verfassungsfeindlich? egal!

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Moment, aber das würde bedeuten dass ein beachtlicher Teil der Bevölkerung diese Parteien gewählt hat. Somit wäre die Abschaffung der Demokratie ironischer weise demokratisch legimitiert.

Wäre sie, aber da juristisch davon nicht zu unterscheidende Abläufe (Wahl- und Abstimmungsmanipulation durch Gewaltanwendung, die aber nachträglich natürlich nicht aufgeklärt und geahndet werden konnte) zur NSDAP-Machtergreifung geführt haben, wurde der Bundesrepublik die "wehrhafte Demokratie" in die Verfassung geschrieben. Die stellt eigentlich sicher, dass selbst die Bevölkerungsmehrheit die Demokratie nicht abschaffen kann (was ja letztlich auch eine hochundemokratische Entscheidung gegenüber kommenden Generationen wäre, die so nie die Möglichkeit erhalten, ihre Meinung einzubringen), zumindest nicht ohne eine sehr lange Kette vorrangehender Grundgesetzänderungen.
Eigentlich. Seit dem NPD-Urteil ist diese wichtigste Lehre aus der Nazizeit außer Kraft gesetzt.


Genau das macht doch das Ganze Gewetter und "mimimimi" gegen die bösen Populisten zur reinsten Häme.

Du kannst in jede Partei schauen, von B90 Grüne, über SPD bis CDU, überall findest du mehr als regelmäßig völlig populistische Äußerungen und hat man kein Problem damit bei noch so ernsten Themen sich zutiefst populistischer Rhetorik zu bedienen.

Auch wenn ich die Wahlkampfsprüche aller Parteien kritisiere (deine Beispiele aber definitiv nicht teile):
Es macht einen großen Unterschied, ob eine Partei auch populistische Aussagen zu einem Thema macht, oder ob sie ausschließlich Populismus betreibt und für welche Ziele dieser Populismus gebraucht wird. Der Zweck heiligt zwar nicht die Mittel, aber wer wichtige Themen auf fragwürdige Art behandelt, von denen er anderen Handlungen zu Folge auch etwas versteht, richtet nun einmal weniger/keinen Schaden an, als jemand, der Märchen mit den gleichen fragwürdigen Methoden verbreitet.

Wer sich Menschen so erzieht das sie Populisten und ihren Meinungen glauben und die unbequemen Themen realer Politik zu Gunsten des vergleichsweise einfachen Erfolgs von populistischne Themen scheut, weil er an der Macht zu regieren hängt wie eine Mücke an der mit Blut gefüllten Vene eines Pferdes der braucht sich halt am Ende auch nicht beschweren das reine Populisten plötzlich erfolgreich werden, die Menschen sie bejubeln und ein Mann wie Trump es schaft Präsident zu werden.

Es ist 72 Jahre her, dass in diesem Land Menschen von Politikern erzogen wurden. :rollen:
Heute ist es eher umgekehrt: Wer nicht eine Show gemäß der Vorstellungen des Wahlviehs abzieht (und das reagiert größtenteils nur noch auf Populismus, weil es mit 15 Minuten Nachrichten überfordert ist beziehungsweise die ja von den 10 Stunden Dschungelcamp/Letsplays/MichaelBayXYZ/... pro Tag abgehen würden), der hat kaum eine Chance auf Spitzenpositionen, insbesondere in kleineren Parteien - siehe AFD & Lucke :rollen: (Was nicht heißen soll, dass die Klüngelei bei Union und SPD besser wäre. Weder Showman- noch Arschkriecher-Qualitäten sind ein geeignetes Kriterium zur Auswahl fähiger Politiker)
 
Populismus ist meines Erachtens nur ein Symptom von zwei aufeinandergeratenen großen ideologischen Strömungen. Einmal die linke bzw. Vertreter einer One-World-Ideologie und einmal die rechte bzw. Vertreter einer konservativ-nationalistischen Ideologie. Es geht im Kern um Werte und Lösungsansätze, die an ihren verkrusteten Rändern aufeinanderprallen und so populistische "Erdbeben" von verschiedenartigen Inhalten entfesseln. In einer Zeit, in der große Probleme unsere Werte herausfordern, treten unterschiedliche Position und Haltungen auf, deren unterschiedliche, manchmal sogar gegensätzliche Lösungsideen die Gesellschaft unter dem politischen Handlungsdruck polarisieren. Oder positiv demokratisch betrachtet: Es wird sich endlich mal wieder anständig gezofft, so wie sich das für eine Demokratie gehört, die nicht aus lauter Einheitsparteien und jasagendem Wahlvieh besteht.
 
