Was ist los in Syrien?

Nichts anderes sage ich ja. Lieber ein Syrien unter Assad, als ein weiteres Libyen oder Irak.

Und was soll sich dann ändern?
Oder glaubst du, dass Assad jetzt keine oppositionellen mehr foltert und tötet?
Ganz im Gegenteil, wenn er wieder die Kontrolle hat, wird er jeden, der nicht seiner Meinung ist, konsequent jagen und töten und dann hast du mehr Tote als während des Krieges und logischer Weise auch mehr Flüchtlinge, denn niemand wird mehr in das Land zurück kehren.
Du kannst also davon ausgehen, dass Europa noch mal 2-5 Millionen Syrien Flüchtlinge aufnehmen muss.
 
Und was soll sich dann ändern? Oder glaubst du, dass Assad jetzt keine oppositionellen mehr foltert und tötet? Ganz im Gegenteil, wenn er wieder die Kontrolle hat, wird er jeden, der nicht seiner Meinung ist, konsequent jagen und töten und dann hast du mehr Tote als während des Krieges und logischer Weise auch mehr Flüchtlinge, denn niemand wird mehr in das Land zurück kehren.

Vor 2011 ging das auch wunderbar. Da waren die Todeszahlen auch geringer, als jetzt. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht wenige Syrer den damaligen Zustand dem jetzigen vorziehen würden.

Du kannst also davon ausgehen, dass Europa noch mal 2-5 Millionen Syrien Flüchtlinge aufnehmen muss.

Nur das mittlerweile die meisten europäischen Ländern von vernünftigen Regierungen gelenkt werden. Selbst die Sozialdemokraten in Dänemark haben die Zeichen der Zeit erkannt.
 
Jo. Beide shit as hell. Was beweist das jetzt? Die Argumentationskette bisher: Shah war böse -> Du: Bild von Frauen ohne Schleicher -> Ich: Shah hat Oppositionelle aller Art erst foltern und dann verschwinden lassen -> Du: Ja was eigentlich? Sollte das heißen, dass man Chomeinis Anhänger und alle anderen Oppositionellen zu Recht so behandelt hat?
 
Sollte das heißen, dass man Chomeinis Anhänger und alle anderen Oppositionellen zu Recht so behandelt hat?

Maybe yes...? Es ist das verfassungsgemäße Recht eines jeden Staates, sich gegen seine Zersetzung zu wehren. Sowie es auch das Recht eines jeden Bürgers ist, gegen den Staat zu agieren wenn er nicht mehr der Mehrheit der Bevölkerung dienlich ist. Hm.
Auf jeden Fall sitzt das iranische Volk jetzt tiefer in der ******* als vorher. Man hätte das auch anders lösen können, als ein ungeliebtes System durch ein anderes ungeliebtes System zu ersetzen. Da hat man schon gewisse Befürchtungen, dass der selbe Mist sich jetzt in Syrien wiederholt. Eben auch weil sich hier wieder eine kleine Masse gegen die breite Bevölkerung durchzusetzen versucht.

Mal davon abgesehen: Hätten die USA nicht 1953 Mossadegh abmontiert, denn hätten wir vielleicht Heute eine ganz andere Situation. Auch wieder mal von Außen initiiert, wie so oft...
 
Threshold hat schon nicht völlig unrecht, die Sovjets haben damals in den 1980er Jahren überhaupt erst dafür gesorgt das die Möglichkeit bestand das Afghanistan zu einem failed state werden konnte. Schaut man sich Afghanistan vor der Putsch der afghanischen Kommunisten und dem Einmarsch der Sovjets an war es trotz Monarchie ein recht offenes und lieberal regiertes Land mit westlicher Prägung, kein Vergleich zu zum Beispiel dem harten Regime des Schah im Iran (Persien).

