Lösungen gibt es viele, auch die CO2 Bepreisung die du angesprochen hast, halte ich für sinnvoll. Ich plädiere auch dafür, der Industrie nicht den Strom so extrem zu subventionieren. Denn die Energieversorger holen sich das Geld zum Teil beim kleinen Bürger wieder. Man muss sich nur mal anschauen, wie die Strompreise die letzten Jahre gestiegen sind. Auf der anderen Seite wird rumgedödelt was die Förderung von Erneuerbaren Energien für den Bürger angeht. Das sind Zustände die so nicht mehr weitergehen können. Vorallem da die Stromanbieter das Geld der Industrie wirklich für ihre Netze gebrauchen können.Das Zauberwort wäre eine einheitliche CO2 Bepreisung, diese regelt alles weitere, ideologieoffen und sinnig lenkend. Leider politisch nicht umsetzbar - auch wenn es keine vernünftige Argumentation dagegen gibt.
Die Kohleförderung wird subventioniert, obwohl diese noch nie wirtschaftlich war. Auf der anderen Seite lässt man die deutsche PV-Industrie vor die Hunde gehen. Der Effekt davon: Über 110.000 Arbeitsplätze in der PV-Industrie sind Großteils verloren. So bekommt man den Wechsel zu erneuerbaren Energien auf jeden Fall nicht hin. Natürlich haben hier die Solar-Unternehmen auch ihre Schuld daran. Sie wurden durch die Förderung träge und die Forschung und Entwicklung wurde nur im kleinen Stil voran getrieben. Aber auch hier hätte der Staat Druck ausüben können. Klappt ja in anderen Industriebereichen auch wunderbar.
Ähnlich wie bei anderen Großprojekten hat es die Regierung wieder mal verschlafen, die Bevölkerung bei Green Energy mit ins Boot zu holen. Es fehlt eine sinnvolle und vorallem einheitliche Förderung von erneuerbaren Energien. Die Einspeisevergütung für Besitzer von PV-Anlagen muss wieder steigen. Das würde sicher auch den einen oder anderen motivieren, sich so eine Anlage ohne Gesetzeszwang wie von Söder geplant, aufs Dach zu schnallen. Ebenso muss eine einheitliche Förderung von eAutos und Stromspeichern her. Hersteller auszuschließen, nur weil ihr Auto in der Anschaffung mehr als 75.000 Euro kostet, kann hier wohl nicht die Lösung sein. Das wirkt auf mich so, als würde hier mit zweierlei Maß gemessen.
Ui, ok. Das ist natürlich eine Hausnummer! oODer Preis, ich bin mir nicht sicher, aber ich meine gelesen zu haben das diese um den Faktor 3-4 teurer sei. Das ist bei tausenden von Kilometern schon ein Argument. Aber auf Teilstrecken wird das ja gemacht.
Ach da fehlt die Steuer. Ok, dann wird mir einiges klar. Ich bin davon ausgegangen, das die Steuer schon drauf ist.Wobei man dabei beachten muss, dass in den USA üblicherweise noch die Mehrwertsteuer draufgerechnet werden muss. Dann ist der Unterschied in dem Fall eher vernachlässigbar.
E-Autos haben das Potential deutlich billiger zu werden als Verbrenner. Einzig die Batteriepreise sind dem aktuell im Weg. Wenn man vom Reichweitenwahn wegkäme und damit kleinere Akkus einbaut werden die Autos nicht nur billiger, sondern auch ökologisch sinnvoller.
Meiner hat gute 300km bei 50kWh und damit für 99.9% aller meiner Fahrten genug Saft ohne nachzutanken (bei einer Jahresfahrleistung zwischen 35t und 40tkm). Wenn ich jetzt 600km Reichweite haben wollt und damit 100kWh durch die Gegend schaukle habe ich außer einem deutlichen Mehrpreis keinerlei Vorteile.

Mhm, die Reichweitengeschichte ist meiner Meinung nach kein einfaches Thema. Ich persönlich plane durch meine zukünftige PV-Anlage auch mit einem gebrauchten Tesla Model S. Durch die PV-Anlage inkl. Stromspeicher und das Tesla Super Charger Netz macht mir ein größerer Akku auch nichts aus. Für mich hätte er sogar Vorteile, da ich wirklich viel mit meinem Auto unterwegs bin. Aber ich stimme dir zu, das nicht jeder ein Auto mit so einem großen Akku braucht. Im Stadtverkehr wo Parkplätze und Ladesäulen wirklich Mangelware sind, profitiert man eher von kleinen Autos mit etwas kleinerem Akku, denke ich.
Wo wir aber gerade bei der größe des Akkus sind: Korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege, aber je mehr Ladezyklen ein Akku auf dem Tacho hat, umso schlechter ist das doch, oder? Dann würde ja ein größerer Akku im Umkehrschluss mehr Sinn machen, da ich diesen nicht so oft laden muss wie einen kleinen.
Es ist auch absolut notwendig, das beim Akku weiter geforscht wird. Davon profitiert ja nicht nur die eAuto-Industrie.Es gibt zig Ansätze um die Akkus umweltfreundlicher in der Herstellung und in der Produktion billiger zu machen. Das ist nur einer davon.
Lustig dabei ist, dass ich es sehr oft erlebe wie eine Wasserstoffzukunft herbeierträumt wird, die noch einige Technologiesprünge und immense Investitionen in die Infastruktur erfordert. Die gleichen Leute dann aber eine Weiterentwicklung der Akkus bzw deren Technologie, die verglichen dazu ein Klacks ist und in den nächsten 2 Jahren sicherlich kaufbar sein werden schlicht abstreiten bzw nicht wahrhaben wollen.
Die Wasserstoffgeschichte ist auch ein zweischneidiges Schwert. Was die Investitionen, Forschung und Infrastruktur angeht hast du völlig Recht. Will man hier wirklich unter dem Strich "grün" rauskommen, dann muss der Wasserstoff mit erneuerbaren Energien erzeugt worden sein. Sonst geht die Rechnung einfach nicht auf. Die Preise für Wasserstoffautos liegen auch im Bereich von ~ 75.000 € (Hyundai Nexo & Toyota Mirai). Aber auch hier würden die Preise massiv sinken, wenn höhere Stückzahlen davon gefertigt werden. Der große Nachteil beim Wasserstoff ist halt, das ich ihn in meinem kleinen Häuschen nicht selbst erzeugen kann. Das heißt ich hab hier genau so wie bei Benzin und Diesel große Produktions- und Lieferketten. Diese müssen dann natürlich auch "grün" sein, sonst macht das keinen Sinn.
Kleine True-Story noch zum Ende des Wall of Text:
Neulich am Mittagstisch. Kollegin X erzählt, das sie sich NIE ein eAuto (mit Akku) kaufen würden, wegen der seltenen Erden/Umweltverschmutzung etc. Im nächsten Satz erzählt sie, das sie sich jetzt ein eFahrrad gekauft hat.

Mein Kommentar dazu: "Aha, und der Strom wird beim eFahrrad also nicht in einem Akku gespeichert, sondern in einem Ziegelstein?"
Bei so einer Doppelmoral tränen dir die Augen, weil du nicht weißt ob du lachen oder weinen sollst.

Vom Binnenmarkt können die 3 grossen Hersteller sicherlich leben.