Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Na Kasachstan so nah an Afghanistan ran zu rücken ist gewagt. Würde ich eher bei meinem Beispiel mit Mexiko einordnen.

Kazachstan ist ein heftiger Drogenumschlagplatz, Afghanistan grenzt zwar nicht direkt dran, aber wer überwacht die tausende Steppenkilometer da drüben? Richtig, keiner. Mexico hat auch seine Problemzonen.
Du solltest das also ganz genau kennen und den Leuten die aus solchen oder noch schlimmeren Gebieten kommen, jegliche Chancen gewähren die dir auch offen gestanden haben. Inklusive einem Leben in einem Land wo sie keine Angst haben müssen.

So viel dazu. Jeder hat die Chance verdient in einem 1st-world Land zu leben, zu arbeiten und keine Angst davor zu haben, abgeschoben zu werden etc. (also dauerhafter Aufenthaltstitel mit Option auf Einbürgerung). Oder gönnst du den Leuten nicht mal ein ruhiges Leben ohne Luxus?
Wir können uns es leisten, denn wir haben vor allem an dem ganzen Problem mitverdient und/oder es teils verursacht oder verschärft. Da wäre es dumm zu sagen - die lassen wir da jetzt verrotten, absaufen etc. Glaub mir, bei einem guten Leben flüchtet keiner.

Und der Wohnungsmarkt wäre auch ohne die angespannt. Erstmal sind viele von denen nicht in normalen Wohnungen untergebracht - haben also keine Auswirkung auf den Wohnungsmarkt. Und zweitens - wenn es nicht die wären, würde jemand anders die Städte überfluten - z.B. andere Europäer. Wir sollten stolz sein das unser Land beliebt und begehrt ist und so vielen Leuten entsprechende Chancen bietet hier ein ruhiges und wohlhabendes Leben zu führen.
Der Bedarf an Wohnraum ist da, die Preise steigen, alles ist so wie es soll - begehrte Ware kostet halt. Und nu machen wir den Markt endgültig kaputt. So was hinterlässt Spuren. Ich war zwar nicht zu der Wende hier, ich weiß aber wie diverse Städte hier ausgesehen haben, alles verlassen, die Immobilien komplett runtergewirtschaftet und stehen gelassen. Jetzt wird hier halbwegs was gemacht damit es nicht wie nach einem Krieg aussieht und die Leute motzen rum - aaaaaaaaaaaaaah hilfääää zu teuer. Nix zu teuer, für so was können wir ruhig bezahlen. Genau so wie wir z.B. überhöhte Preise für Strom bezahlen dank Steuern und Abgaben - ist halt so, davon geht die Welt nicht unter, es ist halt teurer als drüben, who cares.
Mal sehen ob die es wirklich drauf anlegen, die Mieten einzufrieren und die Leute richtig anzukotzen - der Politik hier traue ich das zu.
 
Thema ist noch immer der problematische soziale Wohnungsbau und Berlin.
Wobei Berlin hier stellvertretend steht für fast alle größeren deutschen Städte.
Wer ein gutes Einkommen hat, kann sich höhere Mieten leisten, und den betrifft dass Problem nicht.
Das immer größer werdende Prekariat dagegen hat es immer schwerer bezahlbaren Wohnraum zu finden, und nicht selten steht viel menschliches Leid dahinter.

Es muss auch niemand Angst vor Ausländern haben.
Ganz im Gegenteil, die Geburtenraten sind seit über 40 Jahren stark rückläufig.
Der Osten ist jetzt schon vom Bevölkerungsstand auf das Niveau von 1905 zurück gefallen, blutet weiter aus, und hat immer weniger junge Menschen.
Und im Westen wird diese Entwicklung auch bald einsetzen.
Ich sehe es an meinen Schulklasse. Da haben 2/3 gar keine Kinder gezeugt, und in der Parallelklasse sieht es auch nicht viel besser aus.
Namen wie Meier, Müller, Schulze, u.s.w. wird es zukünftig immer weniger geben.

D.h. ohne Einwanderung in großer Masse kommt dieses Land zukünftig sowieso nicht mehr aus.
Irgendwer muss die große Masse an älteren Menschen pflegen, versorgen, und ernähren.
Das können dann ja nur noch jüngere Menschen aus anderen Ländern machen.
 
