In der Rolle ausreichend. Russland nutzt zum Beispiel ihre Rapier Pak in dieser Rolle ziemlich erfolgreich.
Ich kann für den Leo 1 (aus naheliegenden Gründen) keine Reichweitenangabe in ungerichteten Feuer finden, aber soweit ich recherchieren konnte, nutzt er leichtere Projektile mit höherer Mündungsgeschwindigkeit als die russische 100 mm (was zur sowjetischen Entwicklungstradition passt). Gut für die Präzision bei direktem Schuss, aber mit schärfer abfallender Reichweite nach hinten raus und die >8 km der T-12 bei indirektem Feuer sind SEHR WEIT hinten raus aus Sicht eines für <<<2 km konziperten Kampfpanzers. Der Hauptunterschied ist aber: Die Russen haben für nahezu jedes ihrer Kaliber simple HE-Munition. Die NATO für den Leo 1 nicht. Selbst Squashhead erzeugt abseits der Hauptwirkungsrichtung (eigentlich "vorn" aber bei indirektem Feuer eben "in den Boden") eine weitaus geringere Druckwelle als eine reine HE gleicher Größe, HEAT sowieso. Es wird einfach weniger Sprengstoff geliefert und der ist auch noch so geformt und teilweise mit Inertmaterial umgeben, das er seine Wirkung in Richtung der Geschossflugbahn konzentriert entfaltet.
Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit der Feuerkorrektur durch Drohnen. Im 1WK dienten dazu Ballons und Flugzeuge.
Dazu noch die richtige Munitionsart und man erreicht eine Wirkung.
Im ersten Weltkrieg brauchte der Feind auch mehr als 10 Sekunden, um das Gegenfeuer zu eröffnen. Weiß nicht, wie gut die Russen in Sachen Counter-Arty sind, aber wenn es um Hochprioritätsziele wie Kampfpanzer geht, werden sie sicherlich einiges an Anstrengung investieren und dann wird es schon riskant, den Einschlag des ersten Schusses abzuwarten; mehr als zwei Korrekturrunden kann man sich keinesfalls erlauben. Einer erfahrenen Artilleriecrew würde das, bei entsprechender Vorbereitung, vielleicht reichen. Aber am Leo hast du nicht einmal die Instrumentierung um vorab etwas anzuvisieren.
tl;dr: Der Leo 1 ist ein miserable Behelfsartillerie und ich rechne nicht damit, dass die Ukraine ihn in der Rolle einsetzen wird.
Es reicht eine Lancet, welche die schwach gepanzerten Flächen trifft. Es genügt den Panzer zu beschädigen und Kampfunfähig zu machen. Oft fangen Fahrzeuge wie polnische Krab danach an zu brennen.
Dazu gibt es noch Krasnopol und nachts Mi-28 mit Reichweiten von 10-14 km, welche auf Infarot Signaturen reagieren, wenn der Panter noch " Restwärme" abstrahlt
Und was hat ein zielgerichteter Schuss panzerbrechender Waffen von einem hinter oder zumindest über den feindlichen Linien operierenden Kampfhubschrauber jetzt mit den von dir zuerst ernannten Artillerieschrapnellen zu tun, deren zugehörige Projektile nur aus einer Richtung, nämlich vorne, kommen können?
Würden Mi-28 im ukrainischen Hinterland operieren, um Panzern in den weichen Rücken zu schießen, würde dieser Krieg ganz anders aussehen. Dummerweise ist Infrarot aber keine russische Erfindung, sondern jeder Stinger ein Begriff. Deswegen sieht man in russischen Propagandavideos auch so gerne Kampfhubschrauber, die ungelenkte Raketensalven im Steigflug abfeuern: Das ist nichts weiter als der Versuch, zulasten jeglicher Treffergenaugikeit die Reichweite zu maximieren, um ja nicht auch nur in die Nähe von Ukrainern fliegen zu müssen. Solche Manöver haben sich in den ersten Kriegstagen als viel zu Verlustreich erwiesen; seitdem sind Kampfhubschrauber nicht mehr viel mehr als fliegende Grad-Werfer.
Das ist ja einer der Gründe, warum sich der Ukraine-Thread so vollkommen anders entwickelt hat, als von sämtlichen Strategen auf beiden Seiten erwartet: Der erste echte moderne Krieg zwischen neuester Technik auf beiden Seiten in ihrem geplanten Umfeld seit dem zweiten Weltkrieg wird wider erwarten komplett am Boden geführt und die eigentlich als dominierend erwarteten Luftstreitkräfte spielen eine absolut untergeordnete Rolle. Stattdessen läuft vieles auf 1. Weltkriegsniveau ab.
Erkenntnis daraus ist man pflastert halt auch von oben jetzt auf jede mögliche freie Fläche Reaktivpanzerung zu, das hilft bis dann irgendwer anfängt nicht mehr nur einfache Hohlladungen zu droppen, sondern auch da mit Tandemladungen ankommt.
Eine Drohne, die eine ordentliche Tandemladung über größe Entfernung ins Ziel bringt, musst du aber erstmal haben. Das ist keine Spielzeugmassenware mehr und würde vermutlich für Aufklärungsmissionen reserviert werden, nicht für Suizidattacken mit geringer Erfolgswahrscheinlichkeit. Es reicht ein simpler Kontakt mit der Funkantenne und dein Angriffssystem zerlegt sich, bevor es dicht genug dran ist um die benötigte Präzision zu erreichen.
Die werden aber nicht ewig halten. Sie werden die Sanktionen schon noch spüren.
Wenn die Sanktionen wirklich wirken würden, wären die Haushaltszahlen ziemlich egal. Kriegswirtschaft kümmert sich nicht um Inflation und wer sowieso nichts importieren kann, weil ihm niemand was verkauft, braucht sich auch nicht um Wechselkurse zu sorgen. Wichtig ist ganz matrialistisch die Menge geförderter/produzierter und verbrauchter Rohstoffe; Geld ist in einem isolierten Russland nur Schmiermittel das bei Bedarf nachgedruckt werden kann.
Oh, ja, ich erinnere mich, die tollsten Flugzeuge, die besten Panzer, die schnellsten Schiffe und vor allem unstoppbare Raketen und ausgeklügelte Drohnentechnik.
Nicht zu vergessen die meisten Soldaten mit der besten Ausbildung und die überlegene Taktik "wir kesseln immer und überall alle ein, weil wir aus vier Richtungen gleichzeitig Offensiven starten".