Wer keine Highend-Ansprüche hat und den PC nur zum Arbeiten/Surfen nutzt, braucht aber in der Regel auch kein Windows. Genau diese Usergruppe, sofern „Arbeiten“ sich auf Office beschränkt, könnte am allerleichtesten auf Linux wechseln. Und alle, die Anwendungszwecke haben, wo Linux keine realistische Alternative für die breite Masse ist, werden aufgrund des höheren Bedarfs an Rechenleistung auch modernere Hardware haben.
Qualitätsansprüche sind subjektiv, aber nicht wenigen reicht halt „nicht *soooo* viel beschissener als der Vorgänger“ für ein Upgrade. Früher bedeutete „Upgrade“ einmal „ich bekomme etwas Besseres als vorher“. Kaum ein Hersteller hat diesen Begriff so erfolgreich umdefiniert wie Microsoft.
Secure Boot ist weder wichtig, noch sicher (außer für den Kontrollwahn von Herstellern, Contentmafia und Regierungen).
Ähnliches gilt für TPM, dessen Verkaufsargument gegenüber den Usern ein falsches Sicherheitsversprechen ist. Eine Faustregel der Security: Gegen Angreifer mit physischem Zugriff auf die Hardware kannst du dich nicht schützen. Grundsätzlich nicht. Microsoft und Konsorten aber behaupten seit Jahren wahrheitswidrig, dass TPM genau das könne.
*Bisher* ist es noch möglich, nach der Installation sowohl Secure Boot als auch TPM zu deaktivieren; aber wie lange noch? Microsoft geht zunehmend aggressiv dagegen vor, ihre Vorstellungen von einem „guten“ User zu untergraben. Der Zwang zum Microsoft-Account wird immer rigoroser durchgesetzt.
Dazu soll die Geräteverschlüsselung ab demnächst Standard werden: Was an sich sinnvoll anmutet, wird von Microsoft dadurch untergraben, dass der Schlüssel in der Cloud abgelegt wird. Und wenn Geräteverschlüsselung oder auch BitLocker irgendwann mal obligatorisch und zumindest für die Systempartition nicht mehr abschaltbar sein sollten, dann wird es auch nicht mehr so ohne weiteres möglich sein, das TPM zu deaktivieren und ggf. BitLocker ohne TPM zu nutzen (was m. E. beim Privatrechner die einzig sinnvolle und sichere Methode ist). Microsoft hat seine User seit eh und je bei den Eiern und drückt immer fester zu.
Echt mal! Machen wir mit Haushaltsgeräten oder Autos schließlich genauso. Völlig egal, wenn die immer noch funktionieren – alle 9 Jahre kann man ruhig was Neues anschaffen. Reparaturen und Nachhaltigkeit werden eh überbewertet. Deswegen ist die Industrie ja auch so
versessen darauf unglaublich aufopferungsvoll, hier immer mehr mit Software „nachzuhelfen“.