Allerings lag das auch an den Chefs.
Wenn man wie Asbeck sein Geld lieber in Schlösser und Villen, anstatt in die Firma steckt, muss man sich über eine Insolvenz nicht wundern, obwohl die Produktion schwarze Zahlen schreibt.
Luxus-Immobilie am Rhein: Solarworld-Chef kauft Gottschalks Schloss - SPIEGEL ONLINE
Wobei ich den ZDF-Bericht bezüglich der Mitarbeiter überheblich finde:
Solarworld: Nur die Sonne arbeitet noch - ZDFmediathek
Wir kennen auch einige, die dort gearbeitet haben. Auch die Gewerbesteuer fällt seitdem deutlich geringer aus.
Solarworld in Freiberg kommt unter den Hammer | MDR.DE
Es ist nicht nur Solarworld Pleite gegangen. Im Gegenteil, die haben sich vergleichsweise lange gehalten und Asbeck hat ja sogar Investoren für einen zweiten Anlauf zusammengetrommelt - wenn auch allgemein mit Methoden die irgendwo zwischen Musk und Schneider liegen. Andere sind lange vorher von der Bildlfäche verschwunden und das lag nicht an Misswirtschaft, sondern an schwarz-gelb. Die jahrelangen Ankündigungen drastischer Kürzungen bei der EE-Förderung, stellenweise immer mit dem Einruf "rückwirkend" von den Hinterbänklern haben über 2-3 Jahre lang den Markt quasi komplett zerstört. Nicht weil die Summen am Ende zu niedrig gewesen wären, sondern weil einfach jeder potenzielle Investor erstmal abwartet, wenn die Bedingungen unklar sind und die Politik jede Woche eine andere Sau durchs Dorf treibt. 2-3 Jahre ohne frische Aufträge überlebt ein Mittelständisches Unternehmen, dass selbst erst 5-10-15 Jahre alt ist aber einfach nicht, egal wie gut die Führung ist und egal in welcher Branche. Und auch wenn einige Unions-Politiker manchmal so aussehen, als würden sie nicht einmal Wirtschaft verstehen: Die FDP hatte wohl die nötige Kompetenz. Und hat eine der ganz wenigen wirtschaftlich aussichtsreichen Zukunftstechnologien in Deutschland mit vollster Absicht gegen die Wand fahren lassen, weil die in direkter Konkurrenz zur alten Parteiklientel stand.
Aber die Union hat ja davon gelernt und ein paar Jahre später zusammen mit der SPD (die auch keine Kohle-Konkurrenten mag) beinahe die gleiche Nummer mit der Offshore-Windkraft ein zweites Mal durchgezogen. Immerhin sind diese Jobs diesmal nicht direkt nach China gewandert, sondern größtenteils an dänische Firmen und zumindest die Unterbauten (also der Low-Tech-Teil) entsteht teilweise noch heute in Deutschland.
Da sind wir sogar in vieler Hinsicht einer Meinung!
Das hätte uns auch wesentlich mehr Staatseinnahmen gebracht und andere Probleme (z.B. Wohnungsnot wären abgefedert worden, weniger auseinanderdriften von Arm und Reich etc)), die ich sofort zum größten Teil in Bildung und Infrastruktur gesteckt hätte, allerdings hätten deine Beispiele, keinen einzigen ungelernten "Arbeiter" mehr in Lohn und Brot gebracht und wird das auch in Zukunft nicht schaffen. Die Tendenz das Maschinen Arbeit ersetzen wird wahrscheinlich eher schlimmer als besser, eventuell wird die Politik, nicht um eine "Maschinensteuer" in der Zukunft herumkommen.
Da brauchst du keine Maschinensteuer. Man muss nur endlich mal davon abkommen, dass zu mit hohen Abgaben zu belasten, wovon mehr haben will (bezahlte Arbeit/Lohn) und zu entlasten, was man eigentlich loswerden will (Ressourcenverbrauch) respektive was keine eigene Leistung repräsentiert und die Reichtumsunterschiede auseinanderklaffen lässt, was ja vorgeblich auch unerwünscht ist (Kapitalerträge)
Im Moment ist Arbeiten die dümmste Art, Geld umzusetzen - aber leider für die Mehrheit die einzig möglich. Würde man die Sozialsysteme aus Steuern auf Unternehmensgewinne, vor allem aber Land- und Energieverbrauch sowie Umweltverschmutzung finanzieren und den sozialen Ausgleich nicht über Lohn-, sondern über Erbschafts-, Kaptialertrags- und ggf. Luxus- oder Bodensteuern durchführen, wäre Arbeit auch bei anständigen Löhnen so spottbillig, das Roboter eigentlich nur bei den Jobs konkurrenzfähig wären, die sowieso kaum jemand machen will. Und umgekehrt wäre es durch die entfallenden Bürokratie so einfach, neue Unternehmensideen einfach mal auszuprobieren, dass wegfallen Arbeitsplätze in kurzer Zeit ersetzt werden.
