AW: Telekom und Vodafone klagen über Netzausbaukosten: Können wie uns nicht leisten
So eine Diskussion ist doch lächerlich...ob das nun von Steuergeldern oder Content-Anbietern finanziert wird ist breit wie lang.
- Wird es von Steuern finanziert zahlt im Endeffekt jeder
- Wird es auf Content-Anbietern umgewälzt, werden diese a) vom deutschen Markt verschwinden, weil es sich für die nicht rentiert oder b) Nutzer mehr zahlen lassen.
50-100 Mrd € (so hoch schätzen einige den Ausbau mit Glasfaser) sind ne Stange Geld - keine Frage. Aber allein Telekom macht doch laut Geschäftsbericht fast 1 Mrd Gewinn / Jahr.
Nun muss das nicht Telekom alleine finanzieren. Nehmen wir also noch ein paar andere Netzbetreiber dazu (auch die Kabelnetzbetreiber): Vodafone, KabelDeutschland, QSC, Versatel, Telefonica, UnityMedia sowie haufenweise kleine, regionale Anbieter - die auch Infrastruktur in Form von Glasfaser verlegen.
Wo bitte ist das Problem, hier eine vernünftige Roadmap zu erarbeiten, den Ausbau innerhalb von bpsw. 10 Jahren durch zu ziehen.
Das ist doch nicht nur raus geworfenes Geld, sondern ein Mehrwert, den man dem Kunden verkaufen kann. Mit Sicherheit sind viele dazu bereit, 10-30€ (je nach aktueller Geschwindigkeit) mehr zu zahlen, wenn sie dafür eine hochperformante Leitung mit 200/50 Mbit/s bekommen. Das alleine wären doch erhebliche Mehreinnahmen. Dann wird ein Teil wird doch ohnehin schon von Steuergeldern finanziert.
Nur mal so in zusammengeschriebenen Gedanken eine Milchmädchenrechnung:
Telekom macht 1 Mrd Gewinn / Jahr.
Sagen wir ALLE Anbieter zusammen erreichen
5 Mrd / Jahr - das dürfte wohl erheblich mehr sein, aber egal.
Dazu kommen Mehreinnahmen durch teurere Verträge - sagen wir im Schnitt pro Internetanschluss 10€/Jahr: Bei 30,4 Millionen Anschlüssen:
300 Mio / Jahr.
-> bei 100 Mrd Euro wären die Kosten nach <20 Jahren wieder drin.
In der Rechnung nicht berücksichtigt sind:
- die permanenten Wartungskosten der maroden Kupferleitungen. Ständige Störungen, Techniker-Einsätze, Kunden die sich beschweren, etc.
- (Die staatlichen Förderungen, die es bereits gibt (ich habe keine Ahnung, wie groß diese sind, aber ich schätze es doch auf einen nennenswerten Betrag). Evtl. sind diese aber auch bereits in den Geschäftsberichten berücksichtigt, daher in Klammern.)
- Mehrwertdienste, die man nun selbst deutlich Lukrativer verkaufen kann (Stichwort: Entertain, wenn das überall verfügbar ist, nutzen das auch mehr). Genauso aber auch: Cloud-Lösungen aller Art. Wenn der Internetzugang es hergibt werden bestimmt viele der Bequemlichkeit halber, oder um dem Verlust vorzubeugen, Ihre Daten auslagern.
Ach, da könnte ich mich drüber aufregen. Die Netzbetreiber tun so, als wären Sie die armen Deppen und die Content-Anbieter sind die bösen bösen, die das Internet für die Netzbetreiber so teuer machen. Richtig. Ohne Content würde das Internet aber auch niemand Nutzen und somit würden die Verträge ganz ausbleiben. Um ab und an mal Google anzuschmeißen würde mir mein Smartphone mittlerweile völlig reichen. Da würde ich mir die 40€/Monat für den Festnetz-/DSL-Anschluss sofort sparen.
Ich habe den Eindruck, dass das Geheul in dieser Branche einfach sehr verbreitet ist. Von einem Stadion-Betreiber habe ich zumindest noch nicht gehört, dass die bösen Fußballspieler den Rasen kaputt treten. Auch die Betreiber von Rennstrecken halten sich mit Vorwürfen, die Autos belasten die Strecke zu sehr, zurück. Und wo ich so darüber nachdenke: hat hier jemand schon einmal von einer Spedition gehört, dass die Pakete die LKW’s so sehr füllen und sie deswegen gegen die bösen Versandhäuser schießen? Jetzt könnte man sagen „Das ist etwas anderes, die Versandhäuser zahlen denen doch schon Geld“. Ist richtig. Dafür bekommen die keines vom Kunden. Dann drehen wir eben die Aussagen um: Beschweren sich die Speditionen, dass die Belieferten so weit vom Versender weg wohnen und sie deshalb weit fahren müssen? Wenn bei denen ein LKW den Geist aufgibt, kaufen die auch einen neuen. Wär ja noch besser, wenn die dann plötzlich den Händlern die Schuld dafür geben würden, dass diese ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen. Das ist deren sch*** Job!
Auflagen haben auch die: Maut, Fahrsicherheitstrainings, Sicherheits- und Umwelt-Auflagen an LKW’s. Deal with it.
Und seltsamer Weise kapieren das scheinbar auch alle – außer den Netzbetreibern…
Beim Thema „Abschaffen der Netzneutralität“ platzt mir ohnehin sofort der Kragen. Die Post macht meine Pakete und Briefe auch nicht auf um zu gucken, ob das einen Tag länger Zeit hat.
…Aber genug aufgeregt für heute. Wenn ich mit dem Thema auch noch anfange wird mein post vor 2015 nicht fertig
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