Religionsfreiheit Minderjähriger?

AW: Religionsfreiheit Minderjähriger?

Jeder Geburtstag wird gefeiert. Die Geburt aber nicht.

Du hast doch Kinder wie du oben erwähnt hast... und du hast ihre Geburt nicht gefeiert? Die Väter die ich kenne waren 3 Tage nach der Geburt ihres Kindes noch immer nicht völlig erholt. :P

Ich weiß ja schon was du meinst (denke ich): Feier in Gesellschaft zur Aufnahme des Kindes? Ich glaube schon, dass das so getan wird unabhängig von der Religion. In meinem Bekanntenkreis ists jedenfalls wenns mal vorkommt immer eine Mordsparty wenn ein Kind auf die Welt kommt. :)
 
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Genitalbeschneidung bei Mädchen ist aber ein Extremfall, der selbst damit nichts zu tun hat. Diese Praxis findet sich relativ konzentriert in einigen Regionen Ostafrikas mit vorherrschend muslimischen Glauben. Sie resultiert aber aus älteren Stammesriten der Gegend und hat rein gar nichts mit dem Islam zu tun. (Allenfalls als abscheuliche Umsetzung des Verbotes von Sex vor der Ehe - aber das gibts ja auch im Christentum)
Es wird afaik nicht einmal mit islamischen Schriften begründet und es gibt mehr als genug Islamgelehrte, die diese Untat als klaren Verstoß sehen. Aber es gibt eben keine islamische Kirche, die das durchsetzen könnte. (Wobei ich, wenn ich mir angucke, auf wieviel Granit Hilfsorganisiationen da beißen, auch nicht annehmen würde, dass die katholische Kirche da viel erreicht hätte. Wären Missionare erfolgreicher gewesen und die Region heute christlich, würde man diese Praktik wohl mit dem Christentum assoziieren...)

Ich glaube nicht dass wenn die Menschen dort christlich erzogen wurden also eben statt Muslime Christen sind dass es dann dort noch Beschneidungen von Mädchen gäbe. Es gibt viel Ecke in Afrika wo Christen missioniert haben und die Menschen dort eben Christen geworden sind -- über viele hundert Jahre lang -- und dort ist mir kein einziger Fall bekannt wo Mädchen beschnitten werden.

Allerdings weiß ich nicht ob du das Thema Bescheidung von Mädchen in den selben Thread haben möchtest oder ob es sinnvoller wäre dafür einen extra Thread aufzumachen.
Sofern Diskussionsbedarf gibt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen dass es irgendeiner positiv wertet dass es derartige Praktiken noch in der Welt gibt.

Du hast doch Kinder wie du oben erwähnt hast... und du hast ihre Geburt nicht gefeiert? Die Väter die ich kenne waren 3 Tage nach der Geburt ihres Kindes noch immer nicht völlig erholt. :P

Ich weiß ja schon was du meinst (denke ich): Feier in Gesellschaft zur Aufnahme des Kindes? Ich glaube schon, dass das so getan wird unabhängig von der Religion. In meinem Bekanntenkreis ists jedenfalls wenns mal vorkommt immer eine Mordsparty wenn ein Kind auf die Welt kommt. :)

Wir haben die Geburt unserer Kinder gefeiert. Eben anstelle einer Taufe. Es gab Geschenke und beste Wünsche. Das ganze ohne Wasser, Kirche und Priester. Mir hat jedenfalls nichts gefehlt.
 
