Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Ohne Atomwaffen hätte Putin es nie gewagt die Ukraine anzugreifen.
Weil dann die Nato wahrscheinlich eingegriffen hätte.
Und Russland hat konventionell gesehen nicht den Hauch einer Chance gegen die Nato.
Aber leider haben sie Atomwaffen.
Wenn es keine Atomwaffen gäbe bräuchte eine USA wiedermal auch kein UN Mandat um einen Krieg gg Russland zu rechtfertigen lol Aber im ernst ich finde dass auch trotzt Atombomben der Handlungsspielraum groß genug ist um Russland jetzt auf Jahzehnte große Schäden zu verursachen bzw diesen Staat vlt sogar finanziell zu vernichten. Sollte man auch machen meine ich. Keine Gnade für Russland jetzt, bedeutet Frieden für morgen.

Hoffentlich lesen sich solche Tiraden auch all jene durch, die nicht müde werden Verhandlungen zu verlangen. Mit diesem Regime kann man nicht verhandeln, die haben ihre Position immer und immer wieder deutlich gemacht. Auch dieser neuerliche abstoßende Auswurf von Medwedew zeigt einmal mehr wie hasserfüllt und abgrundtief böse das russische Regime ist und was es von der Ukraine und "dem Westen" hält.
Wenn ein Regime sich so betroffen und zornig gibt läuft es wohl nicht für sie. Ich feiere Medwedew für seine Ehrlichkeit, ein guter Mann, für uns :) Generell ist es erstaunlich wie ehrlich und frei dort jeden Tag Lügen und Hirnbrei in die Welt gehauen werden. Da brauchen wir ja garkeine Propaganda mehr, die russische Version der Gebrüder Schlimm aus dem Traumschloss Kreml zieht ihre Unterhosen vor der Weltöffentlichkeit auch ganz ohne unser Zutuen aus. Auch Doofheit kann man einem manchmal hoch anrechnen. Also Herr Medwedew: Danke dass es sie gibt :)
 
Es wurde bereits "Neurussen" die Umsiedlung nach Russland verweigert - ganz einfach deshalb, weil Putin in den russichstämmigen Ostukrainern nur ein Pfund sieht, mit dem er wuchern kann, so lange sie sich genau dort befinden, wo sie gerade sind - und zwar als Kämpfer und als Begründung dafür, dass man Sie doch vor Ort schützen und daher russishe Truppen präsent sein müssten. Außerdem wäre es doch unpraktisch, wenn die praktische Mehrheit im Referendum gar nicht dort bleibt und dieses wenigstens zahlenmäßig legitimiert.

Eine formelle Umsiedlung zu verweigern ist eine Sache. In Putinstan gilt nicht zwingend freie Wahl des Wohnsitzes. Aber afaik gilt weiterhin freie Einreise für Staatsbürger und zu "Neurussland" gibt es nicht einmal eine Außengrenze, an der man eine Einreise verweigern könnte, von der mangelnden Praktikabilität solcher Sperren bei der Grenzlänge mal ganz abgesehen. Russische Flüchtlinge aus der Ukraine haben als das Recht und die Möglichkeit, nach Russland zu fliehen und anschließend auch sich in Russland aufzuhalten. Natürlich kann Putin ihnen jegliche Unterkunft verweigern und sie auf der Straße erfrieren lassen, würde seiner nach einer Kriegsniederlage extrem schwachen Position aber sicherlich nicht gut tun. Und zurückschicken kann er sie auf alle Fälle nicht.

Diese Leute haben nicht die selbe fatalistische Einstellung und notfalls fanatische Opferbereitschaft wie beispielsweise manche islamische Ethnien der ehemaligen Sowjetunion. Mit reduzierter Zahl und ohne weitere direkte russische Unterstützung wäre da wenig zu erwarten - um so weniger, wenn sich die Ukrainer trotz sicherlich vorhandener Rachgefühle und eines gesundes Misstrauens zu einer Charmeoffensive hinreißen lässt und es damit zusätzlich auch noch attraktiv macht, ukrainischer Russe zu sein.

Knallharter Nationalismus ist in der Ukraine seit 2014 auf dem Vormarsch und seit 2022 geradezu explodiert. Mag sein, dass die Regierung eine Charme-Offensive verordnen wird, aber die Leute werden sie nicht praktizieren. Russischstämmiger Ukrainer? Ganz sicher kein Problem, wer sich für die demokratische Seite entschieden hat, wurde in den letzten Monaten mit offenen Armen empfangen. Aber ukrainischer Russe? Kollaborateur mit dem Feind? Unterstützer des Massenmords? Mitschuldiger für Untaten, die den eigenen Verwandten, den eigenen Nachbarn angetan wurden? Da stehst du vor dem gleichen Trauma, dass seit 75 Jahren jeglichen Frieden im nahen Osten verhindert. Selbst wenn alle Ukrainer diesen Hass in rechtsstaatliche Zügel legen (ich glaube nicht, dass die schon vorher aktiven und jetzt Teils als Retter des Vaterlands verklärten Rechtsextremen das werden), wird es auf ziviler und sozialer Eben für die "Russen" sehr deutlich werden, dass sie nicht willkommen sind. Schon allein deren Sprache wird Tabu sein und weder für den Alltag noch für Amtsgeschäfte geeignet sein.

Aber um dieses ganze "Zusammenleben mit dem Feind" ging es mir gar nicht. Mir ging es um die Entscheidung "wer kontrolliert was": Unabhängig von aller Kriegsgreul steht immer noch das Narrativ Putins "ich beschütze nur Russen, die Unterdrückt werden sollen" gegen das Narrativ des Westens "dort werden Ukrainer unterdrückt, die befreit werden müssen". Schon vor 2014 war letzteres nur mit starker Tendenz, aber keineswegs eindeutig richtig. Ehe wieder Frieden herrscht, hatte das russische Militär ein Jahrzehnt Zeit, Fakten zu schaffen. Da sehe ich eine reale Gefahr, dass die Ukrainer im Donbass tatsächlich nur noch eine Minderheit sein könnten und dass sich das auch in Umfragen oder gar in Abstimmungen niederschlagen wird. DAS ist ein großes Problem für den Westen.

Was willst du als "demokratischer Befreier" denn machen, wenn sich eine Partei "Anschluss an Russland" ganz demokratisch zur Wahl stellt und in dutzenden Rajonen 70-80% Stimmenanteil holt? Auf der Krim, wo eine Verschiebung der Bevölkerungsmehrheit hin zu Russen schon seit Stalins Zeiten gefördert wird, sind Verhältnisse dieser Art noch wahrscheinlicher. Soll man da jetzt die Demokratie abschaffen? Soll man die Feinde der Ukraine mit Geld kaufen? Massendeportationen? Zwangsvertreibung?

Die Ukraine(r) könnte(n) sich mit solchen Methoden gegebenenfalls arrangieren, aber ich bin sehr gespannt wie der Westen diese Folgen von 8 Jahren verfehlter Außenpolitik händeln wird. Eine mit unseren Grundwerten vereinbare Lösung will mir jedenfalls nicht direkt einfallen. Man kann nur hoffen, dass alle russophilen Bewohner von sich aus fliehen. Aber alles, was die dazu bewegen konnte, ist seinerseits etwas, dass wir eigentlich nicht gutheißen.

Bezahlen wird dafür im Idealfall Russland, doch wenn (erwartbar) nicht, sind die Kosten für ein wenig Fettlebe im Donbass Kleingeld gegenüber dem, was der Westen derzeit und im Wiederholungsfall als Unterstützung in die Ukraine pumpen müsste.
Und diese Investition lohnt sich um so mehr, wenn die Annäherung an Europa und die NATO Realität wird, denn dann wäre das auch unser Problem.

