AW: Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte
Anscheinend sind der Polizei über 100 Datenträger abhanden gekommen.
Luegde: Beweismittel bei der Polizei verschwunden - SPIEGEL ONLINE
Allerdings gab es wohl schon voher akuten Personalmangel.
Vorwuerfe gegen die Polizei Lippe — BDK: Bund Deutscher Kriminalbeamter
Die große Frage, wird jetzt sein, ob die einfach nur verschlammpt wurden, oder verschwunden sind, weil die Fotos darauf jemanden belasten und der oder ein dritter die Datenträger nun verschwinden ließ.
Ich würde es mal so sagen: Sowohl "Verschlampen" als auch "verschwinden" sind aktive Prozesse. Ich habe noch nie erlebt, dass Personalmangel zu gesteigerter Aktivität führt...
Da käme höchstens "vergessen" in Frage, was aber als Hilfsmittel ungeeignete, unübersichtliche Lagerbedingungen und vergleichsweise kleine Zielobjekte braucht. Z.B. keine große Kiste in Regalen einer Aservatenkammer.
Was hättest du dir denn für eine Reaktion gewünscht? Lebenslang, Kerker samt Streckbank? Letztlich haben 18 Idioten ein Video gedreht um ihre Gedanken festzuhalten die eh keine Sau interessieren.
Persönlich finde ich gut, dass sich an diesem Platz, zu so einer Aktion, gerade mal 18 Pfeifen zusammengefunden haben. Daran sieht man doch gut wie wenigen das Thema ernst genug ist um so einer Aktion beizuwohnen. Denen kann man beim Aussterben zugucken.
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Ich weiß nicht, was sie sich gewünscht hätte und ich persönlich vermisse allenfalls eine weitere Beobachtung der Leute (mit Einschreiten bei der eigentlichen Reaktion und erneutem Platzverweiß). Aber wenn 18 organisiert auftretende Linksextremisten mit Schlaginstrumenten und Brandbeschleuniger (eine Fackel ist ja nur eine Kombination aus beidem), möglicherweise schlimmerem, im Gepäck erwischt worden wären, die sich gerade zwischen zwei einschlägigen Brennpunkten (analog zu Reichsparteitaggelände und Flüchtlingsheim würde ich mal die EZB und eine Polizeidienststelle vorschlagen) bewegen, dann wäre ein Ausflug aufs Revier mit detaillierter Befragung vermutlich das Mindeste gewesen.
Gerade mit Blick auf das neue bayrische Polizeigesetz wären auch mehrere Tage Untersuchungshaft und eine Anzeige wegen Bildung einer kriminiellen Vereinigung und Planung von Anschlägen nicht auszuschließen. Nicht, weil sowas am Ende Erfolg hätte, aber weil es ungeliebte Leute einige Wochen wegsperrt.
Nazis zählen für die Nürnberger Polisten aber offensichtlich nicht zum Kreis der ungeliebten Leute, sondern werden zuvorkommend behandelt. Und diese Einstellung betrifft weitaus mehr als nur 18 Idioten.
In einem Rechtsstaat muss man sich nicht freiwillig stellen. Man darf flüchten. Niemand muss stehen bleiben. Und dann geht es um Abwägung der Tat. Einen Mörder mit Waffe in der Hand darf man unter bestimmten Vorraussetzungen den "finalen Rettungsschuss" geben. Aber natürlich keinem unbewaffnetem Kriegsflüchtling. Aber so sind unsere neurechten "Freunde". Man muss es ertragen. Denn die Menschenrechte gelten auch für sie,
"Mörder" oder nicht hat damit nichts zu tun. Rettungsschüsse sind ausschließlich zur Verhinderung von weitaus schlimmerem erlaubt, dass aber in allen Fällen. Da kann Charles Manson stehen und einem kleinen Mädchen einen Finger nach dem anderen brechen und ein Schuss wäre nicht verhältnismäßig. Wenn die kleine eine Pistole auf Manson richtet, durchlädt und entsichert und "3", "2", "1" sagt dagegen schon.
Die Wasserwerfer kamen aber auch erst nach ewig vielen Aufforderungen zum tragen und auch nur weil die Polizei in mehr als deutlicher Unterzahl war. Wenn ich so oft aufgefordert werde zu gehen, das aber nicht tue, selbst nach Stunden und nachdem diese Fahrzeuge in Position gebracht wurden, dann bin ich vieles, aber nicht friedlicher Demonstrant.
Auch ein Wasserwerfer hat mehr als einen Betriebsmodus. Eine Eskalation von "aus" auf "mitten in die Fresse rein" ist nichts weiter als ein Manöver, dass gezielt Körperverletzungen herbeiführen soll. Ggf. nicht zu heftige, dass gestehe ich den nie-zur-Verantwortung-gezogenen zu, aber wer nur eine Menge auseinandertreiben möchte, kann diese zunächst indirekt beregnen (gerade bei dem damaligen kalten Wetter sehr wirkungsvoll) und dann erstmal auf Hüfthöhe und tiefer loslegen. Insbesondere kann er sich auf die vorderen Reihen konzentrieren, denn die von dir beschriebenen Spucker und Schimpfer stehen für gewöhnlich nicht 20 m weiter hinten, wo meiner Erinnerung nach der erblindete erwischt wurde.
Davon abgesehen braucht eine gewaltsame Demonstrationsauflösung auch ein Bisschen mehr Anlass als "die Polizei hat keinen Bock mehr und das mehrere Stunden vorher mitgeteilt". Andernorts wurden Demonstranten umgekehrt auch schon mehrere Stunden eingekesselt, in beiden Fällen zum überwiegenden Teil Leute die keinerlei Gewalt gegen Polizisten ausgeübt haben. Hier wird schlichtweg polizeiliche Willkür angewandt und politische Meinungsäußerung so unangenehm wie möglich zu machen und dadurch zu unterbinden. Rechtsstaat geht anders.
Und, das sollte man an der Stelle vielleicht mal sagen: Mehr Respekt braucht man sich dann beim nächsten Mal auch nicht zu erbitten. Auge für Auge ist ein Scheiß Grundsatz, aber wenn die eigenen Rechte von Polizisten mit Füßen getreten werden, reagieren einige leider immer damit, dass sie ab sofort die Rechte von Polizisten mit Füßen treten. Und da die Polizei nunmal naturgemäß immer mehrere tausend Menschen gleichzeitig drangsaliert und hinterher auch noch als Held feiern lassen möchte, kommen schnell ein paar gewaltbereite Arschlöcher zuviel zusammen.