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Naja, der Filter ist merkwürdig, kürzlich hat sich jemand mit Titeln verschrieben, heraus kamen Titten. Was zu lesen war. Wenn ich aber analysieren trenne wird dies zensiert.:ugly:

Edit: Immer noch zu lesen ist!
Das war glaub ich ich, es waren allerdings keine 2 t drinnen nur eins, ein anderer User hat dann den "Rechtschreibfehler" verbessert und heraus kamen Titten;)

B2T: Ich bin auch der Meinung, dass Eltern die Religion nicht vorbestimmen dürfen. Die Gesellschaft ist aber auch extrem christlich geprägt, vor allem in Bayern. Ich als nicht getaufter wurde dann in der Schule von Mitschülern etc schon mal so angesprochen, als sie erfuhren das ich nicht getauft bin: Was, du bist nicht getauft?!?!?!
Man wurde zwar nicht diskriminiert etc, aber die Tatsache, dass dies zu Verwunderung führt sollte einem irgendwie zu Denken geben.
 
Klar wenn deine Religion vorbestimmt wird ist das nicht das Gelbe vom Ei. Andererseits aber, in einem Alter wo du dann genug selbst bestimmen darfst, sag jetzt mal auch pubertäre Phase, ist die eh alles Egal.
 
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Du hast doch Kinder wie du oben erwähnt hast... und du hast ihre Geburt nicht gefeiert? Die Väter die ich kenne waren 3 Tage nach der Geburt ihres Kindes noch immer nicht völlig erholt. :P

Ich weiß ja schon was du meinst (denke ich): Feier in Gesellschaft zur Aufnahme des Kindes? Ich glaube schon, dass das so getan wird unabhängig von der Religion. In meinem Bekanntenkreis ists jedenfalls wenns mal vorkommt immer eine Mordsparty wenn ein Kind auf die Welt kommt. :)

Man könnte die Taufe ja auch verschieben und das Kind entscheiden lassen ob es die Sektpulle an den Kopf will ( könnte jetzt auch eine andere Taufe sein ).
 
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Du hast doch Kinder wie du oben erwähnt hast... und du hast ihre Geburt nicht gefeiert? Die Väter die ich kenne waren 3 Tage nach der Geburt ihres Kindes noch immer nicht völlig erholt. :P

Ich kenn welche, die wirkten 3 Jahre später noch ziemlich fertig :ugly:


Ich glaube nicht dass wenn die Menschen dort christlich erzogen wurden also eben statt Muslime Christen sind dass es dann dort noch Beschneidungen von Mädchen gäbe. Es gibt viel Ecke in Afrika wo Christen missioniert haben und die Menschen dort eben Christen geworden sind -- über viele hundert Jahre lang -- und dort ist mir kein einziger Fall bekannt wo Mädchen beschnitten werden.

Aber vermutlich auch kein Fall aus der Zeit vor der Missionierung ;)
Das ist es doch worauf ich hinaus wollte: Man muss unterscheiden zwischen lokalen/regionalen Traditionen, die nach Annahme einer neuen Religion weiter praktiziert werden (z.T. auch wenn sie mit dieser inkompatibel sind) und dieser Religion selbst. In dem Fall ist es eindeutig eine lokale Tradition.

Allerdings weiß ich nicht ob du das Thema Bescheidung von Mädchen in den selben Thread haben möchtest oder ob es sinnvoller wäre dafür einen extra Thread aufzumachen.
Sofern Diskussionsbedarf gibt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen dass es irgendeiner positiv wertet dass es derartige Praktiken noch in der Welt gibt.

Denke nicht, dass es da viel zu diskutieren gibt.


Klar wenn deine Religion vorbestimmt wird ist das nicht das Gelbe vom Ei. Andererseits aber, in einem Alter wo du dann genug selbst bestimmen darfst, sag jetzt mal auch pubertäre Phase, ist die eh alles Egal.

Gerade eine Beschneidung wird in dem Alten den meisten alles andere als egal sein.
 
