Was ein Unsinn, sie können damit nicht leben, wenn einer nicht weiß wo er hingehört, ein masives Problem der Deutschen seit der Reichsgründung 1871, das "erst" mit dem verlorenen WWII und der Westbindung gelöst wurde.
Stimmt so nicht.
Die Reichsgründung 1871 hat erstmal eigentlich vor allen nur in Frankreich für großen Unmut und Besorgnis gesorgt.
Was auch wenig verwunderlich ist, zum einen weil der Krieg 1870/71 den Franzosen gezeigt hat das ein vereintes Deutschland militärisch für Frankreich ein äußerst gefährlicher Gegner ist, zum anderen weil man natürlich auch wusste das es wirtschaftlich sehr stark wäre und natürlich auch weil man sich bewusst war das es die französische Außenpolitik in Mitteleuropa zu ungunsten Frankreichs beeinflussen wird.
Kurz um, es hat es hat auf ganzer Linie Franrkeichs quasi Vormachtsstellung auf dem west- / mitteleuropäischen Festland massiv angegriffen und bedroht.
In England hatte man hingegen erstmal grundsätzlich weniger Probleme mit der Reichsgründung, zwar war man auch da wegen der dadurch künftig erwachsenden wirtschaftlichen Konkurenz etwas besorgt, sah sich aber noch nicht außenpolitisch / militärisch dadurch herrausgefordert.
Das selbe gilt für Russland, das dadurch seine Interessen (die zu der Zeit vor allen auf dem Balkan und in Asien lagen, was ehr Östereich-Ungarn zum Konkurenten machte) erstmal nicht angegriffen, oder bedroht sah, auch weil das Deutsche Reich sich in Folge der Reichsgründung in seiner Außenpolitik ehr nach Westen und Übersee orientierte und der Osten keine große politische Bedeutung besaß.
Dann kommt natürlich auch noch der Umstand dazu das zu dieser Zeit die Beziehungen zwischen England, Preußen und Russland allgemein relativ gut waren.
Das hatte zum einen natürlich gewisse geschichtliche Ursachen, wie das der Krieg gegen Napoleon erst ein paar Jahrzehnte her war und man dort verbündet gewesen ist, zum anderen das man in den Gesprächen nach Napoleons Niederlage die europäischen Interessens- und Einflusssphären abgesteckt und weitestgehend aufgeteilt hatte, so das es in Europa die nächsten Jahrzehnte, nur begrenzt außenpolitische Reibungspunkte zwischen den drei Staaten gab.
Und nicht zuletzt war es auch Bismarcks schlauer Bündnis- und Außenpolitik nach 1870/71 zu verdanken, das man das Deutsche Reich in England und Russland nicht als Bedrohung erachtete, da er die Bündnisse so ausrichtete das sie möglichst Frankreich isolierten und gegen selbiges gerichtet waren, sowie es auch schaffte bei der Kolonialpolitik Englands Sorgen zu beschwichtigen.
Leider nur besaß halt Wilhem II. nicht die selbe Weitsicht und das selbe Geschick und machte ab / in den 1890er Jahren vieles der Außenpolitischen Arbeit von Bismarck zunichte und löste mit seinen Entscheidungen (z.B. dem Flottenwettrüsten mit England) erst den Argwohn und die Sorge aus, wodurch man das Deutsche Reich dann zunehmend als Konkurenten und Bedrohung wahrnahm.
Unbestreitbar, dass es Familien gab, die massiv vom Nationalsozialismus profitiert haben, das ist Konsens.
Ebenso gibts halt auch Firmen wie Krupp, die seit dem 19. Jahrhundert hier rumdümpeln (die haben auch von den Nazis profitiert, jedes Unternehmen das ab 1933 in DEU existiert hat hat entweder auf eine Art und Weise profitiert oder massive Nachteile erlitten), aber Firmen wie Krupp waren reich und mächtig bevor Hitler überhaupt an Machtergreifung gedacht hat.
Aber auch Firmen wie Krupp haben massiv mit den Folgen des Versailler Vertrag nach 1918 zu kämpfen gehabt, da es ihnen ihr profitabelstes und oft auch Hauptgeschäftsfeld (Rüstungsgüter zu produzieren) entweder komplett verbott (wie bei Krupp), oder zumindest massiv einschränkte:
Kurz
vor Beginn des Ersten Weltkrieges arbeiteten 81.000 Menschen für den gesamten Konzern.
...
Nach Kriegsende wurde die Waffenproduktion durch den
Vertrag von Versailles untersagt.
