Hat die Ukraine denn bislang irgendwas mit 120-mm-NATO-Munition im Einsatz? Wenn nicht ist der Unterschied erst einmal Banane. Solange niemand anderes aktuelle Panzer liefert, muss die Ukraine irgend einen zusätzlichen Munitionstyp einführen und die Briten dürften mehr als genug Reserven haben, um 10 Exemplare zu versorgen.
Nur ist dann eigentlich, im Moment, davon auszugehen, das andere Panzer folgen werden.
Und ich glaube ein reines 120-mm-Upgrade für den Challenger 2 wurde auch nie zur Serien-/Kampfreife entwickelt. Die "3" Ausbaustufe erhält auch einen überarbeiteten Turm, der lässt sich nicht mal eben schnell aus dem Hut zaubern.
Sie haben in jedenfall die Kanonen in den Turm gebaut und Beschusstests damit durchgeführt, inwieweit die 120mm L/55 Glattrohrkanone da nun, beim aktuellen Turm ergonomisch ungünstig ist kann ich nicht sagen, aber sicherlich müsste zumindest der Munitionsbunker dann entsprechend angepasst werden, wenn man die Munition nicht im Kampfraum lagenr will, was evt. auch Umbauarbeiten erfordern wird.
Die etwas schwächere Bewaffnung vermutlich auch nicht - der Challenger 2 wurde explizit gegen die Modelle konstruiert, die Russland jetzt hervorkramt.
Gegen den relativ aktuellen T-90M könnte sie, je nach Einschlagsstelle an die Grenzen kommen, natürlich davon abhängig welche Munition die Briten auch den Ukrainern, für den Challenger 2, geben werden.
Wenn sie ihre aktuellste APFSDS Munition, mit abgereicherten Uran, mitschicken, wird wohl auch der der T-90M ziemlich leicht zu knacken sein, da die 120mm Zugrohrkanone der Briten zwar bzgl. Penetrationsleistung schwächer als die aktuelle 120mm Glattrohrkanone L/55 ist ist, aber mit der aktuellsten APFSDS auch nicht soviel schwächer, das sie keine Panzerung T-90M relativ sicher geknackt bekommt.
Warum die Briten beim Upgrade auf Challenger 3 nun doch ihre Zugrohrkanone wechseln, dürfte ehr darin begründet sein das man nach 2030, bei modernsten Panzern dann doch einen schon sehr wesentlichen Nachteil haben wird, auch bei der Penetrationsleistung gegenüber von 125mm und 130mm Glattrohrkanonen und die Munition für die Zugrohrkanone, wie auch die Kanone selbst, einfach auch technisch an ihren Limits angekommen ist.
Ich hätte eher erwartet, dass wenn-sicher-Westen-in-einer-fernen-Zukunft-mal-dazu-durchringt etwas Schlagkräftiges zuliefern, dass es dann entweder aus griechischer Ausmusterung oder aber afaik immer noch bestehenden deutschen Halden einen Schwung Leo 1 gäbe.
Ich denke die Briten erkennen einfach das man mit 100 Leopard 1 alleine 2023 nicht mehr weiterkommen wird, das wäre 2022 noch ok gewesen, wenn man nach Februar den Entschluss schnell gefasst hätte.
Die Ukraine braucht daher definitiv technisch mehr moderneres und vor allen mit mehr Schlagkraft, wenn man schon keine großen Zahlen liefern kann und das kann man nicht und wird man auch auf absehbare Zeit nicht können, da die Rüstungsindustrie nicht die Kapazität hat und nicht so schnell aufgebaut bekommt (hielt ja niemand die letzten 10 Monate scheinbar für wichtig genug).
Also muss Qualität die Quanität ersetzen, der Challenger 2 wäre und ist dahingehend definitiv die richtige Wahl, auch wenn es schon noch mehr als 10 sein sollten, aber bei irgend einer Zahl muss man ja mal anfangen und kann immer noch nachliefern, auch vor dem Hintergrund das Leopard 2 immer noch die bessere Wahl wären, da mehr Länder die ihn nutzen, mehr Länder die ihn warten und rearieren können, mehr Länder die Munition für ihn haben.