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Ich finde man sollte auch Kindern die Möglichkeit lassen über ihre Relgion frei zu entscheiden. Das heißt ehrlichgesagt das ich gegen Beschneidung und eigentlich sogar gegen eine Taufe bin.
Auf der einen Seite stehen natürlich die Traditionen die damit verloren gehen, auf der anderen Seite überwiegt für mich aber das Recht des Individuums, grade über seinen eigenen Körper.
Ich habe nichts gegen Religion, jeder kann von mir aus Glauben was er möchte. Sobald man aber aufgrund seines Glaubens einem anderen schadet, oder wie man es auch nennen möchte, finde ich hat das nichts mehr mit Religionsfreiheit zu tun.
Die eigene Freiheit hört dort auf, wo man die Freiheit eines anderen einschränkt.
 
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Hmm, Mancher mag Tradition mit der Verstümmlung von Körperteilen (und eventuell bleibenden physischen und psychischen Schäden) gleichsetzen, ich sage es ist ein Verbrechen das geahndet werden muss. Tradition endet da wo es Gesundheit, Recht, Sicherheit und Ordnung zu zerstören beginnt.

Tradition ist z.B. das Maibaum-Klauen. Tut nur denen weh die ihn falsch tragen, was in eigener Verantwortung liegt, bzw denen die es zu "doll" angefasst haben.
Tradition kann ein Ruhetag sein, wobei es kein Zwang sein soll, ruhig zu sein.
Eine Feier zu einem gewissen Tag/Ereignis/Gegebenheit.

Und wenn Verstümmlungen/Zwänge zur Religion gehören (jeglicher Eingriff am Körper oder Verzicht/Ver-Gebot das mir etwas Auferlegt zu tu oder zu unterlassen) bitte erst ab der vollen Strafmündigkeit.

Genauso ist mit Veganern/Vegetariern zu verfahren die ihre Kinder zwingen nur das zu Essen was die Eltern erlauben. Dies ist ein klarer Fall von Kindesmisshandlung. (Es gilt anzumerken das Fleisch [+Fisch+Geflügel+Milchprodukte+Eier] und tierisches Fett für die natürliche Entwicklung notwendig sind. Alles andere führt zur Unterernährung/Mangelerscheinungen/Fehlentwicklung.)

Wobei der Schutz von Ungeborenen keines Blickes gewürdigt wird. Oft genug sehe ich am Bahnhof rauchende Mütter.
 
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Research schrieb:
Lies mal meine vorherigen Posts.;)

Ja ich wollte mich halt verbessern.

Also ich bin RK getauft und habe mir im laufe der Jahre einige Sachen der Katholiken/Christen angeeignet die ich lebe andere wieder nicht. Trotz allem versuche ich ein anständiger Christ/Mensch zu sein auch ohne streng katholisch zu leben.
Wenn ich an Beschneidung denke wird mir ehrlich gesagt anders. Das wäre zum Beispiel etwas was ich nicht mitmachen würde wenn es katholisch wäre. Auch würde ich's für meine Kinder nicht wollen.
 
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Es gibt mit Sicherheit auch genug Juden die ihre Kinder nicht beschneiden lassen. Nicht jeder lebt die Religion Wort für Wort aus.
Ich kenne z.B. auch Muslime die Schweinefleisch essen.
 
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Das Grundrecht 'Glaubensfreiheit' ist ein unantastbares Menschenrecht. Die körperliche Unversehrtheit ist ein greifbares Grundrecht und deshalb antastbar, z.B. wenn Du dich gegen eine Festnahme wehrst, können entsprechende Gewaltmittel angewand werden. Die Grundrechte, betreffend des Seins unterliegen keiner Gerichtsbarkeit, alle anderen greifbaren Grundrechte sind den Menschenrechten untergeordnet. Zudem können sie durch die Rechtssprechung teilweise bis komplett eingeschränkt werden.

Ich kapier nicht was sich der Richter gedacht hat, als er über ein Menschenrecht, das keiner Gerichtbarkeit unterliegt, Recht gesprochen hat.
1. das Gesetz besteht nichtmal die erst beste Rechtsgrundlagen Prüfung und das Urteil wird der entgültige Beschluss sein.
2. der Richter wird wahrscheinlich zum Staatsanwalt degradiert, weil man ihm max. nur noch beantragte Urteile zutraut.
 