Krupp stand in der nun herrschenden Wirtschaftskrise vor dem Konkurs. Von nun an versuchte man das Geschäft unter anderem mit der Herstellung von Lastwagen, Lokomotiven und Baggern auszugleichen. Am 6. Dezember 1919 wurde die erste Lokomotive der im Westen der Gussstahlfabrik gelegenen
Lokomotiv- und Waggonbaufabrik Krupp ausgeliefert. Im gleichen Jahr wurden die Gebäude zur Fertigung von zivilen Lastkraftwagen und Omnibussen östlich der heutigen Husmannshofstraße errichtet. Die
Fried. Krupp Motoren- und Kraftwagenfabriken (kurz: KRAWA) waren zeitweise eines der größten deutschen Lkw-Hersteller.
[6]
Die Beschäftigtenzahlen sanken 1926 auf 25.000 in Essen arbeitende Personen, konzernweit waren es etwa doppelt so viele. Das waren die Folgen einer einsetzenden Modernisierung und weitreichenden Rationalisierung durch die Firmenleitung. Es kam zu Schließungen unrentabler Bereiche und damit zu Entlassungen.
Das war ja auch einer der Gründe warum solche Firmen so willig waren Hitler zu unterstützen, er stellte diesen gebeutelten Firmen in Aussicht wieder große Umsätze und Gewinne zu machen.
Richtig, aber unumgänglich und am Ende auch korrekt. Die Entnazifizierung Deutschlands war richtig, wenngleich unvollständig, aber Irak 2003 hat gezeigt was passiert, wenn man zu sehr darauf bedacht ist, Angehörige des alten Regimes aus Ämtern zu verdrängen.
Der Vergleich hinkt aber gewaltig.
Im Irak wurde eine komplette Volksgruppe (Sunniten) nach dem Fall des Saddam-Regiems von der Regierungsbeteiligung ausgeschlossen, das ist schon etwas sehr anderes als hätte man in Deutschland nach 45 nur sämtliche Anhänger des politischen Nationalsozialismus von sämtlichen Ämtern ausgeschlossen und hätte sicherlich nicht zu vergleichbaren Folgen wie im Irak geführt (z.B. das die Sunniten mit dem IS gemeinsame Sache gemacht haben).
Deutschlands Wiederaufbau in gesellschaftlicher & wirtschaftlicher Hinsicht hat davon profitiert, dass man nach dem Zweiten Weltkrieg nicht alles und jeden zur Rechenschaft gezogen hat.
Vielleicht die ersten Jahre etwas, aber hauptsächlich hat man im Westsektor vor allen davon profitiert das man, anders als nach dem Ersten Weltkrieg, der BRD keine absurden Reperationsleistungen in genauso absurd kurzen Zahlungszeiträumen auferlegt hatte und auch anders als im Ostsektor nicht 2/3 der Industrie und Infrastruktur demontiert und Richtung Osten geschafft hat, zusätzlich zu hohen zu leistenden Reperationszahlungen an die SU durch die DDR.
Wie gesagt, ich würd dennoch ne Trennlinie zur organisierten Kriminalität die zu Konzernlenkern wurde ziehen.
Ach echt, da würde mich die Begründung ja doch mal brennend interessieren.
Was unterscheidet einen organisierten Kriminellen den genau von einer Konzernführungskraft, die direkt, oder Lobbyarbeit, schmiert / besticht, Steuern hinterzieht / umgeht, oder ggf. Finanzberichte frisiert, durch Geld auf Kosten der Allgemeinheit politische Entscheidungen, Gesetze und Verordnungen zu Gunsten des Konzerns verhindert, oder für den Konzern positiver umschreiben lässt, ect. pp?
Vllt kommst du auch von selbst drauf, dass jeglicher militärischer Schiffverkehr durch die Dardanellen von der Türkei unterbunden werden kann und die sind nun mal NATO Mitglied.
Sie sind nur genau deswegen und weil sie während des Kalten Krieges mal eine direkte Grenze zur SU bildeten, überhaupt in der NATO, noch in der NATO.
Weil der strategische Wert des Bosporus für die NATO einfach imens ist, verwehrt es im Zweifel Russland doch vollständig den Zugang zum Mittelmeer, gibt einemselbst "uneingeschrenkten" Zugang ins Schwarze Meer und das wärend es wesentlich leichter zu verteidigen ist, als an irgend einer anderen Stelle im Mittelmeer.
Nutzung von Tartus != Verlegung der Schwarzmeerflotte. Das sollte selbst Dir einleuchten. Russland wird seine Flotte, samt aller Soldaten, samt aller Angehörigen NICHT in ein derart instabiles Umfeld verlegen nur um zig Milliarden und Jahre an Arbeit zu investieren nur um Sewastopol dafür aufzugeben.
Russland würde selbst wenn Syrien die Stabilität in Persona wäre seine Schwarzmeerflotte nicht nach Tartus verlegen, da man im Ernstfall keinerlei gesicherte Versorgung mehr gewehrleisten könnte, sobald die Türkei den Bosporus dicht macht und auch über Land kann ja keine gesicherte Versorgung gewehrleistet werden, da Syrien keine direkte Grenze zu Russland besitzt.
