Ähm und Hunderttausende weitere Soldaten mit tausenden weiteren Panzern usw. womit er wenn er wollte in 3 Tagen die komplette Ukraine ganz konventionell zum großen Trümmerfeld zerschießen kann.
Man sollte nicht vergessen dass die russischen Streitkräfte nur zu einem sehr kleinen Teil grade in der Ukraine sind. Da gibts noch ein Vielfaches mehr im Landesinneren. Russland hat Größenordnung 12000 Kampfpanzer und nochmal mindestens dasselbe an Artillerie und nochn paar Tausend Raketenwerfer. So grob ne Million Soldaten im Dienst. Wieviel von all dem ist gerade im Krieg in der Ukraine? 20%?
In Wahrheit ist das alles schon etwas komplexer und schwieriger zu beurteilen, als das die bei WIkipedia & Co. ablesbaren Zahlen und Infos glauben machen könnten.
Wie wir anhand der aktuellen Situation eindrucksvoll erleben können, ist die militärische Realität kein Computerspiel, wo Einheiten mit Mausklicks von links nach rechts verschoben werden können und Angriffe auf Knopfdruck funktionieren.
Russland mag auf dem Papier soundsoviele Panzer und zwölfundfuffzig Raketenwerfer haben, die von 80 Fantastillionen Soldaten begleitet werden.
Welche (Bruch-)Teile davon operativ nutzbar sind, ist dann eine ganz andere Geschichte.
Beispiel1 Waffensysteme:
Die Masse der Panzerstreitkräfte besteht aus noch zu sowjetischen Zeiten entwickelten (und gebauten) Panzern, die zwar in Teilen kampwertgesteigert (also salopp gesagt modernisiert) sein mögen, aber mitnichten topmodern und grundsätzlich einsatzbereit sind. Nicht alles was "in den Büchern" steht, rollt auch aus eigener Kraft oder hat entsprechend benötigte Peripherie in ausreichendem Umfang zur Verfügung (Personal, Munition, Ersatzteile, sonstiges Material).
Um ein Panzerbataillon zu verlegen, sind schon noch gewisse logistische Vorbereitungen und Maßnahmen/Kapazitäten notwendig. Dasselbe gilt für alle anderen (motorisierten) Waffensysteme bzw. Organisationseinheiten der Landstreitkräfte. Dann haben wir noch gar nicht über den allgemeinen Zustand der Bevorratung von Munition und Ersatzteilen für den Alltag "hinter der Front" gesprochen.
Beispiel2 Personal:
Die Masse des russischen Heeres ist weder kriegserfahren, noch angriffsbereit, geschweige denn in kurzer Zeit schlagkräftig in die Ukraine gebracht.
Auch hier gilt wie im Beispiel1, dass enorme logistische Mittel für eine Verlegung von größeren Organisationseinheiten notwendig sind. Nicht jeder Soldat ist ürigens ein "Infanterist/Grenadier mit Sturmgewehr" und erst recht kein effektiver Nutzen in einem unübersichtlichen Konflikt mit unregulären Einheiten/Guerilla. EIn großer Teil des Truppenkontingentes geht für Nachschub, Instandsetzung und den restlichen Tross drauf, den eine Armee immer im Schlepptau hat. Dann haben wir noch gar nicht über Einsatzausbildung und Truppenmoral gesprochen.
Ich will hier die russische Armee ganz sicher nicht verniedlichen, aber lass Dich nicht von Zahlen blenden.
Das was wir hier jetzt in der Ukraine an militärischen Leistungen der russischen Armee sehen, ist absolut nicht beeindruckend. Ganz im Gegenteil. Es läuft nicht nach Plan, die Moral der Soldaten ist brüchig, die Logistik scheint unzureichend und die taktischen Fähigkeiten der kommandieren Offiziere kann an vielen Stellen in Frage gestellt werden.
Wenn Du ernsthaft in die Materie einsteigen möchtest, kann ich Dir gerne gutes Lesematerial empfehlen.