Der Wiederaufbau der Ukraine hilft weder gegen eine Wiederholung des Konflikts noch wird er mittelfristig unserer Sicherheit dienen. Der wäre reiner Humanismus (weswegen wir gespannt warten dürfen, wie viel da geleistet werden wird). Für uns relevant ist, wie stark Russland nach Kriegsende noch ist, aber das entscheidet sich in Russland.
 
Zwei Tage nach der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente im Internet wird über deren Brisanz diskutiert. Denn die Unterlagen enthalten wohl Informationen über die militärischen Fähigkeiten der Ukraine und über die Arbeit der US-Geheimdienste.

Zwei Tage, nachdem im Internet geheime US-Dokumente aufgetaucht sind, ist eine Diskussion über deren Brisanz entbrannt. Denn nach Informationen von US-Medien geben die Unterlagen unter anderem Aufschluss über Waffenlieferungen an die Ukraine und über den Munitionsverbrauch. Zudem geben sie demnach Details zur Stärke und Stellung ukrainischer und russischer Verbände preis. Wie die "New York Times" berichtet, enthielten die Dokumente auch Informationen zu den Plänen der NATO und der USA, Kiew bei der Vorbereitung einer möglichen Frühlingsoffensive gegen Russland zu unterstützen.

Neben Informationen über die Ukraine wurden laut "Washington Post" auch geheime Analysen über andere Länder veröffentlicht - etwa über China und Israel. Zudem gäben die Papiere Aufschluss darüber, wie die US-Geheimdienste ihre Informationen sammeln und auf welche Quellen sie sich dabei stützen. Dieser Einblick in die Praxis der US-Geheimdienste könnte etwa für Russland oder China außerordentlich wertvoll sein. Moskau könnte aus den Dokumenten ablesen, wie weit der eigene Sicherheitsapparat von US-Spionen durchdrungen sei - und diese Schwachstellen schließen. Ein führender Geheimdienstler sprach gegenüber der "New York Times" von einem "Albtraum".

und

Relevante Informationen für Moskau

Und welche Folgen haben die "Leaks" nun für den Kriegsverlauf? Gar keine, glaubt man der Ukraine: In Kiew gibt man sich demonstrativ gelassen und spricht von dem "gewöhnlichen Geheimdienstspiel". Russland selbst habe die Dokumente erstellt, um einen Keil zwischen den Westen und die Ukraine zu treiben.

Dem gegenüber stehen allerdings die alarmierten Äußerungen von US-Regierungsmitarbeitern und Geheimdienstlern. Der Chef der US-Denkfabrik Silverado Policy Acclelerator, Dimitri Alperovitch, sagte der "Washington Post", die Dokumente könnten einigen Schaden anrichten. Zwar enthielten sie keine konkreten Schlachtpläne - aber sie gäben Moskau unter anderem Aufschluss über Art und Menge der westlichen Waffen in der Ukraine und über das Personal, dass diese Waffen bedienen kann: Relevante Informationen über die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine also.
Quelle: Geleakte US-Geheimdokumente - ein Albtraum

Alles in allem sehr ungünstig. Sowohl von der Brisanz der Dokumente als auch den Zeitpunkt.
 
Wenn es keine Atomwaffen gäbe bräuchte eine USA wiedermal auch kein UN Mandat um einen Krieg gg Russland zu rechtfertigen lol Aber im ernst ich finde dass auch trotzt Atombomben der Handlungsspielraum groß genug ist um Russland jetzt auf Jahzehnte große Schäden zu verursachen bzw diesen Staat vlt sogar finanziell zu vernichten. Sollte man auch machen meine ich. Keine Gnade für Russland jetzt, bedeutet Frieden für morgen.
Würden Sie die "Vernichtung" auch für die USA befürworten, wegen des völkerrechswidrigen Angriffs auf Irak? Mit mehr Toten als in Ukraine. Oder Kosovo/Serbien? War auch völkerrechtswidrig.
Oder die Eroberung Hawaiis. Wie sehen Sie die 5 Milliarden Geheimdienstgelder zum Regierungssturz in der Ukraine? Oder die damalige Wahl der neuen Regierung, die in der Ukraine verfassungswidrig war?
Die Ostausdehnung der NATO die man laut Absprachen mit Russland nicht vornehmen wollte?
Alles in allem sehr ungünstig. Sowohl von der Brisanz der Dokumente als auch den Zeitpunkt.
Dafür, daß man in USA und Ukraine die Dokumente als gefälscht darstellen wollte, erfolgt ganz schön viel Aufwand um das "Leck" zu suchen. Also sind sie größtenteils echt und alles nur Show. Wie bei Snowden damals. Geheimdienste sind für die Interessen des eigenen Landes da und gesetzlich u.U. auch zur Lüge verpflichtet.
Nein das sind absolut keine berechtigten Befürchtungen, weil die RU und ihre Armeeführung genau wissen, das sie das nicht "überleben" würden, wenn die Nato auf Seiten der Ukraine konventionell in diesen Krieg eintreten würde.
Keinen Monat würde das die RU durchstehen!
Selbst den Russen in verantwortlicher Stellung und all ihrer "Blödheit" im führen dieses Krieges, ist das sonnenklar, nur zu Leuten wie dir, hat sich das nocht nicht herumgesprochen. Die RU ist faktisch militärisch mittlerweile nur noch ein Fliegengewicht.
Deshalb wird es eben nicht passieren, das ganze dient einzig und alleine der Angstmache für die Leute, die sich nicht informieren oder RU Propaganda hinterherlaufen.
Wieso müssen wir dann so extrem rüsten, wenn Russland nur ein Fliegengewicht ist? Wieso die Angstmache jeden Tag in der Presse?
Ich glaube, Ihre Argumentation ist nicht stringent.
 
Zuletzt bearbeitet:
Würden Sie die "Vernichtung" auch für die USA befürworten, wegen des völkerrechswidrigen Angriffs auf Irak? Mit mehr Toten als in Ukraine. Oder Kosovo/Serbien? War auch völkerrechtswidrig.
Oder die Eroberung Hawaiis. Wie sehen Sie die 5 Milliarden Geheimdienstgelder zum Regierungssturz in der Ukraine? Oder die damalige Wahl der neuen Regierung, die in der Ukraine verfassungswidrig war?
Die Ostausdehnung der NATO die man laut Absprachen mit Russland nicht vornehmen wollte?
Bitte scrollen Sie zurück und lesen dieses Topic genauer durch, bevor Sie meinen, wieder alles von Vorne aufrollen zu müssen, danke! -.-
Wieso müssen wir dann so extrem rüsten
Weil unsere Ausrüstung zu Brei gespart wurde, nicht für eine Verteidigung taugt und man ohnehin mehr nach dem Motto Vorsicht ist besser denn Nachsicht leben will.

Die Aufrüstung von heute ist für Konflikte von morgen. Dass diese kommen werden, dass haben uns die Kremlinge gezeigt. Frieden durch Handel fühlt sich gut an und wiegt in Sicherheit, doch diese Sicherheit wurde bereits 2014 ad acta gelegt, und wir haben es nicht wahrhaben wollen. Jetzt weht ein anderer Wind, weil wir gelernt haben.
Alles in allem sehr ungünstig. Sowohl von der Brisanz der Dokumente als auch den Zeitpunkt.
Angesichts der Tatsache, dass die Dokumente bereits seit Wochen kursieren, ist jetzt genau was passiert, damit es ein ungünstiger Zeitpunkt wird - außer der Tatsache, dass jetzt die Massenmedien darüber berichten?
 
