Erstens "ohne Fahrer" hat sehr wohl was mit der Bauweise zu tun. Es hat schon seinen Grund warum es keine Straßenbahnen gibt die Autonom fahren. (Falls "Bauweise" auf den Antrieb des Fahrzeuges gemünzt war geschenkt, die Argumente sollten nicht kombiniert werden).
"Bauweise" war auf die Bauweise bezogen. Deswegen heißt das so. Du hast selbst die Bauweise von Antrieb und Tragsystem angesprochen und nur die. Und die haben nichts mit Autonomität zu tun. Eine Straßenbahn ist genauso gebaut, wie die Nürnberg U-Bahn, aber letztere fährt ohne Fahrer. Ein JR-Maglev ist vollkommen anders gebaut, würde aber nie ohne Personal starten.
Was du meinst ist den Bauort: Eine eigener, baulich komplett getrennter Fahrweg erleichtert autonomes Fahren. Den kann ich aber mit jeder Bauweise realisieren.
Der Kostenfaktor für den Fahrer ist zu vernachlässigen, aber wenn die Bahn nicht fährt weil man nicht genug Fahrer hat ist es ein gehöriger Nachteil.
"Genügend Fahrer" IST ein Kostenfaktor. Und nur das. Keine Bahn hat Fahrermangel, weil plötzlich 30% eine Grippe haben. Man hat Fahrermangel, weil die Personaldecke bei 90% liegt und man für die Löhne niemanden neues mehr findet.
Wegen dem Boegl System hast du dich offenbar nicht richtig informiert, das ist kein Transrapid und auch erheblich günstiger. Außerdem ist die Wartung auch bei langsamen Rad-Schienen-Fahrzeugen nicht ohne.
Bayern: Max Boegl baut eine Magnetschwebebahn fuer den OEPNV - Golem.de
Ich hab nirgendwo von "Transrapid" gesprochen und mich soweit informiert, wie es möglich war. Aber nirgendwo steht, wie das Ding wunderbar billig sein soll und komischerweise scheint es bislang auch jedem zu teuer gewesen zu sein. Abgesehen von etwas geringerer Geräuschentwicklung les ich auch nichts von technischen Vorteilen gegenüber einer normalen Leichtbahn - offensichtlich gibt es aber die volle Dosis Nachteil beim Fahrweg, der komplett neu errichtet werden muss und das entweder mit aufwendigen Querungsbauwerken oder komplett aufgeständert (mit entsprechend aufwendigen Stationen). Überraschend, dass der Entwurf von einem Bauunternehmen stammt
Für zugeparkte Busspuren, Fahrgäste die sich unbedingt noch in den Bus quetschen der schon voll ist, Fahrgäste die nicht durchrücken, den x-ten Kinderwagen der kaum noch reinpasst, zweite-Reihe-Parker, rumkriechende Radfahrer oder schlicht Stau kann die BVG nichts.
Die Leute denken leider oft nicht weiter wie bis zu deren Nase. Fahrgäste, die den Betriebsablauf bewusst und mit voller Absicht stören mal ganz ausgenommen.
Ich kenn die BVG noch aus den 90ern, als sie die gleiche "Zuverlässigkeit" auch unter deutlich besseren Bedingungen geschafft hat

Aber davon abgesehen sind das ja dennoch alles unvermeidliche Bestandteile des Konzeptes "Bus", als dessen Vorteil "Zuverlässigkeit" postuliert wurde. Da hat er zwar zugegebenermaßen 1-2 weniger Worst-Cases zu befürchten, weil der Fahrweg meist mehrfach redundant existiert (aber auch nicht immer. Fahr mal von Friedrichshagen ins Allende...), aber dafür gibt es so viele kleinere Störquellen, dass die Störung ratz fatz zum Dauerzustand wird.
Irgendwas Neues brauchen wir hier aber, wenn man weniger Leute zum Individualverkehr nötigen will. Ich denke mal dass ich es gut herauskristallisiert habe, dass ich eine U-Bahn in bestehenden oder sehr großen Wohngebieten bei einem zu erwartenden sehr hohen Fahrgastandrang für die Grobversorgung und den Bus als Feinversorgung als die beste Lösung ansehe - den West-Berliner Ansatz halt. Und in Neubaugebieten halt, bei einem entsprechenden zu erwartendem Fahrgastandrang und falls sinnvoll umsetzbar, aus Initial-Kostengründen eine Straßenbahn.
