Meiner Meinung nach ein weiterer Beleg dafür, dass der Krieg a) von langer Hand geplant warund b) die gesamte korrupte russische Elite davon wusste.
Der Ex-Eigentümer des Fußballklubs Chelsea landete auf der Sanktionsliste von EU und Großbritannien – seine Familie nicht
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Hmm. Da steht ausdrücklich "nachdem" Drittstaaten mit Sanktionen im Falle eines Angriffskriegs gedroht haben. Abramowitsch ist sicherlich nah genug dran an den Zentren der Macht, um wenige Wochen vor Kriegsbeginn eine eigene Abschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Angriffs zu treffen - und für die Übertragung von Eigentum an Familienangehörige braucht es keine 100% Sicherheit als Anlass, da würde es reichen wenn er eine 10% Wahrscheinlichkeit gesehen hat. Von daher würde ich aus dem Bericht hier nicht schlussfolgern, dass er in die Pläne eingeweiht war, auch wenn natürlich nichts dagegenspricht.
Für die "lange" Planung spielen Ereignisse aus Februar 22 aber eh keine Rolle. Interessanter wäre zu wissen, wer im Februar 20 Bescheid wusste. Oligarchen, die erst 2022 davon erfahren haben, würde ich schon nicht mehr zum aktiv beteiligten Kreis zählen - das sind Kumpel, die Putin netterweise rechtzeitig informiert hat, dass ihre Geschäfte in Gefahr sind, während weniger angesehene russische Größen wohl erst am Tag des Angriffs vor laufenden Kameras bloßgestellt wurden.
Ja dann gibt es halt keine Verhandlungen. Denke Russland kann damit leben.
Bislang kann es das, wenn auch mehr schlecht als recht. Die Frage ist, wie sich das weiter entwickelt - Russland steht heute definitiv schlechter dar als vor einem Dreivierteljahr. Das gilt sowohl in der Ukraine als auch in der restlichen Landesverteidigung als auch bei den Staatsfinanzen als auch bei der Zustimmung der Bevölkerung. Die Ukraine dagegen ist heute militärisch stärker als je zuvor, hat ihre Versorgung bis auf weiteres im Griff und eine ungebrochene Moral sowie Truppenstärke. Ihr Territorium ist wieder gewachsen. Einzig die personellen Reserven sind geschrumpft, aber noch lange nicht in kritischem Maße, und mit den angekündigten Panzerlieferungen steht der nächste maßgebliche Aufrüstungsschritt an.
Ich rechne mittelfristig damit, dass sich Russlands Position für etwaige Verhandlungen weiter verschlechtern wird und dass sich der Kriegsverlauf einer Lösung ohne Verhandlungen zugunsten der Ukraine stärker annähert als einer Lösung ohne Verhandlungen zugunsten Russlands. Kann Russland damit leben? Sicherlich noch auf Jahre hinaus. Aber die Folgen dürfte das Land Jahrzehnte belasten.
Ich gebe euch, wenn es geht, am liebsten eure eigenen Quellen.
Zu 1-2 Dutzend unglaubwürdigen Tatsachenbehauptungen gibst du bis heute rein gar nichts.
Ein interessanter Bericht über den Wagner Chef Prigoschin:
Wie mächtig ist Prigoschin?
Hmm - klassisches Beispiel für "wenn die Headline auf einem Fragezeichen endet, lautet die Antwort nein oder es gibt keine". Prigoschins Truppe ist wichtig, das wusste man schon vorher, aber ob er sie kontrolliert oder ob er selbst konstrolliert wird, bleibt unklar.
Wenn die Zahlen stimmen, einfache mathematische Behauptungen sind schnell aufgestellt, aber wer und wie soll man es überprüfen, soll die russische Armee und Wagner, alleine um Bachmut, die letzten Wochen und Monate, pro Tag 20.000 bis 60.000 Schuss verfeuert haben. Geht man davon aus das es also im Schnitt in der Mitte davon ist, wären es etwa um die 35.000 Schuss pro Tag, auf 365 Tage wären das 12,7 Millionen Schuss pro Jahr, ohne andere Frontabschnitte.
Sie können also evt. noch ein Jahr wahllos rumballern, weil sie nach fast einen Jahr wahllosen rumballerns noch 10 Millionen Schuss eingelagert haben sollen und 3,4 Millionen, pro Jahr, produziert bekommen?
Schön, aber danach sieht es dann wohl düster aus, wenn man so weitermachen will wie bisher und niemanden findet der einem die Munition dafür gibt, weil dann wäre nach etwa 98 Tagen, bei 35.000 Schuss pro Tag, die Jahresproduktion alle und was machen sie dann die restlichen 267 Tage des Jahres, Stöckchen und Steine werfen?
Bachmut ist auch Verhältnisse dieses Krieges kein Durchschnitt und Wagners Kämpfer nach eigener Aussage in etwa so effizient wie eine solide Mauer - "Stillstand". Den Verbrauch kann man also sicherlich deutlich skalieren und umgekehrt ist es ja nicht so, als würde die Ukraine aus laufender Produktion beliefert und könnte unendlich gegen halten. Wenn es als nötig erachtet wird, würde ich auch davon ausgehen, dass Russland die Produktion für einfache Dinge wie Munition bei Bedarf noch drastisch steigern kann. Putin hat alle nötigen Rohstoffe und Techniken im eigenen Land und bislang kaum Produktion auf Kriegswirtschaft umgestellt. Dass man die low-tech-Rüstungskapazitäten Russlands trockengelegt bekommt ist, denke ich, illusionistisch.
Aber spielt das überhaupt eine Rolle? Die Kampfhandlungen von Bachmut verbrauchen eins wesentlich schneller als Munition: Soldaten. Und an den meisten anderen Fronten entscheidet komplexere Technik wie Raketen, Drohnen, Artillerie und teilweise Panzer über Sieg oder Niederlage. Da hatte die Sowjetunion zwar auch erhebliche Kapazitäten, die Russland mittelfristig reaktivieren können dürfte, aber die der Ukraine zugesagten Rüstungsgüter werden pro Quartal ein Jahrzehnt moderner und irgendwann steht Russland mit 40 Jahren technologischem Rückstand auf dem Feld. Das geht für einen Angreifer selten gut aus, vollkommen egal wieviel Material er mobilisieren kann.