Aber solange Union und SPD Politik für Aktionäre und Großkonzerne machen, ist das eben entgegen aller Fassaden nicht gewollt.
Guck' dir doch mal an, wie viel Bundestagsabgeordnete allein von der Union irgendwo Vorstandsmitglieder der Automobilkonzerne sind. Bei denen braucht es keine Lobbyisten, die sind praktisch selbst welche - Pseudopolitiker, Bundestags-Homunkuli aus der Wirtschaft, wenn man so will.
Oder wie viele ehemalige Spitzenpolitiker nach ihrer Parteilaufbahn eine Karriere als Berater einschlagen. Kohl, Schröder, Fischer, Steinbrück, Stoiber, Guttenberg, etc...
Das ist ein systematisches Problem. Eventuell könnten Gesetze was dran ändern...
Das sind alles Lobbyisten geworden und auch wenn ich es ihnen nicht übel nehme, weil man nach einer Politiklaufbahn für nichts anderes als Unternehmensberatung qualifiziert ist: Gesetze, die Lobbyismus erschweren/unterbinden würden da für einige Änderungen sorgen. Wie wäre es z.B. wenn ALLE Treffen mit Politikern öffentlich wären? Muss ja keine Webcam im Büro sein, aber eine öffentlich einsehbare Terminliste mit Besuchsrecht für jedermann wäre doch sehr Demokratisch. Wer ein Anliegen an einen Abgeordneten richtet, hat ja offensichtlich ein öffentliches Anliegen. Da wäre es doch schön effizient, wenn andere mit ähnlichen Anliegen das im voraus nachlesen und zum gleichen Termin erscheinen könnten, um ggf. Sachen zu ergänzen. Und garantiert hat doch niemand der Leute, die mit unseren Politikern reden, etwas zu verbergen, so dass es üüüüübeeeerhaupt kein Problem wäre, wenn Bürger A, der zuuuuuuufällig auf der Gehaltsliste von EON oder VW steht, bei seinem Termin Gesellschaft von Bürger B bekommt, der zuuuuufällig Mitglied bei Greenpeace und/oder DUH ist
Und was bringt die Parteien dazu, ihre Wahlprogramme zu ändern? Bürgerproteste? Wie viele Bürger hast du schon für bessere Umweltpolitik protestieren seh - ach, stimmt, da war ja was....
Da war die letzten Monate tatsächlich mal was

Und das hat mehr bewegt, als jahrzehntelange Lobbyarbeit von Verbänden in gleicher Richtung. Lobbyarbeit zum Thema Klimaschutz? Es steht 20:1 für Stromkonzerne und Autolobby. Bürgerproteste zum Thema Klimaschutz? 1:2 für eine zukunftsweisende Politik. Ist zwar auch traurig wenig, aber besser als via Lobbyismus. Im aktuellen "demokratischen" System wiegt letzterer aber eben schwerer.
Und wenn du ernsthaft glaubst, dass z.B. das Rote Kreuz ohne Lobbyismus dieselbe politische Unterstützung erfahren würde, lebst du leider auf dem falschen Dampfer - selbst mit Lobbyismus muss sich ein ehrenamtliches Mitgleid taugliche Ausrüstung meist selbst kaufen und eine Bereitschaft jahrelang um bessere Fahrzeuge betteln.
Klar muss es das. Wenn ein Politiker 100 Millionen zu vergeben hat und 99 Millionen davon in die Anliegen von Großkonzernen geflossen sind, ehe der möchte-auch-mal-Lobbyismus vom DRK überhaupt einen Termin hat, dann kommt nicht viel bei rum. Genauergesagt: Dann kommt weniger bei rum, als wenn es gar keinen Lobbyismus gäbe und der Politiker nach 50 Millionen mit seinen Ideen am Ende ist und erstmal Bürgern zuhört. Die wünschen sich dann zwar auch erst 1-Gbit-Leitungen für Netflix, kostenloses Parken in der Innenstadt, ein Musik-Festival mit internationalen Top-Acts und handgekämmten Rasen im Stadtpark, damit der beim Besuch einmal im Jahr garantiert nicht nach verlausten Ökos aussieht, mit etwas Glück bleiben am Ende der Liste aber wenigstens 2 Millionen fürs DRK.