Kann man was von China lernen?

Tekkla

Volt-Modder(in)
Meine Grundhaltung gegenüber dem politischen System in China ist erst einmal grundlegend negativ und ablehnend. Das mal vorweg.

Und doch erwische ich mich immer mal wieder dabei darüber nachzudenken, was wäre, wenn man hier mehr zentral gelenkte Politik mit einem über einen Zeitraum von 5 Jahren definierten Ziel fürs Land hätte? Nicht dieses, alle vier Jahre wählen wir wen neues, wo dann mal in die eine, mal in die andere Richtung tendiert wird, aber das große Ziel eigentlich immer mehr im Dunst verschwindet. Mir persönlich fehlt das Ziel, auf das man hinarbeiten kann. Aktuell ist mir alles seitens der Politik viel zu schwammig oder auch viel zu radikal. Sicherlich ist das Teil des demokratischen Prozesses, und doch wünsche ich mir mehr Vision, mehr "Within in this decade we put a man on the Moon". Wisst ihr, was ich meine?

In China setzt sich eine politische Gruppe hin und sagt: Wir gehen nun 5 Jahre da lang. Und dann macht man das. Ob das immer gut ist? Sicherlich nicht. Ob man damit immer Erfolg hat? Sicherlich auch nicht. Wenn ich mir aber ansehe, was man dort in den letzten Jahrzehnten trotz der Gängelung durch die USA im Bereich der Hochtechnologie geschafft hat, man denke nur an eine eigene Raumstation, Pläne für eine Mondbasis, IT-Technik, E-Fahrzeuge bzw. Akkutechnik, Militärtechnik und jüngst wohl KI, dann habe ich den Eindruck, dass bei denen bestimmte Dinge einfach besser laufen als bei uns im Land bzw. dem eigentlich recht gut aufgestellten Westen.

Also, was kann man lernen?
 
Und doch erwische ich mich immer mal wieder dabei darüber nachzudenken, was wäre, wenn man hier mehr zentral gelenkte Politik mit einem über einen Zeitraum von 5 Jahren definierten Ziel fürs Land hätte?
Da wir ein Rechtsstaat sind, ist das bei uns nicht möglich.
Also, ich strebe keine Autokratie oder sowas an. Abgesehen davon arbeitet eine Autokratie nicht für Menschen und ist weder nachhaltig noch klimaschützend.
 
Lernen kann man da einiges. Zum Beispiel von persönlicher Freiheit, Menschenrechten, Minderheiten Schutz, Pressefreiheit, Repressionen, Überwachung, ....
Wer das Eine will muss das Andere mögen.

Es gibt Dinge die will ich daher gar nicht.

Tian’anmen-Massaker

Ich mag Regenschirme daher kann ich das andere nicht mögen.

Menschenrechte mag ich auch.

Die Presse macht es dem ein oder anderen ab und an nicht leicht. Es sollte der Presse aber nicht schwer gemacht werden.
 
Lernen kann man da einiges. Zum Beispiel von persönlicher Freiheit, Menschenrechten, Minderheiten Schutz, Pressefreiheit, Repressionen, Überwachung, ....
Wer das Eine will muss das Andere mögen.

Es gibt Dinge die will ich daher gar nicht.

Tian’anmen-Massaker

Ich mag Regenschirme daher kann ich das andere nicht mögen.

Menschenrechte mag ich auch.

Die Presse macht es dem ein oder anderen ab und an nicht leicht. Es sollte der Presse aber nicht schwer gemacht werden.
China ist auch das Land mit den am meisten vollstreckten Todesstrafen. Weit vor den USA!

 
Warum ist die Haltung ggü China "erst einmal grundlegend negativ"? Alleine das sagt doch viel aus. Bitte kein unreflektiertes Widerkauen von Faktoids. (Hundeessen, Todesstrafe etc) die uns täglich eingeschleift werden müssen.

DIe Antwort ist sehr einfach: China hat eine Vision für das Land und die Chinesen.
Das haben wir nicht, das dürfen wir ja nicht (mehr). Mit anderen Worten kann China politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Handlungswillen zeigen. Der durchschnittliche Deutsche ist so durch, dass er auf seine entsprechenden Unfähigkeiten stolz ist und dutzende metapolitsche Erklärungen runterbeten mag, die zwar alle nichts schlüssig begründen aber ein bischen moralisch-ideologische Festigkeit beweisen sollen. Mismanagement hat China auch, aber da es keine Fremdoligarchie ist kommt am Ende auch was raus, auch wenn das zum Teil überteuerte und schlecht geplante Riesenprojekte sind.