@cyron
Es gibt kein Anrecht darauf hier zu leben und es ist auch nicht meine Absicht was daran zu ändern.

Aber wir sollten dafür sorgen, dass sich die Lebensqualität anderswo auf der Welt erhöht, aber da kommen ja schon wieder politisch linke an und meinen, dass es total schlimm ist für Hilfe die man bietet auch Ergebnisse zu fordern.
 
Der Osten ist jetzt schon vom Bevölkerungsstand auf das Niveau von 1905 zurück gefallen, blutet weiter aus, und hat immer weniger junge Menschen.

Und was ist daran nun schlecht das die Bevölkerung rückläufig ist? Glaubst du (jetzt mal völlig unabhängig von der grundsätzlichen "böse Ausländer" Zuwanderungsdebatte) ohne Zuwanderung würden wir hier, oder die Japaner, komplett aussterben?

Die rückläufige Bevölkerung ist lediglich eine Anpassung an die grundsätzlich höheren Lebensstandards in den Industrienationen. Viele Kinder brauchst du nur dann wenn sie gleichbedeutend mit der Absicherung im Alter sind und / oder eine hohe (Kinder-)Sterblichkeitsrate durch schlechte medizinische Versorgung vorliegt, was in armen Ländern die Regel ist.
Da man in den meisten westeuropäischen / skandinavischen Nationen auch mit nur 1 oder 2 Kindern im Alter halbwegs solide abgesichert ist gibt es auch wenige Gründe mehr Kinder zu bekommen und Geld und Lebenszeit in ihre Erziehung zu investieren.

Die Wirtschaft und Versorgung würde auch in einem Europa mit einer Bevölkerung auf dem Niveau von 1700 funktionieren.

Die einzigen für die eine rückläufige Bevölkerung schlecht ist sind die Arbeitgeber (weil weniger Konkurrenz unter den Arbeitnehmern zu höheren Löhnen führt, um auch normalerweise finanziell unattraktive Jobs besetzt zu bekommen und erfordern würde das man selber mehr in die Ausbildung von Fachpersonal investiert) und unsere, durch sinkende Bevölkerung, maroden Rentenkassen (wo man sich auf Teufel komm raus sträubt alle in einen Topf einzahlen zu lassen und die Lasten wegen der sich ändernden Altersstruktur anders zu verteilen).

D.h. ohne Einwanderung in großer Masse kommt dieses Land zukünftig sowieso nicht mehr aus.
Irgendwer muss die große Masse an älteren Menschen pflegen, versorgen, und ernähren.

Schlicht nicht richtig, bzw. ehr das Ergebnis davon das viel zu wenig für gesundheitliche Prävention / Vorbeugung macht.
Das fängt schon dabei an das eine "Nestle" Klöckner der Lebensmittelindustrie bei Zucker und Fett in den Anus kriecht das es quietscht, geht weiter dabei das man Millionen Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor arbeitstechnisch-körperlich verschleißt und endet irgendwo dabei das man meint mehr Luftkranke an Hauptverkehrsachsen wären vertretbar solange die Autoindustrie nur brummt wie ein Zweitakt-Trabi.

Grundsätzlich können schließlich auch alte Leute recht gut lange alleine für ihre tägliche Versorgung aufkommen, solange sie gesund sind und das es viele oft nicht sind liegt schlicht nicht selten daran das bei uns immer noch Konsum und Kapital / Gewinne vor Gesundheit und Lebensqualität stehen!

Das können dann ja nur noch jüngere Menschen aus anderen Ländern machen.

Nein, das könnten neben einer steigenden Unterstützung durch Maschinen auch andere fitte alte Menschen unterstützend machen (für Dinge wie z.B. füttern, unterhalten, einfache Unterstützungsaufgaben), die so vielleicht auch noch im Alter für sich einen Sinn finden in die Gesellschaft einbringen zu können.
Für alles Zuwanderung aus bevölkerungsreicheren Staaten als "Lösung" herbeizusehnen, wie auch die Wirtschaft für ihr selbstfabriziertes Märchen vom Fachkräftemangel, ist einfach nur die billige und bequeme Ausrede für Jahrzehnte verfehlter Politik, Planung und Wirtschaftshörigkeit. ;)

Für die Lebensqualität der Menschheit im allgemeinen, auf diesem Planeten und die Umwelt ist eine sinkende Bevölkerung in jedem Fall eigentlich nur mehr als erstrebenswert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Weltbevölkerung wächst gigantisch weiter, auch ohne Deutschland.
2040 rechnen Experten mit ~10 Milliarden Menschen, fast 3 mal mehr als noch 1970.

