Was unproblematisch ist, denn Stromaustausch ist nun einmal real und am Ende scheint doch immer genug da zu sein, dass keiner der daran Beteiligten Blackouts erlebt - weder im Sommer noch sonst irgendwann.
Wir müssen uns hier vielleicht mal auf den Zeitrahmen einigen, über den wir jeweils reden.
2030, also in zehn Jahren, wird Mobilität in Deutschland nicht einmal ansatzweise durchelektrifiziert sein. Die Leute kaufen jetzt überwiegend Verbrenner, die sie dann immer noch fahren. Woher soll bis dahin ein Mehrbedarf durch E-Mobilität entstehen, der nicht kompensierbar wäre?
Nichtsdestotrotz ist man sich bewusst, wie viel Energie benötigt wird, wenn wirklich alle Fahrzeuge elektrisch fahren, und dass man das nicht durch Einsparungen an anderer Stelle herausbekommt. Nur ist das ein ganz anderer Zeitrahmen; wir reden dann nicht von zehn Jahren, sondern von 50 Jahren. Wenn das mal reicht.
Rund 40 TWh oder knapp 7% weniger weniger als vor der Pandemie.
Zum Vergleich: Der Bruttostrombedarf sinkt seit 13 Jahren jedes Jahr um zwei bis drei Prozent.
Es wird neuerdings alles auf die CO2-Bilanz umgelegt, vermutlich weil das für die Öffentlichkeit eine schön griffige Größe ist. Ich sehe das übrigens auch kritisch, weil es den Blick auf Details versperren kann.
Nichtsdestotrotz werden Abbau und Förderung der benötigten Rohstoffe berücksichtigt, siehe
hier.
Und auch hier gilt wieder: Auch bei den bisherigen Alternativen ist längst nicht komplett erfasst, welche Lasten wo entstehen und in welcher Größenordnung einkalkuliert werden müssten.
Selbst bei derzeitigen Produktionsverfahren und dem derzeitigem Strommix sind Elektrofahrzeuge bestenfalls nach 30.000 Kilometern und schlechtestenfalls nach 125.000 Kilometern umweltfreundlicher als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor der gleichen Klasse.
Siehe:
https://utopia.de/ratgeber/oekobilanz-elektroauto-nachhaltigkeit-umweltbilanz-e-autos/
Natürlich stellen sie auch eine Belastung dar. Sie ist allerdings bereits jetzt deutlich geringer und hat trotzdem noch viel Spielraum für Verbesserungen.
Wo hast du denn den Unfug her? Der mittlere Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors liegt unter 35% Prozent. Und das auch nur bei maximaler Auslastung, also fern jeder praktischen Nutzung.
Ansonsten siehe hier:
Offizielle Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit - BMU
www.bmu.de
Hast du auch berücksichtigt, dass es mehr Marktteilnehmer gibt? In China und Asien möchten in den nächsten Jahrzehnten etliche Milliarden Menschen ein Stück vom Kuchen abhaben. Und die wollen Erdöl nicht nur zur Herstellung von Treibstoff, sondern auch für zig andere Anwendungsbereiche.
Und - Newsflash - die sind nicht nur in aller Regel geographisch viel dichter an den ergiebigen bzw. noch nicht erschlossenen Quellen dran, sondern investieren schon jetzt wahnsinnig viel, um dort als erste den Fuß (oder den Gewehrlauf) in der Tür zu haben.
Und was machst du, wenn die bereits sehr optimistisch veranschlagten 100 Jahre vorbei sind? Willst du dann erst anfangen, Alternativen zu erproben? Oder wäre es nicht sinnvoll, schon jetzt damit anzufangen, wenn man noch Reserven zum Ausprobieren hat?