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2. der Richter wird wahrscheinlich zum Staatsanwalt degradiert, weil man ihm max. nur noch beantragte Urteile zutraut.

Das würde ich mal gerne sehen passiert aber nicht :ugly:
 
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@ AchtBit:
Es geht hier aber nicht nur um Religionsfreiheit gegen Recht auf körperliche Unversehrtheit, sondern um Mündigkeit und Religionszwang. Wenn ein Volljähriger sich aus religiösen Gründen beschneiden lassen will, dann ist das ja auch kein Thema, bei Minderjährigen sieht die Sache aber anders aus.

Das ist nicht spezifisch für Muslime oder Juden. Andere monotheistische Religionen haben auch ein massives Problem mit jedem, der behauptet, es gäbe einen anderen Gott - das liegt nunmal im Selbstverständniss einer Religion.
Religion und Toleranz gehen ohnehin nicht Hand in Hand, die beißen sich.
Das würde ich so nicht sagen. In jeder größeren Religion gibt es extremere und gemäßigtere Bewegungen. Eine Religion, die nur extrem eingestellt ist, ist für mich eher eine Sekte.
Nur weil die Führung der entsprechenden Religion sich für die Vertreter der einzigen Wahrheit halten heißt das ja auch noch nicht, dass jeder mit dem Glauben an den selben Gott das genauso sieht und die Religion genauso auslegt.
 
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Das ganze sehe ich eher als Machtkampf gegen die säkularisierte Welt. Nichgläubige mache mittlerweile den 4. Rang der "Weltreligionen". Nochmal halb so viele und sie sind auf Platz 1.

In DE sind ca. 45% Christen, 25% Andersgläubige und 25% Atheisten. Und die Zahl Letzterer wächst.Weltweit. Feinde,sorgen für Zusammenhalt. So wird die auch hier laufen.

Niemand will ihrer Religion oder ihnen schaden, nur das sie sich an die aktuellen Gesetze und Realität (Menschenrechte, wissenschaftliche Erkenntnisse und Sanitäranlagen) anpassen. (Dazu gibt es im Islam sogar die Erlaubnis dazu sich der Kultur des Landes anzupassen in dem man lebt und die des Koran auszusetzen. Wie z.B. 5x Beten, Fasten...)
 
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In DE sind ca. 45% Christen, 25% Andersgläubige und 25% Atheisten. Und die Zahl Letzterer wächst.Weltweit. Feinde,sorgen für Zusammenhalt. So wird die auch hier laufen.

Auf dem Papier sinds vllt. 45% Christen :D

@Uter

Religion und Toleranz gehen einfach nicht. Vorallem der Islam hat ja eine starke abneigung gegenueber den Christen, was in Europa vllt. nicht so stark zu sehen ist.
 
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Auf dem Papier sinds vllt. 45% Christen :D

@Uter

Religion und Toleranz gehen einfach nicht. Vorallem der Islam hat ja eine starke abneigung gegenueber den Christen, was in Europa vllt. nicht so stark zu sehen ist.

Für mich als Atheisten ist es schwer nachvollziehbar wie man wirklich an einen "Gott" glauben kann.. ich weiss manchmal nicht ob die Leute das wirklich ernst meinen oder nicht. Ob sie das als Lebenseinstellung betrachten oder wirklich an einen alten Mann mit weissem Bart glauben:ugly:

Ich für mich Glaube an mich selbst und an das Gute in Menschen.. Ich denke unsere Existenz ist lediglich ein Zufall irgendeines Vorgangs welcher für unser Gehirn nicht nachvollziehbar ist. Hätte es nur Adam und Eva gegeben hätten wir ja auch alle die gleiche DNS oder gleiche Hautfarbe etc... Ausserdem gibt es für keinen Gott auch nur irgendeinen Fakt, nichtmal ein Indiz ..
Auf das Ganze Universum gesehen sind wir doch von keiner Relevanz..

