Die Studenten haben keine wirkliche Auswirkung auf den Markt, vor allem weil sie kein Geld haben und eh nur für wenige Jahre mieten, dazu WGs und Wohnheime nutzen
Keine Ahnung, wie es in der Region der Ahnungslosen aussieht, aber in den meisten deutschen Städten herrscht akuter Mangel an Wohnheimplätzen und zumindest in Kiel waren die meisten WGs 2/3er in ganz normalen Wohnungen. Das sich eine ausreichend große Gruppe für die Miete einer übergroßen Wohnung zusammenfindet, ein Vermieter, der eine teure Wohnung an ständig wechselnde Studenten vermieten will und auch noch eine Wohnung, die WG geeignet ist*, ist selten. Typisch für Studentenstädte sind extreme Mieterkonkurrenz um kleine Wohnungen für 1-2 Personen, also genau das gleiche Spektrum, dass Berufsanfänger, Gründer, Singles,... etc. beanspruchen. In Metropolen wie Berlin hast du Recht: Hier sind die Studenten insgesamt zuwenige, um einen Einfluss auf den Mietmarkt zu nehmen. Deswegen gilt Berlin auch nicht als Studentenstadt. Aber guck dir mal Heidelberg an, Bamberg, ggf. Mainz, Oldenburg, Kiel,...
*: Wohnungen >150 m² sind an Familien zwar nur schwer zu vermieten, aber nicht automatisch WG-geeignet. Oft sind nur einzelne Räume sehr groß, was eine faire oder überhaupt eine Aufteilung des Wohnraums auf gleichrangige Co-Mieter unmöglich macht und Zimmer sind als Durchgangszimmer ausgeführt und mehrere Badezimmer -bei hoher Mieterzahl unumgänglich- gibt es fast ausschließlich dort, wo mal mehrere Wohnungen zu einer zusammengelegt wurden. Solche Konstrukte können vom Vermieter bei der nächsten Sanierung auch wieder getrennt werden. Ich habe in meiner ganzen Studentenzeit eine einzige Groß-WG mit 6 Teilnehmern zu Gesicht bekommen. Die meisten WGs waren in 60-80 m² Wohnungen, die 1:1 für eine Familie mit begrenztem Einkommen gepasst hätten.
Zum Rest: ich rede hier nicht über 100-Mann Dörfer. Ich rede über Kleinstädte - in Sachsen sind das unsere berüchtigten blau-wählenden Orte wie Görlitz, Plauen, Werdau usw. Klar gibt es da Jobs. Die Leute da wollen auch essen, sich die Haare schneiden lassen
Reicht da nicht rasieren?

Das in DIESE Käffer niemand von außerhalb ziehen möchte, hat sehr offensichtlich Gründe. Aber davon abgesehen: Nö, da scheint es kein gigantisches Job-Angebot zu finden. Jedenfalls find ichs spontan nicht. Erster Treffer für "Elektriker Plauen":
Ergebnisse Ihrer Jobsuche
Niemand, der einen gelernten Kabelleger sucht. Die Bahn würde wahrscheinlich einen nehmen, die nehmen gerade fast alles - aber dafür muss ich nicht nach Plauen.
Fliesenleger?
0
Friseur?
negativ
Mag sein, dass es auch die falsche Plattform ist, hab da keinen Überblick. Aber ich bezweifle, dass du irgend eine finden wirst, in der zu klassischen Ausbildungsberufen 10 Stellenausschreibungen zu finden sind. Klar gibt es auch in Kleinstädten freie Stellen für hunderte spezialisierte Fachkräfte. Aus genau dem Grund, den ich oben beschrieben habe: Pro Spezialisierung ist es jeweils nur ein Job von einem Arbeitgeber. Für so eine Stelle zieht nur jemand um, der ungebunden ist und an seinem aktuellen Arbeitsort gar keine Chance sieht. Alle anderen werden den Teufel tun und irgendwo hinziehen, wo nicht mindestens ein halbes dutzend potenzielle Arbeitgeber für sie in Reichweite sind.
Aber nö, jeder denkt das der in der Großstadt ein viel besseres Angebot bekommt was den Job angeht, ist auf dem Papier ja viel mehr. Nur dann haut einem die Realität zwischen die Beine - mit der Miete und anderen Preisen die deutlich höher sind einfach weil die Stadt an sich teuer ist und entsprechend die Preisgestaltung überall angepasst wird.