Eine stark alterne Bevölkerung, mit geringen Geburtenraten, ist immer ein Zeichen großer Unsicherheit.
Deswegen hatte ja die DDR eine viel höhere Geburtenrate als die alte Bundesrepublik.
Niemand musste sich Sorgen darum machen, dass es den eigenen Kindern zukünftig schlecht geht.
Die DDR war nach der Wiedervereinigung auch ein Jungbrunnen für die alten Bundesländer, der aber schnell wieder versiegt ist.

Und der jetzige demografische Stand in den neuen Bundesländern ist ein deutliches Zeichen für den gescheiterten Aufbau Ost.
Trotz Soli über fast 25 Jahre, verlassen viele lieber die neuen Bundesländer, und suchen im Westen ihr Glück.
 
@cyron
Es gibt kein Anrecht darauf hier zu leben und es ist auch nicht meine Absicht was daran zu ändern.

Aber wir sollten dafür sorgen, dass sich die Lebensqualität anderswo auf der Welt erhöht, aber da kommen ja schon wieder politisch linke an und meinen, dass es total schlimm ist für Hilfe die man bietet auch Ergebnisse zu fordern.

Wir sorgen dafür das die Lebensqualität hier steigt, nicht in Schießmichtot-Hausen.
Wenn dort Hilfe benötigt wird, wird sie auch bereitgestellt - bei Katastrophen oder Hunger etc. Wir können ja nicht überall fahren und denen kostenlos Fabriken und Agrarwirtschaft aufbauen und die noch ausbilden. Das müssen die schon selbst.
Unsere Aufgaben sind einfach: Leid verhindern (Kriege beenden, bei Katastrophen kurzfristig aushelfen) und aufklären, dann machen die da drüben weiter. Man kann niemanden zu nichts zwingen, das müssen die schon wollen. Was sollten wir da bitte schön fordern? Die Hilfe ist dazu da, die Menschen zu retten - kurzfristig, hinterher leben sie so wie die wollen.

Und alles andere machen wir hier bei uns. Und ich bin für offene Grenzen und gleiche Chancen für jeden. Nicht nur für Spezialisten die Headhunter irgendwo aufgabeln. Jeder hat es verdient, nicht nur wenige glückliche die an dem richtigen Ort geboren wurden oder die, die einen bestimmten Pass besitzen und unersetzlich sind für Firma XYZ.
Und das sollte nicht nur für unser Land gelten, auch für andere, damit sich jeder dort verwirklichen kann wo er mag. Damit digitale Nomaden weiterhin arbeiten können und die Welt insgesamt ein Stück bunter, internationaler und besser wird.
 
Die steigende Geburtenrate wird aber ab 10 bis 11 Milliarden wieder erheblich sinken.
Die Zahl der Menschen wird nicht das große Problem werden, wenn es nur um die Versorgung geht. Wir produzieren schon jetzt genug Lebensmittel um weitere Milliarden Menschen zu versorgen.
 
Nein, Millionen Menschen verhungern jedes Jahr, versterben an Krankheiten die heilbar sind, oder werden in Kriegen ermordet.
1/3 aller produzierten Lebensmittel wird nicht verzerrt, sondern weg geworfen.
Z.B. werden in Afrika die Unmassen an Toten in alten Bergwerksstollen deponiert, weil man sie gar nicht mehr begraben kann.

Bei 10 Milliarden Menschen werden sich solche Zustände noch viel drastischer verschärfen......
 
Zuletzt bearbeitet:
Die steigende Geburtenrate wird aber ab 10 bis 11 Milliarden wieder erheblich sinken.
Die Zahl der Menschen wird nicht das große Problem werden, wenn es nur um die Versorgung geht. Wir produzieren schon jetzt genug Lebensmittel um weitere Milliarden Menschen zu versorgen.

