Die Russen, auf sagen wir, 100 KM ab der Grenze demilitarisieren? Schwer vorstell- und erst recht umsetzbar. Aber wenn, will man das dann in Form eines Angriffs mit deutschen Kampfpanzern sehen?
Bei den meisten Bodentruppen reichten 5-10 km, für die Artillerie 20 km (und an großen Teilen der ukrainischen Grenze kann man sich weniger erlauben, weil da eh nur Acker zu beschießen wäre). Umgekehrt reichen für die langstrecken Raketen auch 100 km nicht annähernd, gegen die braucht man Luftabwehr.
Die russische Armee so (wenig) weit hinter die russischen Grenzen zurückzutreiben ist auch das kleinere Problem gegenüber sie überhaupt erstmal bis zur Grenze zu bekommen. Ehe Putin die Schlacht um die Krim verliert, wird die russische Armee in einem Zustand sein, der es ihr auf Jahre hinaus unmöglich macht, noch einmal in die Ukraine vorzustoßen. Aber bis es soweit ist, muss noch verdammt viel geschehen und wie ich seit einem Dreivierteljahr predige:
Da will (außer den Briten) tatsächlich niemand seine Panzer in erster Reihe stehen sehen.
Eigentlich ist der Ansatz die Russen wirtschaftlich und personell ausbluten zu lassen genau richtig. Damit unterstützt man zwar den genozidalen und rassistischen Ansatz des Kremls, aber gleichzeitig beackert man den Boden für einen Umschwung von Innen heraus. Im Grunde muss es darum gehen die Russen im Stellungskrieg sich immer weiter abnutzen zu lassen.
Wie man an Cherson gesehen hat, ist die russische Armee mittlerweile nicht mehr so blöd, mit großem Materialeinsatz in hoffnungslose Kämpfe zu rennen. Verschleißschlachten wie um Bachmut gibt es nur bei Aussichten auf Erfolg, was aber auch entsprechend hohe Verluste auf ukrainischer Seite bedeutet und somit nicht lange durchgehalten werden kann. Ehe die russische Armee in den viel kleineren Gefechten an den stabilen Frontlinien aufgerieben würde, würde aber 1-2 Jahrzehnte vergehen. Wir haben jetzt ein Jahr Krieg und zählen die Toten immer noch "nur" in den 10000ern (und das mit Streit darum, ob hohe oder niedrige). Das ist ein Armee mit siebenstelligen Mitgliedszahlen nicht so wahnsinnig viel. In normalen Jahren wird Russland mehr Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten ins zivile Leben entlassen haben, als sie letztes Jahr beerdigt haben. Die können also noch sehr lange weitermachen und auch die Zivilbevölkerung scheint sich in quasi-sowjetischen Verhältnissen einzurichten. Irgendwann würde so ein belastetes System natürlich international den Anschluss verlieren und untergehen. Hat ja schon mal geklappt - da aber auch rund 40 Jahre gedauert. So viel Zeit hat die Ukraine nicht, wenn sie eine Nation und nicht nur eine Schlachtfeld mit Diaspora sein soll.
Egal wie oft und wie lange sie anrennen, sie müssen immer hohe und auch an Material verlustreiche Niederlagen kassieren. Dafür brauch die Ukraine das Material und die Ausbildung. Braucht es dafür dann auch Kpz wie den M1 oder den Leo2?
Gerade um russische Vorstöße mit schwerem Gerät ohne eigene Verlsute abzufangen wären die sehr nützlich. Umgekehrt sind in einer Offensive auf schwer geschützte russische Stellungen nur das letzte ausführende Element - vorher müsste man die in einem so langsamen Stellungskrieg mit Artillerie weichklopfen. Von daher bräuchte die Ukraine eigentlich erst mehr PzH2000, ehe sie Leos effektiv in der Offensive einsetzen könnte.
Ich sehe das auch nicht heute oder morgen.
Menschen sterben aber irgendwann alle, die meisten zw. 70 und 90 Lebensjahren...
70 wäre okay. Für 90 gilt erneut: So viele Zeit hat die Ukraine nicht.
Da Putin keinen duldet der ihm gefährlich werden könnte, würde er alleine schon ein kleines Vakuum hinterlassen. Der direkte Nachfolger wäre sicher aus seinem Gefolge, aber unter Umständen lange nicht so sattelfest gegenüber dem Volk.