Gutes Angebot? Nö. Aber ein zweites, wenn das erste nichts wird. Ein sicheres schlechtes Einkommen ist besser, als ein unsicheres mittelmäßiges Einkommen (jeweils bezogen auf die lokalen Lebenserhaltungskosten)
Und Jobs, für die sich umziehen allgemein lohnen kann, also min. 1500 netto, eher 2000, gibt es in einer Kleinstadt mit 5000 Leuten oft nicht mal einen je Branche. Bei 100000 dann vielleicht 2-3, aber das ist trotzdem ein extremes Risiko. Nur für ungelernte würde die reine Einwohnergröße keinen Unterschied machen, aber die haben allgemein in wachsenden Gemeinden die besten Jobchancen und das sind auch wieder die großen Städte.
Die Landflucht wird sich automatisch wieder umkehren wenn die Großstädte den Leuten nicht mehr das angenehme Leben bieten was sie dort suchen.
Das bieten sie schon heute nicht mehr. Ich kenn niemanden, der in einer Großstadt lebt und die Stadt toll findet. Oft nicht einmal praktisch - klar, es gibt mehr Einkaufsmöglichkeiten, aber zu keiner davon kannst du mal eben schnell mit dem Auto hinfahren, wenn du was größeres kaufen willst. Und Kleinkram kauft man entweder im Supermarkt, den auch jeder kleinere Ort bietet, oder (Elektronik,...) sowieso online. Das kulturelle Angebot ist sicherlich nett und wird bei den 18 bis 25 jährigen Partygegängern ein Faktor sein (das sind gleichzeitig auch die Altersgruppen, die am mobilsten sind), aber bei Ü30 reduziert sich die Nutzung dann auch ganz schnell auf 1-2 Konzerte im Jahr und die Bar um die Ecke. (Zugegeben: Je nach Geschmack wird es in einer sächsischen Kleinstadt vermutlich schwierig, eine passende Bar zu finden. Vor allem intellektuell-alternative stehen dem Klischee nach dort schnell allein im Raum.)
Was die Leute in die Städte zieht: Ausbildung und Job.
Was die Leute in den Städten hält: Job(-sicherheit) und fehlende finanzielle Reserven.
Nur als Frage, welche S Bahn Strecke in Berlin ist eingleisig?
Grade aus Berlin höre ich, dass die Leute sich kein Auto kaufen weil man es nicht braucht. Hier Rhein/Ruhr vollkommen undenkbar.
Danke, interessant. War schon sehr oft in Berlin, aber das hatte ich nie im Blick.
Die meisten der genannten Verbindungen sind die westlichen Enden der längeren Strecken. Also die Trassen, die bis 1990 tot fahren und aus Westberlin in abgeschnittene, tote Vororte nicht-führten. In den 90er und frühen 0ern war da afaicr auch kein Bedarf für Ausbau - Berlin wuchs nicht und zu DDR-Zeiten war da nie was hochgewachsen, weil das alle Orte mit dem Rücken zur Mauer und der brandenburgischen Leere vor sich waren. Ganz abgesehen davon, dass große Teile Westberlins selbst erst mal S-Bahntechnischn ausgebaut werden mussten, die BRD hatte in weiten Teilen nur auf Buslinien gesetzt, die schon mit dem Verkehr innerhalb der Insel ihre Mühe hatten.
Erst jetzt, mit dem Boom der letzten 10-15 Jahre ist die Gegend auf einmal Speckgürtel und man braucht mehr S-Bahnen für die Häuslebauer. Im Osten, wo ein historisch konstant genutztes und auch zu DDR-Zeiten (gewohnt langsam) ausgebautes ÖPNV-Netz besteht, kenne ich nur eine einzige eingleisige Strecke auf Stadtgelände: Die südöstzliche Abzweigung vom Ring Richtung Köpenick/Müggelseeumfeld. Da ist ab Schöneweide bis Spindlersfeld nur ein Gleis in Benutzung und die Flächen für das Zweite wurden seit der Wende afaik auch teilweise überbaut. Spindlersfeld ist dann aber auch Endhaltestelle, sodass wie bei vielen jwd eingleisig verlaufenden Strecken gilt: Da wäre ein dichter Takt durchaus möglich, weil es nur ein kurzes Stickstück betrifft und Expresszüge, die nicht ganz durchfahren, währen überhaupt kein Problem. Aber solange die BVG nicht genug Züge und Personal hat, nützt auch das ausreichenste Gleis nichts.