Ich bin für S-Bahn (wo man es sich leisten kann auch unterirdisch) + Fahrrad (Ebike für die faulen).
Die Sache ist, irgendwo muss halt auch mal eine Grenze gezogen werden. Aktuell liegt sie meines Erachtens nach halt viel zu niedrig.
Nö. Es muss eben gerade keine Grenze gezogen werden, sondern ein breiter Übergangsbereich. An Grenzen wirst du immer negative Grenzeffekte beobachten und wo die Natur keine Grenze vorgibt, sollte man deswegen nach Möglichkeit mit fließenden Systemen arbeiten. Manchmal ist das den Aufwand nicht wert, aber bei dem ohnehin gigantischen Aufwand der staatlichen Verteilungssysteme wäre eine fließender Übergang zwischen ALGII und Arbeit, von der man Leben kann, ein Klacks.
Auch muss man verhindern, dass Unternehmen über diesen Weg Lohnkosten sparen wollen. Ich wette mit dir, es würden sonst noch viel mehr Löhne in manchen Branchen genau auf solch ein Level gesetzt werden, dass das Amt den Lohn auf ein Niveau X fördert, anstatt dass man den Lohn für Niveau X selber zahlt und eine Abhängigkeit vom Amt vermeidet.
Siehst du? Genau das sind Grenzeffekte. Wenn du mit maximal 50% Anrechung arbeitest und so einen Quatsch wie "exakt 450 Euro" Jobs streichst, wirst du auch das los. Und du wirst nie verhindern, dass Unternehmen auf alle nur erdenklichen Arten Lohnkosten sparen. Das klappt nur im Sozialismus. Aber du kannst verhindern, dass es am Markt eine Schwelle gibt, dicht über der quasi gar keine Arbeit angeboten wird, sodass Millionen von Leuten ohne naheliegende Aufstiegsmöglichkeit darunter gefangen sind.
Wenn es mit der Digitalisierung und Automatisierung so weitergeht, wird es generell fast nur noch spezielle Jobs geben... Der Rest fällt hinten runter.
Es muss noch verdammt viel, viel, viel, viel weiter automatisiert werden, bis es keine Friseure, Regalauffüller, Verkäufer, Kellner, Köche, Kassierer, Lieferanten etc. mehr gibt. Und überall, wo etwas mehr Geld im Spiel ist, halten sich bis heute manuelle Anachronismen, die mit mehr besserverdienenden Spezialisten noch bestärkt werden - von der Stilberaterin in der Boutique über den Bankangestellten, der dir die Scheine händisch zählt bis hin zum Autoverkäufer, der seit 20 Jahren durch ein vernünftiges Online-System ersetzt werden könnte, es aber auch in 20 Jahren noch nicht sein wird. Das alles sind Jobs, die wenig Qualifikation voraussetzen und Menschen nur wegen ihrer Flexiblität und Feinfühligkeit bei mechanischen Arbeiten oder sogar ausschließlich wegen ihrer Menschlichkeit genutzt werden. Nichts, wofür jemals irgendwer viel Lohn zahlen würde, aber auch etwas, was der Besserverdiener als Dienstleistung wünscht. Und entweder degradierst du solche Leute zu Billigsklaven, was über kurz oder lang in soziale Unruhen mündest, oder du beteiligst sie am Einkommen der Besserverdiener. Und weil das über Selbstorganisation erfahrungsgemäß nur eingeschränkt funktioniert, Geld ist eben nicht nur Reichtum sondern auch Macht, muss sich einfach mal eingestehen, dass es für unsere Vision einer künftigen Gesellschaft ein staatlich unterstützter Niedriglohnsektor unvermeidbar ist.
Sowohl bei der Miete, als auch bei der Grundsteuer gab es Einigungen:
Einigungen zwischen Politikern und Leuten mit viel Geld...
