Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Wobei viele froh sind, wenn sie überhaupt einen passenden Job finden.

Und genau das ist der Punkt. Ideen wie ein guter Brandschutz alleine durch FF stammen noch aus einer Zeit, da wäre in diesem Satz kein "passend" gewesen. Da hat man gearbeitet, was vor Ort nötig war und nicht, worauf man Bock hatte. ARBEIT gibt es z.B. auf dem Land bis heute genug, aber sie wird von Gastarbeitern erledigt, da es viel LOHN nur in der Stadt gibt. Das Ergebnis sind Lebensmodelle, die deutlich weniger Zeit für Ehrenamt lassen und private Freizeit frisst den Rest.

Nicht, dass ich das verurteilen will, aber der ursprüngliche Passus "Wenn jeder Mensch hierzulande nur dem Rendite- und Profitgedanken hinterherhecheln würde, gäbe es keine [diverse Ehrenämter]" entbehrt einfach der nötigen Grundlage, denn es gibt eben immer weniger Ehrenämtler, weil immer mehr an den eigenen Profit gedacht wird.


Was heißt schon überteuert. Die Mietendeckelmiete ist doch vollkommen willkürlich festgelegt worden. Ausgangsbasis vor einigen Jahren, Lage und Bausubstanz kaum relevant. Das hat doch mit der Realität nichts zu tun. Ich habe mir die Bude mal angesehen. Günstig ist sie nicht aber die kostet zum Kauf locker 220.000 bis 250.000 €. Da kommt die Kaltmiete dann schon ungefähr hin. Das entspräche ca. 25 Jahren bis sich das Ganze amortisiert

Meinst du damit den Preis heute bzw. kurz vor Mietendeckel oder den Preis vor 10-20 Jahren? Letzteres ist in meinen Augen bei weitem nicht der Fall und genau das ist doch der Grund, weswegen der Mietendeckel erlassen wurde: Weil die Immobilienkosten explodiert sind. Dass die explodierten Mieten zu den explodierten Kaufpreisen passen, hilft den Mietern ja nicht weiter. Die Eigentümer können mit fettem Gewinn verkaufen, aber die vor Ort Lebenden stehen auf der Straße.


Was du da siehst ist ein Vermietermarkt auf dem man mangels Preiserhöhung nun halt andere Kriterien genommen werden um die Anlage möglichst stabil zu finanzieren. -> Auch wenn die Mieten gedeckelt sind werden die Vermieter möglichst solvente Mieter bevorzugen. Dadurch alleine ändert sich so ziemlich garnichts. Ausser dass die die sich auch die höhere Miete leisten könnten nun günstiger wohnen.
Öffentlicher Dienst/Beamtentum nennen manche auch gesicherte Armut.
EG13 im lokalen Metalltarif würde das genannte Nettogehalt schaffen. Das haben auch nicht soo wenige aber natürlich nicht jeder.
Tariftabellen Metall- und Elektroindustrie

Bitte was??? "nicht wenige" verdienen 3,9k??? Bitte guck dir mal die Statitiken an, ein derartiges Einkommen platziert einen an der Grenze zu den oberen 10% in Deutschland. Das ist schon reichlich wohlhabend.


Der Vorschlag wieder Sozialwohnungen zu bauen kann ich auch durchaus etwas abgewinnen. Sogar Monaco hat sowas.
Aber die Vorstellung man könnte (Klein- wie Groß-)Anleger mit Gesetzen zu privaten Trägern von sowas machen ist halt absurd. Genau das erträumt man sich mit dem Deckel aber.

Einige mögen das Erträumen, aber der primäre Sinn ist erstmal nur die Bekämpfung des Gegenteils: Man will spekulative Investoren loswerden, die die Kosten haben explodieren lassen. Dafür ist der Deckel auch sehr gut geeignet. Wer an deren Stelle tritt, bleibt abzuwarten - ich glaube nicht, dass es extrem viele Sozialwohnungsanbieter sein werden (wenn auch deutlich mehr als jetzt), aber besser wird es für die Mieter auf alle Fälle.


