Kurze Q-Dac review
Sooo, was den Q-Dac anbelangt.
Das Teil gibt's neu ab 479€ in Deutschland, ist also direkte Konkurrenz zum Schiit Bifrost oder zur ASUS Xonar Essence One.
Wer's braucht, der DAC ist fähig, 32bit und 192 khz abzuspielen, allerdings konnte ich mit 32 bit nicht testen, da fehlen mir die Aufnahmen und der Musikgeschmack dazu.
32bit ist, zumindest soweit ich weiß, in dem Preissegment noch schwer zu finden, was sicherlich ein gutes Kriterium für ihn ist.
Verarbeitungstechnisch wirkt es allgemein recht gut, ich hätte mir aber ein etwas dickeres Gehäuse gewünscht. Das mitgelieferte Netzteil ist extern und ein ziemlicher Brocken, die Kabel sind gute 3m lang. Allerdings war mein Gerät ziemlich scharfkantig, was in der Preisklasse ein no-go ist.
Das Display und die Auswahlmöglichkeiten sind recht vielfältig, schöne Quellauswahlmöglichkeiten und einfache Menüführung. Zudem ist es nicht zu hell, lenkt aber ein wenig vom Bildschirm ab, wenn es neben einem steht und man im Dunkeln was anschaut. Der Power-Knopf ist groß und kaum blind zu verfehlen, im Gegesatz zu den 2 Lautstärketasten und den Menütasten - diese waren viel zu klein und hoben sich kaum vom Gerät ab, ich hatte mich im Dunkeln häufiger rantasten müssen, da man auch den weißen Aufdruck nicht sieht. Zudem waren die kleinen Knöpfe für meinen Geschmack zu leicht zu drücken, ich hatte öfters mal das Menü erwischt und den Eingang gewechselt, anstatt die Lautstärke zu verändern.
Anschlusstechnisch ist fast alles da was man braucht, ich hätte mir aber noch XLR-out gewünscht. Die Impedanz des KH-outs kenne ich leider nicht, aber ich hab diverse Runden Sanctum über meinen V-Moda gespielt. Positiv war, dass dieser gut angetrieben wurde (ist ja auch als Sensibelchen nicht so anspruchsvoll), die Bühne ist, im Vergleich zu meiner Xense, zu meinem FiiO E07K oder zum Preamp des BlueSky wesentlich enger zusammengerückt, was ich aber beim V-Moda nicht als Nachteil sehe, denn die Differenzierung einzelner Klänge und die räumliche Anordnung dieser ist weitaus präziser geworden.
Meine UM3X habe ich nicht getestet.
Nun aber zum allgemeinen Klangbild des Q-Dac:
Ich hatte zum Testzeitpunkt (Dienstag - heute, insgesamt etwa 20 Stunden Musik + Zocken) leider nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten an DACs/Soundkarten da und hatte zumindest am heimischen Rig auch noch nicht so wahnsinnig viele verschiedene DACs angeschlossen. Ich hatte allerdings leihweise noch eine
USB Box S - welche auch den Vergleich mit dem Q-DAC antreten wird, denn meine Xense und mein E07K kamen nicht so nah an den Q heran, wie die kleine USB Box.
In Puncto Detailauflösung hatte der Q-DAC im Vergleich zur USB Box die Nase vorne - allerdings nur leicht und vernachlässigbar. Ehrlich gesagt nichts, wofür ich persönlich 300€ Aufpreis zahlen würde.
Der Klang ist recht rund, die Mitten wurden im Vergleich zur Xense und zum E07K etwas in den Vordergrund gerückt. Der Q-Dac war nach meinen Ohr sehr transparent und sehr neutral, Equalizer-Anpassungen wurden nicht vorgenommen und waren nicht nötig. Was die Bühne anbelangt, so sind mir hier in allen Punkten keinerlei Unterschiede zur USB Box aufgefallen. Beide schlugen sich sehr gut, ich gehe aber davon aus, dass mein BlueSky Exo² hier der Flaschenhals war.
Die Höhen der USB Box S waren etwas angehobener, leicht körniger als beim Q-Dac, was mir persönlich am Exo² sehr gut gefiel, die Höhen sind am System nämlich leicht rezessiv und die Hochtöner sind nicht die Allerbesten (aber keinesfalls schlecht) - der Q-Dac hingegen ging die Hochtöne sehr sanft an, stellte sie nicht übermäßig in den Vordergrund, gab ihnen allerdings einen leicht metallischen Klang. Im Bassbereich hat sich im Vergleich zur USB Box S nix getan.
Summasummarum schlug er sich recht gut, das "Sounding" gefiel recht gut, die Höhen hätten aber etwas prominenter, wie bei der S-Box, aber mit weniger Körnung als bei dieser sein können.
Was mich allerdings enorm störe, ist die Tatsache, dass der Q-Dac sehr relaxed spielt. Das ist, bei mir eigentlich ein Kriterium, welches punkte einheimst - der Q-Dac spielt allerdings ZU relaxiert. Er steht da und plätschert vor sich hin. Und plätschert und plätschert, flobbidyflobbidyflopflopflop... LAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAANGWEILIG! Die Musik wurde vom Q-Dac präsentiert, wie von einem Zimmerbrunnen in einem Blumentopf, ich hoffe, ihr wisst was ich ungefähr meine - Grauenvoll! Jeder noch so kleine (nun speziell vor allem) aggresive Charakter, oder überhaupt jeglicher Charakter der Musikstücke, welche ich mir gerne angehört habe und gerne anhöre, wurde einfach auf ein kraftloses Niveau heruntervernichtet. Das mag dem einen oder Anderen sicher gefallen, aber während ich zwar will dass ein Audio-Produkt nicht penetrant spielt, so wünsche ich mir den ursprünglichen Charakter beibehalten. Der Q-Dac hat sämtlichen Punk Rock, Black Metal und Acid Techno in ein Stück umgewandelt, was charakteristisch von jedem x-beliebigen 22-jährigen Singer-Songwriter aus Großbritannien den keine Sau kennt geschrieben hätte werden können. Pfui deibel! Der Q-Dac überzeugt zwar in Punkten wie Auflösung und Funktionalität recht gut, versagt aber vollkommen bei Musikalität und Präsentation, wenn es nach mir geht.
Somit kein Kauf und von meiner Seite auch absolut keine Empfehlung für den Q-Dac, es sei denn man mag es, die Musik so dahingeplätschert zu bekommen. Als nächstes werde ich mir wohl die ASUS Xonar Essence One, vielleicht aber auch einen Little Dot DAC II vorknöpfen und hoffen, dass diese beiden Geräte überzeugender sind.