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Angesichts der Tatsache, dass die Dokumente bereits seit Wochen kursieren, ist jetzt genau was passiert, damit es ein ungünstiger Zeitpunkt wird - außer der Tatsache, dass jetzt die Massenmedien darüber berichten?
Wenn da wirklich Informationen enthalten sind über die geplante ukrainische Offensive?
 

Große Raketen-Offensive der Russen scheitert endgültig
Seit Oktober 2022, also für die letzten sechs Monate, bombardierte die russische Armee immer wieder ukrainische Energieinfrastruktur. Das offensichtliche Ziel: Den Ukrainern die Energiezufuhr abzuschneiden und ihnen so nachhaltig zu schaden. Diese Raketen-Offensive ist nun aber „endgültig gescheitert“, wie die Militärexperten vom Institute for the Study of War (ISW) in einer neuen Analyse erklärten.



Demnach scheine Russland das Bombardement weitgehend eingestellt zu haben. Der ukrainische Energieminister verkündete am Samstag, dass erstmals seit Oktober wieder Energieexporte aufgenommen worden seien. Die Ziele der Russen laut ISW: Eine humanitäre Katastrophe in der Ukraine auszulösen, die militärischen Kapazitäten des Landes zu schwächen und es zu Verhandlungen zu zwingen. Vor allem die letzten beiden Ziele wurden dabei weit verfehlt.

Und jetzt sehen sie sich vermutlich mit einer relativ baldigen Gegenoffensive konfrontiert. Läuft für die Russen. :D
 
Ein Hauptproblem ist, viele Leute haben weder von Politik, Krieg, Soziologie, Wirtschaft, Energie eine Ahnung. Aber eine Meinung. Die kommt von ntv, Tagesschau, BILD, RTL. Man liest weder EU Berichte, UN Statuten, Völkerrecht. Selbst die Chronologie wird negiert. Da kann nur Krieg dabei herauskommen und später wußte man natürlich wieder mal nichts.
Bitte wieder auf das Thema konzentrieren!
War doch Ukraine und Krieg. Zusammenhänge sind sicher notwendig, oder?
Was wird moniert?
 
Wenn da wirklich Informationen enthalten sind über die geplante ukrainische Offensive?
schwer zu sagen, ein Großteil der Information waren bereits bekannt bzw. private Kanäle haben genau das Analysiert

die Russen wissen ebenfalls Vieles, sie behaupten ja schon seit Monaten, die Ukrainer würden in Richtung Maripol angreifen, viel mehr bleibt ja auch nicht übrig, um Bachmut haben die Russen gleich viele Truppen, im Norden ist es nicht sicher aufgrund der Grenznähe und um Kherson ist der Fluss die natürliche Sperre.

neu geformte Einheiten werden bekannt gegeben und die Lieferungen aus dem Westen werden alle angekündigt
es ist leider mehr als ein schlechter Witz das Einheiten aktuell nur mit humvee ausgestattet werden, zum Glück kommt jetzt noch etwas aus Polen

Und jetzt sehen sie sich vermutlich mit einer relativ baldigen Gegenoffensive konfrontiert. Läuft für die Russen. :D
bald ist relativ und das wird ein absolut schwieriges Unterfangen, die Ukrainer wollen, aber sie bekommen nicht die nötigen Mittel und das Ziel ist leider bekannt

die Ukrainer halten gerade noch einigen an schwerem Gerät in der Hinterhand und auf Trainingsplätzen, wie man auf einigen Aufnahmen gesehen hat und damit meine ich nicht nur Westmaterial

allerdings haben sie viel zu wenig Munition, teilweise haben sie nur 14 Schuss pro Tag, insgesamt verschießen sie wohl nur 7700 Schuss pro Tag und die Russen, die auch Probleme haben, das 3 Fache


ebenfalls scheint es in Bachmut wirklich an der Kotzgrenze gewesen zu sein


nur durch sehr gute Einheiten und massives Aufstocken konnten die Russen gestoppt werden, trotzdem hält man nur 20 Prozent der Stadt und die guten Einheiten werden von Tos Werfern in Bedrängnis gebracht

anscheinend gab es auch den Versuch das Atomkraftwerk zu befreien, weil sie der Hoffnung waren, die Russen würden daraus nicht angreifen..

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schwer zu sagen, ein Großteil der Information waren bereits bekannt bzw. private Kanäle haben genau das Analysiert

die Russen wissen ebenfalls Vieles, sie behaupten ja schon seit Monaten, die Ukrainer würden in Richtung Maripol angreifen, viel mehr bleibt ja auch nicht übrig, um Bachmut haben die Russen gleich viele Truppen, im Norden ist es nicht sicher aufgrund der Grenznähe und um Kherson ist der Fluss die natürliche Sperre.
Es gibt ja die ganze Zeit Gerüchte das sie die Krim zurückerobern wollen.
neu geformte Einheiten werden bekannt gegeben und die Lieferungen aus dem Westen werden alle angekündigt
es ist leider mehr als ein schlechter Witz das Einheiten aktuell nur mit humvee ausgestattet werden, zum Glück kommt jetzt noch etwas aus Polen
Meinst du die Kampfjets?
allerdings haben sie viel zu wenig Munition, teilweise haben sie nur 14 Schuss pro Tag, insgesamt verschießen sie wohl nur 7700 Schuss pro Tag und die Russen, die auch Probleme haben, das 3 Fache
Bemerkenswert ist das die Ukrainer den Russen trotzdem hohe Verluste zufügen.
 
Es gibt ja die ganze Zeit Gerüchte das sie die Krim zurückerobern wollen.
natürlich wäre dies eines der obersten Ziele, aber es ist auch die sinnvollste Richtung, wie bereits oben angedeutet

Meinst du die Kampfjets?
nein, gepanzerte Fahrzeuge sollen wohl kommen, die Frage ist wie schnell

Bemerkenswert ist das die Ukrainer den Russen trotzdem hohe Verluste zufügen.
die Russen sind ja auch die Angreifer und nicht überall gut ausgestattet, wie Videos zeigen, wie einzelne ukrainische Panzer einfach alleine den Graben säubern, sogar einfach darüber fahren

trotzdem war Bachmut wahrscheinlich keine gute Idee, eventuell wäre eine Verteidigungsposition hinter der Stadt besser
 
Ukrainische Militärs kritisieren inzwischen die Kämpfe in Bachmut. Es werden zuviele Truppen verschlissen ohne sichtbaren Erfolg. Man will damit möglichst viel russische Soldaten eliminieren, vergißt aber die eigenen Verluste.
Diese Militärs wurden allerdings sofort zurückgepfiffen.
Ein Rückzug aus Bachmut war im Gespräch.
natürlich wäre dies eines der obersten Ziele, aber es ist auch die sinnvollste Richtung, wie bereits oben angedeutet
Das wurde von US Militärberatern als eher aussichtslos und unwahrscheinlich bezeichnet. Zwischendurch hatte auch Selenskji Abstand von einer Rückeroberung genommen. Allerdings innerhalb von Tagen, als es wieder gut lief, seine Meinung geändert.
Da auf der Krim viele Russen leben, müßte man auch eine Deportation ins Auge fassen. Im Osten ebenso.
Das wurde von der ukrainischen Regierung auch schon so ähnlich benannt. Man will Rache an den Kollaborateuren üben, wie aus der ukrainischen Regierung zu hören war.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ukrainische Militärs kritisieren inzwischen die Kämpfe in Bachmut. Es werden zuviele Truppen verschlissen ohne sichtbaren Erfolg. Man will damit möglichst viel russische Soldaten eliminieren, vergißt aber die eigenen Verluste.
Diese Militärs wurden allerdings sofort zurückgepfiffen.
Ein Rückzug aus Bachmut war im Gespräch.
die Kritik gibt es seit Soledar und ansonsten wurde bis jetzt nur ein degradiert, der ein interview in einer großen Zeitung gegeben hat, wo er noch viel mehr kritisiert hat

