Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Den Punkt einmal außen vor: Ganz klarer Fall, Russland testet die - derzeit abschnittsweise eher noch improvisierte - Luftabwehr an der NATO-Ostflanke.
Ich würde das überhaupt nicht irgendwie hochhängen.

Zumindest wenn man sich die Artikel (auch den hier ursprünglich verlinkten/zitierten) dazu durchliest, dann passiert so etwas ständig. Zwar scheint sich die Frequenz seit dem Einmarsch in die Ukraine deutlich erhöht zu haben, aber auch das sollte ja niemanden wundern.

Die Russen schauen sich auch schon seit Ewigkeiten gewisse Unterwasserstrukturen (Internetkabel etc.) an und nicht erst seit dem Überfall auf die Ukraine.

Für mich jedenfalls scheint es völlig normal, dass sich all solche Aktivitäten in der aktuellen Situation deutlich erhöht haben.


Und gerade jetzt wird natürlich auch häufiger und präsenter darüber berichtet. Vorher waren das teilweise nur Fußnoten, jetzt sind es Schlagzeilen. :ka:
 
Eine ukrainische Gegenoffensive steht nach den Worten des Chefs der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, kurz bevor. In einer Videobotschaft sagte Prigoschin:

"Heute marschieren bereits gut ausgebildete feindliche Einheiten in Bachmut ein (...). Eine Gegenoffensive der Ukrainer ist unvermeidlich."

Seine Streitkräfte würden um jeden Preis vorrücken, um die ukrainische Armee "zu zermalmen".

Ukrainische Gegenoffensive: Russland sucht Freiwillige

Angesichts der erwarteten ukrainischen Gegenoffensive versucht Russland derweil, Soldaten für den Einsatz in der Ukraine zu rekrutieren - und das ohne eine weitere unpopuläre Zwangsmobilisierung wie im September.


"Du bist ein Mann. Sei einer!" Mit diesem Slogan wirbt Moskau um Freiwillige für den Krieg. Die neue Kampagne des russischen Verteidigungsministeriums ist allgegenwärtig. Ob am Straßenrand, in Schaufenstern, an Bushaltestellen oder in den Online-Medien - überall werden Männer dazu aufgefordert, der Armee beizutreten.

Auf den Plakaten sind keine Kampfszenen zu sehen, der Konflikt in der Ukraine scheint weit weg. "Unser Job: das Vaterland verteidigen", steht auf einem Foto dreier Soldaten unter weitem blauen Himmel. "Eine ehrenvolle Aufgabe und ein anständiges Gehalt", lautet ein anderer Werbespruch.


Russland wirbt Rekruten mit lukrativen Verträgen an

Wie viele Soldaten rekrutiert werden sollen, sagen die Behörden nicht. Schätzungen russischer Medien gehen von mehreren hunderttausend Männern aus. Lukrative Verträge winken. Auf der Website der Moskauer Stadtverwaltung wird Rekruten, die in der Ukraine eingesetzt werden, ein monatlicher Sold von mindestens 204.000 Rubel (2.260 Euro) versprochen - das ist mehr als das Zehnfache des Mindestlohns.

Für die Teilnahme an Offensiven ist eine tägliche Prämie von 8.000 Rubel angesetzt, sowie 50.000 Rubel für jeden eroberten Kilometer beim Einsatz an vorderster Front.
Quelle: Prigoschin: Ukraine-Offensive "unvermeidlich"

Ob es noch genug "Bekloppte" gibt welche sich damit ködern lassen?

Ich bin mal gespannt wann und wie die ukrainische Offensive losgeht.
Angeblich wenn das Wetter besser bzw wärmer wird und die Böden nicht mehr so matschig sind.
 
Das ist schon ein absurd hohes Gehalt für einen Russen ohne Ausbildung. Also würde ich die Chancen nicht so schlecht sehen.
Allerdings muss das Gehalt auch gezahlt werden und beim Geld drucken dafür keine Hyperinflation ausgelöst werden.
Kannst den Leuten viel versprechen. Tote muss man nicht lange bezahlen...
 
