ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
AW: Sinkendes Vertrauen in Sicherheitskräfte
Lesen, verstehen, Fresse halten:
Straftat – Wikipedia
Straftaeter – Wikipedia
Wir haben in Deutschland das restriktivste Einwanderungsgesetz überhaupt: Gar keins. Es gibt ein paar Sonderregelungen für Fachkräfte und Vermögende, aber sonst ist eine Einwanderung nach Deutschland überhaupt nur für EU-Bürger im Rahmen der Freizügigkeit möglich. Das ist ja immer der Gag, wenn CSU und AFD nach einem Einwanderungsgesetz schreien - damit fordern sie explizit die Schaffung einer zusätzlichen Form des Zugzuges.
Was wir haben: Ein formell mit allen Mitteln des Rechtsstaates ausgestattetes Asyl- und Flüchtlingsrecht, dass auch "im Zweifel für den Angeklagten" ausgelegt wird (obwohl in der ersten Runde niemand klagt und in der zweiten Runde der Flüchtling die Klage gegen den Bescheid erhebt
). Und bezüglich der Bleibeperspektive bin ich auch voll bei dir (auch wenn ich aufgrund der enormen Probleme Abschiebungen nicht annähernd so hoch priorisiere, da beschäftigt man am Ende Beamte im Wert von 10000 €/Monat um Unterbringungskosten von 1000€/Monat einzusparen), deswegen sagte ich ja, dass sich die Berliner Politik schleunigst einig werden soll, was sie denn eigentlich will. (Eigentlich sollte es die Bundespolitik. Das bei der Versorgung von Flüchtlingen so viel Ländersache ist, ist ein Unding. Per Definition gibt es da nichts, was eine bundeslandesspezifische Behandlung rechtfertigen würde, eigentlich ist das EU- wenn nicht sogar UN-Angelegenheit)
Aber darum geht es hier nicht. Das ist nicht der Thread "Asyl und Flüchtlingsrechte in Deutschland". Das hier ist der Thread "Vertrauen in Sicherheitskräfte". Und es ist per Definition das Ende des Rechtsstaates, wenn Polizisten anfangen, Gesetze und Zielsetzungen zu Interpretieren. Polizisten sind Exekutive, die haben auszuführen. Die einzige Ausnahme sind verfassungwidrige Befehle. Aber ansonsten ist es gemäß unserer Gewaltenteilung die Aufgabe von Politik und Justiz, Ziel und Rahmen eines Polizeieinsatzes festzulegen. Und hier hat die zuständige Politik klar gesagt "du kommst in meine Aufnahmeeinrichtung nicht rein" und die Justiz sagt ganz klar "betreten einer Wohnung ohne Durchsuchungsbefehl ist illegal". Damit wäre der Einsatz für jeden verfassungstreuen Polizist beendet gewesen. PUNKT
Ob du, ich oder der Polizist, wenn er nach Dienstschluss zum normalen Bürger wird, die Abschiebung gut oder schlecht finden, steht beim Einsatz nicht zur Debatte und darf auch nicht zur Debatte stehen, denn es ist nicht Aufgabe des im Dienst befindlichen Polizisten darüber zu debattieren.
Eben. Die Polizei hat schon verdammt weitreichende Kompetenzen. So weitreichend, dass regelmäßig erhebliche Diskrepanzen in deren Ausübung gegenüber unterschiedlichen politische Gruppierungen zu beobachten ist. Oder anders gesagt: An Stelle strikter Vorgaben, was an Recht und Ordnung durchzusetzen ist, hat die Polizei schon heute soviel Freiheiten, dass sie Willkür verbreitet. Das ist höchst ungerecht und in meinen Augen die größte Gefahr für die gesellschaftliche Ordnung überhaupt, denn eine willkürlich handelnde Institution hat keinerlei Autorität mehr und stellt eine Gefahr für die Bürger dar, gleichzeitig haben wir aber keine zweite Institution, die die öffentliche Ordnung schützen könnte. Vergrößert man den Spielraum weiter, ohne die bestehende Probleme zu beheben (bislang werden sie nicht einmal anerkannt), verschlimmert man diese Lage nur noch.