Ja genau, zum Pendeln zum Arbeitsplatz in der Stadt nutzt man einen ICE. Ein echter cryon1c-Post mal wieder.
Auch wenn er das nicht meinte: Das gibts, in der von ihm für gewöhnlich betrachteten Lohnklasse, tatsächlich. Die Mietpreise in Nürnberg sollen mittlerweile davon dominiert werden, dass die Innenstadt zum Teil des Münchener Speckgürtels zählt. Du bist mit dem ICE von Nürnberg HBF schneller an einem Arbeitsplatz in der Münchener Innenstadt, als mit Bus und U-Bahn aus einem Münchener Vorort mit günstigen Mieten. Auch nach Hamburg und Frankfurt sollen Leute mit der DB pendeln. Und ich habe sogar schon Leute getroffen, die das aus familiären Gründen zwischen Berlin und Hamburg gemacht haben. Nicht schön, aber die Lage ist vielerorts verzweifelt genug, dass die Pendlerbahncard attraktiv wird. (
Warum sollte kann ausgerechnet Deutschland seine Hauptstadt nicht fördern?
"CSU"
Und was ist so schlimm daran, wenn Investoren richtig viel Geld zu uns bringen und Rendite erwarten?
Investoren, die Rendite erwarten, bringen kein Geld, sondern entziehen es netto. Das ist nun einmal der Grundgedanke: Hinterher mehr haben als vorher. Und wenn der, der hat, nicht in der Stadt wohnt, dann fließt das Geld offensichtlich ab.
Willst du mich veräppeln? Die Personalkosten gehen von der Rendite ab. Dann haben die Heimbesitzer halt keine 8% sondern nur noch 6%, an den Kosten wird sich nichts ändern. Und wenn die versuchen die Preise zu erhöhen, ziehen die Bewohner um.

Hast du schon mal versucht, in Berlin einen Pflegeheimplatz zu finden? Es ist keine Polemik, wenn ich sage: Solltest du für dich selbst einen anstreben, dann ist es jetzt schon fast zu spät. Dagegen sind Wohnungen für HartzIVer oder Termine bei Berliner Behörden geradezu kinderleicht zu bekommen.
Pflege ist ein Bereich wo die Löhne dauerhaft zu niedrig sind, da müssen sie steigen. Und diese bezahlen wir am Ende mit, daran ist ja nichts verwerfliches, dafür verdienen wir hier auch gut. Ich würde nicht wollen das mein Pfleger den Mindestlohn bekommt - denn dann arbeitet der genau so - nur das Mindeste tun und ja nicht mehr.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der sich die Lohnhöhe nach der Seltenheit der Qualifikation richtet und ein massenhaft benötigter Job mag zu knapp, aber nie selten ausgebildet werden. Und (glücklicherweise) leben wir nicht mehr in einer exponentiell wachsenden Bevölkerung, sodass insbesondere jetzt in der Babyboomer-Verrentungszeit häufig nur ein Nachkomme in arbeitsfähigem Alter (möglicherweise aber auch noch ohne Job) auf zwei Pflegebedürftige mit bekanntermaßen in vielen Fällen knapper Rente kommt.
Und ehe du jetzt wieder den Smartarsch mit Eigenverantwortung und selber Vorsorgen auspackst: Die verarmten Rentner sind zwar Mitschuld an diversen Problemen unserer Zeit, haben während ihres Arbeitslebens aber noch erzählt bekommen, dass der Staat sich um alles kümmert. Heute stehen sie da und können sich gut bezahlte Pflege schlicht nicht leisten. Das müsste wenn dann über öffentliche Mittel z.B. aus Unternehmenssteuern bezahlt werden, wenn sich der Lebensstandard von niemand anderem verschlechtern soll. Und ich kann mich nicht erinnern, dass du deren Erhöhung zustimmst.