Wertsteigerungen sind nicht garantiert. Es braucht auch bei Vermietung ganz klar Gewinne aus der Vermietung. Teile davon gehen in die Rücklage für Instandhaltung, zukünftige Modernisierung, Erneuerung / Aufbereitung von Wohnungen nach Mieterwechsel und auch Kompensation für Mietausfälle.

Äh - nein? Das geht alles nicht vom Gewinn ab. Das sind die Abzüge, die man von den EINNAHMEN hat, bevor sich der Gewinn ergibt. Der fließt dann, abzüglich relativ moderater Steuern, in die Privatschatulle. Aber was du aufgelistet hast sind, mit Ausnahme der Grundsteuer, alle Ausgaben, die man überhaupt nur an einem Haus haben kann. Wären die nicht, wäre die komplette Miete als "Gewinn" zu betrachten, denn ein Haufen Steine in der Landschaft verursacht auch dann keine Kosten, wenn er Hausform hat, und alle laufenden Dienstleistungen zahlen sowieso die Mieter über die Nebenkosten. Für den Vermieter bleiben als Kosten die erwähnte Grundsteuer (nach bisheriger Regelung in Berlin lächerlich niedrig, wenn man den Wert des beanspruchten Grundes bedenkt) und alle Maßnahmen, die nötig sind, damit der Haufen Steine in Hausform bleibt. Und "Modernisierung" aka "Wertsteigerung des eigenen Besitzes" wird dabei nicht einmal aus diesen laufenden Ausnahmen finanziert, sondern bekanntermaßen den Mietern noch extra obendrauf geschlagen, ob sie wollen oder nicht.

Das Luxussanieren ist gerade in Berlin mit der größte Teil des Problems, weil nur dadurch so viele Ansässige gezwungen sind, sich eine neue Wohnung zu suchen. Für die normalen Mieten gibt es ja auch so ein paar Regelungen, die zwar nicht wirklich für Mietersicherheit sorgen, aber den ganzen Heuschrecken schon ein zu großer Dorn im Auge sind. Erst durch Extreme Modernisierungsumlagen hat man Hundertausende (Millionen?) von Leuten mit sozial verträglichen Mietverträgen aus ihrem Heim treiben können.


Andere Ländere andere Sitten. In Australien ist es normal dass Du häufig die Wohnung wirst wechseln müssen. Kündigungsfristen sind kurz, Mietverträge häufig befristet. Zwingt halt jeden dazu frühzeitig im Leben sich Gedanken zu machen ob er sich nicht früher oder später dann doch ein Eigenheim kauft. Eigentumsquote dementsprechend deutlich höher als bei uns. Die Deutschen sind halt einfach nur bequem.

Die Deutschen leben nicht in einem Land, in dem man sich für eine mittlere fünfstellige Summe ein neues Haus auf ein Grundstück in ausreichender Nähe zu Arbeitsplätzen stellen kann?? Die Immobilienstruktur Australiens, aber auch weiten Teilen der USA, geht mit Verkehrs-, Lebens- und Landnutzungskonzepten einher, die im dichtbesiedelten Mitteleuropa schlichtweg nicht möglich sind.
 
Und genau das ist der Punkt. Ideen wie ein guter Brandschutz alleine durch FF stammen noch aus einer Zeit, da wäre in diesem Satz kein "passend" gewesen. Da hat man gearbeitet, was vor Ort nötig war und nicht, worauf man Bock hatte. ARBEIT gibt es z.B. auf dem Land bis heute genug, aber sie wird von Gastarbeitern erledigt, da es viel LOHN nur in der Stadt gibt. Das Ergebnis sind Lebensmodelle, die deutlich weniger Zeit für Ehrenamt lassen und private Freizeit frisst den Rest.

Ich meinte passend v.a. in Bezug zum Beruf, also was man gelernt/studiert hat.
Das fehlt bei Hilfsarbeitern, die für Mindestlohn arbeiten aber eh.
 