Und die Verteilung? Nicht alles lässt sich ordentlich und zügig transportieren und nicht jedes Gebiet ist gleich gut versorgt. Wir schwimmen hier in Geld und Essen, andere Länder sind nicht so gut aufgestellt. Wir sollten weniger werden, nicht mehr, dann besteht das Problem nicht mehr.
 
Das kriegt man schon hin, es ist doch bezeichnend, dass die beiden Länder mit der größten Bevölkerung zwar Probleme mit dieser haben jedoch nicht in der Größenordnung wie hier befürchtet.
 
Das kriegt man schon hin, es ist doch bezeichnend, dass die beiden Länder mit der größten Bevölkerung zwar Probleme mit dieser haben jedoch nicht in der Größenordnung wie hier befürchtet.

Und das bringt uns aber wieder zurück zum Thema.
Gerecht verteilt ist weder Essen noch Einkommen noch Wohnraum. Es gibt Gebiete mit massiven Einkommen die eben massive Wohnraumprobleme haben.
Überall auf der Welt. Shenzhen, Silicon Valley, Moskau, Tokyo und eben München und Berlin. Daran ist nichts verkehrt, es ist einfach nur ein Anzeichen dafür das die Stadt überlaufen ist und das es sich nicht mehr lohnt, dahin zu rammeln. Aber Leute versuchen es trotzdem. Und sie verstehe ich nicht, vor allem die weniger gut betuchten. Wer Luxus will und es bezahlen mag, kann ja hinziehen, für den ist immer genug Platz - davon gibt es ja nicht all zu viele. Aber der Rest - weiß das es zu teuer für sie ist und sie machen es trotzdem.
Würde ich nicht tun, ich habe genug Hirn im Kopf um eine bereits vollgestopfte Metropole nicht noch zusätzlich zu belasten auch wenn ich es mir leisten kann. Gibt einfach keinen Grund so viel zu zahlen und sich trotzdem mit Menschenmassen überall rumzuquetschen. Macht doch keinen Spaß. Mittelgroße Städte, so bis 1Mio. Einwohner sind da doch viel interessanter. Natürlich gibt es Ausnahmen wie Verwandte oder alle Freunde sind halt dort und man mag unbedingt dahin. Oder man ist Polizist und wird diesem Gebiet zugeteilt - dann muss man in relativer Nähe wohnen. Der Rest ist einfach nur nicht klug wenn sie es trotzdem tun, sie werden da nicht glücklich.

Es gibt ja viele Lösungen für das Problem, eine davon nutze ich schon länger. Home Office. Aber nicht nur für arbeiten, auch für Studenten wäre das kein Thema. Jede Uni ist bereits sehr gut angebunden (die haben etliche Gbit/s anliegen an jedem Standort) und die Technik vor Ort zu installieren ist super einfach, warum wird das nicht gemacht?
Und sehr sehr viele Jobs lassen sich von Zuhause erledigen. Den Kadaver ins Office schleppen ist nicht immer hilfreich. Selbst die Leute die bei uns nicht weit vom Office leben, arbeiten öfters von Zuhause aus - teils Wochen am Stück. Und der Rest arbeitet von Zuhause ohne jegliche Probleme. Und hier kommt wieder unsere veraltete, verkrampfte Gesellschaft, Politik und Firmen-Chefetage ins Spiel - nö, mögen wir nicht, soll der Angestellte sich ins Office schleppen und dort vergammeln auch wenn der nicht wirklich produktiv ist.

Warum wird das nicht als eine mögliche Lösung angesehen?
Pendeln reduzieren, den Leuten ermöglichen ihren Wohnort unabhängig von dem Studium oder der Arbeit zu wählen usw.?
Vor allem spart das auch etwas Kosten - so n dicker Office in einer beliebten Gegend kostet nicht wenig, warum also extra breit basteln wenn man locker 2/3 der Angestellten dort nicht vor Ort braucht? Die Sekretärin mit dem geilen Hinterteil kann der Chef ja trotzdem vor seinem Office hinsetzen, aber wozu den Rest da behalten?)
 
Du meinst wahrscheinlich Indien.
Aber auch da leben wirklich viele Menschen in großer Armut.
Und bei vielen afrikanischen Staaten spricht man von 4. Welt Ländern, weil die noch einmal deutlich abgerutscht sind gegenüber 3. Welt Ländern.
 