Es gibt für mich schon einen Unterschied zwischen einer fundierten Diskussion in politischen Diskurs und einem nichts aussagenden bzw. rein populistischen Geschrei.

Ich für meinen Teil vermisse auch richtige Charakter im aktuellen politischen Aufgebot, wie es sie in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Aber darum befürworte ich doch nicht fast reines populistisches geplapper.
 
Ich sehe ehrlich gesagt nicht, wo hier linke Vertreter auf die Rechten treffen sollen. Bisher heißt es nur Neoliberalismus gegen Rechtspopulismus. Eine vernünftige linke Politik wäre auch eine Alternative zum bestehenden wirtschaftsbestimmten System, nur wird sie noch nicht als solche wahrgenommen. Ich finde es schon seltsam, dass der einzigen linken Partei trotz ihres Rucks in Richtung Mitte immer noch ihre Vergangenheit nachgetragen wird, während das z.B. bei der CDU nach dem zweiten Weltkrieg keine Rolle gespielt hat und die Nazipropaganda von Höcke für das AfD-Zielpublikum anscheinend auch ok ist.
Ein Problem ist, dass man gleich als "Systemling" hingestellt wird, wenn man meint, dass Parteien rechtsaußen wie die AfD im Vergleich zur aktuellen Regierung immer noch das größere Übel sind, ganz egal, wie sehr man selbst die Politik kritisiert, aber eben andere Alternativen sucht.
Die Diskussionskultur ist mMn in Zeiten von "alternativen Fakten", Fakenews und Lügenpressegeschrei so vergiftet, dass ich es eher für unschön halte, dass sich wieder "anständig gezofft" wird. Solange die eine Seite nur Meldungen glaubt, wenn sie in ihr Weltbild passen, ganz egal wie offensichtlich sie gelogen sind, und bei allem anderen "Lügenpresse" schreit, kann sich doch keine ordentliche politische Diskussion entwickeln.

Ändern wird sich das auf absehbare Zeit leider auch kaum. Wenn ich mir den Schulz ansehe ist der mir als Alternative zu Merkel immer noch lieber, der scheint als Typ ganz ok zu sein. Mit dem würde ich gern mal ein paar Bierchen trinken und ein bisschen diskutieren. Aber eine brauchbare Alternative zum Neoliberalismus und ein starker Gegenpol zum Rechtspopulismus und Nationalismus ist der auch nicht.
 
Die Linke halte ich für die Bundesregierung für ungeeignet, ihre Ideen sind einfach zu "sozial", als das sie in einer globalisierten Leistungsgesellschaft funktionieren würden.

Wenigstens tritt Gabriel für die Bundestagswahl nicht an, allerdings jetzt Schulz, der mal behauptet hat, die Türkei kümmere sich um Flüchtlinge vorbildich.:schief:
 
Es gibt für mich schon einen Unterschied zwischen einer fundierten Diskussion in politischen Diskurs und einem nichts aussagenden bzw. rein populistischen Geschrei.

/sign.
Und das Geschrei kann beim besten willen auch nicht als Ausdruck des Kampfes zweier "großer Ideologien" bezeichnen. Zum einen weil reiner Populismus inhaltsleer ist und kein großes Gedankengebilde dahinter hat ("großer Ideotismus"?), zum anderen weil es historisch betrachtet dutzende Formen von Populisten gibt. Man kann halt alles für Populismus verwursten (ausdrücklich sogar Themen, die überhaupt nichts mit der Realität zu tun haben), womit sich gerade gut Stimmung machen lässt.


