Ich hatte es schonmal hier oder in einem anderen Thread geschrieben: der Strom ist einfach zu teuer damit die Stromer attraktiv werden. Ob ich nun knapp 8 Euro für Diesel oder 6 Euro für Strom ausgebe um 100km fahren zu können, spielt doch keine Rolle. Vor allem wenn man bedenkt, was man durch einen Stromer noch für Nachteile hat.
Was gerne vergessen wird, weil alle nur auf den reinen Kraftstoffpreis schielen: Fossile Brennstoffe werden derzeit (auch) in Deutschland auf mehreren Ebenen massiv subventioniert: Förderung, Import, Verarbeitung und das Anbieten des Endprodukts spezifisch als Kraftstoff. Wenn das für den Mobilitätsektor entfällt und gleichzeitig "Ladestrom" gegenüber anderweitig abgenommener Elektrizität in gleicher Weise gefördert wird, sieht es gleich wieder ganz anders aus.
Bereits jetzt sind industrielle und großgewerbliche Abnehmer von elektrischem Strom gegenüber dem Privatverbraucher in geradezu absurder Weise besser gestellt. Und nun überlegen wir doch mal, in welche Kategorie
mindestens die gewerblichen Anbieter von Ladestrom zählen, wenn nicht sogar Privatabnehmer in entsprechender Größenordnung. Erstere sind übrigens dann nicht nur die Betreiber von Ladesäulen, sondern jeder, der entsprechende Infrastruktur bereitstellt und damit Strom in entsprechendem Umfang Strom weitergibt, also auch Vermieter, Arbeitgeber etc..
Da sind nicht erst seit heute neue Nutznießer in Lauerstellung, die bereits Dollarzeichen in den Augen haben. Das ist aber irgendwo auch wieder in Ordnung, wenn es dasselbe bewirkt, was in den späten 50ern in Deutschland bei der Tank-Infrastruktur geschah.
Das Ganze krankt derzeit noch an der Zweigleisigkeit. Die Abkehr ist allerdings fest beschlossen und spätestens dann, wenn in Deutschland keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden, werden auch die letzten üblichen Verdächtigen dahin gehen, wo das schnelle Geld winkt.
Ich hatte überlegt mir ein Pedelec zu kaufen, bis ich gelesen hab, dass die Akkus in den Dingern für 400 bis 500 Ladungen ausgelegt sind, im Winter nahezu unbrauchbar sind und im Sommer zu soll "schwitzen". Das heißt ich bräuchte alle 3 bis 5 Jahre einen neuen Akku für 600+ Taler...
Auch das liest sich eher nach gezieltem Melken einer bestimmten Klientel als nach konsequenter Anwendung seit Jahren existierender Akku-Technologie. Ist ja auch viel schöner, wenn man billige Akkus einkaufen und diese möglichst oft überteuert an Enthusiasten verkaufen kann.
Ich denke mal die Grünen werden daran interessiert sein einfach fossile Brennstoffe teurer zu machen, so dass Strom relativ günstiger wird dabei aber immer noch viel zu teuer ist, so wie du es völlig zu Recht festgestellt hast.
Fossile Brennstoffe sind bereits teuer. Die Grünen sind hauptsächlich daran interessiert, diese Kosten transparent zu machen, weil es die eigene Argumentation unterstützt. Dafür muss aber erst einmal ein über 75 Jahre gewachsener Wildwuchs aus Förderungen, Erleichterungen und Sonderrechten im bisherigen Energie- und Mobilitätssektor beschnitten werden. Und dagegen sträuben sich natürlich alle, die damit wenigsten noch ein Weilchen verdienen wollen und quasi um jedes Jahr kämpfen.
Das mit dem Pedelecs ist interessant, war mir noch gar nicht bewusst aber ergibt Sinn, wenn bei Elektroautos die Akkus aktiv gekühlt werden müssen. Das geht natürlich bei einem Fahrrad nicht so ohne Weiteres. Und genau daran merkt man, dass die aktuelle Batterietechnik der Elektromobilität mehrere Generationen hinterherhinkt
Daraus, dass E-Bike-Akkus nicht aktiv gekühlt werden können schließt du, dass die aktuelle Batterietechnik in E-Autos hinterher hinkt?
Fun Fact: In Kraftfahrzeugen ist immer Kühlung erforderlich - für den Motor, die Elektronik etc.. Der Akku in E-Autos ist einfach nur ein weiteres elektronisches Bauteil, welches mitgekühlt werden muss, während der nicht nicht stattfindende Verbennungsprozess viel Kühlaufwand einspart. Und der Aufwand dafür ist nicht nur vergleichsweise gering, sondern hat auch noch hauptsächlich eine optimierende Funktion. Man überlege einfach mal, wo überall Li-Ionen-Akkus ungekühlt im Einsatz sind, und das ist überhaupt kein Problem, denn der Toleranzbereich ist schon ganz ordentlich. Aber der Wirkungsgrad (!) ist höher, wenn die Temperatur unter 38 °C bleibt.
Und an diesen Zahlen merkt man schon, woher der Wind weht: Denn über 38 °C Umgebungstemperatur kommt man hierzulande eher selten, in der Regel genügt als eine Passivkühlung, um den Akku im Optimum (!) zu halten. Jedes Grad geringer ist ein Gewinn, wenn der dadurch verbesserte Wirkungsgrad über dem für eine aktive Kühlung erforderliche Energieabgabe liegt.
Wenn jetzt allerdings ein E-Bike-Akku "im Sommer" (Diese etwas vage Angabe hätte ich gerne in spezifischen Temperaturbereichen ausgedrückt ...) bereits ein beschleunigtes Ableben entwickelt, vermutet der Elektroingenieur in mir natürlich spontan Pfusch oder - siehe oben - eine bewusste Geschäftsentscheidung, nach der man Enthusiasten billig produzierte Akkus überteuert, aber dafür häufiger verkaufen kann.
So schwer dürfte es nämlich nicht sein, einen E-Bike-Akku passiv zu kühlen. Das ganze verdammte Fahrrad ist im Prinzip ein Alu-Kühlkörper und so viel Kapazität braucht man nicht einmal ansatzweise. Aber so lange man nur einen Akku (ggf. fragwürdiger Qualität) ohne sonderlich viel Ingenieurs- und Designleistung irgendwo am Fahrrad-Korpus befestigt, kann es durchaus tatsächliche Temperaturprobleme geben.
Das hat dann allerdings nichts - aber auch wirklich gar nichts - mit E-Autos zu tun.
Das hat nichts mit Deutsch sein zu tun, selbst wenn du mehr Ladesäulen hast, hast du immer noch das Problem der lange Ladezeit und der beschriebenen Akku Probleme und der geringen Reichweite und der hohen Preise und dass es sich eben erst nach vielen Jahren amortisiert, da die Akkus selber eine sehr schlechte CO2 Bilanz haben...
Der wesentliche Unterschied ist der: Es gibt tendenziell
deutlich mehr Steckdosen als Zapfsäulen in Deutschland. Der Trick ist es, diese in eine Ladeinfrastruktur einzugliedern, welche obendrein ausgebaut wird.
Jedes Auto steht irgendwann irgendwo; die meisten Autos stehen sogar die meiste Zeit. Jetzt müssen sie da nur noch laden können. Das ist aber kein Hexenwerk und noch nicht einmal technisch/baulich besonders anspruchsvoll. Es braucht lediglich politischen Willen und ein Umlenken der Mittel, die
schon immer in Mobilitätsförderung fließen.