Ich freue mich ernsthaft auf den Aufstieg Chinas, denn sie sind um längen besser als das, was wir jetzt haben.
 
Das wirst du dann noch merken!

Deine Verherrlichung von China wohl eher.
Das sind nett ausgedrückt unreflektierte Phantasmen. Was ich geschrieben habe war für einen neutralen Leser klar keine "Verherrlichung".
Taiwan ist Amerikas Spielstein, der langsam immer glitschiger wird. Du wiederholst einfach Teamparolen, deren Zusammenhand du nicht kapierst. Warum sollten wir eine so starke (potentiell casus belli!) Meinung zu einem innerchinesischen Disput haben?? Zumal wir echte, existentialistische Probleme vor der Haustüre haben.
Dein Team ist übrigens alles andere als friedlich, wenn du dir die bewaffneten Konflikte der letzten Dekaden anguckst. Würde Taiwan morgen an China angegliedert, würde Hardware natürlich für einen kurzen Zeitraum preislich explodieren. Das ist allerdings unserem Unvermögen geschuldet, selber zu produzieren. Es ist schier unglaublich, wie diejenigen, die sich angeblich für Menschenrechte einsetzen stets an einer Kontinuation kolonialer Wirtschaftsvernetzung interessiert sind. Wir haben kein Recht, unser kaputtes System um jeden Preis am Leben zu halten.
 
Warum ist die Haltung ggü China "erst einmal grundlegend negativ"?
Meine Grundhaltung gegenüber dem politischen System in China ist erst einmal grundlegend negativ und ablehnend.
Die drei Posts nach meiner Eröffnung tragen es recht gut zusammen.

DIe Antwort ist sehr einfach: China hat eine Vision für das Land und die Chinesen.
Die Partei hat eine Vision, die mit dem Willen des Volkes (zumindest in der Außenbetrachtung) erst einmal nichts zu tun hat. Jedenfalls weiß man nicht, was das Volk will.

Das haben wir nicht, das dürfen wir ja nicht (mehr).
Du darfst schon. Du darfst nur nicht Deutschland den Deutschen, Ausländer raus haben. Was meiner Meinung auch richtig so ist. Wenn ich aktuell an Plakaten vorbeifahre, wo mich ein feister Merz anschaut und von "Wieder Stolz auf Deutschland sein" was geschrieben steht, dann geht das an meiner Vorstellung von Staat vorbei. Stolz auf Menschen, auf Taten, auf ein Voranbringen der Gemeinschaft, aber beileibe nicht auf den Staat. Ob man in China durch alle Gruppen hinweg Stolz auf den Parteistaat ist? Aber man weiß es nicht, weil niemand es fragen darf.

Mit anderen Worten
Eigentlich passt das nicht zusammen. Denn ...

kann China politischen, wirtschaftlichen [...] Handlungswillen zeigen.
Der politische Handlungswille ist der Einparteienstaat unter einem Führer und eine staatlich doch sehr gelenkte Wirtschaft, wo man so lange privatwirtschaftlich handeln kann, bis man denen da oben zu gefährlich werden kann. Dann ist man weg bzw. man ist das Unternehmen weitestgehend los, was man mithilfe der Partei aufgebaut hat. Ein gutes Beispiel hierfür ist Jack Ma.

kulturellen Handlungswillen zeigen
Auch da bin ich nicht so bei dir. Die chinesische Geschichte reicht Jahrtausende zurück. Nach der Kulturrevolution wurde ein anderes China geschaffen. Ein Xi wirkt auf mich, als wenn er das China von vor der Kolonialzeit wieder haben will, muss es aber mit den Zielen der Kulturrevolution, dem (auch damals schon) korrupten Beamtenstaat und den privatwirtschaftlichen Notwendigkeiten unter einen Hut bringen. Ob dabei "kultureller Handlungswillen" zum Ausdruck kommt? Ich weiß ja nicht.

