Test RAM OC anhand eines 5800x3D. Was bringt es?

Jaffech

Community-Legende
(Update 26.06: Benchmarks ohne CO beim 5800x3D 3800 MT/s Setting)
(Update 30.06: Benchmarks in UHD mit dem 5800x3D, neues Kapitel IV. b und V. b)
(Update 04.07: Benchmarks mit FPS Limit, neues Kapitel IV. c und Anpassung vom Fazit)

Grüße euch liebe Gamer, Bencher und HW-Enthusiasten.


I. Einleitung
Da sich das Gerücht hartnäckig hält, eine Ryzen x3D CPU profitiere nicht oder kaum von RAM OC, möchte ich die Gelegenheit nutzen um meinen Wechsel vom 5900X auf den 5800x3D zu beschreiben inkl. vieler Benchmarks und RAM-Settings.

Dass RAM OC bei x3Ds tatsächlich etwas bringt, konnte @PCGH_Dave in dem DDR5 RAM OC Artikel in Heft 05/24 (Plus Artikel) welcher in Kooperation mit @Darkearth27 und mir entstand, bereits beweisen. Leider musste ich vor kurzem lesen, dass das ja nur für AM5 gelte und man einen 5800x3D auch mit 2133 MT/s betreiben könne und nur kaum Leistung verliere. Dies möchte ich widerlegen.


II. Vorwort:
Was man an dieser Stelle beachten muss ist die Tatsache, dass XMP öfters mal Probleme macht. XMP sollte man daher immer auf Stabilität prüfen, u.a. mit TM5 oder Karhu. Dasselbe gilt natürlich auch für manuelles RAM OC. Jetzt ist es aber wichtig zu wissen, dass manuelles RAM OC kein wochen- oder gar monatelanges herumbasteln bedeutet, wie viele „RAM OC Gegner“ es gerne behaupten – entweder weil sie nicht wahrhaben wollen wie einfach das ist, das kann @PCGH_Dave bestätigen welcher von uns „geschult“ wurde, oder weil sie schlicht keine Ahnung haben. Für viele ICs (DDR4 wie DDR5) gibt es, u.a. in unserem Discord, sogenannte „Presets“, welche in den meisten Fällen gut funktionieren. Zwei dieser Presets waren auch im DDR5 RAM OC Artikel im Heft 05/24 zu gegen. Das reicht aus um schätzungsweise 98% der maximal möglichen Leistung zu erreichen (abhängig von den ICs) – mit 5-10 Minuten Timings eintippen, falls man sich schon ein bisschen mit der Materie beschäftigt hat.
Weil wie gesagt: XMP oder Manuell ist egal, getestet werden sollte immer auf Stabilität!

Als Abgrenzungskriterium sei gesagt, dass das hier KEINE(!) RAM OC Anleitung wird.
Für sowas gibt’s schriftliche Guides von der Ryzen RAM OC Community und weiterführende Hilfe im entsprechenden RAM OC Thread bei Computerbase (wo auch die RAM OC Anleitung zu finden ist), im Ryzen Thread hier bei PCGHX oder bei uns im Discord: https://discord.gg/ramoc



III. Testmethodik und Hardware
Dazu habe ich mir 7 Spiele ausgesucht, meinen ex-5900X in zwei (RAM) Settings und den 5800x3D in drei (RAM) Settings getestet.

Die Settings sind wie folgt:
5900X: BIOS default, 3200CL16-18-18
5900X: BIOS angepasst, 3800 MT/s mit manuellen Subtimings
5800x3D: BIOS default, 2133CL16-18-18
5800x3D: BIOS default, 3200CL16-18-18
5800x3D: BIOS angepasst, 3800CL15-15-15 mit manuellen Subtimings

Oder anders gesagt:
Der 5900X wird einmal so betrieben wie es viele Budget Käufer tun und er auch spezifiziert ist, nämlich mit 3200er RAM und nichts am BIOS geändert. Zum anderen dann mit dem was maximal möglich ist, das schließt manuelle 3800 MT/s, den Curve Optimizer (per Core), Boost Override +100MHz, Anpassung der Telemetrie, PPT-Limit auf 125W (ja, der kommt mit wirklich über 125W) mit ein.
Der 5800x3D wird ebenfalls nach Spezifikation getestet, nochmal mit dem was maximal möglich ist, also manuelle 3800 MT/s und BIOS Anpassungen (Telemetrie, CO -30). Das 2133er Setting ist eine Bonusmessung zum widerlegen der o.g. Aussage.

