Nun, ich finde es etwas sehr weit hergeholt zu sagen das die UDSSR und die mit ihr verbündeten Ostblockstaaten primär wegen der Isolierung zusammengebrochen seien. Da dürften ganz andere Gründe viel ausschlaggebender gewesen sein, wie Misswirtschaft, 5 Jahresplan, mangelnde zivile Industrie und Infrastruktur, Fixierung aufs Wettrüsten, keine stabile Währung wie der Dollar, riesieger Militäraparat und die damit verbundenen Kosten bei mangelnder wirtschaftlicher Leistung, sowie überwiegend wirtschaftlich schwache Handelspartner im Ostblock und weiteres.
Das die UDSSR und ihre Verbündeten den kalten Krieg langfristig verlieren würden war eigentlich bereits von Anfang an klar gewesen, die Frage war da weniger ob, sondern viel mehr wann.
- Misswirtschaft, 5 Jahresplan: Das führt Volkswirtschaftlich nicht zu Verlusten, allenfalls zu Fehlverteilungen. Die Ostblockstaaten waren aber flächendeckend von Mangel betroffen, wenn man den Lebensstandard des Westens als Maßstab nimmt. Es wurde nicht das falsche produziert, sondern es mangelte ingesamt an vergleichbaren Produktionskapazitäten. (Primärwirtschaft nehme ich jetzt mal nicht mit rein. Da ist es vergleichsweise leicht, mehr Auswahl an Lebensmitteln zu haben, wenn man Afrika und Südamerika ausbeutet)
- mangelnde Industrie und Infrastruktur: Der Infrastruktur-Rückstand auf Westeuropa und USA war klein, verglichen mit dem Infrastrukturauf- und umbau, der insgesamt in der zweiten Hälfte des 20. Jhd. stattfand. Der Ostblock ist zwar mit leichtem Rückstand gestartet, aber er konnte vor allem das Tempo nicht halten
- Wettrüsten/riesiger Militärapparat: Ist ein Element der Isolierung als zu kleine Einheit. Wenn man der Meinung ist, als kleiner Ostblock militärisch mit einem viel größeren globalen Kapitalismus mithalten zu wollen, dann überstrapaziert man seine knappen Ressourcen eben. Genau das gleiche würde auch sanktionierten Staaten passieren, wenn sie sich auf Rüstung konzentrieren würden.
- keine stabile Währung: Genaugenommen waren die Währungen innerhalb des Ostblockes hochstabil. Aber der war eben als Wirtschaftsgemeinschaft zu klein und damit, entgegen des globalen Kapitalismus, auf Außenhandel angewiesen
Es ist natürlich eine stark vereinfachte Sichtweise und ein ganz großer Faktor war auch einfach die geringe Pro-Kopf-Arbeitsleistung. Letztere war teilweise im Rahmen der besseren Lebensbedingungen (soll ja allen gutgehen im Kommunismus) gewollt, genauso wie die strukturelle Organisation der Wirtschaft (die zumindest theoretisch funktionieren kann und praktisch, wie gesagt, auch nicht wirklich viel verschwendet hat). Aber gerade im militärischen und in industriellen Bereichen hatte der Ostblock einfach immer stärker darunter zu leiden, dass er technischen Fortschritt nicht mitgehen konnte. Man war zu klein, um eine vergleichsbare Forschungsleistung zu erbringen und musste deswegen immer mehr entweder einkaufen oder aber Masse durch Klasse ersetzen. Und das ist keine nachhaltige Option, wenn man geringere Produktionskapazitäten hat.
Zumindest waren deren Regierungen in der Regel freiwillig verbündete Russlands, auch wen das Volk oft ehr eine Abneigung gegen den großen Bruder heckte, von daher ist die Rede von verbündeten Ostblockstaaten nicht perse verkehrt.
Ich würde bei von außen stabilisierten Marionettenregierungen nicht von freiwilligen Verbündeten sprechen...