11:51 Uhr

Russland sieht Beziehungen zu Europa auf Tiefpunkt

Russland sieht die Beziehungen zu den europäischen Ländern auf dem Tiefpunkt. Sie seien auf dem tiefstmöglichen Stand, teilt das Präsidialamt in Moskau mit. Jede weitere Welle von Ausweisungen russischer Diplomaten verringere den zur Verfügung stehenden Spielraum für die Diplomatie und werde mit entsprechenden Maßnahmen beantwortet.

Im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben europäische Länder zahlreiche russische Diplomaten ausgewiesen. Zuletzt taten dies wieder Schweden, Norwegen und die Republik Moldau, was Moskau zu Vergeltungsmaßnahmen veranlasste.

Jetzt mal ernsthaft, die sind in Russland doch völlig schizophren oder? Die greifen ein europäisches Land an, machen keine Anstalten irgendwie auch nur einen Millimeter von diesem unmenschlichen Massaker abzulassen und "beklagen" sich nun über schlechte Beziehungen zu Europa? :ugly:
 
Jetzt mal ernsthaft, die sind in Russland doch völlig schizophren oder? Die greifen ein europäisches Land an, machen keine Anstalten irgendwie auch nur einen Millimeter von diesem unmenschlichen Massaker abzulassen und "beklagen" sich nun über schlechte Beziehungen zu Europa? :ugly:
Nein, warum glauben immer alle die würden das glauben?
Das ist reines Kalkühl, es gibt Leute die glauben so einen Quark und schauen halt primär solche Propaganda (brauchst du ja nur teilweise hier schauen), für die macht man das.
Niemand im Kreml glaubt ernsthaft das die negativen Beziehungen aus heiteren Himmel kommen und nicht nachvollziehbar sind, aber man wird sich wohl kaum hinstellen und das offen sagen, so funktioniert Politik (meistens) nicht.
 
Jetzt mal ernsthaft, die sind in Russland doch völlig schizophren oder? Die greifen ein europäisches Land an, machen keine Anstalten irgendwie auch nur einen Millimeter von diesem unmenschlichen Massaker abzulassen und "beklagen" sich nun über schlechte Beziehungen zu Europa? :ugly:

Die Produzieren halt Bilder für ihre ShitShow daheim und ihre stiefelleckenden Marionetten überall anders, Deutschland ganz weit vorn. Was die allerdings nicht zu sehen bekommen -und die "zu Hause" nur unter Umständen- sind die Worte der nicht Einverstandenen:

Zur Hilfe: Die Zitate stammen aus russischem Staatspropaganda, mit den versucht wurde die Bürger zu täuschen, weil schlussendlich nichts davon der Wahrheit entsprach.

Übersetzung:
Die Anderen unterstützen diese ***, wegen der Propaganda.
Aber es verwirrt mich, wenn man sagt: "Diejenigen, die dem Fernseher glauben und deshalb alles (Propaganda) unterstützen, tun das, weil sie ausschließlich fernsehen.
Hätten sie Zugang zu kultivierten Informationsquellen, dann würden sie anders denken."
Auf der einen Seite stimme ich zu, aber ein Teil von mir, hört nicht auf die Menschen zu verurteilen.
Weil ich glaube, es ist möglich zu begreifen, dass die russische Regierung dich verarscht, wenn du nur fernsiehst.

Man muss dich nur daran erinnern, womit sie dich verarschen und das ist alles.

