Ne ne,
dort in der Gegend gibt es eine wichtige Eisenbahnlinie (Nachschub) nach Belgorod und ein russisches Atomkraftwerk, auf beides halten die Ukrainer zu, das kann er nicht einfach sich selbst überlassen, ohne das der Schaden immens wird.
Das Atomkraftwerk wird nicht das Ziel sein, das ist in Kursk und in einer Entfernung, die unrealistisch für den mutmßlichen Kräfteeinsatz ist. Zudem: Was will die Ukraine mit der "Geiselnahme" eines AKWs? Weiterhin sollen russische Spezialkräfte das AKW angeblich sichern. Wäre auch keine gute Publicity für die Ukraine, ein vermeintliches Sicherheitsrisiko heraufzubeschwören, dass die Ukraine selber in Saporischja beklagt haben.
Nein, das ist unrealistisch.
Die Eisenbahnlinie führt weiter östlich nach Belgorod und dient u.a. wohl dem Nachschub der russischen Kräfte im Raum Charkow. Allerdings ist dies nicht die einzige Bahnlinie dorthin, es gibt mind. eine weitere aus dem Norden kommend.
Nun spekulativ, welche Bedeutung diese Bahnlinie hat - leichter wird es für die Russen im Raum Charkow aber bestimmt nicht.
Ich gehe eher davon aus, dass es nicht ein einzelnes Objekt gibt, das erreicht und gesichert werden soll, sondern dass es Teil einer übergeordneten Strategie ist, den Krieg nach Russland zu tragen.
Mmn soll Russland eindringlich vor Augen geführt werden, dass es sehr verwundbar ist, weiterhin schwere Verluste erleiden wird und die Ukraine somit durchaus auch Verhandlungsmasse in etwaige Gespräche mitbringen würde.
Das ist auch im Kontext der intensivierten Drohnenangriffe auf russische Öl-Infrastruktur und Flugplätze zu sehen - alles Teil derselben Strategie.
Ich schätze, die Ukraine hatte zuvor nach Schwachstellen gesucht (günstiges Gelände, schwache russische Militärpräsenz, keine Befestigungsanlagen, keine Minenfelder etc) und auf das Überraschungsmomentum gesetzt.
Scheint bis jetzt gelungen.
Auch der Angriff selber scheint handwerklich gut vorgetragen worden zu sein:
Ansätze des Gefechtes der verbundenen Waffen (Luftunterstützung, Artillerie und gepanzerte Kräfte), bewegliche Truppen, gute Nahbereichsluftverteidigung und Aufklärung.
Die Russen wurden auf dem falschen Fuss erwischt und und müssen sich jetzt etwas einfallen lassen, um die Lage dort in den Griff zu bekommen.
Nur zu schade und leider auch bezeichnend, dass die "Antworten" Russlands immer wieder auf diesem unterirdischen Niveau sind:
Vor dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg hat die Ukraine Ziele in der Stadt mit Drohnen angegriffen. Laut lokalen Behörden gibt es Verletzte. Das Liveblog
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