Die Linke halte ich für die Bundesregierung für ungeeignet, ihre Ideen sind einfach zu "sozial", als das sie in einer globalisierten Leistungsgesellschaft funktionieren würden.

Der soziale Teil wäre zumindest solange keine Katastrophe, wie die Mehrheiten nicht zu einer Aufhebung der Schuldensperre reichen. Die Versprechen der Bundeslinken sind schlicht nicht finanzierbar, aber es gibt in mehreren Landesverbänden Politiker mit Regierungserfahrung und entsprechend gemäßigtem Program, die einen brauchbaren Kompromiss zwischen dem wünschenswerten und dem möglichen finden würden, sobald die aktuellen Wahlkämpfer merken, dass Realpolitik nicht ihr Ding ist. Zumal man weit davon entfernt ist, mit weniger als einem Koalitionspartner regieren zu können und selbst der wäre schon ein großer Bremsklotz, denn viele der Linke-Wahlversprecher sind ja/nein-Fragen, die man nichtmal teilweise einführen könnte. Was mir aber sehr große Sorgen bereitet und die Linke bis auf weiteres für mich unwählbar macht, sind die außenpolitischen Vorstellungen. Die sind über weite Strecken extrem irrational und für die Anrichtung großen Schadens braucht man hier keine gesetzgebende Mehrheit in beiden Kammern, sondern nur ein Ministerium mit Außenwirkung. (Neben dem Außenministerium auch Wirtschaft, Finanzen, Verteidigung und selbst bei Entwicklungshilfe hätte ich bedenken. Wenn man bedenkt, dass die Linke bei Rot-Rot-Grün vermutlich weder Umwelt noch Landwirtschaft noch Justiz bekommen würde und sich um Arbeit und Inneres heftig streiten müsste, ist es bei >5% Anteil also fast unmöglich, dass sie nicht jemanden auf eine kritische Position hieven würde.)

Wenigstens tritt Gabriel für die Bundestagswahl nicht an, allerdings jetzt Schulz, der mal behauptet hat, die Türkei kümmere sich um Flüchtlinge vorbildich.:schief:

Als Außenminister wäre er mit seiner diplomatischen Herangehensweise (um es diplomatisch auszudrücken ;) ) sicherlich passender, denn als Kanzler. Aber wenn man als Alternative nur Gabriel hat, gibt es fast nur Wege in die richtige Richtung. Wenn er es ohne die Linke schaffen will, Kanzler zu werden, muss er aber ohnehin einiges an Politik neu gestalten (Wahlkampfziel +50% in einem halben Jahr?) - und mit rot-rot-grün genauso.
 
Trump ist auch lustig, der will Mexiko für den Bau der Grenzmauer bezahlen lassen, indem jeder US-amerikanische Bürger mehr für mexikanische Produkte hinblättern muss.

Noch lustiger ist, dass es Leute gibt, die den gewählt haben.:lol::stupid:
 
Unabhängig von Merkel selbst, wenn das Schwingen einer kleinen Deutschlandfahne das wichtigste Kriterium für einen Bundeskanzler sein soll, dürfte der nächste ja Höcke werden.
 
Unabhängig von Merkel selbst, wenn das Schwingen einer kleinen Deutschlandfahne das wichtigste Kriterium für einen Bundeskanzler sein soll, dürfte der nächste ja Höcke werden.

Das ist wohl eher metaphorisch zu sehen. Wie man neuerdings bei verschiedenen Themen so schön sagt: Das muss man im Kontext sehen... Denn wer beim Amteid schwört "[...] dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen [...]" und dann angewidert das Symbol eben jenes Volkes "wegwirft", naja, was soll man von so jemandem halten?
 
Wobei Trump ja auch alles so dreht, wie es ihm passt.

Trumps Anhänger unterscheiden sich aber nicht soo sehr von Erdogans Anhänger.
Die schreien alles nieder, egal ob vor Ort oder bei Facebook und legen sich mit jedem an, der ihre Meinung nicht teilt.
Und Trump selbst ist sowieso sein größter Fan.
 
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