Bei uns in D gibt es die Sache mit Verhältnismäßigkeit beim Einsatz der Waffe.
Korrekt. Gefahr für Leib und Leben erlaubt den Einsatz der Schusswaffe. Leider ist es schlecht geregelt ab wann diese Gefahr besteht.
Bei der Wache beim Militär war ich mit einer P1 ausgestattet. Ich hatte den Befehl, jeden, der nicht auf zweimaligen Zuruf reagierte, erst mit einem Warnschuss in die Luft und dann mit einem gezielten Schuss zu stoppen.
Auch richtig. Beim gezielten Schuss sage ich aber immer wieder, rückblickend auf meine Schießübungen, das ein gezielter Schuss beim Schnellschießen schwer umzusetzen ist. Und gerade dies wurde regelmäßig im Objektschutz geübt. Und die Personenscheibe hat sich nicht unvorhersehbar bewegt.
Zu den mehrmaligen Treffern kann ich nix sagen da ich nicht weiß wie die Polizei dort ausbildet.
Uns wurde deutlich gemacht, dass wir nicht mit dem Ziel zu töten schießen dürfen und wir mit einem strafrechtlichen Verfahren konfrontiert würden, wenn wir, selbst bei vermeintlicher Selbstverteidigung, einen Menschen töten würden.
Korrekt und richtig so. Dennoch bedeutet ein tödlicher Schuss nicht die Absicht zu töten. Auch bei einem Torsotreffer, der explizit bei der Bundeswehr trainiert wird, ist das Sterberisiko enorm. Jeder der einmal geschossen hat wird wissen das ein gezielter Schuss auf Extremitäten bei einem bewegten Ziel mehr mit Glück als Ausbildung zutun hat.
Zu Glück hat man mit der P1 nur töten können, wenn man das Teil jemandem hinterherwarf und ihn am Kopf traf.
Gott sei Dank hat sich da nicht viel geändert. Kommentar meines Ausbilder bei der P8:" Die Munition ist dafür da das Ziel einzukreisen, danach werft ihr die Waffe um zu treffen."
Und nun sage mir: In welcher Konstellation ist es tragbar, dass man einem Menschen mehrmals von hinten in den Rücken schießt, um ihn zu stoppen?
1. Ausbildung: Ohne es zu wissen ggf werden Polizisten auf mehrfach treffer geschult. Kann ich mir kaum vorstellen aber möglich. 2. Affekt: Stresssituationen setzen auch die beste Ausbildung ausser Kraft. Man betätigt öfters den Abzug als erlernt. 3. Affekt²: Um das Leben eines Kollegen/Kameraden zu schützen überreagiert man. Ist keine Entschuldigung aber vermenschlicht das Geschehene.
Doch, irgendwie schon, denn dafür gehen Polizisten schließlich regelmäßig zum Schießtraining und absolvieren entsprechende Übungen.
Ach bitte, du warst Soldat, du hast eine verdammt gute Ausbildung erhalten. Gerade deswegen muss dir doch bewusst sein das, dass erlernte nicht die Realität widerspiegelt. Ich bin am G36, P8 und MG3 ausgebildet. Ich behaupte ganz dreist das ich auch jetzt, nach 19 Jahren Zivilleben, die Standard-Schießübungen der Bundeswehr absolvieren kann. Ob ich in einer Stresssituationen einen sauberen Treffer auf ein bewegtes Ziel landen kann? Hoffentlich finde ich das nie heraus.