(Zitate aus vergangener und aktueller Propaganda von Putin und Co.)
"Ich werde die Verfassung nicht ändern" (1)
"Werde ich wieder kandidieren? Weiß nicht" (2)
"Bei uns gibt es keinerlei Unterdrückung. Bei uns herrscht nur Demokratrie" (3)
"Bei den Mauern vom Kreml geschah ein Mord. Wir haben damit nichts zu tun" (4)
"Das ist nicht mein Schloss. Das ist das Hotel Rotenberg" (5)
"Wir behandeln die Ukraine wie ein souveränen Staat" (6)
"Wir haben keine Pläne mit der Krim" (7)
"Dort haben wir keine Soldaten und die hat es nie gegeben" (8)
"Die Krim gehörte schon immer uns" (9)
"Wer hat ihn vergiftet? - eeh die CIA" (10)
"Es wird keinen Krieg geben" (11)
"Das ist kein Krieg, sondern eine Ermahnung" (12)
"Das ist kein Krieg, das ist eine Militärische Spezialoperation" (13)
"Da haben die (Ukr) sich selbst bombardiert" (14)
"Wenn nicht wir diesen Krieg begonnen hätten, dann hätten sie uns zu erst angegriffen" (15)
"Wir beschießen mit Hochpräzisionswaffen nur auf Kriegsobjekte" (16)
"Eine Mobilmachung wird's nicht geben" (17)

Und von diesem ganzen Scheiss gibt es so viel, sodass Russen wirklich anfangen das alles zu glauben,
weil sie denken: "Es kann doch nicht alles Unsinn sein"
Aber das alles ist reiner Bullshit. Jedes verf*ckte Wort von den[en]!


Beachtet bitte, dass alles was der russische Comedian im Video zitiert, die russische Medienwelt mehrheitlich nicht verlassen hat

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... schönen Tag noch.
 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr genau, wo ich das gelesen habe. Aber jemand meinte in einem Interview mal sinngemäß, dass offensichtliche Lügen/irrwitzige Behauptungen für die russische Staatsführung gewissermaßen einen Machtbeweis darstellen. Denn selbst wenn den meisten Leuten (in Russland) klar sein sollte, dass da was faul ist - letztlich kann niemand ernsthaft dagegen opponieren. Zumindest nicht ohne schwerwiegendste Konsequenzen. Letztlich also Propaganda auf zweierlei Ebenen. Propaganda gegen "den Westen". Und gegen die eigene Bevölkerung.
 
ch bin mal gespannt wann und wie die ukrainische Offensive losgeht.
Angeblich wenn das Wetter besser bzw wärmer wird und die Böden nicht mehr so matschig sind.
Wenn es beginnt, werden es alle wissen und es wird genug Bilder von zerstörten westlichen Fahrzeugen geben.

Die Bedingungen sind völlig anders als um Irzium und Kherson. Die Ukrainer werden nicht mit wenigen gepanzerte Fahrzeugen die Verteidigungslinie durchbrechen und dann in wenig Stunden kilometerweit hinter der Verteidigungslinie sein oder haben die Möglichkeit die Russen in dem Gebiet aushungern zu lassen.

Sie haben dieses Mal einen Fluss zu überqueren oder eine gut vorbereitete und eine deutlich dichter besetzte Verteidigungslinie aufzubrechen.

Die Russen haben auch dazu gelernt und der Westen hat ihnen mehr als genug Zeit gegeben um ihre Verteidigung aufzubauen.

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aktuell hält die Ukraine immer noch an Bachmut fest, obwohl ihre Leute nicht die Munition und die Drohne dafür haben und gleichzeitig lassen sie ihre wichtigsten Assets von Lancetdrohnen treffen, ich hab den ganzen Krieg nicht so viele Todesmeldungen gesehen, wie die letzten 2 Monate

das einzig gute Zeichen war der angeblich erfolgreiche Einsatz von JDAM Kits in Bachmut, aber ansonsten sieht es schlecht aus, da helfen vor allem keine Nachrichten das die Ukraine am anderen Ufer sind, was wie eine Weltneuigkeit um die halbe Welt getragen wurden, sowas schürt zu große Erwartungen, vor allem wenn die Russen dann ein Video machen, wie sie an dem Ufer stehen
 
An Bachmut wird nicht festgehalten, es wird kontrolliert aufgegeben, so hart es ist.
So wie es aussieht kam es am Ende ja doch so, wie es schon recht zu Beginn der Schlacht um die Stadt zu vernehmen war: Die Russen wollen diese Stadt unbedingt - aber sie wird sie sehr, sehr teuer zu stehen kommen. Here we go.
 