Daran ist nichts verkehrt, es ist einfach nur ein Anzeichen dafür das die Stadt überlaufen ist und das es sich nicht mehr lohnt, dahin zu rammeln. Aber Leute versuchen es trotzdem. Und sie verstehe ich nicht, vor allem die weniger gut betuchten.
Viel Spaß dem Jobcenter zu erklären, dass du dich nicht in Berlin wegen der Wohnungslage bewirbst. Ich weiß, aus deiner Position heraus schwer vorstellbar.
Aber hier liegt wohl auch ein Fehler deutscher Wirtschaftspolitik, welche es geradezu fördert, dass alle möglichen Unternehmen sich in den ohnehin schon hoffnungslos überfüllten Großstädten konzentrieren. Statt dafür Sorge zu tragen, dass auch etwas abseits gelegene Gebiete und Mittelstädte bedacht werden. Ich rede jetzt nicht nur von den sterbenden Gebieten in Ostdeutschland oder den ehemaligen Zentren der Montanindustrie an Saar und Ruhr, sondern u.a. auch von den zu Zeiten des Kalten Krieges großzügig bedachten Zonenrandgebieten, wo seit Wegfall dieser Förderung langsam das Licht ausgeht oder Städte wie Pirmasens. Früher mal Zentrum der Schuhindustrie, seit die nicht mehr ist, massiver Bevölkerungsverlust.
 
Zuletzt bearbeitet:
Viel Spaß dem Jobcenter zu erklären, dass du dich nicht in Berlin wegen der Wohnungslage bewirbst. Ich weiß, aus deiner Position heraus schwer vorstellbar.
Aber hier liegt wohl auch ein Fehler deutscher Wirtschaftspolitik, welche es geradezu fördert, dass alle möglichen Unternehmen sich in den ohnehin schon hoffnungslos überfüllten Großstädten konzentrieren. Statt dafür Sorge zu tragen, dass auch etwas abseits gelegene Gebiete und Mittelstädte bedacht werden. Ich rede jetzt nicht nur von den sterbenden Gebieten in Ostdeutschland oder den ehemaligen Zentren der Montanindustrie an Saar und Ruhr, sondern u.a. auch von den zu Zeiten des Kalten Krieges großzügig bedachten Zonenrandgebieten, wo seit Wegfall dieser Förderung langsam das Licht ausgeht oder Städte wie Pirmasens. Früher mal Zentrum der Schuhindustrie, seit die nicht mehr ist, massiver Bevölkerungsverlust.

Jobcenter? Du meinst diese komischen Gebäude wo Leute reingehen und noch weniger Arbeitsangebote bekommen als in der lokalen Zeitung?
Das ist eine der nutzlosesten Abteilungen die wir haben.
Sie vermitteln nur sehr wenige Leute richtig. Viele werden gar nicht oder für den falschen Beruf und die falsche Gegend vermittelt. Dazu quetschen sie die Leute in Teilzeit, Zeitarbeit und befristete Verträge mit miesem Lohn (an befristeten Verträgen ist nichts schlechtes dran wenn man halt gut verdient, sie sind in vielen Bereichen sogar absolut normal - man wird halt für ein Projekt angeheuert und man weiß - hinterher ist halt Feierabend usw.).
Und ja, die Wohnlage ist ein gültiger Einwand. Wer von Außerhalb kommt und Jobangebote in einer anderen Stadt bekommt, der muss sie nicht annehmen. Das Jobcenter kann einen nicht dazu zwingen, umzuziehen oder sehr weit zu pendeln. Sie können es vorschlagen, mehr nicht.

Die Unternehmen machen das aber richtig. Erstmal - sind deren Kosten absetzbar, bei Privatpersonen nicht.
Zweitens - das flache Land (Pampa) ist so schlecht erschlossen und hat keinerlei Arbeitskräfte, schon gar nicht Spezialisten vor Ort, da KANN man nicht funktionieren. Natürlich gibt es Ausnahmen wie Thomann - aber sie sind von einem sehr kleinen Musikhandel zum größten in Europa angewachsen über längere Zeit, so was gelingt nur sehr wenigen.
Dazu kommt fehlende Infrastruktur - Autobahn-Zufahrten, Glasfaser, Bahngleise und Bahnhöfe, Flughäfen - alles was eine Firma brauchen könnte existiert da NICHT.
Ist ja klar das jeder halbwegs gerade denkender Unternehmer sich in die Großstadt verzieht. Egal was er macht. Nur reiner Onlinehandel/Dienstleister kann auf dem Land überleben und das auch nur wenn man Unsummen in Glasfaser investiert.