Es ist vielerorts bekannt, dass Straftaten stattfinden - zeig mal einen Fahrraddiebstahl an, könntest du ebensogut an der nächsten Papiertonne abgeben. Oder teilweise an Mordversuch grenzende Fahrmanöver im Straßenverkehr, wenn kein Videobeweis existiert (dessen Anfertigung illegal ist). Diverse Formen von Umweltverschmutzung, zwischenmenschliche Gewalt und Volksverhetzung bis zu einem gewissen Ausmaß und sowieso fast alles, was online möglich ist - eine enorme Menge an Straftaten ist in Deutschland praktisch straffrei, da sind die paar Dealer das kleinste Problem (auch wenn man sie als Einstiegsweg zur organisierten Kriminalität nicht vernachlässigen sollte).
Aber daran ändern Radpanzer, Handgranaten, Spionagewerkzeuge, Freigaben für Rechtsverstöße im Amt und willkürliche Grundrechtseinschränkungen rein gar nichts. Genau das und nur das wird aber mit verschärften Polizeigesetzen umgesetzt. Um den Dealer im Park festzunehmen brauchst du keine permanente Online-Überwachung ohne Verdachtsmomente, keine automatische Gesichtserkennung an Bahnhöfen, keine Maschinenpistolen und auch keine Dauerinhaftierung ohne Urteil. Dafür brauchst du 3-4 sportliche Beamte, einen der bevorzugt nicht ganz wie ein Klischee-Kiffer aussieht, vielleicht noch eine Videokamera und einen Abend Dienstzeit.
Spezifische Hinweise auf Verkehrspolizei konnte ich bei den von mir im Verkehr beobachteten polizeilichen Fehlverhalten nicht bemerken. (Gibts die irgendwo noch in eindeutig abgegrenzter Form?) Das war ganz banale ich-hab-nen-Einsatzwagen-und-Appetit-auf-Kaffee-beim-Bäcker-soll-der-Radfahrer-sich-doch-unter-den-Laster-schmeißen-Polizei. Die Ahnundung vieler Delikte im Verkehrsbereich fällt ja schon unter Ordnungsamt und wird gar nicht mehr von der regulären Polizei wahrgenommen (was mir auch egal ist, Sicherheitskräfte soll der Staat einteilen, wie er will) - oder eben meist eher nicht und gar keiner kümmert sich drum. Man kann 10 Jahre in Deutschland leben, ohne einmal irgend eine negative Erfahrung mit einem Asylbewerber zu haben, aber kann keine 10 Minuten auf der Autobahn fahren, ohne entweder in gefährlicher Weise bedrängt oder in gefährlicher weise behindert/geschnitten zu werden. (bewusst lächerliches Beispiel. Es gäbe dutzende härtere.) Aber welches von beiden Problemen wird von den Law&Order-Parteien als das einzig dringende/störende behandelt?
Genau die gleiche Geschichte wie bei Straftätern...
Lesen, verstehen, Fresse halten:
Straftat – Wikipedia
Straftaeter – Wikipedia
Es ist nicht so, dass wir hier in Deutschland ein außergewöhnlich hartes Einwanderungsrecht haben. Es ist eher eines der liberalsten Einwanderungsgesetze weltweit, welches einem auch angemessenen Rechtsbeistand im Streitfall zusichert.
Wer trotz Ausschöpfen der rechtlichen Mittel keine Bleibeperspektive hat, hat hier nichts mehr verloren.
Wir haben in Deutschland das restriktivste Einwanderungsgesetz überhaupt: Gar keins. Es gibt ein paar Sonderregelungen für Fachkräfte und Vermögende, aber sonst ist eine Einwanderung nach Deutschland überhaupt nur für EU-Bürger im Rahmen der Freizügigkeit möglich. Das ist ja immer der Gag, wenn CSU und AFD nach einem Einwanderungsgesetz schreien - damit fordern sie explizit die Schaffung einer zusätzlichen Form des Zugzuges.