Hinweis 1: Den erhöhten Takt durch CO (und BO beim 5900X) wurden am Ende herausgerechnet um das reine RAM OC abzubilden, siehe "V. Zusammenfassung"

Hinweis 2: Aufgrund mehrfachen Ansprechens des aktiven COs bei dem 3800er Setting sei gesagt, dass 4 der 7 getesteten Spiele beim 5800x3D keinerlei Taktvorteil durch das CO erfahren aufgrund der starken Custom Wasserkühlung. Die übrigen 3 Spiele habe ich nochmal mit dem 5800x3D im 3800 MT/s Setting ohne CO getestet. Die Ergebnisse befinden sich ganz am Ende des Tests. Habt bitte verständnis dafür, dass ich den 5900X ausgebaut habe und den Kreislauf nicht wieder auseinander bauen möchte. Die in "Hinweis 1" getätigte normalisierung sind nicht 100% akkurat. Dennoch befinden wir uns hier im Bereich von 0,2% Ungenauigkeit, während die Messtoleranz von CapFrameX 5% beträgt.


Für die Transparenz noch ZenTimings Screenshots:
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Das 3200er Setting und das 3800er Setting sind beim 5900X und 5800x3D identisch mit Ausnahme der Spannungen und Widerstände (jedes Silizium ist einzigartig, ihr wisst bescheid^^)

Das Windows 10 Pro Testsystem besteht aus:
Cuplex Cryos Next AM4 Wasserkühler
RTX4090@555.99 mit Alphacool Acryl Wasserkühler
2x16GiB S8B RAM mit 3200CL14-14-14 Binning
MSI X570S Edge Max Wifi @AGESA 1.2.0.A
2TiB Corsair MP600 Pro XT
Corsair RMx1000 PSU (2019)
MoRa420 mit 4x Noctua NF-A20.
Alphacool VPP Apex
Aquacomputer Highflow 2 Durchflussensor
Aquacomputer Quadro Steuerung
4 Temperatursensoren
Mehrere QD3 Schnellkupplungen

Der Wasserfluss wurde auf ca. 100 L/h eingestellt und die MoRa Lüfter auf 100% bei einer Raumtemperatur ca. 24-26°C.
Die 4090 wurde natürlich übertaktet auf 3030MHz und +1400 aufm VRAM im MSI AB.

Der Kreislauf funktioniert wie folgt:
MoRa -> Temp. Sensor -> GPU -> Temp. Sensor -> CPU -> Temp. Sensor -> AGB + Pumpe -> Temp. Sensor -> MoRa

Alle Tests fanden im 16:9 Bildschirmverhältnis statt. Je nach Spiel in 720p, 1080p, wahlweise mit Upscaling. So dass eben die GPU nicht limitiert

Als Spiele kommen die folgenden 7 zum Einsatz:
Cyberpunk 2077
Horizon Forbidden West
Horizon Zero Dawn
Immortals of Aveum
Ratched and Clank Rift Apart
Shadow of the Tomb Raider
Starfield

Selbstverständlich kam zum Aufzeichnen aller relevanten Daten, insbesondere die Avg FPS, P1 FPS und P0.2 FPS, das Programm CapFrameX zum Einsatz, wie es auch die PCGH Redaktion nutzt.

Für vollständige Transparenz habe ich ZIP Dateien angehängt, dort erkläre ich zu jedem Spiel wo und wie ich gebencht habe und mit welchen Settings. Außerdem darin zu finden sind die Savegames. Die CapFrameX Files sind hier verfügbar: https://capframex.com/api/SessionCollections/16a4aa95-c796-4cfd-b9d2-f414ee320b42



IV. Ergebnisse
So, kommen wir nun zum interessanten Teil, und das worauf ihr gewartet habt:
Die Benchmarks inkl. Analyse, auch in der selben Reihenfolge wie die Vorstellung der Spiele.

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Entwickelt in der RedEngine (RIP) und profitiert für gewöhnlich stark mit RAM OC. Wie man sieht: Das 2133er Setting weit abgeschlagen. Aber immerhin profitiert – moderne Engine und Streaminglast sei Dank – CP2077 sehr stark vom L3 Cache und RAM OC. Das „Transferraten Opfer Setting“ mit 2133 MT/s schlägt den stock 5900X bei den AVG FPS, ist bei den relevanten P1 und P0.2 aber nur auf Augenhöhe - ein Phänomen welches sich bis zum Ende durchziehen wird.