Der durchschnittliche Deutsche ist so durch, dass er auf seine entsprechenden Unfähigkeiten stolz ist und dutzende metapolitsche Erklärungen runterbeten mag, die zwar alle nichts schlüssig begründen aber ein bischen moralisch-ideologische Festigkeit beweisen sollen.
Siehst du dich echt so? Der durchschnittliche Chinese wird aber kaum anders sein. Das ist vermutlich auch die Quintessenz von durchschnittlich sein. :ka:

Mismanagement hat China auch, aber da es keine Fremdoligarchie ist kommt am Ende auch was raus, auch wenn das zum Teil überteuerte und schlecht geplante Riesenprojekte sind.
Da stehen die uns in nichts nach. Das ist ein grundsätzliches Problem, wenn Leute viel Geld haben und es andere Leute gibt, die nur so tun, als könne man durch Investment dieses Geldes noch mehr davon bekommen.

Nun habe ich das auseinander gepflückt, um dir meine Sichtweise auf Chinas politische Führung etwas genauer darzulegen. Das ist es aber nicht, worauf ich hinaus wollte. Ich hatte absichtlich das Kennedy-Zitat mit dem Menschen auf dem Mond genannt. Diese Vision fehlt mir. Ein Ziel, festgelegt für einen Zeitraum, und dann geht man los, es zu erreichen. Ich habe den Eindruck, dass man das dieser Tage in China häufiger schafft als bei uns oder anderen Teilen der westlichen Welt. Woran liegt es? Ist es wirklich nur die Autokratie, wie @Threshold es meint, oder ist es eine andere Mentalität?
 
Ich sehe nicht, wie wir hier weiterkommen. Ich kann dir nur wärmstens empfehlen, mal wirklich ein paar Bücher zu lesen die abseits deiner extremen Ideologie zu finden sind. Oder mal (mind. für ein paar Monate) zu verreisen und die Menschen dann so anzunehmen, wie sie wirklich sind.
 
der mal (mind. für ein paar Monate) zu verreisen und die Menschen dann so anzunehmen, wie sie wirklich sind.
Du hast Urlaub mit Xi und Teilen des Parteikaders gemacht?

Ich habe doch versucht differenziert darzulegen, was mich an dem politischen China und deiner Darstellung von diesem politischen China stört. Dieses Bild kommt natürlich aus der Tagespresse, aber auch aus Büchern! Eine Reise dorthin war mir aufgrund vieler anderer, mich eher interessierende Destinationen bisher nicht in den Sinn gekommen. Obendrein gibt es da eine deutliche Sprachbarriere, die mir die Kontaktaufnahme zum "gemeinen Volk" doch sehr erschwert. Mit Englisch und Spanisch und ein paar Brocken Französisch und Italienisch bin ich aber schon recht weit herum gekommen, um erlebt zu haben, dass am deutschen Wesen die Welt noch nie so richtig genesen wollte. ;)

Dass die "normalen" Menschen in China das wollen, was alle Menschen im Kern wollen, also leben, lieben, sich vermehren und dann nach einem friedlichen Leben mit ausreichendem Wohlstand in Würde sterben, das setze ich einfach mal voraus. Aber das ist nicht der Punkt, um den es geht.

Du reduzierst Chinas Erfolg auf die Partei, den Führer und suggerierst, dass da allesamt mit Stolz geschwellter Brust dem großen Plan hinterherrennen. Ist das wirklich so? Ich vermag mir das nicht vorzustellen, weil ich mit einem ganz anderen Verständnis von Staat und Gesellschaft aufgewachsen bin.
 
Du reduzierst Chinas Erfolg auf die Partei, den Führer und suggerierst, dass da allesamt mit Stolz geschwellter Brust dem großen Plan hinterherrennen. Ist das wirklich so? Ich vermag mir das nicht vorzustellen, weil ich mit einem ganz anderen Verständnis von Staat und Gesellschaft aufgewachsen bin.
Von andere Parteien hört man leider nicht viel. Nur das regelmäßig Kritiker weggesperrt werden. Oder ins Exil flüchten.
 
In China zum Beispiel spielt Datenschutz keine Rolle. Der Michel in Deutschland eskaliert schon bei der Erwähnung der elektronischen Patientenakte.
 
In China setzt sich eine politische Gruppe hin und sagt: Wir gehen nun 5 Jahre da lang. Und dann macht man das. Ob das immer gut ist? Sicherlich nicht. Ob man damit immer Erfolg hat? Sicherlich auch nicht. Wenn ich mir aber ansehe, was man dort in den letzten Jahrzehnten trotz der Gängelung durch die USA im Bereich der Hochtechnologie geschafft hat, man denke nur an eine eigene Raumstation, Pläne für eine Mondbasis, IT-Technik, E-Fahrzeuge bzw. Akkutechnik, Militärtechnik und jüngst wohl KI, dann habe ich den Eindruck, dass bei denen bestimmte Dinge einfach besser laufen als bei uns im Land bzw. dem eigentlich recht gut aufgestellten Westen.
Meiner Meinung nach muss man erstmal analysieren wie China das geschafft hat. Und das gefühlt in Rekordzeit!