das mit den Verlusten ist da quasi die gute alte Sowjet Schule, damit kennt sich ja auch Russland sehr gut aus ;)

die Ukrainer halten schon nur noch 20 Prozent der Stadt und haben sich immer weiter zurück gezogen

deine Aussagen kommen wir doch wieder sehr bekannt vor, die USA als Feindbild nr1 und dann nur die Probleme bei den Ukrainern sehen
 
die Kritik gibt es seit Soledar und ansonsten wurde bis jetzt nur ein degradiert, der ein interview in einer großen Zeitung gegeben hat, wo er noch viel mehr kritisiert hat

das mit den Verlusten ist da quasi die gute alte Sowjet Schule, damit kennt sich ja auch Russland sehr gut aus ;)

die Ukrainer halten schon nur noch 20 Prozent der Stadt und haben sich immer weiter zurück gezogen

deine Aussagen kommen wir doch wieder sehr bekannt vor, die USA als Feindbild nr1 und dann nur die Probleme bei den Ukrainern sehen
Stimmt es etwa nicht? Habe ich gesagt Russland hat keine Probleme?
Da wir ja die Ukraine unterstützen interessiert deren Situation ja mehr, oder? Dazu wird ja auch in der Presse und Politik jeweils hauptsächlich über die Ukraine berichtet.
Meinen Sie die ukrainischen Verluste sind gering? Hm, Feindbild USA? Begründen Sie bitte. Habe ich etwas Falsches geschrieben? Wenn ja, berichtigen Sie mich bitte.
 
Stimmt es etwa nicht?
ich habe deine Aussage alle berichtigt :)
Habe ich gesagt Russland hat keine Probleme?
bis jetzt hast du nur minderwertige Rechtfertigungen für den Angriff der Russen geliefert, du gibst dem Angreifer recht
Da wir ja die Ukraine unterstützen interessiert deren Situation ja mehr, oder?
in welchem Zusammenhang? jeder ausgeschaltete Russe interessiert mich auch, genau wie deren Munitionslage und andere Probleme innerhalb von Russland, jedes Feuer in einer Fabrik oder wenn sich Minderheiten gegen den Einzug stellen
Dazu wird ja auch in der Presse und Politik jeweils hauptsächlich über die Ukraine berichtet.
ist mach mir die Welt wie sie mir gefällt...? davon abgesehen sind wir hier nicht die Presse oder die Politik
Meinen Sie die ukrainischen Verluste sind gering?
das ist das Problem, wenn man meint hier einfach seine Gülle abwerfen zu können, du behauptest Dinge, die hier schon vor Monaten widerlegt worden und stellst beispielsweise ausgerechnet mir solche Fragen

Hm, Feindbild USA? Begründen Sie bitte.
das ist Offtopic, deswegen habe ich deinen Rant über die USA vorhin schon gemeldet
 
Zitat:
US-Außenminister Antony Blinken schließt langfristig Verhandlungen über die künftigen Grenzen der Ukraine nicht aus.
Washington – Der US-Außenminister Antony Blinken zeigt Zweifel an der Zurückeroberung der von Russland besetzten Gebiete. Die ukrainische Regierung hatte zuvor geäußert, sämtliche Regionen befreien zu wollen – einschließlich der Krim. Trotzdem sichert im Ukraine-Konflikt weiterhin volle Unterstützung zu, auch bei einer Gegenoffensive der Ukraine.
Ende
Bisher ist sind USA und andere Staaten nicht in der Lage, die von der Ukraine geforderten 100.000 Schuß Munition pro Monat zu liefern. Die Hersteller verlangen teilweise langfristige Verträge um neue Fabriken zu bauen. Was man dann in Friedenszeiten mit der Munition macht ist die Frage. Die Lieferabsprachen müssen ja eingehalten werden. Die Finanzierung wird Einsparungen auf anderen Feldern nach sich ziehen. Langfristig wird die Bereitschaft sinken, denn außer Waffen wird ja auch der ukrainische Haushalt zur Hälfte vom Ausland beglichen und für den Wiederaufbau sind bis zu 750 Milliarden, bis jetzt, von der ukrainischen Regierung genannt worden.
ich habe deine Aussage alle berichtigt :)

bis jetzt hast du nur minderwertige Rechtfertigungen für den Angriff der Russen geliefert, du gibst dem Angreifer recht

in welchem Zusammenhang? jeder ausgeschaltete Russe interessiert mich auch, genau wie deren Munitionslage und andere Probleme innerhalb von Russland, jedes Feuer in einer Fabrik oder wenn sich Minderheiten gegen den Einzug stellen

ist mach mir die Welt wie sie mir gefällt...? davon abgesehen sind wir hier nicht die Presse oder die Politik

das ist das Problem, wenn man meint hier einfach seine Gülle abwerfen zu können, du behauptest Dinge, die hier schon vor Monaten widerlegt worden und stellst beispielsweise ausgerechnet mir solche Fragen


das ist Offtopic, deswegen habe ich deinen Rant über die USA vorhin schon gemeldet
Ach, Sie waren das? Oh, da habe ich natürlich......
Gut, widerlegt bezüglich meiner Texte haben Sie nichts. Was bitte ist falsch? Gülle? In welcher Beziehung? Sie sollten schon etwas bezüglich des Krieges argumentieren. Und Sie sollten auch akzeptieren, was die ukrainische Regierung selbst zum Kriegsverlauf sagt, auch wenn Sie meinen es entspricht nicht der Wahrheit.
 
Ich frage lieber gleich nach, darf man hier einen längeren Text eines Bundeswehrgenerals i.R. zitieren oder den Link dazu?
Oder ist ein Interview mit einem ehem. Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des NATO-Militärausschusses zum Ukrainekrieg auch Offtopic?
 
Ah, sehe es gerade. Die Bundeswehr wird moniert. Hat mit der Ukraine nichts zu tun. Weshalb man dann wegen der Ukraine aufrüstet, na ja.
Wer so etwas schreibt diskreditiert sich eigentlich für jegliche Diskussion!
Doch natürlich, in der Ukraine findet ein Krieg in der Nachbarschaft statt mit der RU als Aggressor, die im Dezember 2021 Ultimaten und Forderungen an die Nato, EU, Finnland und Schweden gestellt hat (schriftlich). Die Nato ist das Bündnissystem von DE, als auch die EU zumindesten teilweise dort eine Rolle spielt.
Darüber hinaus hat Putin 2 Essyas geschrieben, in dem er den Anspruch der RU auf ganz Europa als Einflussphäre/Hegemon begründet.
Insoweit hat dieser Krieg zu 100% mit der BW und ihrer Verteidigungsbereitschaft zu tun und die 100 Milliarden Sondervermögen, die bei weiten nicht ausreichen, sind keine Aufrüstung, sondern die Wiederherstellung einer funktionfähigen Armee zur Landesverteidigung.
 