Ja, es "fehlt" bei denen. Und früher "fehlte" es eben bei allen. Wenn das Heu zu binden war, aber keine Pferde zu beschlagen, und du hattest Schmied gelernt, dann hast du Heu gebunden. Und wenn selbiges in Flammen aufgegangen ist, hast du als FF gelöscht. Heute pendelt der gelernte Einzelhandelskaufmann in die Stadt (um da bei Karstadt an der Kasse zu stehen) und wenn es brennt, brennts halt nieder, solange keine Berufsfeuerwehr in Reichweite ist. Das ist, überspitzt formuliert, die Entwicklung des Ehrenamtes in Deutschland. In der Stadt hat das nie eine große Rolle gespielt und mittlerweile leben nicht nur über 3/4 der Deutschen in Städten, sondern auch das Leben von mindestens der Hälfte, wenn nicht mehr, des Rests dreht sich um die Stadt. Das von lokaler Gemeinschaft geprägte Landleben ist auf breiter Front dem kapitalistischen Profitstreben gewichen.
 
Bitte was??? "nicht wenige" verdienen 3,9k??? Bitte guck dir mal die Statitiken an, ein derartiges Einkommen platziert einen an der Grenze zu den oberen 10% in Deutschland. Das ist schon reichlich wohlhabend.
Natürlich ist das wohlhabend.
Aber bei einem Land mit ~45Mio Erwerbstätigen sind halt auch 10% noch eine Menge von denen durchaus genug an einer Wohnung in der Hauptstadt interessiert sein können um solche Voraussetzungen bei der Vermietung erfüllt zu bekommen.
Was sich noch innerhalb von Tarifverträgen findet sehe ich jedenfalls nicht als unerhört an.
 
Da hatte der BGH aber jetzt erst entscheiden, dass der Vermieter bei einer Renovierung die Hälfte der Kosten tragen muss.
Unrenovierte Wohnungen: BGH teilt Schoenheitsreparaturen

Zusätzlich hat der BGH 2015 entschieden, dass Mieter, die eine unrenovierte Wohnung beziehen, diese nicht auf eigene Kosten renovieren müssen. Sonst müssten sie die Wohnung im ungünstigsten Fall schöner zurückgeben, als sie sie selbst übernommen haben.

Siehe auch BGB:


Zur Entscheidung des BGH 2015:


In Zeiten von Kameras, oder wenn sogar schon Fotos einer unrenovierten Wohnung in der Anzeige drin sind, es kein Problem ist den Zustand der Wohnung beim Einzug gerichtsfest fotografisch zu dokumentieren.

Wobei ich auch einen klaren Unterschied zwischen ein paar vergilbten Tapeten (wo man einfach darübermalen könnte) und entfernen Tapeten bzw. nacktem Putz/Mauerwerk ziehen würde. Letzteres ist nicht "unrenoviert", sondern klarer Fall von Baustelle.
Da würde ich dann auch raten ein paar Euro in ein Feuchtigkeitsmessgerät zu investieren um mögliche Schimmelstellen direkt zu erkennen. Brennenstuhl Feuchtigkeitsdetector MD Feuchtemessgerät ab €'*'11,00 (2020) | Preisvergleich Geizhals Deutschland
Die Folgekosten wären deutlich höher.
AKTE - Video - Ihr Recht bei Schimmel in der Wohnung - Sat.1
Der Schimmel-Jaeger: Wie ein Gutachter gegen Wohngifte kaempft - SpiegelTV - YouTube


Und das juckt mich jetzt wie? Wenn 300 Leute meine Wohnung haben wollen, dann ist mir das gelinde gesagt egal. Irgendeiner von denen wird das in Kauf nehmen. Bedanken darf er sich dann beim Berliner Senat.

Lässt du nebenbei gleich noch den Nazi raushängen und verbreitest deine billige AfD-Propaganda?

Das hat überhaupt nichts mit Nazi zu tun. Das sind einfach simpel die Fakten. 300 Leute wollen eine Wohnung und die Linken verschärfen das Problem noch denn von dem genannten Personenkreis wirst Du jetzt nicht gerade viele im Umland von Görlitz finden. Die tummeln sich alle schön in den Ballungszentren und somit wird der Kampf um knappen Wohnraum weiter angeheitzt. Kann man ja toll finden nur dann eben auch nicht jammern. Irgendeine Suppe muss Du dann halt auslöffeln.
 
