Unser Schul- und Studiumsystem ist staatlich und nicht privat, ohne super hohe Kosten für den Einzelnen, man ist immer Krankenversichert etc.
Studieren bei der BW hat für Unter- und Mittelschicht-Kinder aber auch immer noch Vorteile gegenüber dem "freien" Studium, da man ja seinen normalen Sold bekommt, man sich im Gegenzug aber für ein paar Jahre verpflichten muss. Und das ist deutlich mehr als Bafög und vor allem Elternunabhängig. Hat ein Bekannter von mir gemacht, der konnte dadurch schon in dieser Zeit Heiraten und Kinder bekommen, weil er schon normal verdient hat.
Auch finde ich die Abstinenz der BW aus den normalen Familien, Unterhaltungen, Präsenz, die durch die Wehrspflicht noch gegeben war, nicht sehr förderlich, was wir die letzten 15 Jahre beobachten konnten.
Ich halte eine Dienstpflicht/Wehrpflicht in der momentanen Situation für alternativlos.
Ich hätte noch vor 5 Jahren nicht gedacht, das ich jemals sowas sagen würde, aber ich kann Dir leider nur zustimmen. Ich denke das viele einfach bei der BW waren, weil das kürzer und es "unkomplizierter" war (keine Verweigerung nötig). Und einige sind dann einfach geblieben, weil sie es doch interessant fanden.
Das fehlt heutzutage einfach.
Ich denke eine Dienstverpflichtung für Alle, bei der man automatisch beim Bund landet, außer man nimmt opt-out (was aber nur ein Kreuzchen sein sollte), wäre da sehr hilfreich.
Wenn es dann nicht für alle bei der BW zu einem Platz reicht, ist das ja nicht schlimm, dann müssen sie halt was anderes machen. Auch die mit opt-out haben ja keine freie Wahl, weil es nicht alle Plätze in unendlich gibt. Vielleicht wäre es nicht schlecht, wenn das auch (kriegsrelevante) Tätigkeiten wären, die man auch im Kriegsfall ausführen würde? z.B. Logistik, Wartung, THW, Krankenhaus, usw.. Da gibt es ja eine Menge an Tätigkeiten mit einer großen Bandbreite für verschiedene Interessen.
Ich finde auch ehrlich gesagt das damalige Ausmustern einen Witz. Ich war ungeeignet für die BW (Neurodermitis), aber ich mache inzwischen einen 8h-Tag-Bürojob. Und auch in Kriegszeiten muss es ja Leute im Büro geben, die sich kümmern (Logistik organisieren usw.)
2ter Vorteil:
Viele Männer gingen früher überhaupt nur in Berufe wie Krankenpfleger, weil sie das als Zivi kennengelernt haben und es ihnen Spaß gemacht hat (mein Vater z.B.). Das fehlt halt auch seit vielen Jahren.
Und umgekehrt wäre es wohl genauso. Frauen würden möglicherweise technische/handwerkliche Tätigkeitsfelder in der Praxis kennenlernen und sich dann für so etwas entscheiden, statt für einen "typschen" Frauenberuf.