Wer so etwas schreibt diskreditiert sich eigentlich für jegliche Diskussion!
Doch natürlich, in der Ukraine findet ein Krieg in der Nachbarschaft statt mit der RU als Aggressor, die im Dezember 2021 Ultimaten und Forderungen an die Nato, EU, Finnland und Schweden gestellt hat (schriftlich). Die Nato ist das Bündnissystem von DE, als auch die EU zumindesten teilweise dort eine Rolle spielt.
Darüber hinaus hat Putin 2 Essyas geschrieben, in dem er den Anspruch der RU auf ganz Europa als Einflussphäre/Hegemon begründet.
Insoweit hat dieser Krieg zu 100% mit der BW und ihrer Verteidigungsbereitschaft zu tun und die 100 Milliarden Sondervermögen, die bei weiten nicht ausreichen, sind keine Aufrüstung, sondern die Wiederherstellung einer funktionfähigen Armee zur Landesverteidigung.
Nun, sind Sie an einer Einschätzung eines Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des NATO-Militärausschusses interessiert? Der sieht das etwas anders. Wissen Sie welche Forderungen Putin gestellt hat?
Hegemon. Sie wissen was das bedeutet?
Die 100 Milliarden, es sollten 300 Milliarden laut Militär sein, sind zur Aufrüstung. Wie Sie wissen sind Anschaffungen geplant die in dieser Dimension nicht vorhanden waren. Wie kommen Sie auf Wiederherstellung? Ab wievielen Milliarden wäre das der Fall? Wurden wir seit dem Krieg bedroht? Sind wir heute bedroht?
Ausgaben Russland, 65 Milliarden Euro, USA alleine 850 Milliarden. Deutschland ca 50 Milliarden. Die Nato umfaßt den größten Teil der weltweiten Militärausgaben und unterhält mit riesigem Abstand die meisten Militärbasen, verteilt über die ganze Welt. Alleine der US-Geheimdienst der auch in der Ukraine seit vielen Jahren aktiv ist hat ein Budget größer als das der Bundeswehr und anderer EU Länder. Dieser hört uns ja auch ab.
Der Krieg in der Ukraine steht und fällt mit den Interessen der USA. Das höre ich auch direkt von US Soldaten, Seals und höheren Rängen.
Ich frage lieber gleich nach, darf man hier einen längeren Text eines Bundeswehrgenerals i.R. zitieren oder den Link dazu?
Oder ist ein Interview mit einem ehem. Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des NATO-Militärausschusses zum Ukrainekrieg auch Offtopic?
Hm, habe noch keine Antwort. Ich nehme mal an es ist erlaubt. Wird ja eh geprüft
Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und Ex-Vorsitzende des Nato-Militärausschusses spricht Klartext über die Situation in der Ukraine und was das für Deutschland bedeuten könnte.

Interview und Erstveröffentlichung: Zeitgeschehen im Fokus von Thomas Kaiser
Welchen Wert geben Sie der Berichterstattung über die Ukraine in unseren Mainstream-Medien?
General a. D. Harald Kujat: Der Ukrainekrieg ist nicht nur eine militärische Auseinandersetzung; er ist auch ein Wirtschafts- und ein Informationskrieg. In diesem Informationskrieg kann man zu einem Kriegsteilnehmer werden, wenn man sich Informationen und Argumente zu eigen macht, die man weder verifizieren noch aufgrund eigener Kompetenz beurteilen kann. Zum Teil spielen auch als moralisch verstandene oder ideologische Motive eine Rolle.
Das ist in Deutschland besonders problematisch, weil in den Medien überwiegend «Experten» zu Wort kommen, die über keine sicherheitspolitischen und strategischen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen und deshalb Meinungen äussern, die sie aus Veröffentlichungen anderer «Experten» mit vergleichbarer Sachkenntnis beziehen. Offensichtlich wird damit auch politischer Druck auf die Bundesregierung aufgebaut. Die Debatte über die Lieferung bestimmter Waffensysteme zeigt überdeutlich die Absicht vieler Medien, selbst Politik zu machen. Es mag sein, dass mein Unbehagen über diese Entwicklung eine Folge meines langjährigen Dienstes in der Nato ist, unter anderem als Vorsitzender des Nato-Russland-Rats und der Nato-Ukraine-Kommission der Generalstabschefs.
Besonders ärgerlich finde ich, dass die deutschen Sicherheitsinteressen und die Gefahren für unser Land durch eine Ausweitung und Eskalation des Krieges so wenig beachtet werden. Das zeugt von einem Mangel an Verantwortungsbewusstsein oder, um einen altmodischen Begriff zu verwenden, von einer höchst unpatriotischen Haltung. In den Vereinigten Staaten, einem der beiden Hauptakteure in diesem Konflikt, ist der Umgang mit dem Ukrainekrieg wesentlich differenzierter und kontroverser, gleichwohl aber immer von nationalen Interessen geleitet.
Sie haben sich Anfang 2022, als die Lage an der Grenze zur Ukraine immer zugespitzter wurde, zum damaligen Inspekteur der Marine, Vizegeneral Kai-Achim Schönbach, geäussert und sich im gewissen Sinne hinter ihn gestellt. Er warnte eindringlich vor einer Eskalation mit Russland und machte dem Westen den Vorwurf, er hätte Putin gedemütigt, und man müsse auf gleicher Augenhöhe mit ihm verhandeln.
Ich habe mich nicht in der Sache geäussert, sondern um ihn vor unqualifizierten Angriffen in Schutz zu nehmen. Ich war allerdings immer der Ansicht, dass man diesen Krieg verhindern muss und dass man ihn auch hätte verhindern können. Dazu habe ich mich im Dezember 2021 auch öffentlich geäussert. Und Anfang Januar 2022 habe ich Vorschläge veröffentlicht, wie in Verhandlungen ein für alle Seiten akzeptables Ergebnis erzielt werden könnte, mit dem ein Krieg doch noch vermieden wird. Leider ist es anders gekommen. Vielleicht wird einmal die Frage gestellt, wer diesen Krieg wollte, wer ihn nicht verhindern wollte und wer ihn nicht verhindern konnte.
Wie schätzen Sie die momentane Entwicklung in der Ukraine ein?
Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger wird es, einen Verhandlungsfrieden zu erzielen. Die russische Annexion von vier ukrainischen Gebieten am 30. September 2022 ist ein Beispiel für eine Entwicklung, die nur schwer rückgängig gemacht werden kann. Deshalb fand ich es so bedauerlich, dass die Verhandlungen, die im März in Istanbul geführt wurden, nach grossen Fortschritten und einem durchaus positiven Ergebnis für die Ukraine abgebrochen wurden. Russland hatte sich in den Istanbul-Verhandlungen offensichtlich dazu bereit erklärt, seine Streitkräfte auf den Stand vom 23. Februar zurückzuziehen, also vor Beginn des Angriffs auf die Ukraine. Jetzt wird immer wieder der vollständige Abzug als Voraussetzung für Verhandlungen gefordert.
Was hat denn die Ukraine als Gegenleistung angeboten?
Die Ukraine hatte sich verpflichtet, auf eine Nato-Mitgliedschaft zu verzichten und keine Stationierung ausländischer Truppen oder militärischer Einrichtungen zuzulassen. Dafür sollte sie Sicherheitsgarantien von Staaten ihrer Wahl erhalten. Die Zukunft der besetzten Gebiete sollte innerhalb von 15 Jahren diplomatisch, unter ausdrücklichem Verzicht auf militärische Gewalt gelöst werden.
Warum kam der Vertrag nicht zustande, der Zehntausenden das Leben gerettet und den Ukrainern die Zerstörung ihres Landes erspart hätte?
Nach zuverlässigen Informationen hat der damalige britische Premierminister Boris Johnson am 9. April in Kiew interveniert und eine Unterzeichnung verhindert. Seine Begründung war, der Westen sei für ein Kriegsende nicht bereit.
Es ist ungeheuerlich, was da gespielt wird, von dem der gutgläubige Bürger keine Ahnung hat. Die Verhandlungen in Istanbul waren bekannt, auch dass man kurz vor einer Einigung stand, aber von einem Tag auf den anderen hat man nichts mehr gehört.
Mitte März hatte beispielsweise die britische «Financial Times» über Fortschritte berichtet. Auch in einigen deutschen Zeitungen erschienen entsprechende Meldungen. Weshalb die Verhandlungen scheiterten, ist allerdings nicht berichtet worden. Als Putin am 21. September die Teilmobilmachung verkündete, erwähnte er zum ersten Mal öffentlich, dass die Ukraine in den Istanbul-Verhandlungen im März 2022 positiv auf russische Vorschläge reagiert habe. «Aber», sagte er wörtlich, «eine friedliche Lösung passte dem Westen nicht, deshalb hat er Kiew tatsächlich befohlen, alle Vereinbarungen zunichte zu machen.»
Darüber schweigt tatsächlich unsere Presse.
Anders als beispielsweise die amerikanischen Medien. «Foreign Affairs» und «Responsible Statecraft», zwei renommierte Zeitschriften, veröffentlichten dazu sehr informative Berichte. Der Artikel in «Foreign Affairs» war von Fiona Hill, einer ehemals hochrangigen Mitarbeiterin im nationalen Sicherheitsrat des Weissen Hauses. Sie ist sehr kompetent und absolut zuverlässig. Sehr detaillierte Informationen wurden bereits am 2. Mai auch in der regierungsnahen «Ukrainska Pravda» veröffentlicht.
Haben Sie noch weitere Angaben zu dieser Ungeheuerlichkeit?
Es ist bekannt, dass die wesentlichen Inhalte des Vertragsentwurfs auf einem Vorschlag der ukrainischen Regierung vom 29. März beruhen. Darüber berichten inzwischen auch viele US-amerikanische Medien. Ich habe jedoch erfahren müssen, dass deutsche Medien selbst dann nicht bereit sind, das Thema aufzugreifen, wenn sie Zugang zu den Quellen haben.
Sie äussern sich in einem Artikel folgendermassen: «Der Mangel an sicherheitspolitischem Weitblick und strategischem Urteilsvermögen in unserem Lande ist beschämend.» Was meinen Sie damit konkret?
Nehmen wir als Beispiel den Zustand der Bundeswehr. 2011 wurde eine Bundeswehrreform durchgeführt, die sogenannte Neuausrichtung der Bundeswehr. Neuausrichtung bedeutete weg vom Verfassungsauftrag der Landes- und Bündnisverteidigung und hin zu Auslandseinsätzen. Zur Begründung hiess es, dass es kein Risiko eines konventionellen Angriffs auf Deutschland und die Nato-Verbündeten gebe. Personalumfang und Struktur der Streitkräfte, Ausrüstung, Bewaffnung und Ausbildung wurden auf Auslandseinsätze ausgerichtet. Streitkräfte, die über die Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung verfügen, können auch Stabilisierungseinsätze durchführen, zumal die Bundesregierung und das Parlament darüber im Einzelfall selbst entscheiden können. Umgekehrt ist das nicht der Fall, denn ob der Fall der Landes- und Bündnisverteidigung eintritt, entscheidet der Aggressor. Die damalige Lagebeurteilung war ohnehin falsch. Denn durch die einseitige Kündigung des ABM-Vertrages durch die USA war bereits 2002 ein strategischer Wendepunkt im Verhältnis zu Russland entstanden. Politischer Wendepunkt war der Nato-Gipfel in Bukarest 2008, als US-Präsident George W. Bush versuchte, eine Einladung der Ukraine und Georgiens zum Nato-Beitritt durchzusetzen. Als er damit scheiterte, wurde, wie in solchen Fällen üblich, eine vage Beitrittsperspektive für diese Länder in das Communiqué aufgenommen.
Sehen Sie aufgrund dieser Entwicklung zwischen Russland und den USA einen Zusammenhang mit der aktuellen Krise?
Obwohl durch den Ukrainekrieg das Risiko einer Konfrontation Russlands und der Nato für jedermann offensichtlich ist, wird die Bundeswehr weiter entwaffnet, ja, geradezu kannibalisiert, um Waffen und militärisches Gerät für die Ukraine freizusetzen. Einige Politiker rechtfertigen dies sogar mit dem unsinnigen Argument, dass unsere Freiheit in der Ukraine verteidigt würde.

Warum ist das für Sie ein unsinniges Argument? Alle argumentieren so, selbst der Vorsteher des Schweizer Aussendepartements, Ignazio Cassis.

Die Ukraine kämpft um ihre Freiheit, um ihre Souveränität und um die territoriale Integrität des Landes. Aber die beiden Hauptakteure in diesem Krieg sind Russland und die USA. Die Ukraine kämpft auch für die geopolitischen Interessen der USA. Denn deren erklärtes Ziel ist es, Russland politisch, wirtschaftlich und militärisch so weit zu schwächen, dass sie sich dem geopolitischen Rivalen zuwenden können, der als einziger in der Lage ist, ihre Vormachtstellung als Weltmacht zu gefährden: China. Zudem wäre es doch höchst unmoralisch, die Ukraine in ihrem Kampf für unsere Freiheit allein zu lassen und lediglich Waffen zu liefern, die das Blutvergiessen verlängern und die Zerstörung des Landes vergrössern. Nein, in diesem Krieg geht es nicht um unsere Freiheit. Die Kernprobleme, weshalb der Krieg entstanden ist und immer noch fortgesetzt wird, obwohl er längst beendet sein könnte, sind ganz andere.

Was ist Ihrer Meinung nach das Kernproblem?

Russland will verhindern, dass der geopolitische Rivale USA eine strategische Überlegenheit gewinnt, die Russlands Sicherheit gefährdet. Sei es durch Mitgliedschaft der Ukraine in der von den USA geführten Nato, sei es durch die Stationierung amerikanischer Truppen, die Verlagerung militärischer Infrastruktur oder gemeinsamer Nato-Manöver. Auch die Dislozierung amerikanischer Systeme des ballistischen Raketenabwehrsystems der Nato in Polen und Rumänien ist Russland ein Dorn im Auge, denn Russland ist überzeugt, dass die USA von diesen Abschussanlagen auch russische interkontinentalstrategische Systeme ausschalten und damit das nuklearstrategische Gleichgewicht gefährden könnten. Eine wichtige Rolle spielt auch das Minsk II-Abkommen, in dem die Ukraine sich verpflichtet hat, der russischsprachigen Bevölkerung im Donbas bis Ende 2015 durch eine Verfassungsänderung mit einer grösseren Autonomie der Region Minderheitenrechte zu gewähren, wie sie in der Europäischen Union Standard sind. Es gibt inzwischen Zweifel, ob die USA und die Nato bereit waren, vor dem russischen Angriff auf die Ukraine ernsthaft über diese Fragen zu verhandeln.

Wilfried Scharnagl zeigt in seinem Buch «Am Abgrund» bereits 2015 ganz deutlich auf, dass die Politik des Westens eine unglaubliche Provokation ist, und wenn EU und Nato ihren Kurs nicht ändern, es zu einer Katastrophe kommen könnte.

Ja, damit muss man rechnen. Je länger der Krieg dauert, desto grösser wird das Risiko einer Ausweitung oder Eskalation.

Das haben wir bereits in der Kubakrise gehabt.

Das war eine vergleichbare Situation.

Wie beurteilen Sie die beschlossene Lieferung von Marder-Panzern an die Ukraine?

Waffensysteme haben Stärken und Schwächen aufgrund technischer Merkmale und damit – abhängig vom Ausbildungstand der Soldaten sowie den jeweiligen operativen Rahmenbedingungen – einen bestimmten Einsatzwert. Im Gefecht der verbundenen Waffen wirken verschiedene Waffensysteme in einem gemeinsamen Führungs- bzw. Informationssystem zusammen, wodurch die Schwächen des einen Systems durch die Stärken anderer Systeme ausgeglichen werden. Bei einem niedrigen Ausbildungsstand des Bedienungspersonals oder wenn ein Waffensystem nicht gemeinsam mit anderen Systemen in einem funktionalen Zusammenhang eingesetzt wird und möglicherweise die Einsatzbedingungen schwierig sind, ist der Einsatzwert gering. Damit besteht die Gefahr der frühzeitigen Ausschaltung oder sogar das Risiko, dass die Waffe in die Hand des Gegners fällt. Das ist die gegenwärtige Lage, in der moderne westliche Waffensysteme im Ukrainekrieg zum Einsatz kommen. Russland hat im Dezember ein umfangreiches Programm zur Auswertung der technischen und operativ-taktischen Parameter eroberter westlicher Waffen begonnen, was die Effektivität der eigenen Operationsführung und Waffenwirkung erhöhen soll.

Darüber hinaus stellt sich grundsätzlich die Frage der Mittel-Zweck-Relation. Welchem Zweck sollen die westlichen Waffen dienen? Selenskij hat die strategischen Ziele der ukrainischen Kriegsführung immer wieder geändert. Gegenwärtig verfolgt die Ukraine das Ziel, alle von Russland besetzten Gebiete einschliesslich der Krim zurückzuerobern. Der deutsche Bundeskanzler sagt, wir unterstützen die Ukraine, solange das nötig ist, also auch bei der Verfolgung dieses Ziels, obwohl die USA mittlerweile betonen, es ginge darum, lediglich «das Territorium zurückzuerobern, das seit dem 24. Februar 2022 von Russland eingenommen wurde.»

Es gilt somit die Frage zu beantworten, ob das Mittel westlicher Waffenlieferungen geeignet ist, den von der Ukraine beabsichtigten Zweck zu erfüllen. Diese Frage hat eine qualitative und eine quantitative Dimension. Die USA liefern keine Waffen ausser solche zur Selbstverteidigung, keine Waffen, die das Gefecht der verbundenen Waffen ermöglichen und vor allem keine, die eine nukleare Eskalation auslösen könnten. Das sind Präsident Bidens drei Neins.

Wie will die Ukraine ihre militärischen Ziele erreichen?

Der ukrainische Generalstabschef, General Saluschnij, sagte kürzlich: «Ich brauche 300 Kampfpanzer, 600 bis 700 Schützenpanzer und 500 Haubitzen, um die russischen Truppen auf die Positionen vor dem Angriff vom 24. Februar zurückzudrängen. Jedoch mit dem, was er erhalte, seien «grössere Operationen nicht möglich». Ob die ukrainischen Streitkräfte angesichts der grossen Verluste der letzten Monate überhaupt noch über eine ausreichende Zahl geeigneter Soldaten verfügen, um diese Waffensysteme einsetzen zu können, ist allerdings fraglich. Jedenfalls erklärt auch die Aussage General Saluschnijs, weshalb die westlichen Waffenlieferungen die Ukraine nicht in die Lage versetzen, ihre militärischen Ziele zu erreichen, sondern lediglich den Krieg verlängern. Hinzu kommt, dass Russland die westliche Eskalation jederzeit durch eine eigene übertreffen könnte.

In der deutschen Diskussion werden diese Zusammenhänge nicht verstanden oder ignoriert. Dabei spielt auch die Art und Weise eine Rolle, wie einige Verbündete versuchen, die Bundesregierung öffentlich nun auch zur Lieferung von Leopard 2-Kampfpanzern zu drängen. Das hat es in der Nato bisher nicht gegeben. Es zeigt, wie sehr Deutschlands Ansehen im Bündnis durch die Schwächung der Bundeswehr gelitten hat und mit welchem Engagement einige Verbündete das Ziel verfolgen, Deutschland gegenüber Russland besonders zu exponieren.

Was nährt Selsenkijs Auffassung, man könne die Russen aus der Ukraine vertreiben?

Möglicherweise werden die ukrainischen Streitkräfte mit den Waffensystemen, die ihnen auf der nächsten Geberkonferenz am 20. Januar zugesagt werden, etwas effektiver in der Lage sein, sich gegen die in den nächsten Wochen stattfindenden russischen Offensiven zu verteidigen. Sie können dadurch aber nicht die besetzten Gebiete zurückerobern. Nach Ansicht des US-amerikanischen Generalstabschefs, General Mark Milley, hat die Ukraine das, was sie militärisch erreichen konnte, erreicht. Mehr ist nicht möglich. Deshalb sollten jetzt diplomatische Bemühungen aufgenommen werden, um einen Verhandlungsfrieden zu erreichen. Ich teile diese Auffassung.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die russischen Streitkräfte offenbar die Absicht haben, das eroberte Gebiet zu verteidigen und den Rest des Donbas zu erobern, um die von ihnen annektierten Gebiete zu konsolidieren. Sie haben ihre Verteidigungsstellungen gut dem Gelände angepasst und stark befestigt. Angriffe auf diese Stellungen erfordern einen hohen Kräfteaufwand und die Bereitschaft, erhebliche Verluste hinzunehmen. Durch den Abzug aus der Region Cherson wurden ungefähr 22 000 kampfkräftige Truppen für Offensiven freigesetzt. Zudem werden weitere Kampfverbände als Verstärkung in die Region verlegt.

Aber was sollen dann die Waffenlieferungen, die das Erreichen von Selenskijs Ziel nicht ermöglichen?

Die derzeitigen Bemühungen der USA, die Europäer zu weiteren Waffenlieferungen zu veranlassen, haben möglicherweise mit dieser Lageentwicklung zu tun. Man muss zwischen den öffentlich geäusserten Gründen und den konkreten Entscheidungen der Bundesregierung unterscheiden. Es würde zu weit führen, auf das ganze Spektrum dieser Diskussion einzugehen. Ich würde mir allerdings wünschen, dass die Bundesregierung in dieser Frage wirklich kompetent beraten wird und – was vielleicht noch wichtiger ist – der Bedeutung dieser Frage entsprechend aufnahmebereit und urteilsfähig wäre.

Die Bundesregierung ist mit der Unterstützung der Ukraine schon sehr weit gegangen. Zwar machen Waffenlieferungen Deutschland noch nicht zur Konfliktpartei. Aber in Verbindung mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten an diesen Waffen unterstützen wir die Ukraine dabei, ihre militärischen Ziele zu erreichen. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags hat deshalb in seinem Gutachten vom 16. März 2022 erklärt, dass damit der gesicherte Bereich der Nicht-Kriegsführung verlassen wird. Auch die USA werden ukrainische Soldaten in Deutschland ausbilden. Das Grundgesetz enthält in seiner Präambel ein striktes Friedensgebot für unser Land. Das Grundgesetz toleriert die Unterstützung einer Kriegspartei also nur dann, wenn diese geeignet ist, eine friedliche Lösung zu ermöglichen. Die Bundesregierung ist deshalb in der Pflicht, der deutschen Bevölkerung zu erklären, innerhalb welcher Grenzen und mit welchem Ziel die Unterstützung der Ukraine erfolgt. Schliesslich müssten auch der ukrainischen Regierung die Grenzen der Unterstützung aufgezeigt werden. Selbst Präsident Biden hat vor einiger Zeit in einem Namensartikel erklärt, dass die USA die Ukraine zwar weiter militärisch unterstützen werden, aber eben auch ihre Bemühungen, in diesem Konflikt einen Verhandlungsfrieden zu erreichen.

Seit Wochen rennt die ukrainische Armee gegen die Russen an – ohne Erfolg. Dennoch spricht Selenskij von Rückeroberung. Ist das Propaganda oder besteht diese Möglichkeit tatsächlich?

