Eigentlich bin ich mit meiner D90 ja ganz zufrieden. Wie heißt es aber so schön? Das Bessere ist des Guten Feind. Insbesondere einen besseren Autofokus hätte ich schon ganz gerne. Vögel im Flug ablichten z.B. ist mit der D90 nicht ganz leicht. Trotz kontinuierlichem Autofokus ist es bei nur 9 Messfeldern (davon 1 Kreuzsensor), zumindest für mich problematisch, das Tier richtig scharf zu bekommen.
Hier noch einmal einige Bilder der D90 mit Batteriegriff Nikon MB-D80 und angesetztem Nikon 10-24mm:
Nikon hat gerade die D4, D600 und D800 neu rausgebracht und die Preise der älteren Modelle sind kräftig gefallen. Auch auf dem Gebrauchtmarkt. Die Leute verscherbeln gerade alle ihre D700, D7000 usw. Gerüchteweise soll demnächst auch noch eine D400 als Nachfolgemodell der D300s auf den Markt kommen. Warten auf eine D400, die vielleicht in einem 1/2 Jahr auf den Markt kommt und nach einem weiterem 1/2 Jahr einen akzeptablen Straßenverkaufspreis erreicht hat, wollte ich nicht. Ich beschloss also, mich auf dem Gebrauchtmarkt etwas intensiver umzusehen.
Klar war, dass ich auf keinen Fall mehr Megapixel auf dem Sensor brauche. 24 Megapixel sind ja ganz nett, verzeihen aber auch weniger ein etwas schlechteres Objektiv. Da die Pixel auf dem Sensor auch noch doppelt so dicht angeordnet sind, darf man auch nur noch halb so viel zittern, was in meinem Alter schon nicht mehr so ganz einfach ist.
Mit den 12.3 Megapixeln der D90 kann ich Ausdrucke bis ~A3 bei 300dpi erstellen. Selbst bei 150 oder nur 75 dpi glaube ich kaum, dass jemand mit normalen Augen den Unterschied aus 1m Entfernung erkennt und mein Monitor kann auch nur 1680x1050 Bildpunkte darstellen.
In die nähere Auswahl kamen also eine D700, D7000 und D300s wobei ich eigentlich zunächst an eine D700 dachte, sie letztendlich aber doch schnell wieder ausschied. Die D700 ist sicher eine ganz hervorragende Kamera mit der ich viel Spaß haben könnte. Aber die Folgekosten...

Einige meiner Objektive sind nur für das DX-Format gebaut. An einer Kamera mit FX-Sensor sind sie, wenn überhaupt, nur mit starken Einschränkungen zu gebrauchen. Also müssten neue Objektive her und für eine solche Kamera sollten es schon die "etwas besseren" sein. Für mich kommen da eigentlich nur "die großen drei" in Frage. Nikon 14-24, 24-70 und 70-200mm. Kosten der 3 - ca 4,5k€. Zudem fehlt mir da im Telebereich ein wenig Brennweite durch den fehlenden Crop-Factor. Also noch ein 300er? Oder Telekonverter ohne Ende? Für mich als Hobbyknipser eindeutig zu viel Geld.
Blieben also noch D7000 und D300s. Die D7000 hat den moderneren Sensor, ist deutlich rauschärmer bei High-ISO und hat eine etwas höhere Auflösung. Leider liest man immer mal wieder von einer Serienstreuung beim Autofokus und zum Teil auch beim Verschluss. Es gibt hier offensichtlich einige Montagsmodelle und da ich an eine Gebrauchte dachte, muss man da schon sehr genau hinschauen können.
In der 300s steckt der gleiche Bildsensor wie in der D90. Der Autofokus gehört aber trotz seines Alters zum Besten, was es auf dem Markt gibt - 51 Messfelder, davon 9 Kreuzsensoren (der wird in angepasster Form auch in der neuen D800 verbaut). Das Gehäuse ist abgedichtet (Staub und Spritzwasser) und besteht komplett aus Metall. Von einer Serienstreuung bei dieser Kamera, habe ich noch nichts gehört. Bei der 300s gibt es keine Motivprogramme (Portrait, Landschaft, Nacht, Sport...), was ich sehr angenehm finde. An der D90 habe ich sie nie gebraucht. Manch einer mag sie aber vermissen. Ein Leichtgewicht ist die 300s auch nicht, mit Akku wiegt sie schon deutlich über 900g.
Als ich die beiden Kameras im Laden angeschaut und "befingert" hatte war die Entscheidung sofort klar. Gegenüber der D7000 gewinnt die 300s deutlich. Ich mag es nun einmal, wenn ein Gegenstand sich wirklich wertig und gut verarbeitet anfühlt. Alle wichtigen Funktionen sind sofort und mit etwas Übung auch blind einstellbar. Man muss sich nicht erst durch Menüs hangeln, um z.B. die Spiegelvorauslösung zu aktivieren usw. Die D90 lag mir schon gut in der Hand, die 300s ist ein Traum.
Nach einigen Tagen Suche war sie denn da, die neue Gebrauchte mit PDK1 (Batteriegriff Nikon MB-D10 mit zusätzlichem Einschub für die Leistungsstarken EN-EL4a Akkus). Damit schafft die Kamera in der Serienbildfunktion bis zu 8 Bilder/sec. (war aber nicht der Kaufgrund, der war halt dabei).
Das waren wohl die letzten Fotos, die die D90 bei mir gemacht hat. Das gute Stück wird demnächst verkauft.
Hier noch einmal beide zum Vergleich nebeneinander: