Sowas kann ja auch durchaus ein bisschen dauern und passiert nicht in einem Jahr.
Aber im Zarenreich hat es geklappt und in der UdSSR auch.
Hat es nicht, das Zarenreich ist nicht an der Anzahl der toten Soldaten zerbrochen, sondern an Versorgungsproblemen und sozialen Spannungen.
Wenn der Soldat (und auch die Bevölkerung) am Ende nicht mal mehr genug zum beißen bekommt, sich aber trotzdem weiter freudig verheizen lassen sollen, erscheint eine Niederlage, die nicht den Untergang der kompletten Heimat bedeutet, plötzlich weit weniger schlimm als an Hunger zu sterben, oder zu hungern und eine Kugel einzufangen, vor allen wenn man es für Ziele macht, von denen man selbst gar nichts hat.
Aber bis zu diesem Punkt hat es auch rund 3 Jahre gedauert.
Vor dem selben Problem stand aber ebenso das Deutsche Reich ab 1918 zunehmend, bei den eigenen Truppen.
Die sahen das auf Seiten der Entente die Versorgung, sowohl bei Kiregsmaterial, aber noch mehr Lebensmitteln, gut war, während die kaiserliche Armee zunehemend Probleme hatte (nicht mehr nur in der Heimat) die Soldaten ausreichend zu versorgen und verköstigen.
Wäre der Krieg 1918 weiter gegangen, hätte es wohl vermutlich spätestens 1919/20 auf Seite der deutschen Front nicht viel anders ausgechaut als an der russischen Front 1917, als der Waffenstillstand in Kraft trat.
Und ich nehme mal an bei der UDSSR redest du von Afghanistan, auch da ist nicht die Zahl der toten Soldaten ausschlaggebend gewesen, sondern wieder einmal mehr die damit einhergehende Lage in Russland selbst.
Die Sowjetunion musste enorme Summen in den Krieg in Afghanistan pumpen, neben den 40% der Wirtschaftsleistung, welchen das Militär sowieso bereits verschlang, hieß drastische Kürzungen / Einsparrungen, was zu drastischer Verschlechterung der sowieso schon angespannten Grundversorgung führte.
Anders als Putin heute, mit der Ukraine, konnte der Kreml seine Ziele in Afghanistan damals aber auch nicht als "wir holen russischen Boden heim ins Reich" verkaufen und gab es auch kein NATO-Feindbild / Expansion in Afghanistan, mit welchen man eine Intervention ausschmücken konnte, was die Bereitschaft, (weitere) Entbehrungen in kauf zu nehmen und Zustimmung zum Krieg von vorne herrein zusätzlich deutlich reduzierte.
Ohne eine revolutionäre Stimmung die u.a. durch den Krieg kam hätte Lenin keinen Erfolg gehabt.
Ohne Lenin hätte es aber vermutlich auch nicht den Separatfrieden gegeben, da die "demokratische Regierung", die nach der Absetzung des Zaren zuerst kurze Zeit an der Macht war, denn Krieg weiterführen wollte.
Am Ende hat vermutlich Lenin diesen Krieg genauso gebraucht, wie der Krieg Lenin, das es schließlich zur russischen Kapitulation gekommen ist.