Der Prozess hat ja bereits in den 70er Jahren angefangen mit marktwirtschaflichen Reformen und Sonderwirtschaftszonen. Chinas Binnenmarkt ist gewaltig, und das befeuert natürlich auch die Wirtschaft und Produktionsleistung. Der effizienten Massenproduktion stand so Tür und Tor weit offen. Im Jahr 2001 folgte dann der Beitritt zur WTO und damit folgte auch der Fokus auf Exporte und globale Lieferketten.

Das gepaart mit staatlichen Investitionen in den Sektoren Infrastruktur, Schlüsselindustrien und Städtebau/Urbanisierung welche nur mit "massiv" bezeichnet werden können haben ebenfalls positiv dazu beigetragen. Über Politik wurden in diesem Thread ja bereits einiges geschrieben, aber diese trägt natürlich ebenfalls dazu bei. Und was man über die letzten Jahre verstärkt beobachten konnte, war die Entwicklung von eigenständigen Technologien und wirklich enorme geopolitische Projekte wie zum Beispiel die neue Seidenstraße, Handelsabkommen oder Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent.

Und dann wäre da ja auch noch Bayern. Ja, klingt komisch, aber seit dem Besuch von Strauß in China 1975 und dem Zusammentreffen mit Mao Zedong existieren starke wirtschaftliche Beziehungen zwischen Bayern und China, die auch den Technologie- und Bildungssektor betreffen. Auch wenn es geopolitisch immer mal wieder rumpelt bestehen diese Beziehungen weiterhin.

Also, was kann man lernen?
Das ist eine gute Frage! Ich denke um das im wirtschaftlichen Sektort wirklich beurteilen zu können, müsste man hier einen Deep Dive in das Thema machen.

Fakt ist, das Deutschland ein Land ist welches durch und durch ein Papiertiger ist. Dadurch verliert die Wirtschaft nicht nur an Fahrt, es kommt je nach Wirtschaftsbereich gefühlt sogar zum Stillstand. Im öffentlichen Dienst sieht es nicht anders aus. Ich denke das ist ein wichtiger Punkt an dem man ansetzen muss. Digitalisierung ist ja in aller Munde hier in Deutschland. Aber eines vergessen die Leute hierbei. Die beste Softwarelösung der Welt bringt dir überhaupt nichts, wenn du deine Hausausgaben nicht gemacht hast. D.h. die Prozesse die du mit diesen Softwarelösungen bedienen willst müssen ebenfalls auf den Prüfstand. Redundanzen müssen auch entfernt werden. Und meiner Meinung nach wäre es absolut sinnvoll das man lange vorab die Jungs und Mädels vom CCC (Chaos Computer Club) mit einbezieht, damit uns die Digitalisierung nicht um die Ohren fliegt. Stichwort ePA.

Und vorallem muss die Poltik aufhören aus allem ein Politikum zu machen. Beispiel: (E-)Autos, Wärmepumpen/Heizungen, PV-Anlagen, ÖPNV/Bahn etc etc... Das sorgt beim Bürger und der Wirtschaft für enorme Unsicherheit. Denn wie wir gesehen haben bleibt am "Ende" der politischen Diskussion nur heiße Luft übrig und keiner weiß in welche Richtung es jetzt eigentlich genau gehen soll.

Deutschland betont doch immer wie wichtig die EU und andere Partnerländer sind. Ja warum hole ich mir dann nicht Hilfe bei den Themen die wir nicht auf die Reihe bekommen? Ich glaube kaum das Länder wie Dänemark, Norwegen, Finnland, Japan etc. uns hier die Schützenhilfe verweigern würden. Man kommt sich so vor als ob Deutschland versucht das Rad überall neu zu erfinden. Ich war letztens in einer Fortbildung zum Thema "Digitalisierung" und dort hat der Dozent folgendes gesagt.

Zitat: "Deutschland und seine Bundesländer haben sehr viele Leuchtturmprojekte. Nur am Ende vom Tag brennt in keinem dieser Leuchttürme wirklich Licht."
 