Meinst du damit den Preis heute bzw. kurz vor Mietendeckel oder den Preis vor 10-20 Jahren? Letzteres ist in meinen Augen bei weitem nicht der Fall und genau das ist doch der Grund, weswegen der Mietendeckel erlassen wurde: Weil die Immobilienkosten explodiert sind.
Dann muss man halt aufhören Geld zu drucken und mal anfangen zu bauen.

Dass die explodierten Mieten zu den explodierten Kaufpreisen passen, hilft den Mietern ja nicht weiter. Die Eigentümer können mit fettem Gewinn verkaufen, aber die vor Ort Lebenden stehen auf der Straße.
Es gibt auch Eigentümer die einfach mal für die Altersvorsorge sich eine Wohnung gekauft haben zur Vermietung. Mit welchem Recht soll denen diese kaputt gemacht werden, damit irgendjemand anders besonders günstig wohnen kann, zumal hier ja noch nicht einmal nach Bedürftigkeit geprüft wird. Sprich im Zweifel ist der Mieter sogar mit mehr Einkommen gesegnet und kann sich die Bude allemal leisten aber dank Mietendeckel wohnt er dann nochmal extra günstig. So geht es ja wohl nicht.

Einige mögen das Erträumen, aber der primäre Sinn ist erstmal nur die Bekämpfung des Gegenteils: Man will spekulative Investoren loswerden, die die Kosten haben explodieren lassen. Dafür ist der Deckel auch sehr gut geeignet. Wer an deren Stelle tritt, bleibt abzuwarten - ich glaube nicht, dass es extrem viele Sozialwohnungsanbieter sein werden (wenn auch deutlich mehr als jetzt), aber besser wird es für die Mieter auf alle Fälle.
Der Deckel wird nichts davon heilen. Solange die Nachfrage so exorbitant größer ist als das Angebot wird der Deckel allenfalls kurz bis mittelfristig Bestandsmietern helfen. Zuzüglern oder diejenigen die eine Wohnung wechseln müssen haben die A-Karte. Zudem wird das Ganze schön im schleichenden Prozess den Schwarzmarkt ordentlich anheizen und Schritt für Schritt Wohnungen dem Mietmarkt entziehen. Kleinvermieter tun sich das nicht auf Dauer an und werden verkaufen. Sprich die großen werden noch größer und es wird deutlich mehr ETWs und weniger Mietwohnungen geben.

Hätte ich heute eine ETW in Berlin würde ich da richtig kreativ werden um Zeit zu gewinnen durch z.B.

- Befristung
- Möblieren oder Teilmöblieren
- Weitere Serviceleistungen mit der Wohnung koppeln wie Internet, Pay-TV Abo, Strom und anderen Dienstleistungen inklusive
- ggf. Ablösesummen aufrufen oder andere Arten von Handgeldern
- Bevorzugt an ausländische Expats vermieten. Die sind eh nur temporär da und froh wenn sie eine zentrale Wohnung haben. Die werden sich kaum mit dem deutschen Mietmarkt beschäftigen

Und wenn es mir irgendwann zu bunt wird, dann wird eben verkauft an gut verdienende Zuzügler die eine ETW haben wollen. Alternativ sind auch Clans die Geld waschen wollen vorzügliche Vermieter. Die werden sich für den Mietendeckel bestimmt interessieren. Gerade in Berlin gibt es von denen ja genug Kandidaten.

So jetzt bin ich kreativ geworden um das Thema zu umgehen und wenn ich lange darauf rumdenke fallen mir noch allerlei andere Dinge und Konstrukte ein. Bloß eine neue Wohnung wurde dadurch bis jetzt immer noch nicht geschaffen.

Die Deutschen leben nicht in einem Land, in dem man sich für eine mittlere fünfstellige Summe ein neues Haus auf ein Grundstück in ausreichender Nähe zu Arbeitsplätzen stellen kann?? Die Immobilienstruktur Australiens, aber auch weiten Teilen der USA, geht mit Verkehrs-, Lebens- und Landnutzungskonzepten einher, die im dichtbesiedelten Mitteleuropa schlichtweg nicht möglich sind.

