Was mich dabei aber gerade wunder, warum die Ukraine dann aktuell hauptsächlich hinter Donezks mit dem Himars angreift.
Verfügbarkeit und Verfügbarkeit von Zielen würde ich tippen. Sie haben bislang noch nicht wirklich viele und wenn sie die mal zur Abwehr eines großen russischen Manövers brauchen sollten, dann wohl im Donbass. Umgekehrt hat die russische Armee dahin vergleichsweise gute Versorgungsstrukturen und wegen den Offensiven schwankenderen Bedarf.
=> Es dürfte mehr von den großen Munitionslagern geben, auf die die Ukraine im Moment gerne feuert.
Auch scheint es keinen Mangel an Munition im Moment zu geben.
Im Moment. Im Moment ist aber auch gerade die große US-Lieferung angekommen und prinzipiell ist der Munitionsnachschub schon immer das Problem solcher Systeme gewesen. Weiß jemand, wieviel die USA da mittlerweile zugesagt haben? Anfangs war mal von einigen 100 Schuss die Rede gewesen und HIMARS kann, auch wenn man noch ein paar Fahrzeiten mit einrechnet, sicherlich 8-10 * 6 am Tag verschießen. Acht Stück hätten die ursprünglichen Ankündigungen also binnen zwei Tagen verbraucht. Aber seitdem habe ich viele Nachrichten mit "kündigt mehr Munition" gesehen, ohne konkrete Zahlenangaben.
Gegenmaßnahmen gegen die Werfer an sich hat Russland in ihrer bisherigen Taktik jedenfalls nicht gehabt. M270 ist noch einigermaßen Träge, aber in einem Gebiet mit ehemals gut ausgebauten und noch teilweise intakten Straßennetz hat die nach allen bisherigen Anzeichen träge bis inexistente russische Aufklärung keine Chance, vor dem Angriff Schüsse auf LKW-gestützte Raketenartillerie zu lenken und nach dem Feuern ist so ein Raketenwerfer lange weg, bevor Konterartilleriefeuer eintrifft - ganz abgesehen davon, dass die Russen mit ihrer normalen Munition auf diese Entfernungen überhaupt nicht präzise genug schießen können. Wenn dann müssten sie ihre Luftwaffe wieder in ukrainischen Luftraum schicken - was zuletzt mehr Probleme für die Russen gebracht als gelöst hat.
Laut Radiomeldung von heute soll Russland jetzt eine größere Ladung Drohnen aus dem Iran angefordert haben, also sind sie sich der Lücke bewusst. Ob sie die schließen können, muss man abwarten. (Wo hat der Iran eigentlich Chips für Drohnenproduktion her? China?)
Durch den Iran wird wohl auch eine der neuen Erdgastrassen führen. Mal sehen wie der Westen, vor allem die USA darauf reagieren wird, es ist ja auch nicht die erste Lieferung von Material aus dem Iran.
Der Westen kann sich keinen Krieg gegen den Iran leisten. Weder zusätzlich noch von der Eigengefährdung (insbesondere Israels) her, in Anbetracht des großen Raketenarsenals da. Und noch mehr sanktionieren geht ja kaum, da hat Trump aus Spaß am Sadismus alles rausgelassen und niemand hat ihn gestoppt.
Aber ich denke auch nicht, dass irgend jemand eine Gaspipeline IN eines der Länder mit den größten Reserven fossiler Energieträger weltweit als Problem ansieht

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Das spannende ist, wie man von da aus weitergeht: Aus den verbündeten 'stans geht es nur nach China, bringt Russland also nichts. Irak, Pakistan und Türkei sind keine Freunde des Irans oder anderer Russlandverbündeter. Bleibt nur via Afghanistan nach Indien. Das scheint tatsächlich der russsische Plan zu sein. Aber sagen wir mal so:
"Afghanistan + internationales Projekt"
"Afgahnistan + 100te km langes, hochempfindliches Stück Infrastruktur"
"Afghanistan + sich für seine Rohstoffversorgung darauf verlassen"
"Afghanistan + irgendwas machen, dass paramilitärischen US-Verbünden nicht passen könnte"
"Afghanistan + Russland"

(Und als Bonus: "Russland + Gaspipelinetechnik")
Es wurde heute behauptet, das Polen nochmal eine Ladung gebrauchte Panzer aus den USA bekommt und dann nochmal 200 PT-91 abgeben würde, aber das wären dann einfach 450 Panzer, dass klingt doch etwas unrealistisch.
