AW: Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte
Recht ist schon normalerweise keine Verhandlungssache und definitiv nicht im öffentlichen Raum. Da die Polizei für die Durchsetzung von Recht und Ordnung nicht nur zuständig, sondern auch als einzige berechtigt ist, ergibt sich umgekehrt also zum Schutz der Bürger automatisch, dass es keine generell polizeifreien Räume geben darf. Da müsste einem eher das Gegenteil sorgen machen.
Hier muss man, denke ich, unterscheiden zwischen Örtlichkeiten, an denen die Polizei nicht sein muss und solchen, wo sie sich nicht blicken lassen darf/will/kann.
Kurz, was es nicht geben darf, sind No-Go-Areas für Polizeibeamte. Sie müssen überall sein *können*, um ihre Aufgabe wahrzunehmen. Aber sie müssen nicht überall sein.
In diesem Fall meine ich aber aus dem Kontext sowie aus ähnlich gelagerten Fällen herauszulesen, dass "nicht polizeifrei" nicht immer die ideale Bedeutung hat.
Es steht nicht in jeder beschaulichen Einfamilienhaussiedlung eine Doppelstreife mit Maschinenpistolen unter jeder Laterne, nur damit pro forma die Präzenz stimmt.
Es gibt Ortschaften, an denen man eine halbe Stunde warten muss, bis man erfährt, dass die Polizei erst am Folgetag jemanden vorbeischicken kann, weil die anderthalb im Dienst befindlichen - Verzeihung - Dorfsheriffs gerade anderswo tätig sind, deren einziges Fahrzeug defekt ist oder zufällig gerade Fußball läuft (leider kein Witz).
Es gibt Bereiche, in die sich die Polizei nicht hinein traut - außer in Mannschaftsstärke und voller Montur, obwohl es womöglich gerade dort sinnvoll wäre, durch ständige, aber moderate Präsenz Vertrauen zu erzeugen.
Kurz, die Aufgabe der Polizei ist die Wahrung von Recht und Ordnung. Sprich, sie muss dort Präsenz zeigen, wo Recht und Ordnung tatsächlich gefährdet sind und zwar in jeweils verhältnismäßigen Umfang.