Putin ist weitaus riskanter unterwegs als Hitler, Castro oder die Kims. Er duldet sehr wohl relativ starke Leute in seinem Umfeld, ziemlich viele sogar. Und er spielt sie systematisch gegeneinander aus. Leute Unterstützung vom Volk, Leute mit Unterstützung vom Militär, Geheimdienste, Medien, mehrere Großkriminelle, Söldner, Kriminelle - jeder einzelne von denen ist ein gutes Stück kleiner als Putin, aber keineswegs unbedeutend. Solange sie sich gegenseitig die Augen aushacken, trimuphiert der Orchestrator in der Mitte. Sollten mal 2-3 an einem Strang ziehen, könnten sie ihn aber leicht ersetzen. Die Frage ist: Wie sehr müssen Sanktionen, Krieg, etc. die Lage für einige davon verschlechtern, ehe sie ihre Feindschaften zueinander überwinden, weil Putin ihnen nicht mehr (genug) bieten kann?
Und wie oft muss das eintreten, ehe es mal schnell genug ist, dass Putin vorher keine Unfälle mehr organisieren kann?
So bekommt man zumindest die Gefängnisse schnell leer, spart Geld und entledigt sich der Kriminellen die meistens keine Kampferfahrung haben, was den Ukrainern auch noch zugute kommt. Das ist ne Win-Win-Win-Win Situation...für mich geht das klar.
Langfristig ist das hochriskant. Die paar, die überleben, sind dann nämlich keine kriminellen Psychopathen hinter Gittern mehr, sondern kriminelle Psychopathen mit Militärausbildung und Orden. Verglichen z.B. mit der chinesischen Regierung, die dankbar den Druck diverser Westler angenommen hat und jetzt ihr Überalterungsproblem auf ähnlich sympathische Art löst, schafft Putin eine tickende Zeitbombe für das nächste Jahrzehnt. Aber den Luxus, soweit vorauszuplanen, hat er halt nicht mehr.
Einzig das es die Logistik natürlich nicht einfacher macht, wenn man Ersatzteile und Reperaturcrews für diverse verschiedene Panzer haen muss spricht halt dafür, aber ob da 1 bis 2 verschiedene Panzertypen mehr noch den Kohl für die ukrainische Logistik fett machen sei mal dahingestellt, sie haben ja schon jetzt ein buntes Sammelsturium aus Waffen, für die sie die Logistik stemmen müssen.
Der Knackpunkt bei transatlantischer Logistik ist: Die müssten die USA machen. Physisch würde sie das nicht belasten, aber es wäre ein eindeutige, andauernde, kontinuierliche Verpflichtung zur aktiven Kriegsunterstützung. Das ist diplomatisch schon eine recht heikle Position.
Leo 2 dagegen könnte man jahrelang im Feld halten, in dem mal der eine, mal der andere "Einzel"aktionen zur Unterstützung macht, davor und danach aber monatelang "nichts" mit dem Kriegsgeschehen zu tun hat. Siehe PzH2000: Die einen liefern Fahrzeuge, die niemand bedienen kann, der andere bildet Soldaten aus, die für sich genommen nichts zu fahren haben, dann macht ein dritter mal ein paar Reparaturen, ein vierter liefert ein paar Teile, ein fünfter Munition - im Prinzip kann man keinem einzigen Staat vorwerfen, er würde einen Stellvertreterkrieg anzetteln, in dem er der Ukraine eine Streitmacht hinstellt und diese unterhält. Bei Abrams würde das aber so laufen.
Da hätte ich jetzt weniger angst vor, zumal das auch in beide richtungen funktioniert (moskau in dunkler kälte) und die sanktionierung russlands schon ein anlass dafür gewesen wäre.
Mal davon ab, wenn man die eigenen leute nicht riskieren will setzt man doch am besten ein kopfgeld von 100 mio auf putins kopf plus die der militärführung aus.(tod oder lebend ist egal) Das dürfte das problem in absehbarer zeit lösen.
Mittlerweile gibt es auch noch andere "amerikanische" vorschläge ...
Die Ukraine benötigt laut einem Think-Tank westliche Kampfflugzeuge und Raketen. Ist „Leasing“ eine Lösung?
www.merkur.de
Ob das praktikabel wäre weis ich nicht, aber es bedient mal wieder ein amerikanisches "geschäftsfeld".
Klingt irgendwie nach einer Lösung, die nach einem Problem sucht. Was nützt der Ukraine eine alternative Finanzierungsmethode, wenn mangelnde Lieferbereitschaft das Problem ist?
Die einzig interessante Aussage wäre der Einkauf einer Luftstreitmacht von "privat". Aber Wagner arbeitet nicht für die Ukraine und mir wäre neu, dass es in den USA etwas vergleichbares gibt. Gut gerüstete Bodentruppen für paramilitärische Einsätze, ja. Aber jemanden mit Kettenfahrzeugen, Kampfjets, Militärhubschraubern, schwerer Luftabwehr, etc.? Die CIA hat ihre Zweigstellen schon vor Jahrzehnten aufgelöst. (d.h. diese eine in Afghanistan hat privat weitergemacht. Kann man aber auch nicht international buchen

)