Auch an dich die bitte uns mal eine Studie zu zeigen, die nicht ausschließlich auf Schwerwasser Reaktoren eingeht und dabei Kosten für Lagerung und Transport einkalkuliert und nur so zu dem Ergebnis kommt, dass sich die Kernenergie nicht rentiert.
Ich habe noch keine Gefunden.
? Du bist ernsthaft nicht in der Lage, eine Studie zu finden, die sich mit etwas anderes als Schwerwasserreaktoren beschäftigt? Wo 99,9% aller Untersuchungen Leichtwasserreaktoren betreffen, weil die nunmal mit Abstand die am meisten gebauten sind?
Da solltest du vielleicht noch einmal suchen. Vielleicht kannst du bei der Gelegenheit auch entsprechende Studien für die von dir gepredigten Flüssigmetallkühlungen vorlegen.
Wo ist da der Teil zur Gegenwart? Alles nur "wird", "soll", etc.. Null Praxiserfahrung. Null Umsetzung. Noch vor zehn Jahren hätte man einen genauso tollen Artikel über Gorleben schreiben können. Vor 50 Jahren über die Asse. "die Endlager-Betreiber sind fest von der Sicherheit überzeugt."

Das waren auch die Betreiber von Fukushima, von Tschernobyl, von Three Mile Island, der Asse, Kyschtym,... . Betreiber sind immer überzeugt, sonst würden sie ja den Betrieb einstellen. Was erreicht hat man, wenn auch alle Gegner überzeugt wären und das ist bislang deutlich seltener der Fall gesehen als die Fälle, in denen die reale Entwicklung den Gegnern leider recht gegeben hat.
Übrigens hat Finnland bislang
800 TWh Atomstrom erzeugt. Dafür kostet allein der Bau des Endlagers "geschätzt" 3,5 Milliarden €. Also geringfügig mehr als die letzte Großprojektschätzung der finnischen Kernenergielobby vor Baubeginn von Olkiluoto 3. Da sind bekanntermaßen eher 10 Milliarden draus geworden, vielleicht auch mehr. (Originalpreis + Nachzahlungsklagen aus der Mitte der 10er laufen auf 10 Milliarden raus. Seitdem sind weitere Probleme und Verzögerungen aufgetaucht, ich habe aber keine Zahlen mehr gehört. Die letzte offizielle Schätzung ist ein Jahrzehnt her und lag schon bei 9 Milliarden, wäre heute also schon allein durch Inflation höher.)
Wohlgemerkt 10 Milliarden nur für den Bau. Ohne Betrieb, ohne Einlagerung, ohne Verkapselungen selbige, ohne Nachbetreeuung bis zum Verschluss, ohne Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen. Deutschland hat für den Müll aus einer fast
sieben mal größeren Strommenge ein Gesamtbudget von 23 Mrd. €. Für diese Summe haben sich die Kraftwerksbetreiber bei SPD und CDU freigekauft.
Übrigens: Bei 40 Jahren Laufzeit und 90% Verfügbarkeit für Olkiluoto 3 werden alleine der Bau des Kraftwerks und der Bau des Endlagers ohne eine einzige Minute Betriebskosten einer von beiden, ohne Brennstoff, ohne Personal, ohne die eigentliche Einlagerung, etc. und gerechnet mit den genannten Zahlen der Atomlobby, ohne Blick auf die locker eine Größenordnung weiterreichenden Einwände von Kritikeren, Kosten von rund 3 Cent pro kWh verursachen.
Bei WKA an gutem Standort rechnet man mit 4 Cent für sämtliche Kosten über die gesamte Lebensdauer.
Bzgl. Flüssigsalzreaktoren wundert es mich, dass China seit Januar den ersten Flüssigsalzreaktor (Gen 4) betreibt.
Japan wird wohl als nächster einen bauen. Daher wundert die Aussage, dass dort angeblich so viele Fragen offen sind.
Tja, wenn dich wundert, dass ein nukleares Forschungszentrum einen Versuchsatomreaktor zu einer Technologie baut, bei der viele Fragen noch offen sind, dann wundert dich vermutlich vieles. Breaking news: That's their job.