Vor allem wollten die Russen die Stadt zerstören, was dann, wie vorhergesehen, den Wert für die Ukrainer auf 0 reduziert hat. Eine Frontlinie in Bachmut verteidigen oder eine Frontlinie ein paar Kilometer hinter Bachmut verteidigen ist einfach nur eine Frage der militärischen Effizienz. Stadtruinen erobern ist auch für deutlich mächtigere Angreifer kein Zuckerschlecken. Eingekesselt werden ist für Verteidiger ein Problem. Die richtige Balance müssen die Ukrainer jeden Tag neu abwägen, denn einmal raus gibt es keinen Weg zurück.


Da die Ostsee eine kleine Pfütze ist und man quasi von überall dort binnen 15 min in einem nationalen Luftraum ist, dürfte zumindest die UN-Vereinbarung irgendwie ziehen.

Nicht wenn du nicht vor hast, in irgendwelche Lufträume zu fliegen, weil du überall unwillkommen bist. Sicherheitstechnisch ist das natürlich kacke, aber wer sollte im internationalen Raum Vorschriften durchsetzen? Allenfalls das Land, aus dem das Flugzeug stammt gegenüber diesem.


Das ist schon ein absurd hohes Gehalt für einen Russen ohne Ausbildung. Also würde ich die Chancen nicht so schlecht sehen.
Allerdings muss das Gehalt auch gezahlt werden und beim Geld drucken dafür keine Hyperinflation ausgelöst werden.

Derjenige zu sein, für den das Gehalt gedruckt wird, dass die Hyperinflation auslöst, ist finanziell immer noch besser, als jemand anders zu sein, der nur das alte Gehalt bekommt.

Aber verglichen mit der Größe der russischen Bevölkerung sind noch nicht so viele Soldaten in der Ukraine, dass das die Gesamtgeldmenge massiv beeinflussen sollte. Da wird sich eher die Verteueurung von Importwaren bemerkbar machen, wenn man ganze Warengruppen über x zwielichtige Unterhändler grau einkaufen muss, die jeder auch ihre Gewinnspanne haben. Am Ende hast du dann die gleiche Situation wie bei Putins großem Vorbild von vor 80 Jahren: Die Nazis haben ihren Krieg auch auf Pump und mit der Notenpresse finanziert. Aber weil es allgemein nichts zu kaufen gab, konnten die Leute das Geld erstmal nur auf die Bank packen und nicht umlaufen lassen.
 
es wird kontrolliert aufgegeben, so hart es ist.
naja die Ukrainer müssen aktuell regelmäßig die Gräben rechts und links von der letzten Straße von Wagnersöldnern befreien, die Einheiten in der Stadt haben kaum Schuss und nicht ausreichend Drohnen, weil die Russen mittlerweile ihre Systeme aufgestellt haben, die Russen bombardieren die Stadt mit allem, was sie zu bieten haben inklusive Luftangriffen und Brandmunition

die Ukrainer sprengen aktuell einfach nur noch Gebäude, nachdem sie die Position geräumt haben und die Russen vermeintlich in den Gebäuden sind

die Frage bleibt, ob eine Position hinter Stadt nicht auch gut gewesen wäre

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Wagner macht der Ukraine immer mehr Stadt streitig und das, obwohl die Ukrainer einige ihre besten Einheiten dort hat

vor kurzem erst hat eine der besten Panzercrews der Ukrainer ihren Panzer Bunny dort eingebüßt
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann hätten die Russen jetzt schon seit Wochen die Gelegenheit, frisch und frei aus der Deckung heraus auf die Ukrainer feuern können, wozu hätten man sowas wollen sollen? Auch wenn Tata das anders sehen mag und auch nicht vollends unrecht hat, ich glaube er denkt da nicht fertig - was ich ihm aber beileibe nicht verüble, wie auch.