Afghanistan kann man für quasi nichts als Beispiel nehmen, außer für die *******, zu denen Einmischungen führt. Schon in die Monarchie haben die Briten fleißig reingetreten, nach ihr gab es erst einmal eine kurze Phase Demokratie, in der die Kommunisten gewählt wurden (!), ehe einige Teile der Bevölkerung möglicherweise nicht ganz ohne zusätzliche Motivation (!) den Aufstand probten und die Sowjetunion "zur Hilfe" gerufen wurde und das Land in einen Bürgerkrieg gestürzt hat...


Gleiches gilt für Syrien, was wäre wohl, so unschön es aus der utopischen Blümchensicht der Weltverbesserung auch ist die bessere Lösung? Ein halbwegs stabiler Staat mit einem Diktator der zwar seine Regimegegner unterjocht, oder ein failed Staate ohne diesen Diktator der bester Nährboden für radikale Islamisten ist die von dort aus überall auf der Welt Menschen in die Luft sprengen / töten?

Sicher ist es irgendwo die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber manchmal ist es eben doch besser nur die Cholera zu haben, als die Pest. ;)

Die Frage ist halt, ob man diese Wahl überhaupt hat? Trotz aller zwischenzeitlich erfolgter Einmischung muss man eins klar sagen: Der arabische Frühling hat nicht zuletzt auch in Syrien gezeigt, dass selbst intensiv vom Westen unterstützte Diktaturen nicht zu dauerhaft stabilen Verhältnissen führen. Also was wäre gewonnen, wenn man diesen Zustand jetzt wieder herstellt? Die positive Entwicklung in kurdischen Gebieten sowie die zwischenzeitlich stabilen Zustände in einigen west- und nordsyrischen Gegenden haben gezeigt, dass es trotz jahrzehntelanger Unterdrückung durchaus eine Basis für demokratische Strukturen gäbe, wenn die Kriegstreiber andersweitig beschäftigt oder entwaffnet sind.
Das Problem ist halt nur, dass mindestens vier Interessensgruppen das Problem mit "schickt mehr schwere Waffen" "lösen wollen". Das hat ist in Afghanistan schiefgegangen, in Lybien, in Vietnam, im Irak,... - aber man kanns ja nochmal versuchen...
Zumindest solange, bis man klarstellt, wer der Obermotz unter den Unterstützern ist.
 
Sieben Jahre Bürgerkrieg, viele tausend Tote, mittendrin dann die Gründung von IS mit all deren üblen Machenschaften,

dafür das es ein bürgerkrieg sein soll, mischen aber ganz schön viele nichtsyrer mit.
Report on foreign fighters in Syria: 5 years of war, 360,000 foreign fighters -- Puppet Masters -- Sott.net

der is wurde auch nicht erst im syrischen bürgerkrieg gegründet, sondern existiert seit 2003.
"fun fact": etliches damaliges und kommendes führungspersonal des is sass lange zeit in camp bucca (gefangenenlager der us-armee im irak) ein und wurde trotz der existenz von guantanamo wieder frei gelassen.


die kurden werden jetzt erst mal in afrin dafür büssen müssen, dass sie sich mit den usa eingelassen und sich für deren zwecke missbrauchen lassen haben. im prinzip läuft alles gut für syrien momentan, die türken nehmen mit ihrer afrin aktion druck von der syrischen armee im norden, weil man die angebliche syrische fsa mit in die offensivre einbindet. die syrische armee hat damit mehr kapazitäten für die rückeroberung von ghouta frei, dessen befreiung wiederum darin resultiert, das man im norden mehr syrische kräfte aufbieten kann. gleichzeitig werden die kurden geschwächt und werden es später schwer haben die eroberten nichtkurdischen gebiete im osten gegen die syrische armee zu behaupten (dürfte auch ein grund sein, warum syrien/russland den türken erstmal freie hand lassen). mit der schwäche der kurden wird es den usa schwer fallen, ihren plan mit us-stützpunkten im östlichen syrien aufrecht zu erhalten.
momentan läuft es für syrien/russland, aber so ist das, wenn eine seite poker und die andere seite gleichzeitg schach spielt.
 