Ganz zu schweigen davon das sie, wäre sie in Tartus stationiert und der Bosporus dicht, ihre wichtigste Aufgabe, im Schwarzen Meer Russlands Seegrenze zu schützen und im Ernstfall offensive Operationen zu unterstützen, gar nicht mehr erfüllen könnte.
Es würde also nur jemand mit einer völligen Meise unter solchen Vorraussetzungen eine seiner wichtigsten Flotten dort so völlig exponiert stationieren.
Ich meine natürlich haben das Königreich und Russland im letzten Jahrzehnt eine ziemliche Vorgeschichte, aber das ein Außenministerium solche Informationen in der momentanen Lage an die Öffentlichkeit bringt, ohne stichhaltige Quellen, kann ich auch nicht wirklich glauben.
Glauben ist immer eine schlechte Vorraussetzung, aber das einzige was ich im Zweifel "glaube" ist wenn es zu irgendwas mehrere voneinander unabhängige Quellen gibt, die keine gleichen / gemeinsamen Interessen verfolgen, ansonsten kann es, gerade bei staatlichen Akteuren aus jeder Richtung, auch immer noch im Zweifel ein Propaganda move sein.
Gegen Napoleon wurden noch keine Eisenbahngleise abgerissen (wobei die Sowjets in der Hinsicht auch nicht annähernd so gründlich waren, wie die Nazis ein 1-2 Jahre später).
In der SU hatte 41/42 ja scheinbar auch niemand die Idee dafür, wie die Deutschen, einen "Schienenwolf" zu benutzen, erst der hat es ja überhaupt so effizient ermöglich die Gleise abzureißen.
Aber gescheitert sind Hitler und Napoleon trotzdem am gleichen Feind: Der Geographie. Beide haben nicht ansatzweise kapiert, wie verdammt groß Russland wirklich ist und was für enorme Truppenstärken und noch viel enormere Transportkapazitäten man bräuchte, um die resultierenden Frontlängen zuverlässig zu versorgen und das eingenommene Hinterland flächig zu sichern. Auf dem Höhepunkt des Krieges konnte die Wehrmacht rund 4 Millionen Soldaten für die Ostfront aufbringen. Selbst wenn die ohne Toten das gesamte westliche Viertel der Sowjetunion erobert hätten, hätte danach weniger als ein Soldat pro km² zur Verfügung gestanden, um das eroberte Land gegen Guerillaaktivitäten zu sichern. Und da ist noch kein einziger Nazi für die Sicherung der verbleibenden Front eingerechnet.
Ich denke da liegst du falsch, die Nazis haben das im Gegensatz zu Napoleon durchaus erkannt / in ihre Pläne einkalkuliert und genau aus solchen Gründen sahen sie auch vor einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung im Osten mittelfristig zu vernichten / umzubringen.
Allerdings sahen die Pläne halt auch vor das man 1941 bereits gewonnen hätte Moskau, Leningrad und Stalingrad erobert wären, nicht aber das man 1942 und danach immer noch Krieg führen würde und nicht unerhebliche Mengen an Personal im Hinterland dafür aufwenden müsste um weit über 20.000km Schienen, für die Versorgung der Front, vor Partisanen zu schützen.
Das mit dem Frieren ist übertrieben, Russland kann das Spielchen auch nicht ewig mitmachen, die russische Wirtschaft ist jetzt nicht das, was man ein Weltwunder nennen würde.
So übertrieben ist das nicht, wir haben bei vollen Gasspeichern (100% Füllstand) im besten Fall Gasreserven für knapp 1 Monat Heizperiode und der Gasspeicher war das letzte mal um 2019 rum relativ voll (bei ca. 89% Füllstand), seitdem kam er kaum mal über die 70% Füllung.
Würden die 50% Gaslieferung aus Russland wegfallen würden bei einem entsprechend kalten Winter also bereits nach spätestens 2-3 Wochen Millionen Haushalte in Deutschland ohne Heizung dasitzen (Fernwärme über Gas) und frieren und es dürfte wohl unzweifelhaft ein Fakt sein das man im Winter schneller erfriert als in Russland Menschen wegen eine crashenden Wirtschaft verhungern werden.
Vor allen auch vor dem Hintergrund wenn man zu den Millionen ehr Einkommensschwachen Haushalten in Deutschland zählt, die dann nicht einfach für so einige Euros mehr Stromkosten im Monat einen elektrischen Heizkörper an die Steckdose kabeln können, oder in dieser Situation dann sogar noch den "Luxus" besitzen einen alten Holzofen in der Wohnung ihr eigen nennen zu dürfen, den man mit etwas Holz / Kohle befeuern kann.
Aber ja, Menschen mit guten Einkommen werden also entsprechend sicherlich nicht erfrieren, also solche kleinen "Mittelständler" wie ein Herr Merz, oder Frau Baerbock und Herr Scholz, da kann man dann natürlich auch sehr leicht mal "Härte" demonstrieren!