China, interessant.
Ich habe ja übers Institut zahlreiche Kontakte zu gleichgesinnten Forschern/Forscherinnen da drüben.
Ist halt leider so, dass es ein recht gnadenloser Überwachungstaat ist.
Halbprivater oder gar privater Austausch mit den zweifellos netten KollegInnen ist - schwierig und man muss aufpassen, dass man die da nirgends reinreitet.
So offen wie z. B. hier im Forum darf da keiner kritisieren, ein falsches Wort über die Partei oder gar Xi und der Job ist weg und die Wohnung auch. Systemkritiker leben quasi auf der Straße.
Macht man neutral sein Geschäft und hat Ideen erlaubt der -ich nenne es jetzt mal - Kapitalkommunismus auch, dass man Multimillionär werden kann.
Allerdings hat das einen hohen Preis, nur die besten der Besten treten in unserem Radar in Erscheinung.
Wenn einer ein Studium unter 1.0 abschließt, gilt er als Looser und wird gesellschaftlich geächtet.
Handwerker gleich welchen Berufstandes gelten meist als Tagelöhner und werden entsprechend behandelt.
Guten Ruf hat jemand, der im Handel tätig ist.
Die Gesellschaft unterscheidet sich schon extrem von der Unsrigen.
Die 40 h Woche ist bei denen gefühlt eine halbe Arbeitswoche und wer weniger leistet, hat ebenso einen schlechten Ruf.
Die soziale Unterschicht ist enorm groß, erhält medizinische Grudnversorgung aber faktisch keinerlei "Stütze" vom Staat. Gelten als Sozialparias und werden regelmäßig aus größeren Städten irgendwo aufs Land umgesiedelt und dürfen da herumvegitieren, einfach damit sie aus dem Radar der "ordentlichen" Bevölkerung sind.

Das Ganze ist im Verbund einer Art Social-Credit-Rangordnung, die dann auch darüber entscheidet, ob du dir eine Wohnung oder ein Haus kaufen darfst, ob du einen bestimmten Beruf nachgehen kannst und ob du mal Urlaub im Ausland machen darfst.

Wenn einer ein politisch uninteressierter Workaholic in Deutschland ist, der mag das System toll finden.
Für alle anderen, einschließlich meinereiner, dürfte das nix sein.
 
Systemkritiker leben quasi auf der Straße.
Was wohl dann noch als "milde" gilt. Andere werden sehr hart bestraft.
Das Ganze ist im Verbund einer Art Social-Credit-Rangordnung, die dann auch darüber entscheidet, ob du dir eine Wohnung oder ein Haus kaufen darfst, ob du einen bestimmten Beruf nachgehen kannst und ob du mal Urlaub im Ausland machen darfst.
Wohl wie in Indien das "Kasten" System. Nur Privilegierte dürfen bestimmte Dinge tun.
 
Ich arbeite echt gerne und habe über 25 Jahre auch echt viel gearbeitet.
Aber ich lebe nich um zu arbeiten, sondern ich arbeite um Leben zu können.
Da bist du vermutlich nicht der Einzige. :)
Ich habe eine ähnliche "Strategie".

Genau erklären kann ich es ja auch nicht, da meine Kontakte sicherlich eng sind, aber eben auch nicht repräsentiativ für ganz China - wäre ja auch vermessen.

Die grundsätzliche Tendenz ist aber wohl schon so, dass wenn einer viel arbeitet oder lernt, eine hohe Reputation hat.

Ich habe einen bestimmten Kollegen, den ich echt gerne mag.
Sein (einziger) Sohn hat Elektroingenieur studiert, na ja , dank Papa dann doch etweas schleifen lassen und "nur" 1,5 das Studium abgeschlossen.
Wohlgemerkt ein Stoffinhalt, der hier ca. 5 Jahre Studium benötigt, in 3 Jahren durchgeprügelt, einschließlich Diplomarbeit - unvorstellbar hierzulande.
Der suchte für über > 5 Jahren eine Anstellung und hat dann, über 4.000 km von seiner Heimat (Stadt Ningbo) entfernt und hat dann in Bayingolin beim Militär im Rang eines Unteroffiziers was bekommen. Irgendwas um die 600 € umgerechnet im Monat - reicht weder zum Leben noch zum sterben.
Wohl wie in Indien das "Kasten" System. Nur Privilegierte dürfen bestimmte Dinge tun.
Das Kasten System ist ja religiös/gesellschaftlich, das Credit-System ist gesetzlich.
 
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