Das ist aber ein weltweiter Trend. Das passiert nicht nur uns, das passiert allen. Metropolen boomen, das Land vergreist und verblutet - weil es da schlicht nichts zu tun gibt.
Was uns hilft: Digitalisierung, mehr Home Office Arbeitsplätze (vollzeit im Home Office, nicht nur 1-2 Tage pro Woche, die bringen nix) und Leute die bereit sind, auf dem Land selbst Geld für die Infrastruktur zu zahlen (ich finde die Idee seltenst dämlich, irgendwelche Pampa am Bedarf vorbei mit Steuergeldern vollzupumpen - jeder sorgt selbst dafür das da Glasfaser, Gas, Wasser & ******* installiert wird + eine vernünftige Straße), dann klappt es auch mit den ländlichen Gebieten.
 
Das ist eine der nutzlosesten Abteilungen die wir haben.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/57/Gerhard_Schroeder_MUC-20050910-01.jpg
...
Früher konnte man sich von der SPD noch verraten und verascht fühlen, heute kann man von ihr überhaupt nichts mehr erwarten, um sich überhaupt noch verraten zu fühlen.

Das Jobcenter kann einen nicht dazu zwingen, umzuziehen oder sehr weit zu pendeln. Sie können es vorschlagen, mehr nicht.
Stimmt, sie können einen nicht zwingen, aber sanktionieren, wenn man eine zumutbare Beschäftigung (§10 SGB II) nicht annimmt. Der "Kunde" (:rollen:) kann ja Beihilfe zum finanziellen Suizid beantragen.

Das ist aber ein weltweiter Trend. Das passiert nicht nur uns, das passiert allen. Metropolen boomen, das Land vergreist und verblutet - weil es da schlicht nichts zu tun gibt.
In gewisser Weise kann man froh sein, dass die Urbanisierung in Deutschland noch nicht so ausgeprägt ist wie in anderen europäischen Staaten oder so manch einem Schwellenland. Nur wirklich hinnehmen sollte man dieses Ausmaß den die Urbanisierung annimmt auch nicht wirklich. Denn der Rattenschwanz an Problemen der sich dadurch ergibt, wie leerstehende Dörfer, Klein- und Mittelstädte auf der einen, sowie überfüllte Großstädte auf der anderen, die immer mehr ohnehin schon raren Boden und Bauland beanspruchen, halte ich für wenig zielführend. Zumal nicht alles irgendwelche Ansiedlungen der Marke 3 Häuser, 4 Spitzbuben sind, sondern auch recht viele Mittelstädte. Also Städte der Größenordnung 20000 bis 100000 Einwohner.
Wachsen und Schrumpfen von Staedten und Gemeinden
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit mir bekannt, kann das Jobcenter nur die Arbeit als "zumutbare Beschäftigung" anbieten, für die der Kunde ausgebildet ist und die für den Kunden erreichbar ist (also nahe am Wohnort, nicht 50km weiter). Die Jobcenter & Arge werden mittlerweile massiv verklagt, um sich gegen solche Sanktionierungen zu wehren.
Klar, das kostet Zeit und etwas Geld und die Sanktion geht ja nicht weg - man muss also Rücklagen haben und nicht auf dem letzten Cent sitzen dafür.

Aber wie stellt man es sich vor, Hartz4 Empfänger zieht wegen Job nach Berlin? Den will da doch keiner, der findet nie eine Wohnung bis er anfangen muss. Und selbst mit dem Vertrag - ist man erstmal in Probezeit, guggt der Vermieter auch schief - was is wenn der gleich rausfliegt und dann hab ich den am Hals... So was nimmt ein Vermieter nicht wenn da 100 andere stehen die besser unterwegs sind.

