Da kann ich nur von meinen Kommilitonen sprechen die aus einem Niedersächsischem CDU Dorf stammen. Mein gesamter Studiengang ist voll mit denen (Wirtschaftsingenieurwesen)
Seit dem 4 Lebensjahr ist alles durchgeplant und selbstverständlich: Vollgepackte Bücherregale, Klavierunterricht, Tennis-/Handballunterricht, 2x Urlaub pro Jahr, eigenes Auto mit 18, genug Geld für Nachhilfe/Schulbücher uvm.
Sobald das Studium beginnt zahlen die Eltern dem Kind 1000€ monatlich aus einem Fond den sie zur Geburt angelegt haben.
Neben dem Studium wird dann nicht gearbeitet, man findet sie dann in Veranstaltungen wo "studentisches Consulting" betrieben wird aka. man schüttelt viele Hände und kommt so easy an Praktika und Jobangebote. (Ich gebe zu, hier spricht der pure Neid aus mir)
Die Amerikaner sagen dazu "
people are born on third base and go through life thinking they hit a triple "
Währenddessen rackert sich der Student aus der unteren sozialen Schicht einen ab und muss sich das meiste allein erarbeiten, weil die Eltern gerade mal genug verdienen um den Haushalt halbwegs normal zu führen. 120€ im Monat für einen Klavierlehrer? 80€ im Monat für einen Nachhilfelehrer? Schön wärs
BAföG abgelaufen? Tja pech gehabt, dann schufte mal 20 Std die Woche und versuch das mal mit dem Studium zu vereinbaren, wird sicher Spaß machen.
Und wehe du suchst eine Wohnung und stammst aus einem Geringverdiener Haushalt, ich habe es selber in Braunschweig bemerkt als ich auf Wohnungssuche war für mein Studium. Im östlichen Ringgebiet möchten alle Wohnen und die Weststadt ist das Exil, wo nur die "bösen bösen" Ausländer hinkommen und Biodeutsche mit geringem Einkommen. Dann hör ich von den Leuten im östlichen immer wieder "wieso Integrieren die sich nicht und leben in ihren eigenen Milieus?"
Na, weil die ganzen Besserverdienener erhöhte Mietpreise hinnehmen nur damit sie nicht neben Murat und Ali wohnen müssen. Die Mieten in dem Gebiet steigen dadurch an, im selben Moment schreien aber alle nach Integration. Wie soll das bitte klappen wenn man alle ins "Exil" steckt, wo sie nur unter sich leben? Für Integration muss auch Platz geschaffen werden.
Bevor mich einige einen Gutmenschen nennen, ich will es auf gar keinen Fall schwarz/weiß darstellen, speziell die Problematik mit ausländischen Mitbürgern die sich nicht integrieren konnten ist nicht nur dem Wohnungsmarkt oder den "deutschen" geschuldet, sondern hat auch viel mit der Kultur, Religion als auch Sturheit/Temperament dieser Leute zu tun. (Bin selber ein Schwarzkopf

und habe mich von vielen Leuten deswegen distanziert) Wenn man in den 60ern zahlreiche Menschen ohne Bildungsabschluss ins Land holt, dann ist es ersichtlich, dass diese Leute sich nicht so Integrationsfähig zeigen, wie ein Akademiker der sich auf die Auswanderung viel besser vorbereiten konnte.
Das ist politisches als auch kulturelles Versagen beider Seiten.