dafür das es ein bürgerkrieg sein soll, mischen aber ganz schön viele nichtsyrer mit.
Report on foreign fighters in Syria: 5 years of war, 360,000 foreign fighters -- Puppet Masters -- Sott.net

der is wurde auch nicht erst im syrischen bürgerkrieg gegründet, sondern existiert seit 2003.
"fun fact": etliches damaliges und kommendes führungspersonal des is sass lange zeit in camp bucca (gefangenenlager der us-armee im irak) ein und wurde trotz der existenz von guantanamo wieder frei gelassen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die jetzt IS damals als "Rebellion" und "Freiheitskämpfer" in unseren Medien bezeichnet wurden.

Noch ein "fun fact". In Irak wurden die IS-Leute ursprünglich in bestimmte Gefängnisse gesteckt um sie vor Gericht zu stellen. Merkwürdigerweise sind genau in diesen Gefängnissen regelmäßige Ausbrüche von außen organisiert worden. Danach haben die irakischen Soldaten schlicht angefangen alle IS-Leute direkt hinzurichten. Auch interessant ist, das es eine kleinere "Geheim"-Armee dort gibt, die sich ursprünglich gebildet hat um Hussein zu stürzen und deren 2. Generation dann jetzt gegen IS kämpft.


die kurden werden jetzt erst mal in afrin dafür büssen müssen, dass sie sich mit den usa eingelassen und sich für deren zwecke missbrauchen lassen haben. im prinzip läuft alles gut für syrien momentan, die türken nehmen mit ihrer afrin aktion druck von der syrischen armee im norden, weil man die angebliche syrische fsa mit in die offensivre einbindet. die syrische armee hat damit mehr kapazitäten für die rückeroberung von ghouta frei, dessen befreiung wiederum darin resultiert, das man im norden mehr syrische kräfte aufbieten kann. gleichzeitig werden die kurden geschwächt und werden es später schwer haben die eroberten nichtkurdischen gebiete im osten gegen die syrische armee zu behaupten (dürfte auch ein grund sein, warum syrien/russland den türken erstmal freie hand lassen). mit der schwäche der kurden wird es den usa schwer fallen, ihren plan mit us-stützpunkten im östlichen syrien aufrecht zu erhalten.
momentan läuft es für syrien/russland, aber so ist das, wenn eine seite poker und die andere seite gleichzeitg schach spielt.

Die Kurden haben das schlicht verdient. Besonders was sie im Irak abgezogen haben war unter aller Sau. Nichts tun, nicht dem irakischen Militär helfen. Dann, wenn IS langsam geschlagen wird und die irakische Armee angeschlagen und geschwächt ist, greifen wir uns das Territorium mit dem meißten Öl, fangen an dort eine US-Botschaft zu bauen und wollen unabhängig sein - anstatt vorher Hand in Hand gegen Menschen zu kämpfen, die Tot und Verderben über das ganze Land bringen. Hab ich kein Mitleid mit, was jetzt passiert. Selber Schuld. Dachte allerdings kurz das Irak ein zweites Jugoslawien werden könnte.
 
Als es offiziell noch keinen IS gab, sondern es alles "Freiheitskämpfer gegen Assad" waren.

Tja, du hast aber von IS geredet. Der IS sind aber eher Sunniten aus dem Irak.
Und die Freiheitskämpfer waren erst mal die Syrer selbst.
Als aber die ganzen Islamisten ins Land kamen, sind die Syrer eben geflohen. Ergo gab es gar keine Freiheitskämpfer mehr als der IS auftauchte.
Am Ende war es dann wieder ein Stellvertreterkrieg wie sonst auch.
 
Das ist leider so nicht korrekt und schon unter den "originalen" Freiheitskämpfern gab es mehr als genügend radikale Moslems. Insbesondere die Aussagen von einem gefangen Journalisten zur damaligen Zeit sind diesbezüglich hoch interessant gewesen. Leider kann ich zu diesem spezifischen Fall keine Quelle mehr finden, da ich eine ganze Menge an gefangenen Journalisten finde.