Naja die Urbanisierung kann man nicht aufhalten. Keiner auf der Welt hat bislang eine Lösung gefunden. Wir entwickeln uns halt zu einer in Ballungsgebieten lebenden Spezies, fertig. Wir sollten uns aber darauf vorbereiten das es so weit kommt. Die Städte scheinen aber keinen Plan zu haben wie sie mit weiteren Millionen fertig werden wollen, die in diese Städte ströhmen.
 
Soweit mir bekannt, kann das Jobcenter nur die Arbeit als "zumutbare Beschäftigung" anbieten, für die der Kunde ausgebildet ist und die für den Kunden erreichbar ist (also nahe am Wohnort, nicht 50km weiter).
Du warst noch nie im H4 Bezug und hast auch noch nie den Paragrafen gelesen. Selbst bei ALG1 gibt es, mit gewissen Übergangsfristen, siehe §140 SGB III, solche Regelungen.
§ 10 SGB 2 - Einzelnorm
SS 140 SGB III Zumutbare Beschaeftigungen
Arbeitslose muessen nur zumutbare Arbeit annehmen - DGB Rechtsschutz GmbH
ver.di – Zumutbarkeit
Sauer, SGB III SS 140 Zumutbare Beschaeftigungen / 2.4.2 Auswaertige Beschaeftigungen | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
Bundessozialgericht zu Hartz IV - Ein-Euro-Job fuer Akademiker zumutbar - Politik - Sueddeutsche.de

Die Jobcenter & Arge werden mittlerweile massiv verklagt, um sich gegen solche Sanktionierungen zu wehren.
Aber wegen anderer Sachen.

Aber wie stellt man es sich vor, Hartz4 Empfänger zieht wegen Job nach Berlin?
Ja, oder München, Hamburg, ... Gilt als zumutbar. Rate mal warum diese horrenden Mieten auch kritisiert werden, eben auch wegen sowas.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du warst noch nie im H4 Bezug und hast auch noch nie den Paragrafen gelesen. Selbst bei ALG1 gibt es, mit gewissen Übergangsfristen, siehe §140 SGB III, solche Regelungen.
§ 10 SGB 2 - Einzelnorm
SS 140 SGB III Zumutbare Beschaeftigungen
Arbeitslose muessen nur zumutbare Arbeit annehmen - DGB Rechtsschutz GmbH
Sauer, SGB III SS 140 Zumutbare Beschaeftigungen / 2.4.2 Auswaertige Beschaeftigungen | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
Bundessozialgericht zu Hartz IV - Ein-Euro-Job fuer Akademiker zumutbar - Politik - Sueddeutsche.de


Aber wegen anderer Sachen.


Ja, oder München, Hamburg, ... Gilt als zumutbar. Rate mal warum diese horrenden Mieten auch kritisiert werden, eben auch wegen sowas.

Ich war im Hartz4-Bezug, allerdings kurzfristig und das meist mit einer Nebentätigkeit die zwar Einkommen erzielt hat, aber nicht viel und nicht gleichmäßig.
Daher ja, diese Sachen kannte ich nicht.
Die Spinnen doch. 2,5h Pendelzeit für eine Vollzeitstelle? Wenn da noch Überstunden dazu kommen (kann ja passieren) dann ist man 12h unterwegs insgesamt. Wie stellen die sich das vor, aufstehen, Zähne putzen, arbeiten, schlafen gehen oder wie?
Und das die zumutbare Arbeit komplett unabhängig von Qualifizierung und Erfahrung der Kunden ausgewählt wird, ist auch bullshit, nicht nur weil das einfach dumm ist sondern weil dann auch im Lebenslauf irgendwelche Grütze steht wo der Arbeitgeber sich dann fragt - warum hat der Akademiker hier 1 Jahr lang irgendwelche Bretter geschleppt?

Die Jobs die vom Jobcenter vermittelt werden sind nur in den seltensten Fällen gut bezahlt (denn die kommen da nicht an, bei solchen Stellen stehen die Bewerber eh schon vor der Tür wenn da was frei wird). Damit wird der Niedriglohnsektor in den Großstädten mit Leuten besetzt die weder Geld für den Umzug noch für die Kaution in der Großstadt aufbringen können (wie soll denn ein Arbeitsloser aus XYZ da jetzt noch etliche tausend € aufbringen um sich erstmal in die Großstadt zu bewegen und da eine gute Wohnung zu mieten? Die haben doch keine Rücklagen und irgendwas essen wollen die auch bis das Gehalt dann ankommt).
Das es da so bescheuert geregelt ist, hab ich jetzt nicht gewusst.

