AW: WaKü Schläuche und Flüllung?
So einfach ist es in der Realität leider nicht, denn elektrochemische Korrosion ist leider ein sehr kompliziertes Feld. Meiner Erfahrung nach sind da selbst Chemiker schnell überfordert und ich kann das gut nachvollziehen, da ich mich einige Zeit intensiv mit galvanisch abgeschiedenen Metallschichten befasst habe.
Die grundsätzliche Aussage, dass bei geringerem Korrosionspotential tendenziell mit erheblich langsameren Korrosionsprozessen zu rechnen ist, stimmt zwar, aber Korrosion kann sich in sehr unterschiedlicher Art und Weise ausprägen. Wenn z.B. Alu durch Kupfer korrodiert wird, kommt es häufig zu lokalem Lochfraß, so können auch relativ große Wandstärken in kurzer Zeit durchkorrodiert sein. Anderseits gibt es auch Fälle in denen die Selbstpassiverung des Aluminiums relativ gleichmäßig ist und sich die Korrosion flächenhaft ausprägt. Da dauert es dann u. U. recht lang bis es ein Teil durch korrodiert ist, sofern sich nichts an den Bedingungen verändert. Hinzu kommt noch die durchaus unterschiedliche Korrosionsbeständigkeit und Qualität der in der Technik üblichen Alu-Legierungen (Rein-Alu kommt so gut wie nirgends zum Einsatz).
Bei Spaltkorrosion hingegen bildet sich sogar unter schwachen Korrosionspartner oft ein recht schnelles Korrosionsverhalten heraus (Beispiel: Auflösung von Nickelschichten in Spalt-Kontakt mit Kupfer). Auch da kommt es aber sehr auch die jeweiligen Gegebenheiten an. Bei eloxiertem Alu ist jede mikroskopische Schädigung der Eloxalsicht ein potentieller Ausgangspunkt für Korrosion an dem es u. U. sogar recht rabiat und schnell zur Sache gehen kann, obwohl daneben im Bereich intakten Eloxals überhaupt nichts passiert. Auch die entstehenden Korrosionsprodukte und deren Ablagerungs- und Anhaftungsverhalten haben wieder Rückwirkungen auf das Voranschreiten der eigentlichen Korrosion. Eine allgmeingültige Regel aufzustellen, unter welchen Voraussetzungen mit welcher Ausprägung und welchem zeitlichen Voranschreiten von Korrosionsprozessen zu rechnen ist, ist deshlab fast ein Ding der Unmöglichkeit - erst recht wenn die Ausgangslage nicht bis ins kleinste Detail bekannt ist. Von daher würde ich solche Hochrechnungen besser nicht anstellen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass diese Rechnung nicht aufgeht ist ziemlich hoch

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Aber selbst mit dem Einsatz von wirksamen Korrosionsschutzzusätzen bzw. Fertigmischungen ist es langfristig nicht getan, wenn man dauerhaft Korrosion vermeiden will (und sei es nur der Optik wegen). Je nach Wirksamkeit und Stabilität der Inhibitoren und nach Stärke des Korrosionspotentials kann es durchaus nötig sein, den Korrosionschutz in relativ kurzen Abständen zu ergänzen, bzw. Aufzufrischen, um der Korrosion erst gar nicht die Chance zu geben Schäden zu verursachen und sich weiter auszubreiten. Hinzu kommt in dem Zusammenhang, dass man in einer PC-Wakü auf Grund der Viskosität des Glykols, das in der Regel als Lösungsmittel für die Inhibitoren zum Einsatz kommt, lange nicht mit so hohen Korrosionsschutzkonzentrationen arbeiten sollte wie z.B in einem Kühlkreislauf beim Auto. Das nimmt einem nämlich die Pumpe unter Umständen schnell übel.
Edit:
Du benötigst einen Korosionsschutz bzw. eine "Anti-Leitfähigkeits-Lösung" sobald du 2 oder mehr verschiedene Metalle im Kreislauf hast , da du sonst ein Galvanisches Element aufbaust , welches mit der Zeit das unedelste Metall "auflöst" .
Eine Anti-Leitfähigkeits-Lösung sind Korrosionschutzzusätze keineswegs. Die Leitfähigkeit des Kühlmittels ist, wie im oben durch Ulami verlinkten Zitat erwähnt, nicht zu vermeiden, wenn es im Kühlkreislauf zum Einsatz kommt. Was man mit Korrosionschutzzusätzen vermeidet ist der direkte Kontakt des leitfähigen Kühlemediums mit der blanken Metalloberfläche, indem diese mit einen molekularen Sicht aus Korrosionsinhibitoren künstlich passivert wird. Das Korrosionspotential ist nach wie vor da und die Leitfähigkeit des Mediums auch weiter gegeben, aber es können sich keine Korrosionsströme aufbauen und durch das Medium fließen, weil die Korrosionspartner passivert sind.