Ich habe schon geschrieben, dass es auch in Deutschland kein Problem gibt. Nur in den Ballungszentren. Und dort ist es überall auf der Welt das gleiche. Sydney, Melbourne, Perth, London, Paris, Mailand, New York, LA usw.. Es kann ja wohl kaum die Rede davon sein, dass es da in Berlin so wahnsinnig teuer ist und schon gar nicht teurer als in anderen Metropolen dieser Welt. Von den günstigen Wohnraumkosten im Australischen Outback hat der Einwohner in Sydney nix. Der darf dort auch ordentlich in die Tasche greifen und hat keinen großen Schutz. Das macht Dir halt dann auch entsprechend Beine als junger Mensch dir einen Lebensplan zu überlegen.
 
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Und das juckt mich jetzt wie? Wenn 300 Leute meine Wohnung haben wollen, dann ist mir das gelinde gesagt egal. Irgendeiner von denen wird das in Kauf nehmen. Bedanken darf er sich dann beim Berliner Senat.
Sag doch gleich, dass dir Gesetze am Allerwertesten vorbeigehen, die deinen Profit auch nur minimal schmälern oder irgendwelche Pflichten auferlegen. Hauptsache ich ich ich und mein Profit sowie mal wieder gepflegt in Ekel-Alfred Manier über Linke und Ausländer schimpfen.

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Dann muss man halt aufhören Geld zu drucken und mal anfangen zu bauen.

Müsste man. Das "Man", dass das Geld druckt, ist aber die Bundesregierung, das "man", dass mal bauen müsste, sind Privatleute und das "man", das den Mietendeckel erlassen hat, ist die Stadt Berlin. Denn die anderen beiden "man" haben eben nichts zur Problemlösung beigetragen, im Gegenteil, und haben das auch weiterhin nicht vor, im Gegenteil, und da man als Regierung eines nicht-sozialistischen Bundeslandes weder Kontrolle über die EZB hat noch auf privatwirtschaftlichen Märkten aktiv werden darf (oder auch nur das Budget hätte, dass bei der fortgeschrittenen Inflation zu werden), blieb der Stadt eben keine andere Alternative, um ihre Bürger zu schützen.

Es gibt auch Eigentümer die einfach mal für die Altersvorsorge sich eine Wohnung gekauft haben zur Vermietung. Mit welchem Recht soll denen diese kaputt gemacht werden, damit irgendjemand anders besonders günstig wohnen kann, zumal hier ja noch nicht einmal nach Bedürftigkeit geprüft wird. Sprich im Zweifel ist der Mieter sogar mit mehr Einkommen gesegnet und kann sich die Bude allemal leisten aber dank Mietendeckel wohnt er dann nochmal extra günstig. So geht es ja wohl nicht.

95% der Mieter dürften wohl weniger Geld als jemand haben, der sich in Berlin eine Wohnung kaufen kann. Ende der Diskussion. Und hier wird auch niemandem die Altersvorsorge kaputt gemacht, denn eine durchschnittliche, faire Miete sollte für diese vollkommen ausreichen. Dafür braucht man nicht zu wuchern.

Der Deckel wird nichts davon heilen. Solange die Nachfrage so exorbitant größer ist als das Angebot wird der Deckel allenfalls kurz bis mittelfristig Bestandsmietern helfen.

Den Schutz von 1,7 Millionen Mieterhaushalten nennst du "nichts"???

Zuzüglern oder diejenigen die eine Wohnung wechseln müssen haben die A-Karte.