Apropos: Ich empfehle jeden mal ein Blick in "Baugenehmigungen, Baufertigstellungen - Lange Reihen" des Statistisches Bundesamtes zu werfen. Schon während der ersten Amtszeit von Willy Brandt gab es mehr Baugenehmigungen und es entstanden mehr neue Wohnungen, als in der gesamten bisherigen Zeit der Kanzlerschaft von Merkel oder auch nur einer Amtszeit eines anderen Bundeskanzlers vor oder nach ihm. Zumal es sich auch noch in der Struktur von dem was heute gebaut unterschied - "normale" Mietwohnungen vs Luxuswohnung für die Dekadenz. Dazu auch noch Gesetze gegen Bodenspekulation und Mietwucher.
Ich glaube, damals war noch etwas mehr Bauland frei und unter den Bauten, die da drauf gestellt wurden, leidet manch Mieter bis heute.
Wer richtig viel Geld hat, schaufelt das sowieso woanders. Vor allem weil man dank EU mittlerweile überall sein kann. Es reicht wenn ich über 6 Monate im Jahr im anderen EU-Land bin um dort meine Steuern zu zahlen. Madeira z.B.
Und wer viel Geld hat, hat meist auch viel mehr Spielraum.
Es wird endlich Zeit, das internationaler Kapitalverkehr mit Abgaben belegt wird. Hat man seine Arbeitskraft, ist man auf die Möglichkeiten beschränkt, die sich im Umkreis von ein paar Kilometern ergeben. Hat man einen Betrieb, muss man mit dem Leben, was es in der Region gibt. Hat man einen Acker, muss man das Zeug, das drauf wächst, irgendwie loswerden. Aber der, der Geld hat, der kann sich global die Rosinen rauspicken.
Da braucht man sich nicht wundern, wenn das System Ungleichheit produziert.
Ich war im Hartz4-Bezug, allerdings kurzfristig und das meist mit einer Nebentätigkeit die zwar Einkommen erzielt hat, aber nicht viel und nicht gleichmäßig.
Daher ja, diese Sachen kannte ich nicht.
Die Spinnen doch. 2,5h Pendelzeit für eine Vollzeitstelle? Wenn da noch Überstunden dazu kommen (kann ja passieren) dann ist man 12h unterwegs insgesamt.
Die 2,5 h gelten eigentlich nur für Jobs bis 6 h, sonst 2h, aber Richtlinien und Praxis ...
...
...
Drücken wir es mal so aus:
"Grundsätzlich ist ein zumutbarer Arbeitsweg gegeben, wenn eine Strecke von 180 Kilometern zurückgelegt werden muss. "
Man beachte hierbei auch, dass der Besitz eines KFZs vom Jobcenter als unnötig/Luxus erachtet wird. Wir sprechen also im Worst Case von 180 km mit öffentlichen, was selbst bei einer günstig gelegenen ICE-Trasse inkl. Nahverkehr schnell 2-3 Stunden PRO Richtung sind.
Das sind die Probleme, für die Geringverdiener eine Lösung finden müssen, ehe sie die Klappe für mehr Lohn aufmachen, Home Office fordern oder in die Selbstständigkeit gehen oder irgend einen anderen deiner zahlreichen "Vorschläge" zur Verbesserung ihrer Situation umsetzen können. Packen sie ihre Prioritäten irgendwo anders hin, als vom Jobcenter verlangt, stehen sie nämlich binnen weniger Wochen ohne alles dar, in einigen Fällen auch ohne Wohnung.
Das es da so bescheuert geregelt ist, hab ich jetzt nicht gewusst.
Und das ist noch die Spitze des Eisbergs, denn in aller Regel gibt es in der Nähe derartiger Jobs ja genug andere Jobcenter-Opfer, sodass sich die meisten dem Zwang zum Langstreckenpendeln noch entziehen können. Viel schlimmer ist, wieviel Zeit mit diesen und anderen Zwangsmaßnahmen draufgehen. Denn auch wenn man im Bewerbungsgespräch gleich mal damit rüber kommt, dass man Verkehrsbedingt ja frühestens ab 11:00 zuverlässig erscheinen könnte ("danke, ich finde die Tür selbst") - bewerben und die Bewerbung nachweisen muss man, zum Gespräch muss man und zumindest vor ein paar Jahren hatte man auch noch gute Chancen, 4-6 Stunden pro Tag in irgend einer nutzlose JC-Maßnahme gefangen zu sein. Die Bezeichnung "Vollzeit Arbeitsloser" ist nicht weit hergeholt. Als Teilselbstständiger blieb mir das übelste noch erspart, aber öfters geht fürs Jobcenter und seine Drangsalierungen mehr Zeit drauf als für die Suche nach Stellen, die auch Sinn ergeben.