Soll jeder Glauben was er will. Aber wenn Krieg durch Religionen entsteht finde ich das ziemlich traurig und bescheuert..

mMn sollte jeder selbst über seinen Glauben entscheiden können, ich finde es falsch in der Schule Religionsunterricht zu halten. Auch sollte man sich gegenseitig respektieren.
 
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AW: Religionsfreiheit Minderjähriger?

Das Grundrecht 'Glaubensfreiheit' ist ein unantastbares Menschenrecht. Die körperliche Unversehrtheit ist ein greifbares Grundrecht und deshalb antastbar, z.B. wenn Du dich gegen eine Festnahme wehrst, können entsprechende Gewaltmittel angewand werden. Die Grundrechte, betreffend des Seins unterliegen keiner Gerichtsbarkeit, alle anderen greifbaren Grundrechte sind den Menschenrechten untergeordnet. Zudem können sie durch die Rechtssprechung teilweise bis komplett eingeschränkt werden.

Ich kapier nicht was sich der Richter gedacht hat, als er über ein Menschenrecht, das keiner Gerichtbarkeit unterliegt, Recht gesprochen hat.
1. das Gesetz besteht nichtmal die erst beste Rechtsgrundlagen Prüfung und das Urteil wird der entgültige Beschluss sein.
2. der Richter wird wahrscheinlich zum Staatsanwalt degradiert, weil man ihm max. nur noch beantragte Urteile zutraut.

Die Religionsfreiheit in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist eindeutig personengebunden und es gibt in diesen auch keinerlei Revidierung durch Erziehungsparagraphen. D.h. danach hat das Kind ein Recht auf freie Religionsausübung und die Eltern haben eindeutig kein Recht, dem Kind ihre Religion oder damit verbundenen Handlungen aufzuzwingen. Sowas lässt sich (wenn überhaupt - siehe Eingangsfrage) erst über den Umweg von Vormundschaft, Erziehungsberechtigung, etc. umsetzen und damit bist du nicht mehr bei den Menschenrechten, sondern im deutschen Rechtssystem/Grundgesetz - und da steht das Recht auf körperliche Unversehrtheit eindeutig ÜBER der freien Religionsausübung. Und noch eine Stufe höher steht, dass die eigenen Rechte ihre Grenzen in den Rechten anderer (z.B. des Kindes) finden.


Das würde ich so nicht sagen. In jeder größeren Religion gibt es extremere und gemäßigtere Bewegungen. Eine Religion, die nur extrem eingestellt ist, ist für mich eher eine Sekte.
Nur weil die Führung der entsprechenden Religion sich für die Vertreter der einzigen Wahrheit halten heißt das ja auch noch nicht, dass jeder mit dem Glauben an den selben Gott das genauso sieht und die Religion genauso auslegt.

Ich persönlich richte mich bei "DER Religion" nicht nach willkürlich gelebten Auslegungen, sondern nach dem, was in den grundlegenden Texten dieser Religion steht. Und da steht nicht "es gibt auch andere Götter, respektiere deren Anhänger" und da steht auch nicht "betrachte alles, was hier steht, als Richtlinie, an die man sich nicht zwingend halten muss". Stattdessen wird da, zumindest bei Christentum und Islam, vorgeschrieben, dass der gute Gläubige sich darum bemühen soll, die anderen "Ungläubigen" zu bekehren und es wird vielfach darauf hingewiesen, dass sein Glaube der einzig wahre ist.

Es ist schön, wenn moderne "Gläubige" diesen Schmarn einfach ignorieren und Tolleranz leben. Aber sie sind dann imho nicht tollerant im Rahmen ihrer Religion, sondern tollerant ENTGEGEN ihrer Religion. Nicht umsonst spricht man von orthodox und moderat: Entweder man hält sich an die wahre Lehre, oder man tut dies in Teilen nicht.
 
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