Das Ding hat übrigens 2 MW thermisch, die man grob 3:1 in Strom umwandeln könnte, und eine angestrebte Nutzungsdauer von 300 Volllasttagen. Also ein Ertrag über die gesamte Lebensdauer von rund 5 GWh. Das schafft eine gute WKA im ersten Quartal. Was kosten 100 solcher Flüssigsalzreaktoren inklusive Demontage, Entsorgung, Kernbrennstoff, Endlagerung, etc.?
Ok... Wie sieht die Rechnung bei den anderen Kraftwerksformen aus?
Hängt davon ab, wen du fragst/wieviel du bereit bist zu ignorieren.
Sind die nicht staatlich finanziert/subventioniert?
Gas: Erst seit kurzem
Öl: Hängt davon ab, wie du die politischen Probleme aus unseren Ölimporten bewertest. Aber verglichen mit dem Ärger, den Atomwaffen der Welt eingebracht haben und bis heute bringen...
Wasser: Schon lange nicht mehr
Wind, große Solaranlagen, Biomasse: Bislang gab es eine staatlich organisierte Unterstützung durch private Endverbraucher. Die in diesem Rahmen gezahlten Preise liegen aber schon seit Jahren meilenweit unter dem dem, was z.B. die britische Regierung für Hinkley C garantieren musste. Ab kommendem Jahr hätte es, erstmals seit langem, wie direkte Subventionen geben können, aber der Strompreis ist seitdem über die ursprüngliche Subventionshöhe hinaus gestiegen und ich finde spontan keinen Hinweis darauf, dass irgend jemand irgend ein Budget eingeplant hat.
Private Solaranlagen: Es gibt Geschenke der CDU für Leute, die sich Häuser leisten können.
Gilt es nicht, alles dafür zu tun, um Tote zu verhindern bzw. die Umwelt zu schonen? Oder schlägt da der Moralkompass aus unerfindlichen Gründen plötzlich in eine andere Richtung aus?
Ich sehe einen großen Unterschied darin, ob Leute die von einer Technik profitieren ein Risiko dafür eingehen, ob Leute die von einer Technik profitieren nach Gutdünken anderer einem Risiko ausgesetzt werden oder ob Leute, die rein gar nichts davon haben, mit den Konsequenzen sitzen gelassen werden. Eine Technik, die nur wenige Jahrzehnte Nutzen bringen kann und viele Jahrtausende Ärger hinterlässt, fällt automatisch in die dritte Kategorie.
Genau- Versuchsanlagen. Deshalb muss das ganze in ein reifes System überführt werden, welches unter Anderem dafür sorgt, den Atommüll unschädlich zu machen.
Ist das so ähnlich wie mit der Schaltsekunde, bei der die EU beschlossen hat "Wissenschaftler finden einen Weg, sie überflüssig zu machen"? Sorry, aber so läuft die Realität nicht. Es wäre schön, wenn man ein reifes aka sicheres, bezahlbares System hätte, dass Atommüll unschädlich macht. Das ist keine Frage.
Die Frage lautet stattdessen, wieviel Geld man in ein System versenken soll, bei dem zentrale Elemente dagegen sprechen, dass es jemals sicher oder bezahlbar (geschweige denn beides) sein kann, erst recht denn innerhalb eines Zeitrahmens, innerhalb dessen man eine Lösung für den Atommüll finden muss?
Brutreaktoren und Transmutation werden seit den 50ern erforscht und haben seitdem nichts abgeliefert außer Pu239. Selbst Kernfusion hat im gleichen Zeitraum größere Fortschritte in Richtung ziviler Nutzung gemacht.
Ich bin trotzdem dafür, weiter Grundlagenforschung in der Richtung zu betreiben, denn wir haben einiges an Atommüll aufgetürmt und im Moment sehe ich nicht, dass die Mehrheit davon in dieser Hälfte des Jahrhunderts endgelagert wird. Also vielleicht kann die Menschheit in der zweiten Hälfte ein paar Atommüllverbrennungsanlagen gebrauchen. Das ganze dann aber bitte wegen dem extremen Proliferations- und vermutlich weiterhin nicht unerheblichen Betriebsrisikos nur an wenigen Orten auf der Welt und unter Aufsicht der Uno.
Unsere Energieversorgung müssen wir aber viel schneller in den Griff bekommen, da wird uns das ebensowenig helfen, wie Fusionskraftwerke.