Was wir haben: Ein formell mit allen Mitteln des Rechtsstaates ausgestattetes Asyl- und Flüchtlingsrecht, dass auch "im Zweifel für den Angeklagten" ausgelegt wird (obwohl in der ersten Runde niemand klagt und in der zweiten Runde der Flüchtling die Klage gegen den Bescheid erhebt
). Und bezüglich der Bleibeperspektive bin ich auch voll bei dir (auch wenn ich aufgrund der enormen Probleme Abschiebungen nicht annähernd so hoch priorisiere, da beschäftigt man am Ende Beamte im Wert von 10000 €/Monat um Unterbringungskosten von 1000€/Monat einzusparen), deswegen sagte ich ja, dass sich die Berliner Politik schleunigst einig werden soll, was sie denn eigentlich will. (Eigentlich sollte es die Bundespolitik. Das bei der Versorgung von Flüchtlingen so viel Ländersache ist, ist ein Unding. Per Definition gibt es da nichts, was eine bundeslandesspezifische Behandlung rechtfertigen würde, eigentlich ist das EU- wenn nicht sogar UN-Angelegenheit)Aber darum geht es hier nicht. Das ist nicht der Thread "Asyl und Flüchtlingsrechte in Deutschland". Das hier ist der Thread "Vertrauen in Sicherheitskräfte". Und es ist per Definition das Ende des Rechtsstaates, wenn Polizisten anfangen, Gesetze und Zielsetzungen zu Interpretieren. Polizisten sind Exekutive, die haben auszuführen. Die einzige Ausnahme sind verfassungwidrige Befehle. Aber ansonsten ist es gemäß unserer Gewaltenteilung die Aufgabe von Politik und Justiz, Ziel und Rahmen eines Polizeieinsatzes festzulegen. Und hier hat die zuständige Politik klar gesagt "du kommst in meine Aufnahmeeinrichtung nicht rein" und die Justiz sagt ganz klar "betreten einer Wohnung ohne Durchsuchungsbefehl ist illegal". Damit wäre der Einsatz für jeden verfassungstreuen Polizist beendet gewesen. PUNKT
Ob du, ich oder der Polizist, wenn er nach Dienstschluss zum normalen Bürger wird, die Abschiebung gut oder schlecht finden, steht beim Einsatz nicht zur Debatte und darf auch nicht zur Debatte stehen, denn es ist nicht Aufgabe des im Dienst befindlichen Polizisten darüber zu debattieren.
Die Polizei braucht eben auch entsprechende Kompetenzen. Gut, eigentlich hat sie die schon
Eben. Die Polizei hat schon verdammt weitreichende Kompetenzen. So weitreichend, dass regelmäßig erhebliche Diskrepanzen in deren Ausübung gegenüber unterschiedlichen politische Gruppierungen zu beobachten ist. Oder anders gesagt: An Stelle strikter Vorgaben, was an Recht und Ordnung durchzusetzen ist, hat die Polizei schon heute soviel Freiheiten, dass sie Willkür verbreitet. Das ist höchst ungerecht und in meinen Augen die größte Gefahr für die gesellschaftliche Ordnung überhaupt, denn eine willkürlich handelnde Institution hat keinerlei Autorität mehr und stellt eine Gefahr für die Bürger dar, gleichzeitig haben wir aber keine zweite Institution, die die öffentliche Ordnung schützen könnte. Vergrößert man den Spielraum weiter, ohne die bestehende Probleme zu beheben (bislang werden sie nicht einmal anerkannt), verschlimmert man diese Lage nur noch.
Wie sehr die Polizei auch noch anderweitig durch bürokratische Hürden und fehlenden politischen Willen behindert wird sieht man doch an der Aktion hier in Berlin mit dem Görlitzer Park, wo man sich sogar schon gezwungen sah Markierungen für Standplätze für Drogendealer auf den Boden zu sprühen, damit die Passanten wenigstens halbwegs störungsfrei den Park passieren können. Da ist eindeutig bekannt dass Straftaten stattfinden - und sie werden ignoriert.