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Natürlich hat sich auch ein relativ neues Spiel in meinen Parkour verirrt. Zweifellos eines der hübschesten reinen Rasterspiele die es gibt. Und das merkt man auch: Die Streaminglast der Openworld, gerade im Addon, ist hoch. So bringt natürlich auch RAM OC einiges, sogar so viel, es Cyberpunkt Niveau erreicht. Dass die Mehrleistung vor allem von straffen Timings und weniger vom Takt kommt, zeigt sich am guten Abschneiden des 58x3D 2133er Settings. Die Serienleistung liegt da gerade knapp vorne, trotz deutlich höherem Takt. Wohingegen manuelle 3800 MT/s beim 58x3D sage und schreibe 22 % AVG und P1 FPS oben drauf legt. Straffe Timings sind der King in HFW.

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Weil ich einfach zu viel SSD-Speicher habe, lag noch der Vorgänger von HFW auf der Platte rum, habe ich das auch gleichmal als „Bench-Opfer“ missbraucht.
Was sehen wir hier? Das Alter macht sich bemerkbar, die Streaminglast wird von modernen Systemen problemlos gestemmt. Der 5900X gewinnt unterdurchschnittlich wenig im max. OC-Setting gegenüber dem Serienzustand und der 5800x3D gewinnt auch nicht viel hinzu bei 3800 MT/s vs. 3200 MT/s. Das 2133er Setting liegt prozentual gesehen näher am 3200er Setting als das 3200er am 3800er. Somit verhält sich der Vorgänger wie der Nachfolger: Timings schlägt Takt, also auch hier: Manuelle Anpassung der Timings sind wichtig.

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In Immortals of Aveum mit der Unreal Engine 5 zeigt der 5900X eine unterdurchschnittliche Skalierung in allen Bereichen. Während der 5800x3D bei den AVG FPS nur kaum zulegt, hauen die 1 % und insbesondere die 0,2 % lows richtig rein. Sagenhafte 17 % bei den P0.2 sind definitiv spürbar! Dass RAM OC hier etwas bringt sieht man auch am desaströsen Abschneiden des 2133er Settings: Lächerliche P0.2 FPS und diese sind sogar weit niedriger als beim stock 5900X. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich das beim benchen stark gemerkt habe, es spielte sich irgendwie „langsam und träge“ im Gegensatz sogar schon zum 3200er Setting.

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R&C ist interessant. Zuerst einmal steigert der 5900X seine FPS mit 10-14% durchschnittlich stark beim Wechsel auf das max. OC-Setting. Der 5800x3D hingegen legt kaum zu bei den AVG FPS, ehr bei den P1 und P0.2. Dasselbe Bild auch beim Blick auf das 2133er Setting: Steht der AVG FPS Counter hier ähnlich wie bei den AVG FPS, fallen die P1 und P0.2 stark ab. Die P0.2 gar auf 83 %. Wie so oft profitiert der x3D damit primär bei den Frametimes. Vergleicht man den 5900X max. OC mit dem 58x3D max. OC fällt auf, dass die AVG FPS beim 5900X etwas höher liegen, die Frametimes, insbesondere die P0.2, fallen beim 58x3D aber merklich höher aus. Tatsächlich spielt es sich mit dem 5800x3D auch angenehmer, auch wenn der 5900X minimal höhere AVG FPS ausspuckt.

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Shadow of the Tomb Raider wird ebenfalls gerne als RAM OC Benchmark angesehen. Wieso, das sieht man hier ganz gut. Man beachte die schöne auf dem Kopf stehende Pyramidenform der (blauen) Balken. Der 5900X legt rekordverdächtige 22 % AVG FPS und 25 % P0.2 FPS zu. Dennoch ist L3 Cache hier absolut bombastisch und das 58x3D 2133er schlägt selbst den max. OC 5900X. Auch ein Grund wieso RAM OC hier so stark reinschlägt, denn oft profitieren Spiele welche vom L3 Cache profitieren auch von RAM OC. Da der L3 Cache aber natürlich viele Anfragen abfängt, die ein 5900X mit seinem schnellen RAM so stark profitieren lässt, steigert sich die Performance des x3D nicht so stark. Das liegt vermutlich auch etwas am alter des Spiels und der damit verbundenen, geringeren Streaminglast. Wiedermal komplett abgeschlagen ist das 2133er Setting, welches auf 83 % bzw. 84 % P1/P0.2 FPS kommt.

