Kurzes Fazit und Tipps nach einer Eingewöhnungsphase

inhuman_nature

Software-Overclocker(in)
Hallo. Da hier ja einige Forist*innen noch gar keine Erfahrungen mit Linux gemacht haben, wollte ich ein paar meiner teilen. Vielleicht mögen diese manchen Forist*innen banal erscheinen und nichts Außergewögnliches darstellen, andererseits könnte es ein paar Neulingen helfen, Fehler bzw. problematische Situationen zu umgehen, die ich gemacht habe, denke ich. Jedenfalls wäre ich froh gewesen, hätte ich folgendes gleich von Beginn an berücksichtigt. Ich bin mir sicher, dass mensch Überforderung, Unerfahrenheit, evtl. Ängste mit etwas Vorbereitung begegnen kann und letztlich eine Erprobung von Linux erfolgreich durchziehen kann. Mir ist es jedenfalls so ergangen, dass ich aus jedem gelösten Problem Zuversicht gewonnen und mehr Lust auf Linux bekommen habe ...

Da ich bisher nur Linux Mint genutzt habe, führe ich das entsprechend aus. Das soll aber nicht unbedingt Linux Mint-Werbung sein. Andere Distributionen haben bestimmt ähnliche Tools oder Optionen.

Wie dem auch sei - wie mensch auch im "Zeigt euere Desktops"[sic!]-Thread sehen könnt, nutze ich derzeit einen bisschen älteren Laptop und (somit) keinen leistungsstarken. Mein Linuxeinstieg war Linux Mint (19.3?) XFCE auf meinem Haupt-PC vor einigen Jahren. Der macht gerade eine "Zwangspause". Aber das ist eine andere Geschichte. Linux ist zumindest nicht der Auslöser ;) Jedenfalls habe ich Linux Mint bisher über mehrere Jahre Nutzung hin als sehr stabil wahrgenommen und aktuell läuft es auf dem alten Laptop recht fix. Ein paar Lernprozesse habe ich im Laufe der Zeit durchgemacht: Zuletzt - vermutlich aufgrund eines Updates - wurde mein System auf dem Laptop kürzlich instabil und das W-LAN wurde unzuverlässig. Ich schaffte es, Mint 20.3 nochmal neu zu installieren. :banane:Dort richtete ich das Backup-Tool ein. Das Tool habe ich leider jahrelang ignoriert. Es konnte mir aber zwischenzeitlich bereits sehr behilflich sein. Das Wiederherstellen hat super funktioniert ... Deswegen kurz ein paar gelernte Schlussfolgerungen und Tipps an Linux-Neulinge, speziell jene, die Linux Mint nutzen wollen:
  • Von Beginn an ein Backup-Tool für die Systempartition nutzen (wie (hoffentlich) schon aus Windows-Zeiten gelernt - private Daten und Spiele auf extra Partitionen/Laufwerken sichern)! Gerade heute hat mensch mehr als genug schnellen Speicher und ein Backup-Tool ist schnell eingerichtet und ein Backup schnell erstellt. Es ist beruhigend zu wissen, dass mensch jederzeit auf ein Backup zurückgreifen kann und das System wieder in einen stabilen Zustand mit samt den Aktualisierungen (von Aussehen bis Softwareinstallationen), die mensch zuvor am System vorgenommen hat, versetzen kann. So kann mensch einiges ausprobieren und das bei geringem Risiko. Bei Linux Mint ist mit 'Timeshift' bereits ein einfaches Tool (mit grafischer Benutzer*inoberfläche. Im allgemeinen kann mensch sehr vieles, das Alltägliche in Linux Mint auf grafischer Benutzer*inoberfläche ausführen.
  • Wenn mensch Linux als alleiniges Betriebssystem installiert hat (und es wie Linux Mint 'Grub' als Bootmenü nutzt), wird offenbar beim Booten nicht das 'Grub'-Bootmenü angezeigt. Ich finde es aber stressärmer, wenn es standardmäßig bei jedem Booten kurz angezeigt wird. Hierdurch kann mensch bequem bei Bedarf den Wiederherstellungsmodus oder die Konsole starten - um bspw. das System auf ein Backup zurückzusetzen. Damit 'Grub' standardmäßig angezeigt wird, muss mensch nur zwei Einträge in der Grub-Konfig ändern und die Änderungen danach aktivieren (update-grub). Mensch kann bspw. 5 Sekunden Anzeigezeit eingeben. Mensch muss die Anzeigezeit aber nicht abwarten, sondern kann gleich die Systemstart-Option auswählen.
  • Der Systempartition großzügig Speicherplatz zuweisen. Falls das nicht möglich ist, das System länger genutzt wird und mensch fleißig Updates macht - bedenkt, dass jeder gesicherte Kernel 500 MB(?) groß ist und womöglich so nach und nach das System, so es von der Größe her knapp bemessen ist, vollstopft. Ist die Systempartition voll, bleibt das System beim nächsten Booten hängen. Ein Vorhalten vieler älterer Kernel kann mensch aber durch eine Einstellung leicht unterbinden, so es nicht bereits standardmäßig eingestellt ist. Oder mensch macht es manuell und entfernt nach dem Kernel-Update jeweils einen veralteten Kernel. Eine Handvoll Kernel sollten als Backup wohl reichen. Kernel kann mensch in Linux Mint über das Tool Aktualisierungsverwaltung (mit grafischer Benutzer*inoberfläche) verwalten.
  • Okay, folgender Tipp ist sehr allgemein: Keine Angst vor der Konsole/Terminal/Kommandozeile ... Tatsächlich ist es ein nützliches Werkzeug. Damit kann mensch Software, Treiberpakete installieren, deinstallieren, Probleme beheben ... Anleitungen, Befehle findet mensch zuhauf im Internet. Und so mensch bedacht vorgeht und nicht bspw. äquivalente Befehle wie 'format c:' oder 'deltree c:' eingibt ;) , sollte nichts schlimmes passieren - zumal, wenn mensch den hier obersten genannten Punkt (Backup!) berücksichtigt hat. Notfalls stellt mensch eben das letzte Backup wieder her. :)
  • ...
Wenn jemensch ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder meint, dass Anfänger*innenfehler durch einfache Mittel umgangen werden können, kann jene*r das ja hier reinschreiben ... :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein paar Terminalbefehle für einen schnellen Einstieg in die Problemanalyse, falls mal was nicht wie erwartet funktioniert und mir immer noch regelmäßig helfen:

df -h -> Zeige alle eingebundenen Partitionen mit aktueller Speicherbelegung an
sudo lsblk -> Zeige alle Laufwerke und Partitionen mit Hardware-Pfad an
free -h -> Zeige den verfügbaren und belegten Arbeitsspeicher an
top/htop -> Systemauslastung live verfolgen
sudo lshw >> ~/hw.txt -> Lese sämtliche Hardware aus und speichere deine Daten in die Datei hw.txt im Home-Verzeichnis (Vorteilhaft, wenn man ein Problem hat und Unterstützung im Internet sucht)
ps -> Zeige alle eigenen laufenden Prozesse an
ps -a -> Zeige alle laufenden Prozesse an

für Ubuntu-User:
sudo lsblk | grep -v snap -> Zeige alle Laufwerke und Partitionen mit Hardware-Pfad, aber ohne snap-Partitionen an
 
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