In meinen Augen kann der finanzielle Aufwand dafür kein Argument sein, wenn man die Folgen einrechnet wie z.B. CO2 Ausstoßverminderung, Schonung von Menschenleben durch direkte Einflussfaktoren durch Verbrennung fossiler Energieträger.
Dass das enden sollte, da bin ich mit dir einer Meinung. Aber die Kosten für ""sichere, saubere"" Atomenergie musst du nicht gegen potentiell unbezahlbares aufwägen, sondern gegen Alternativlösungen. Und erneuerbare sind einfach schon heute, nach einem Bruchteil der Entwicklungszeit, wesentlich billiger und verfügbar, sie haben einen klaren, projektierbaren Entwicklungspfad und sie sind frei von langfristigen, kaum absehbaren Risiken.
Wir sehen anhand der letzten Jahre aus welch unglaublichen finanziellen Mitteln "wir" schöpfen können. Ein Sondervermögen nach dem anderen wird ausgehoben und für eines der wichtigsten Fragen der Menschheit wär dann aber plötzlich kein Geld meh da? Unglaubwürdig.
Tjo. Ich sehe kein Sondervermögen für Klimaschutz. Kein Sondervermögen für erneuerbare Energien. Kein Sondervermögen für Schutzgebiete. Wo sind 100 Milliarden für den Artenschutz? In Fissions- und Fusionsforschung hat man sowas, inflationskorrigiert, viellicht schon reingesteckt (global betrachtet ein Vielfaches). Aber da war halt auch militärisches Interesse im Spiel. Aber in der Regel gibt es 12-stellige Summen nur, um sie der Wirtschaft in der Arsch zu blasen.
Nicht für Klimaschutz oder gar Naturschutz. Sonst hätten wir diese Debatte hier nämlich nicht, sondern seit 10-20 Jahren eine CO2-, Russland- und Atomfreie Energieversorgung.
Und: Der Wähler belohnt diese Prioritätensetzung; hat zaghaft gegenläufige Versuche abgestraft.
Ah- Was passiert denn wenn konventionelle Zentralknoten der Energieverteilung bombardiert werden?
Gibts dann keine Toten als direkte Folge?
Scheint eine Sugestivfrage zu sein. So blöd bist du nicht, dass du annimmst, Bomben wären lebenserhaltende Maßnahmen. Ich komm aber ehrlich gesagt nicht drauf, was du bezüglich des zuvor gesagten suggerieren willst.
Das Solar- und Windkraft den Bonusvorteil der Dezentralität mitbringen?
Das konventionelle Kriege schlimm genug sind und jeder Staat weniger, der mit der Grundlagentechnik für Atomwaffen spielt, ein Fortschritt?
Wäre beides richtig und beides wichtig, scheint aber beides das genaue Gegenteil deiner Argumentationsrichtung zu sein.
Genau- Und "die Wissenschaft" ist sich ja angeblich einig bezüglich der Tipping- Point Theorie, weswegen sich im Augenblick auch Leute an allerlei Dingen festkleben. Die Doktrin ist, dass wenn nicht jetzt sofort was passiert, wir garkeine Chance mehr haben, um irgendwas zu korrigieren oder abzuwenden.
Im Rahmen dessen, was wir real bereit sind umzusetzen, können wir aktuell sowieso nur noch einzelne Aspekte zu retten versuchen, aber garantiert nicht mehr das stoppen, was wir die letzten 30-40 Jahre mit großem Eifer immer weiter beschleunigt haben. Und ja, der Klimawandel wird deswegen auch einige Kipppunkte überschreiten. Grönländischer Eissschild ist sehr wahrscheinlich weg, Permafrostmethan wird auch langsam knapp. Wenn wir das verhindern wollten, müssten wir jetzt drastische Maßnahmen ergreifen, was zu viele verweigern. Aber dahinter kommen noch jede Menge weitere Elemnte. Westanarktischer Eisschild? Methanhydrate? Tropische Vegetationsgürtel? Phytoplankton? Ich sehe den Hauch einer Chance, dass die Menschheit heute vielleicht die Hälfte der Schritte macht, die nötig wären, um was im Jahr 2060 zu retten, nachdem sie in der Vergangenheit nichts gemacht hat, um heute etwas zu retten. Ich für meinen Teil machen bei diesen Schritten jedenfalls mit (und habe das auch schon gemacht, seitdem mir die Entscheidung dazu freistand) und sei es nur um hinterher nach Möglichkeit sagen zu können "an mir lag es nicht, zeig auf die anderen

".
Eine Frage des Willens und der finanziellen Mittel
Nicht nur. Einiges ist auch eine Frage der Physik respektive Chemie. Herauszufinden, ob es nicht doch eine positive Antwort auf diese Fragen gibt, wäre wiederum eine Frage des Geldes, ja. Aber in der Forschung steigen die Kosten exponentiell, wenn man den zweiten Schritt vor dem ersten machen will und dann sind wir wieder beim oben genanten Punkt: Es gibt ziemlich plausible Konzepte, wie wir mit erneuerbaren Energien zurecht kommen können. Diese Konzepte gelten allgemein als "zu teuer". Alles, was weniger plausibel/riskanter ist muss also viel billiger als diese Konzepte sein, um a) in Frage zu kommen und b) die bessere Wahl darzustellen.
Ein Vorschlag, bei dem schon die Beantwortung der Frage, ob der Vorschlag überhaupt machbar sein könnte, schweine teuer ist, wird dieser Bedingung vermutlich nicht gerecht.
Edit:
Ich möchte den Oberligen Teil "W2W Grafik keine Verluste mehr von dem Weg vom Haus in das Auto auftreten" korrigieren. Es war so klein und unrealistisch, dass ich es erst nicht bemerkt habe.
Bei Strom geht W2W hier davon aus, dass lediglich 15 % beim Laden verloren gehen und lediglich 4,13 % im Auto verloren gehen (Bzw. von einem Wirkungsgrad von über 95 % im Auto ausgehen).
Bei dem Diesel geht man hier aber von 74,34 % Verlust im Auto aus, was einen Wirkungsgrad von etwas über 25 % entspricht, was doch sehr weltfremd erscheint.
Wirkt beides etwas schön gerechnet und nicht wirklich einem modernen Diesel zu entsprechen.
Offensichtlich wird hier das Best Case Scenario für Strom mit dem Worst Case für Diesel verglichen.
Faustregel: Jede plakative Darstellung zu dem Thema ist unausgewogen. Ich habe leider noch keine einzige neutrale Untersuchung gesehen, erst recht keine eingängige. (Versuch mal eine Batterieautobewertung auf Basis von Grenzstrom zu finden, die nicht von einem Schoßhund der Verbrennerbauer stammt. Gibt es schlichtweg nicht.) Man muss sich die jeweiligen Best & Worsts aus diversen Quellen zusammendenken bzw.die noch fehlenden halt zu etwas bereits gesagtem hinzufügen.
In dem Fall hier ist vor mal wieder häufigste Fehler dabei: "(erneuerbarer) Stom kommt aus der Steckdose"
Das macht er aber leider eben nicht gemäß Verbraucherwünschen. Einen nicht unerheblichen Teil der Tages- und Jahreszeiten lädt das Batterieauto in seiner Eigenschaft als extreme Peakverbraucher nicht aus der Solarzelle oder dem Windrad, sondern aus einem Speichersystem. Das Worst-Case-Szenario, !gerechnet mit den vorselektierten Zahlen aus dieser Grafik! sieht wie folgt aus:
11,6 kWh mechanisch
12,1 kWh elektrisch am Motor
14,3 kWh elektrisch an der Batterie
17,1 kWh an der Schnellladesäule
20,2 kWh an der Pufferbatterie der Schnellladesäule
23,0 kWh an der Turbine im Kraftwerk
41,8 kWh Wasserstoff für die Turbine im Kraftwerk (ich rechne mal mit 55% Wirkungsgrad statt modernen 60%, genau wie im Kohlepfad mit 43% statt 45%-48% gerechnet wurde)
54,7 kWh Wasserstoff inklusive "Verteilung" (?)
78,9 kWh Strom für die Elektrolyse (warum auch immer die eine Effizienz von nur 66% hat, wo längst mit-80er-Anlagen gebaut werden und im Labor 95% erreicht wurden)
Aber man kann natürlich genausogut "16,3" dranschreiben. Wenn man eine Agenda hat und nur den Optimalfall gegen Worst-Case-Szenarien stellen möchte.