Man sollte die Leute in ihre Berufe und in halbwegs gut bezahlte Arbeit bringen. Klar gibt es Härtefälle oder aussterbende Berufe wie z.B. Schmied - was willste mit dem auch machen - aber jeder der nach Jobverlust da ankommt, hat eine Qualifikation/Ausbildung/Wasauchimmer und Erfahrung in einem bestimmten Bereich, da darf man den nicht irgendwohin stecken.
Und bei den langen Pendelstrecken verschwenden die Leute zu viel Geld und verstopfen unsere Straßen etc. - ist weder gesund noch gut. Pendler sind ja schon angepisst wenn sie auf Arbeit ankommen weil anstatt 15min radeln oder zu Fuß laufen haben die Leute 1h+ unterwegs verschwendet, mit Stau, Baustellen, Umleitungen und dem ganzen Spaß. So ein Arbeiter ist weder produktiv noch freundlich - da freut sich der Chef auch nicht.
Die Jobcenter sollten darauf umgestellt werden damit sie nicht die Leute in die Städte schieben wo sie nix zu suchen haben. Wer selbst in die Großstadt will, der findet einen Weg ohne das Amt, aber Leute ohne Rücklagen und geregeltes Einkommen in die teuersten Städte des Landes schieben klappt nicht, so vermehrt man die Armut. Und zwingt man sie zum pendeln auf diese Art, so fallen die aus dem sozialen Umfeld raus, selbst wenn da Geld übrig bleibt. Wer über 10h unterwegs ist für die Arbeit und das jeden Tag - der macht hinterher nix mehr. Kein Ehrenamt, keine Kultur, nichts. Solche Zombies braucht man doch nicht.
In anderen Ländern sind solche Zeiten für die Arbeit nicht unüblich, SüdKorea, Japan - die schuften sich da halbtot, aber bei denen basiert die Gesellschaft nicht auf freiwilligen Mitarbeitern und Ehrenämtern in diversen wichtigen Bereichen die hier dann hinten runterfallen.

kA warum das so geregelt wird, das sind ideale Voraussetzungen um "working poor" zu erschaffen - jeder der seinen Job verliert und nicht zeitnah was gutes findet, landet weit entfernt bei einem Job wo der nix zu suchen hat und wo die Bezahlung meist so mies ist das es schon beim Jobcenter stockt,
 
kA warum das so geregelt wird, das sind ideale Voraussetzungen um "working poor" zu erschaffen - jeder der seinen Job verliert und nicht zeitnah was gutes findet, landet weit entfernt bei einem Job wo der nix zu suchen hat und wo die Bezahlung meist so mies ist das es schon beim Jobcenter stockt,

Man könnte der Meinung sein, dass das politisch gewollt ist. Du hast dann eine Bevölkerungsschicht, die du gegen eine andere ausspielen kannst.
 
Man könnte der Meinung sein, dass das politisch gewollt ist. Du hast dann eine Bevölkerungsschicht, die du gegen eine andere ausspielen kannst.

Naja diese Leute gehen nicht unbedingt wählen. Diese Leute sind politikverdrossen, trauen denen nicht mehr und gehen gar nicht mehr wählen.
Sieht man auch an der Wahlbeteiligung - Wohlhabende wählen fast alle, arme Leute - nur zum Teil.
Die kann man also nicht gegen andere ausspielen. Man kann das höchstens so sehen - wenn die armen nicht wählen, wiegen die Stimmen der wohlhabenden mehr.
Und da sie nicht mehr wählen gehen, werden ihre Interessen von der Politik auch nicht berücksichtigt, ist auch richtig so. Die Politiker hören auf die, die sie unterstützen, mit denen zusammenarbeiten usw. - und das sind überwiegend Leute mit ordentlich Geld - entweder über eine Lobby oder halt immer selbst vor Ort, machen sich bemerkbar.

Ist also nicht mit Absicht, eher ein Nebeneffekt der aktuellen Politik.
 
Zurück