Es ist vielerorts bekannt, dass Straftaten stattfinden - zeig mal einen Fahrraddiebstahl an, könntest du ebensogut an der nächsten Papiertonne abgeben. Oder teilweise an Mordversuch grenzende Fahrmanöver im Straßenverkehr, wenn kein Videobeweis existiert (dessen Anfertigung illegal ist). Diverse Formen von Umweltverschmutzung, zwischenmenschliche Gewalt und Volksverhetzung bis zu einem gewissen Ausmaß und sowieso fast alles, was online möglich ist - eine enorme Menge an Straftaten ist in Deutschland praktisch straffrei, da sind die paar Dealer das kleinste Problem (auch wenn man sie als Einstiegsweg zur organisierten Kriminalität nicht vernachlässigen sollte).
Aber daran ändern Radpanzer, Handgranaten, Spionagewerkzeuge, Freigaben für Rechtsverstöße im Amt und willkürliche Grundrechtseinschränkungen rein gar nichts. Genau das und nur das wird aber mit verschärften Polizeigesetzen umgesetzt. Um den Dealer im Park festzunehmen brauchst du keine permanente Online-Überwachung ohne Verdachtsmomente, keine automatische Gesichtserkennung an Bahnhöfen, keine Maschinenpistolen und auch keine Dauerinhaftierung ohne Urteil. Dafür brauchst du 3-4 sportliche Beamte, einen der bevorzugt nicht ganz wie ein Klischee-Kiffer aussieht, vielleicht noch eine Videokamera und einen Abend Dienstzeit.
Da ist die mangelhafte Ausstattung der Verkehrspolizei (die es in dem Sinne ja nicht mehr gibt - Hier in Berlin auch ein Ergebnis des Rot-Roten Sparzwanges, indem man die Verkehrspolizei ersatzlos in die normale Schutzpolizei migriert hat - natürlich mit Personalabbau...) bzw. der mit verkehrspolizeilichen Aufgaben betrauten Beamten noch echt das geringste Problem.
Spezifische Hinweise auf Verkehrspolizei konnte ich bei den von mir im Verkehr beobachteten polizeilichen Fehlverhalten nicht bemerken. (Gibts die irgendwo noch in eindeutig abgegrenzter Form?) Das war ganz banale ich-hab-nen-Einsatzwagen-und-Appetit-auf-Kaffee-beim-Bäcker-soll-der-Radfahrer-sich-doch-unter-den-Laster-schmeißen-Polizei. Die Ahnundung vieler Delikte im Verkehrsbereich fällt ja schon unter Ordnungsamt und wird gar nicht mehr von der regulären Polizei wahrgenommen (was mir auch egal ist, Sicherheitskräfte soll der Staat einteilen, wie er will) - oder eben meist eher nicht und gar keiner kümmert sich drum. Man kann 10 Jahre in Deutschland leben, ohne einmal irgend eine negative Erfahrung mit einem Asylbewerber zu haben, aber kann keine 10 Minuten auf der Autobahn fahren, ohne entweder in gefährlicher Weise bedrängt oder in gefährlicher weise behindert/geschnitten zu werden. (bewusst lächerliches Beispiel. Es gäbe dutzende härtere.) Aber welches von beiden Problemen wird von den Law&Order-Parteien als das einzig dringende/störende behandelt?
). 
), für die Allgemeinheit ausschließlich finanzielle Schäden, fallen also schonmal nicht in Prioritätskategorie A. Und weil effektive, die Rechtsstaatlichkeit wahrende Änderungen im Umgang mit Flüchtlingen so schweine teuer wären, fallen sie in meinen Augen auch nicht in Kategorie B. Bei z.B. Steuerhinterziehung haben wir ebenfalls massiven Nachholbedarf und Fortschritte hier würden sowohl mehr Gerechtigkeit bringen als auch die finanzielle Belastung der Allgemeinheit reduzieren. Asylmissbrauch effektiver zu bekämpfen würde auch mehr Gerechtigkeit bringen, aber eher noch mehr kosten.