Ja, aber nicht mehr, als ohne Mietendeckel. Tendentiell sogar etwas weniger, weil ein kleiner Teil der Spekulanten die Spekulationsobjekte auch einfach komplett leerstehen lässt - vergrault man solche Eigentümer zugunsten von Vermietern aus dem Immobilienmarkt (und dafür ist der Mietendeckel ein gutes Instrument, denn feste Mieten sind für Vermieter okay, Wohnungen deren Nutzwert nicht mehr steigen kann für Investoren aber uninteressant), sodass ein paar Wohnungen mehr zugänglich werden. Der wichtige Unterschied ist aber, dass ohne Spekulanten weitaus weniger Leute aus ihren Wohnungen vertrieben werden und so die Zahl der Wohnung-wechseln-Müsser dramatisch reduziert wurde. In einem Kuhkaff, dass erst seit kurzem boomt, wäre das vernachlässigbar, aber Berlin war schon vor Jahrzehnten eine Metropole und trotz absolut hoher Zuzüge, sind von der Mietenexplosion zum überwältigen Teil Ansässige betroffen. Der großen Mehrheit ist also sehr geholfen, wenn sie einfach nur in einem bestehenden Mietvertrag bleiben können. Das war das Ziel des Mietendeckels und auch wenn noch keine Ergebnisse vorliegen, ist er der Struktur nach definitiv gut geeignet, dieses Ziel zu erreichen.

Zudem wird das Ganze schön im schleichenden Prozess den Schwarzmarkt ordentlich anheizen

Wie darf ich mir einen Schwarzmarkt für Wohnungen vorstellen? Hat die ein komischer Typ an der Ecke unter seinem Mantel versteckt? Es gibt sowas wie rechtliche Kontrollmöglichkeiten und Mietwohnungen sind bekannt, wenn sie plötzlich nicht mehr offiziell vermietet werden, fällt das auf.

Kleinvermieter tun sich das nicht auf Dauer an und werden verkaufen. Sprich die großen werden noch größer und es wird deutlich mehr ETWs und weniger Mietwohnungen geben.

Berlin hat der Entwicklung 20 Jahre zugesehen und fest steht eins: OHNE Mietdeckel wurden massiv Mietwohnungen von Großkonzernen aufgekauft, im gesamten Ostteil haben Kleinvermieter sowieso nie die entscheidende Rolle gespielt. Ob das mit Mietendeckel besser wird? Wird man sehen müssen. Aber ich sehe keinen Grund, warum es schlechter werden sollte. Gerade kleine, faire Vermieter haben die Luxussaniermasche selten durchgezogen und Bestandsmieten nicht über Gebühr erhöht. Für diese Art von erwünschtem Vermieter ändert sich also praktisch nichts. Wieso sollten die unter praktisch gleichen Bedingungen gehäuft verkaufen? Die Geschäftsgebahren der Großkonzerne, die gerade in Berlin massiv auf das Rausekeln alter Mieter gesetzt haben, wurden dagegen deutlich eingeschränkt. Also sollte deren Anteilswachstum/Interesse am Berliner Immobilienmarkt jetzt zurückgehen. Münchner, Hamburger, Frankfurter, etc. kann man jetzt schließlich leichter ausnehmen und das große Geld sucht immer großräumig den geringsten Widerstand.

Hätte ich heute eine ETW in Berlin würde ich da richtig kreativ werden um Zeit zu gewinnen durch z.B.

- Befristung
- Möblieren oder Teilmöblieren
- Weitere Serviceleistungen mit der Wohnung koppeln wie Internet, Pay-TV Abo, Strom und anderen Dienstleistungen inklusive
- ggf. Ablösesummen aufrufen oder andere Arten von Handgeldern
- Bevorzugt an ausländische Expats vermieten. Die sind eh nur temporär da und froh wenn sie eine zentrale Wohnung haben. Die werden sich kaum mit dem deutschen Mietmarkt beschäftigen

Und wenn es mir irgendwann zu bunt wird, dann wird eben verkauft an gut verdienende Zuzügler die eine ETW haben wollen. Alternativ sind auch Clans die Geld waschen wollen vorzügliche Vermieter. Die werden sich für den Mietendeckel bestimmt interessieren. Gerade in Berlin gibt es von denen ja genug Kandidaten.

So jetzt bin ich kreativ geworden um das Thema zu umgehen und wenn ich lange darauf rumdenke fallen mir noch allerlei andere Dinge und Konstrukte ein.

