlerweile sowas wie Allgemeinwissen ist, vermutlich werden sie über den grundlengenden räumlichen Aufbau gebrieft - aber mal ganz ehrlich: Das reicht nicht aus, um Betriebsparameter zu interpretieren (oder gar selbst zu messen, wenn die Standardanlagen zerstört wurden) und angemessen zu regieren (ebenfalls nicht per Knopfdruck, sondern in dem man den Kollegen sagen kann, welchen von 30 Hähnen sie in welche Richtung drehen müssen, an einem Ort, den sie nach 30 Sekunden wegen Strahlung verlassen haben müssen und an dem kein Funkgerät funktioniert)