Auch ist es mir nicht sonderlich klar, warum du Sunniten aus Irak spezifierst, da Syrien nunmal ebenfalls zu einem Großteil Sunni beinhaltet (knappe 70%, dagegen etwa 10% Shiiten). Der Isis ist ein sunnisches Phänomen. Spezifisch der Salafisten und Wahhabiten. Und diese Organisation hat sich schon weit vor den Irak-Eskalationen entwickelt. Zu denken, dass das Regional nur auf den Irak zugetroffen hat und keinerlei Ausbreitung in das direkte Nachbarland gefunden hat, halte ich für massivst naiv. Im Gegenteil, durch die radikalen Elemente in den "Freiheitskämpfern" gab es sehr starke ideologische Überschneidungen zur ISIS-Eskalation im Irak.


Und das ignoriert vorerst jegliche möglichen Geheimdienst-Einwirkungen die dort aus geopolitischen Gründen geschehen sein könnten.
 
Islamistische Terroristen sind recht häufig Sunniten. Frag mich aber nicht, wieso das so ist.
Nichtsdestotrotz ist und war der Syrien Krieg ein Stellveretreterkrieg.
die eine Seite hat den IS finanziert, die andere Seite Syrien. Das Volk an sich, das ja mehr Freiheiten wollte und unterdrückt wurde, hat sich aus dem Land verabschiedet und natürlich sind dann letztendlich nur noch die Islamisten übrig geblieben. Zum einen die, die schon da waren und zum anderen die, die dazu kamen.
Und Assad ist Alawit. Ist ja nichts Neues, was am Ende passiert, wenn eine Minderheit eine Mehrheit unterdrückt. Es gibt Krieg.
War bei Saddam so, ist bei Assad so, wird so weiter gehen.
 
Islamistische Terroristen sind recht häufig Sunniten. Frag mich aber nicht, wieso das so ist.
Nichtsdestotrotz ist und war der Syrien Krieg ein Stellveretreterkrieg.
die eine Seite hat den IS finanziert, die andere Seite Syrien. Das Volk an sich, das ja mehr Freiheiten wollte und unterdrückt wurde, hat sich aus dem Land verabschiedet und natürlich sind dann letztendlich nur noch die Islamisten übrig geblieben. Zum einen die, die schon da waren und zum anderen die, die dazu kamen.
Und Assad ist Alawit. Ist ja nichts Neues, was am Ende passiert, wenn eine Minderheit eine Mehrheit unterdrückt. Es gibt Krieg.
War bei Saddam so, ist bei Assad so, wird so weiter gehen.

Das Hauptproblem dort unten ist die Religion und so lange sie an eine Religion glauben, deren Stifter ein Pädophiler und Kriegstreiber war und dies auch gelehrt hat, so lange wird es dort auch Krieg geben.
Es gibt und gab dort unten noch nie gemäßigte Gruppen, die Gruppen in deren Name nicht etwas mit Islam steht kannst du an einer Hand abzählen. Letztendlich sind auch die kurdischen Gruppen dort nicht besser, nichts als Terroristen, sie unterscheidet absolut nichts von Gruppen wie der Al Nusra, sie führen genauso ethnische Säuberungen durch Kriegsverbrechen: Amnesty wirft Kurden Vertreibungen in Syrien vor - WELT , der einzige Grund warum man nicht viel davon hört, ist, weil die Amis sie unterstützen. Genauso wie man nichts von den mit Sicherheit Hunderten toten Zivilisten in Rakka und Mossul gehört hat, sondern nur von Aleppo und jetzt dem Witz von Ost-Ghuta, das ein winziges Gebiet ist.
Aber von den Schreckensherrschaften in Saudi-Arabien, Katar und vielen anderen muslimisch geprägten Ländern hört man nie etwas, sind ja unsere Freunde ;)
 
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