Alles nur wegen der deutschen
Leit Neidkultur.
(hat eigentlich mal jemand aktuelle Zahlen gesehen, wie viel vom ALGII-Budget an die ALGII-Empfänger fließt und wieviel in Verwaltung, Maßnahmen, etc.? Vor 10 Jahren waren das mal fast 50%)
Und bei den langen Pendelstrecken verschwenden die Leute zu viel Geld und verstopfen unsere Straßen etc. - ist weder gesund noch gut.
Ich möchte nicht wissen, wieviel Pendelei man in Deutschland allein durch Jobtauschs einsparen könnte, weil im Moment Elektriker A aus Düsburg, der 2014 eine Stelle suchte, in Düsseldorf arbeitet, während Elektriker B aus Düsseldorf, der 2015 nach Düsburg verdonnert wurde, in Gegenrichtung unterwegs ist...
Pendler sind ja schon angepisst wenn sie auf Arbeit ankommen weil anstatt 15min radeln oder zu Fuß laufen haben die Leute 1h+ unterwegs verschwendet, mit Stau, Baustellen, Umleitungen und dem ganzen Spaß. So ein Arbeiter ist weder produktiv noch freundlich - da freut sich der Chef auch nicht.
Im Niedriglohnsektor ist das dem Chef egal. Die Aufgaben sind geistig so abstumpfend gehalten, die kannst du wütend, übermüdet, bekifft oder topfit machen - es kommt das gleiche bei rum, wenn du eine gewisse Grundgeschwindigkeit hast. Und die wird dir eingebleut oder du wirst ausgetauscht. Guck dir Regeleinräumer an, ruf bei 90% aller Hotlines durch, etc.. Es hat seinen Grund, dass die Leute ihre Arbeit mit der Motivation machen, mit der sie sie machen.
kA warum das so geregelt wird, das sind ideale Voraussetzungen um "working poor" zu erschaffen
Wieso "kA"? Du formulierst den Grund doch vollständig aus. Das System HartzIV wurde gemäß der Wünsche von Unternehmern für "working" geschaffen und die Forderungen der Priveligierten nach "bloß niemandem etwas schenken" haben sichergestellt, dass alles andere als "poor" ausgeschlossen wurde. Erklärtes Ziel des Systems ist es, Leute zum arbeiten "zu motivieren" und erklärte Grundannahme unzähliger Populisten ist, dass jeder, der nicht längst arbeitet, gar nicht arbeiten will und nur durch Zwang motiviert werden kann und das er es nicht verdient, mehr als das Minimum dafür zu bekommen. Willkommen im "konservativen" Deutschland.
Naja diese Leute gehen nicht unbedingt wählen. Diese Leute sind politikverdrossen, trauen denen nicht mehr und gehen gar nicht mehr wählen.
Rate mal, wieso...
Diese Leute werden systematisch verarscht und haben in der Regel weder die Zeit noch -siehe Auftstiegschancen/Klassenverfestigung in Deutschland)- das Wissen, sich zumindest die besseren der Arschlöcher rauszupicken und eine Richtung vorzugeben.
Und da sie nicht mehr wählen gehen, werden ihre Interessen von der Politik auch nicht berücksichtigt, ist auch richtig so. Die Politiker hören auf die, die sie unterstützen, mit denen zusammenarbeiten usw. - und das sind überwiegend Leute mit ordentlich Geld - entweder über eine Lobby oder halt immer selbst vor Ort, machen sich bemerkbar.
Ist also nicht mit Absicht, eher ein Nebeneffekt der aktuellen Politik.
Es ist die unabdingbare Folge eines Systems, in dem Geld alles und Menschen nur eine Ressource von vielen sind. Und genau darauf arbeitet die Politik seit Jahrzehnten absichtlich hin.
Das hast du aber in München alles auch.

Nur dass da die Wohnungen noch ein Stück teurer sind.
In Berlin hat man aber weniger Bayern als in München