Alles in allem hatten die Ukrainer aber zugegeben auch massiv Glück, dass die Russen eben die Russen sind und wie üblich die entscheidenden Gelegenheiten auslassen - aus welchem Grund auch immer.

Jetzt stecken erstmal die Russen in einem riesen Haufen Steine fest und müssen da in ihrem jetzigen Zustand wieder raus. Halte ich auch nicht wirklich für nen Vorteil, aber klär(t) mich gern auf.

Die Ukrainer scheinen sich langsam an den Rand von Bakhmut zurückzuziehen, siehe die aktuellste Deep State Map. Es ist eine Rechtfertigung ihrer Entscheidung, die Russen zu zwingen, in den letzten Monaten für die Stadt zu kämpfen, und ein Beispiel für die grundlegenden Schwächen der russischen Kriegsführung.

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(ca. 1h frisch)

edit: Quote Ukr/Rus in Bachmut angeblich 1:8. :D
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Vor allem wollten die Russen die Stadt zerstören, was dann, wie vorhergesehen, den Wert für die Ukrainer auf 0 reduziert hat. Eine Frontlinie in Bachmut verteidigen oder eine Frontlinie ein paar Kilometer hinter Bachmut verteidigen ist einfach nur eine Frage der militärischen Effizienz. Stadtruinen erobern ist auch für deutlich mächtigere Angreifer kein Zuckerschlecken. Eingekesselt werden ist für Verteidiger ein Problem. Die richtige Balance müssen die Ukrainer jeden Tag neu abwägen, denn einmal raus gibt es keinen Weg zurück.
Üblicherweise ist eine Stadt, für den Verteidiger, nur solange wirklich wichtig, wie er hinter dieser noch keine ausreichend starke und tiefe Verteidigung einrichten konnte und der Gegner mehr Material in dieser verliert und / oder bindet, als diese ihm an räumlichen und / oder strategischen Wert einbringt.

Die Ukraine hat die letzten Monate damit zugebracht neue Stellungen hinter Bachmut auszuheben und zu verstärken, ein Verlust der Stadt wäre aus Sicht der weiteren ukrainischen Abwehr daher seit mindestens 1 bis 2 Monaten bereits nicht mehr, für die Ukraine, von nachhaltiger Wichtigkeit.
Auch die russischen Verluste in Bachmut sind seit einigen Wochen wohl schon deutlich rückläufig (sagen auch die Briten), so das die Ukraine in Bachmut vermutlich auch da nicht mehr soviel mehr gewinnt, als sie selbst auch einsetzt.

Bleibt im Grunde nur noch die russischen Truppen, welche in und um Bachmut gebunden werden, die ggf. andere Frontabschnitte schwächen und im Falle einer ukrainischen Offensive erstmal dann aus Bachmut an andere Abschnitte verlegt werden müssen, was so evt. länger dauert, als wäre es anders.

Eine Einschätzung, wie sehr der letzte Punkt aber ein weiteres kämpfen in Bachmut, durch die Ukraine, rechtfertigt ist als Außenstehender schlicht nicht vernünftig abzugeben, weil man dazu die detailierten Pläne und Stärken der Ukraine kennen müsste, als auch die detailierten Aufstellungen von Truppen und Pläne der Russen und die existieren halt schlicht in einem laufenden Krieg nicht (außer man ist selbst Kriegspartei und ggf. noch einer ihrer engeren Verbündeten).

Ein weiteres kämpfen in Bachmut kann daher für die Ukraine also durchaus noch einen Sinn machen, oder auch schon im Grunde nicht mehr wirklich rentabel sein, aber niemand, der wirklich seriös sein will, kann das im Moment schlicht mit Sicherheit sagen.