Und glaubst du etwa, du bist mit deiner Kreativität ein einzigartiges Wunderkind? Bad News: Mit Ausnahme der illegalen Zwangskopplungen, Ablösesummen, etc. machen das die Vermieter in Berlin seit 10-15 Jahren schon so.

Ich habe schon geschrieben, dass es auch in Deutschland kein Problem gibt.

Ich kann auch vieles schreiben, wenn der Tag lang wird. Aber nur weil sie niedergeschrieben wird, wird aus einer falschen Aussage keine richtige. Und die Behauptung, dass man in den typischen Wohnlagen Deutschlands für vergleichbare Summen, also z.B. 100k, eine USA/AUS-typische Bretterbude auf ein USA/AUS-typisches 100-200-300 m² Grundstück pflanzen kann, ist einfach falsch. Dafür kriegst du nicht mal die Abstellfläche eines Tiny Homes und bei den meisten Neubauten in den relevanten Gegenden kassiert der Architekt vermutlich schon mehr.

Nur in den Ballungszentren.

Ach? Echt jetzt? Wovon reden wir noch mal? Lass mich mal in den Threadtitel gucken ... "Berlin" ... . Ich glaube, "Berlin" ist ein "Ballungsraum", oder? Und als ich das letzte mal geguckt habe, hatte Reudnitz auch keinen Mietdeckel erlassen.

Und dort ist es überall auf der Welt das gleiche. Sydney, Melbourne, Perth, London, Paris, Mailand, New York, LA usw.. Es kann ja wohl kaum die Rede davon sein, dass es da in Berlin so wahnsinnig teuer ist und schon gar nicht teurer als in anderen Metropolen dieser Welt.

Verglichen mit den lokalen Nettoeinkommen müssten Lagen in vergleichbarer Verkehrsentfernung* zumindest teurer als Melbourne, Perth, Mailand und Sydney sein. Bei den vielfach größeren Metropolregionen London, New York und LA stellt sich die Frage, wie man vergleichen will - natürlich gibt es ein einem größeren Ballungsraum mehr teure Wohnungen und der total überteuerte Bereich ist größer. Aber der Ring günstigeren Wohnraums halt auch. Desweiteren wäre selbst "anderen geht es noch schlechter" wohl keinen Grund, Millionen von eingesessenen Berlinern das Leben zu vermiesen. Dann lieber ein paar hundert Spekulanten.
An dieser Stelle die Anmerkung, dass man in Manhattan mittlerweile Gratis-Mietmonate raushandeln können soll, weil das praktisch nicht ertragbare Mietniveau in Zeiten der Home-Office-Entdeckung die Leute zu Millionen aus der Stadt treibt.


*: Gemessen in Fahrminuten. Natürlich bauen mitteleuropäische Städte kompakter; würde man die räumliche Entfernung von LAs Vororten auf Berlin übertrage, bekäme man in Brandenburg vermutlich Fuchs, Hase, einen Gutenachtgruß und ein sanierungsberüftiges Bauernhaus für 1 €. Aber versuch von da mal zu einem Arbeitsplatz in der Berliner Innenstadt und am gleichen Tag wieder zurück zu kommen. Aus der Liste von Städten dürfte von der Bau- und Verkehrsstruktur her nur Paris vergleichbar sein und da sollte jeweils auf halber Strecke zwischen Zentrum und Metropolrand Paris klar finanzierbarer sein.
 
tl;dr: Der Mietendeckel vermießt Spekulanten das Geschäft, aber nicht ehrlichen Vermietern, weswegen er im Schnitt zu besseren Vermietern führt. Vor allem aber macht einige für Bestandsmieter besonder üble und für Deutsche Wohnen/Vonovia & Co unerlässliche Geschäftspraktiken komplett unmöglich und sichert so Bestandsmieter deutlich. Das ist ein großer Fortschritt, auch wenn dadurch erstmal keine neue Wohnungen entstehen, und war für das Land Berlin die einzige Möglichkeit, denn die echten Grundlagen des Problems sind Merkels Werk.
 
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