Nein, dazu sind die ukrainischen Streitkräfte sowohl nach Einschätzung des amerikanischen wie des ukrainischen Generalstabschefs nicht in der Lage. Beide Kriegsparteien befinden sich gegenwärtig wieder in einer Pattsituation, die durch die Einschränkungen aufgrund der Jahreszeit verstärkt wird. Jetzt wäre also der richtige Zeitpunkt, die abgebrochenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. Die Waffenlieferungen bedeuten das Gegenteil, nämlich dass der Krieg sinnlos verlängert wird, mit noch mehr Toten auf beiden Seiten und der Fortsetzung der Zerstörung des Landes. Aber auch mit der Folge, dass wir noch tiefer in diesen Krieg hineingezogen werden. Selbst der Nato-Generalsekretär hat kürzlich vor einer Ausweitung der Kämpfe zu einem Krieg zwischen der Nato und Russland gewarnt.

Sie sagen, wir haben wieder eine «Pattsituation». Was meinen Sie damit?

Eine positive Ausgangslage für eine Verhandlungslösung hatte sich beispielsweise Ende März vergangenen Jahres ergeben, als die Russen entschieden, vor Kiew abzudrehen und sich auf den Osten und den Donbas zu konzentrieren. Das hat die Verhandlungen in Istanbul ermöglicht. Eine ähnliche Lage entstand im September, bevor Russland die Teilmobilisierung durchführte. Die damals entstandenen Möglichkeiten sind nicht genutzt worden. Jetzt wäre es wieder Zeit zu verhandeln, und wir nutzen auch diese Gelegenheit nicht, sondern tun das Gegenteil: Wir schicken Waffen und eskalieren. Auch dies ist ein Aspekt, der den Mangel an sicherheitspolitischem Weitblick und strategischem Urteilsvermögen offenlegt.

Sie haben in Ihrem Text noch erwähnt, dass der russische Verteidigungsminister Schoigu Bereitschaft für Verhandlungen signalisiert hat …

… das hat auch Putin gemacht. Putin hat am 30. September, als er zwei weitere Regionen zu russischem Territorium erklärte, ausdrücklich wieder Verhandlungen angeboten. Er hat das zwischenzeitlich mehrfach getan. Jetzt ist es allerdings so, dass Schoigu das nicht an Bedingungen geknüpft hat, aber Putin hat sozusagen die Latte höher gelegt, indem er sagte, wir sind zu Verhandlungen bereit, aber es setzt natürlich voraus, dass die andere Seite die Gebiete, die wir annektiert haben, anerkennt. Daran sieht man, dass sich die Positionen beider Seiten immer mehr verhärten, je länger der Krieg dauert. Denn Selenskij sagte, er verhandle erst, wenn sich die Russen vollständig aus der Ukraine zurückgezogen hätten. Damit wird eine Lösung immer schwieriger, aber sie ist noch nicht ausgeschlossen.

Ich möchte noch auf ein Ereignis zu sprechen kommen. Frau Merkel hat in einem Interview …

… ja, was sie sagt, ist eindeutig. Sie hätte das Minsk II-Abkommen nur ausgehandelt, um der Ukraine Zeit zu verschaffen. Und die Ukraine habe diese auch genutzt, um militärisch aufzurüsten. Das hat der ehemalige französische Präsident Hollande bestätigt.

Petro Poroschenko, der ehemalige ukrainische Staatspräsident, hat das ebenfalls gesagt.

Russland bezeichnet das verständlicherweise als Betrug. Und Merkel bestätigt, dass Russland ganz bewusst getäuscht wurde. Das kann man bewerten, wie man will, aber es ist ein eklatanter Vertrauensbruch und eine Frage der politischen Berechenbarkeit. Nicht wegdiskutieren kann man allerdings, dass die Weigerung der ukrainischen Regierung – in Kenntnis dieser beabsichtigten Täuschung – das Abkommen umzusetzen, noch wenige Tage vor Kriegsbeginn, einer der Auslöser für den Krieg war. Die Bundesregierung hatte sich in der Uno-Resolution dazu verpflichtet, das «gesamte Paket» der vereinbarten Massnahmen umzusetzen. Darüber hinaus hat die Bundeskanzlerin mit den anderen Teilnehmern des Normandie-Formats eine Erklärung zur Resolution unterschrieben, in der sie sich noch einmal ausdrücklich zur Implementierung der Minsk-Vereinbarungen verpflichtete.

Das ist doch auch ein Völkerrechtsbruch?

Ja, das ist ein Völkerrechtsbruch, das ist eindeutig. Der Schaden ist immens. Man muss sich die heutige Situation einmal vorstellen. Die Leute, die von Anfang an Krieg führen wollten und immer noch wollen, haben den Standpunkt vertreten, mit Putin kann man nicht verhandeln. Der hält die Vereinbarungen so oder so nicht ein. Jetzt stellt sich heraus, wir sind diejenigen, die internationale Vereinbarungen nicht einhalten.

Nach meinen Kenntnissen halten die Russen ihre Verträge ein, sogar während des aktuellen Krieges hat Russland weiterhin Gas geliefert. Aber Frau Baerbock hat vollmundig verkündet: «Wir wollen kein russisches Gas mehr!» Daraufhin hat Russland die Menge gedrosselt. So war es doch?

Ja, wir haben gesagt, wir wollen kein russisches Gas mehr. Alle Folgewirkungen, die Energiekrise, die wirtschaftliche Rezession etc. sind das Resultat der Entscheidung der Bundesregierung und nicht einer Entscheidung der russischen Regierung.

Aber wenn Sie die Nachrichten hören oder sehen – auch bei uns in der Schweiz – dann gibt es die Energiekrise aufgrund von Putins Entscheid, Krieg gegen die Ukraine zu führen.

In der Vergangenheit gab es zweimal Schwierigkeiten bei der Lieferung von Gas, die von der Ukraine verursacht wurden. Da sollte man ehrlich sein. Russland würde weiter liefern, aber wir wollen von dort nichts mehr, weil es die Ukraine angegriffen hat. Dann kommt noch die Frage auf: Wer hat eigentlich North-Stream II in die Luft gesprengt?

Haben Sie eine Einschätzung zur Sprengung?

Nein, das wäre reine Spekulation. Es gibt Indizien wie so häufig, aber keine Beweise. Jedenfalls keine, die öffentlich bekannt geworden sind. Aber Sie können ganz sicher sein: Die Sonne bringt es an den Tag.

Welche Erfahrungen haben Sie in Verhandlungen mit Russland gemacht?

Ich habe viele Verhandlungen mit Russland geführt, z. B. über den russischen Beitrag zum Kosovo-Einsatz der Nato. Die USA hatten uns darum gebeten, weil sie mit Russland zu keinem Ergebnis kamen. Russland war schliesslich bereit, seine Truppen einem deutschen Nato-Befehlshaber zu unterstellen. In den 90er Jahren entstand eine enge politische Abstimmung und militärische Zusammenarbeit zwischen der Nato und Russland, seit 1997 durch den Nato-Russland-Grundlagenvertrag geregelt. Die Russen sind harte Verhandlungspartner, aber wenn man zu einem gemeinsamen Ergebnis kommt, dann steht das und gilt auch.

Wie sah das Ergebnis aus?

Die Russen wollten in den Verhandlungen um den Grundlagenvertrag eine Art Mitentscheidungsrecht erhalten. Das war nicht möglich. Wir haben aber einen Weg gefunden, gemeinsame Lösungen in Fällen zu finden, in denen die Sicherheitsinteressen der einen oder anderen Seite betroffen sind. Nach dem Georgienkrieg hat die Nato die Zusammenarbeit leider weitgehend suspendiert. Es hat sich auch im Vorfeld des Ukrainekrieges gezeigt, dass Regelungen, die in Zeiten eines guten Verhältnisses für die Beilegung von Krisen und Konflikten geschaffen werden, dann ihren Wert haben, wenn es zu Spannungen kommt. Leider hat man das nicht verstanden.

Herr General Kujat, ich danke für das Gespräch.

Interview Thomas Kaiser
 
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