Aber verglichen mit der Größe der russischen Bevölkerung sind noch nicht so viele Soldaten in der Ukraine, dass das die Gesamtgeldmenge massiv beeinflussen sollte.
Beträfe es nur die Gehälter würde das wohl durchaus sein, aber dazu muss ja auch deutlich mehr Geld für die Rüstung ausgegeben werden, das auch irgendwo her kommen muss.

Letzteres dürfte aktuell, wie bei weiteren Vertragssoldaten (die auch Rüstungsgüter brauchen) noch lange der ausschlaggebendere Punkt sein, weshalb mehr Geld gedruckt wird, als ersteres. Aber das Russland in jeden Fall inzwischen kräftig Rubel druckt / drucken muss, dürfte wohl klar sein, sieht man sich den bereits aktuell desaströsen Finanzhaushalt für 2023 an und das die russische Wirtschaft nicht die Kraft hat das über andere Quellen zu finanzieren.

Das die Inflation sich in Russland aber auch deutlich sichtbar bemerkbar macht dürfte noch etwas dauern, da zwischen Geld drucken, Geld in Umlauf bringen und sichtbaren Ergebnis eine gewisse Verzögerung existiert, als auch das immer die Frage ist wie langanhaltend drastisch höher die Summe gedruckten Geldes ist, während sich das Angebot verringert.

Oder anders gesagt, wir werden ziemlich sicher eine spürbare Inflation und Entwertung des Rubel sehen, aber das sollte noch auf sich warten lassen, aber sicher kommen.

Am Ende hast du dann die gleiche Situation wie bei Putins großem Vorbild von vor 80 Jahren: Die Nazis haben ihren Krieg auch auf Pump und mit der Notenpresse finanziert. Aber weil es allgemein nichts zu kaufen gab, konnten die Leute das Geld erstmal nur auf die Bank packen und nicht umlaufen lassen.
Ja und nein, Hitlerdeutschland hatte gegenüber Putin den großen Vorteil das nationale Geldresserven damals üblicherweise noch lokal in den jeweiligen Staaten lagerten (inzwischen lagern zumindest Teile davon oft im Ausland) und viele angegriffene Staaten nicht in der Lage waren ihr Gold noch rechtzeitig außer Landes zu schaffen, weshalb es den Nazis in dei Hände gefallen ist und so auch die Rüstung über fremde Hartwährung (Gold) mitfinanziert werden konnte, was anders als im WW1, die Inflation im Deutschen Reich selbst relativ lange recht stabil / überschaubar hielt.

Auch weil, ebenso anders als im WW1, die deutsche Rüstungsproduktion bis etwa Anfang 1943 keine wirkliche volle Kriegsproduktion gewesen ist, mit ein Grund für Deutschlands Produktionszahlen von Rüstungsgütern lange deutlich geringer waren, sondern mehr eine Mischwirtschaft, so das die Verfügbarkeit, von nicht kriegsrelvanten und zwingend importnotwendigen Gütern, in den Läden und Geschäften relativ gut blieb.

Und selbst nach 1943 stellte es dann Speer im Grunde noch relativ schlau an und nutzte verstärkt Firmen und Fabriken in noch gehaltenen besetzten Gebieten für die Zivilproduktion im Reich, so das sich eine wirklich spürbar zunehmende Inflation eigentlich erst ab 1943/44 zunehmend zeigt, als auch eine deutlich zunehmende Verknappung von frei erwerbbaren zivilen Gütern, ab 1944/45. In Summe aber hatte man 1944/45 als Zivilperson auch zunehmend dann schon ganz andere Sorgen, als das man für sein Inflationsgeld ein sich immer mehr verringerndes Angebot bekam.

Trotzdem, dieser Umstand, der deutlich besseren Versorgungslage, mag auch mit ein Grund dafür gewesen sein das der "Durchhaltewillen", bzw. das "stillhalten", in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung, bis Anfang 1945, vom Regime, aufrecht gehalten werden konnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen.