Polen will neueste Westtechnik und idealerweise homogen. Wenn sie ihre Panzertruppen mit M1A1 auf halbwegs aktullem Stand oder gar vom Himmel herbeigezauberte A7V neu aufstellen können, geben die ihre x-fach nachgerüsteten Sowjetmodelle sicherlich mit Kusshand her. Ich sehe aber noch nicht, dass sie so etwas bekommen. Aus rein produktionstechnischen Gründen auf alle Fälle nicht schnell genug (es sei denn, die US Army liefert aus eigenen Beständen) und eine Rüstungslücke will sich Polen als Grenzland zu Weißrussland nicht leisten. Die geben nur soviel, wie sie ersetzt bekommen.
Das ist vermutlich sein Konzept. Der meint halt, dass er und sein Land jetzt über allem steht, was aber nicht überall der Fall ist.
Selenski stellt seit Jahren Maximalforderungen. Nicht ohne Grund. Und natürlich verliert er bei DEM GRUND den Blick dafür, dass es noch irgendwelche andere Bedürfnisse gibt, die auch wichtig sein könnten - das Überleben der eigenen Nation steht halt um einiges höher als der warme Winterarsch eines Landes, dass einen 8 Jahre lang im Stich gelassen hat.
Von daher: Aus seiner Perspektive vollkommen nachvollziehbar und erwartbar.
Was nicht heißt, dass man in alle Selenski-Forderungen einstimmen muss. In dem Fall bin aber ausnahmsweise mal seiner Meinung - wie Habeck nach Putins Pfeife tanzt bringt nichts außer Schaden.
Das unser Pulver verschossen ist, ist ein kompletter Irrtum, bezogen auf die westliche Welt.
Nach Quellen sind sämtliche Tanker die Russisches Öl transportieren im Westen versichert, man kann sämtliche Softwareupdates für Betriebssysteme aller Art (Handy, PC, Serveretc. etc,) sofort einstellen, man könnte sie sogar stilllegen, wenn man wollte, es gibt noch eine ganze Menge Mittel, mit denen man Russland, seiner Wirtschaft und Bevölkerung mächtig weh tuen könnte!
Hat Microsoft nicht schon alles eingestellt? Apple dürfte sowieso keine große Rolle spielen; bei Android kann man wegen Open Source halt wenig machen. Sicherheitsupdates werden die Russen aber im Moment genausowenig interessieren, wie Tankerversicherungen, und wenn es tatsächlich Anzeichen für Abschaltungen gibt, kappt Putin halt das Internet. Darauf ist Russland vorbereitet.
Was wir noch an Pulver haben:
- Königsberg komplett abtrennen. Wenn Russland der EU den Handelskrieg erklärt (wie gesagt: Bislang gab es nur Sanktionen gegen Kriegsverbrecher), müssen wir uns nicht an russischer Versorgung beteiligen.
- Strafzölle auf sämtlichen verbliebenen russischen Importe in höher der Differenz zwischen alten Liefer- und aktuellem Marktpreis, sodass er keine Extragewinne mehr mitnehmen kann. Das sollte meiner Meinung nach sowieso schon längst mal der Fall sein.
- Ein Nahrungshilfsprogramm für eindeutigt bdrüftigere Länder in Afrika, das leider dazu führt, dass die russischen Einkäufer in Europa kaum noch was bekommen.
- Steter Rückbau von Handelsbeziehungen mit allen Ländern, die Russland noch unterstützen.
Vor allem der letzte Punkt ist ein ganzes Fass Pulver, denn außer seiner Handvoll Öltanker kann Putin den meisten "Partnern" nichts bieten und das ist viel weniger, als diese vom Westen bekommen. Bislang bedienen sich BICS & Co auf beiden Seiten. Wenn sie sich entscheiden müssen, ist es unwahrscheinlich, dass sie zu Russland stehen.