Die Russen versuchen offenbar gerade, die frisch eingetroffenen Flugabwehrsysteme Zahn- sprich Munitionsfrei zu stellen. Massiver Raketenbeschuß. Explosionen angeblich in in Dnipro, Kyiv, Poltava, Mykolaiv.
Links spar ich mir ausnahmsweise.

Schönes Wochenende.
 
Ist hier wieder 2WK Geschichtsstunde?


Topic:

27.04.2023 • 17:36 Uhr

Mehr als 1000 Russen vor Gericht wegen Fahnenflucht oder Verweigerung​


Seit Beginn der Mobilmachung in Russland im vergangenen Herbst haben die Behörden Medien zufolge mehr als 1000 Soldaten wegen Fahnenflucht, unerlaubter Entfernung von der Truppe oder Befehlsverweigerung angeklagt. "Stand letzte Aprilwoche sind 1064 Fälle bei Militärgerichten eingegangen", berichtete das unabhängige Portal Mediazona.

Das Medium verweist darauf, dass die Strafen für solche Vergehen nach der Mobilmachung verschärft wurden. Insbesondere seit Anfang März lasse sich ein rapider Anstieg von Verfahren gegen unwillige Mobilisierte beobachten. Im März wurden demnach rund 400 solcher Fälle aufgerollt - die bisher vorliegenden Zahlen für April deuten auf ein ähnlich hohes Ergebnis hin. In über 90 Prozent der Fälle geht es laut Mediazona um das unerlaubte Entfernen von der Truppe.

Zwar ist nur ein kleiner Teil der Urteile zugänglich, aber demnach werden die Rekruten von den Gerichten zumeist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt - und können damit wieder an die Front versetzt werden.
Das müssten noch viel mehr werden. Damit Putin sieht das er das mit seinem eigenen Volk nicht mehr machen kann.
 
Ist hier wieder 2WK Geschichtsstunde?
Aus der Vergangenheit lernen, um die Gegenwart zu begreifen und zu gestalten, um eine bessere Zukunft zu haben.

Der Exkurs über die Wirtschaft des DR in WWII mag bei einer ersten Betrachtung nicht unter die Rubrik "Ukraine aktuell" fallen, taugt aber um meinen ersten Satz zu untermauern. All zu oft haben wir im letzten Jahr schon parallelen bzgl Russland und den Kremlingen zum WWII und dem Hitler Regime gezogen. Die Vergleiche drängen sich ja auch förmlich auf. Da finde ich es gut und richtig, wenn man herausarbeitet, wo die Parallelen wirklich erkennbar sind, wo sie nur zu Propagandazwecken taugen, und wo man sich schlicht irrt bzw. einer falschen Hoffnung hingibt.
 
Eine interessante Personalie aus Moskau; es scheint eine Art rollierendes Generälesystem unbekannten Zweckes bei den Russen zu existieren, vielleicht haben sie einfach nur zu viele Generäle?
Man kann eigentlich nur spekulieren...
Entweder Putin ist halt zutiefst unzufrieden mit den Ergebnissen und auch von ihm gesteckten / ausgegebenen Zielen, die erreicht werden sollen, was wohl wenig verwunderlich ist und er hofft durch eine ständige Rotation irgendwann mal das eine "Ausnahmetalent" zu finden, das in irgend einer Position diese schafft zu erfüllen und / oder er traut seinen Generälen inzwischen auch nicht mehr weiter als er sie selbst im Zweifel auch erschießen könnte (gerade auch mit der Putschgeschichte unter Prigoschin und Kadyrow, gegen Shoigu und das Verteidigungsministerium) und befürchtet, wenn sie zu lange im selben Amt sind, könnten sie konspirative Gedanken besser verwirklichen.

Oder es werden im Kreml und Verteidigungsministerium, einfach nur noch zwanzigseitige Würfel geworfen, die Länge und das Betätigungsfeld eines russischen Generals festlegen (was die Leistungen, Entscheidungen und Ergebnise wohl auch oft nicht mehr deutlich negativer beeinträchtigen würde). :fresse:
 
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