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Die nächste umgedrehte Pyramide. Starfield als „modernes“ (bitte keine Kommentare dazu…^^) „Open World“ Spiel, hat natürlich entsprechend hohe Streaming Last und profitiert erwartungsgemäß daher von RAM OC und L3 Cache. Der 5900X legt mit RAM OC daher überdurchschnittlich ordentlich vor. Der 5800x3D profitiert erwartungsgemäß wieder bei den Frametimes: +6 % AVG FPS und +14 % P0.2 FPS gibt’s zu holen. Da 2133er Setting verliert natürlich wieder bei den Frametimes. Gerade einmal 77% P1 FPS gegenüber dem 3200er Setting sprechen eine eindeutige Sprache.



IV. b Benchmarks in UHD mit dem 5800x3D
Da es sich gewünscht wurde, reiche ich nun Benchmarks in UHD nach.
Dabei gibt es aber ein paar Sachen zu beachten:
1) Die Ergebnisse des 3800 MT/s, CO-30 in diesen Benches weicht leicht von denen aus dem Ursprungstest ab, da ich in den letzten Tagen bzw. 2 Wochen nochmal ein bisschen am dem Setting gearbeitet habe
2) Das 3200er Setting ist auch nicht vergleichbar, da ich das etwas nach unten angepasst habe von den Timings, weil die hier verbauten S8B ICs auf default natürlich viel straffere Timings einstellen als "wald und wiesen" ICs mit 3200CL16-18-18 Binning. Dementsprechend habe ich die Timings leicht entschärft.
3) Das 3200er Setting läuft mit CO-30 damit es nicht wieder eine Diskussion deshalb gibt.

Aus diesem Grund gibts es auch neue 720p Benchmarks und ZenTimings Screenshots:
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An der restlichen Hardware und Software wurde nichts verändert. Selbe Treiber, selbe Spiele, selbe Benchszene, selbe Settings, usw. Einzig die RAM Config wurde geändert (siehe ZT Screenshots) und beim 3200er Setting ist nun auch CO-30 aktiv. Außerdem war die Raumtemperatur etwas wärmer, da es mittlerweile auch wärmer draußen ist und natürlich die 4090 bei UHD Benches etwas mehr heizt als bei 720p Benches.
Raumtemperatur lag zwischen 27°C und 29°C.

Die Tests wurden mit einer Ausnahme alle mit DLSS Q gemacht, da dieses dem hauseigenen TAA immer überlegen ist und daher die bevorzugte und von nahzeu allen Spielern aktivierte Kantenglättung darstellt. Zudem bietet DLSS so gut wie immer mehr Details als nativ mit TAA. Also ein realistisches Szenario.

So, nun zu den Ergebnissen:
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CP2077 kommt - wie schon zuvor - mit RT Ultra zum Einsatz. Aus diesem Grund ist es auch das einzige Spiel in diesem Test, welches mit DLSS B getestet wird, da sonst selbst eine 4090 komplett untergehen würde. Pathtracing spielt man ja schließlich auch mit DLSS P und FG, zumindest in der UHD Ausgabeauflösung.
Gerade die AVG FPS und P1 FPS zeigen sich recht unbeeindruckt vom RAM OC. Die P0.2 FPS hingegen zeigen einen deutlichen Trend für das RAM OC, da liegen 10% zwischen 3200 MT/s und 3800 MT/s. Das Spiel spielt sich also angenehmer.

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Horizon Forbidden West profitiert im CPU Limit wie bekannt ist, sehr stark von RAM OC. Doch auch in UHD mit DLSS Q stehen immernoch 13% P1 und P0.2 mehr auf dem Zähler gegenüber den 15% bzw 18% P0.2 und P1. Selbst die AVG FPS liegen höher. Also hier bringt RAM OC wirklich viel.

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Im Vorgänger, HZD, bringt RAM OC selbst im reinen CPU Limit nicht allzu viel, nur ca 4% P1/P0.2. Wie aus dem vorherigen Test auch bekannt. Diese schlagen allerdings in UHD@DLSS Q durch und bieten die 4% Mehrleistung.

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Immortals of Aveum zeigt im CPU Limit eine sehr starke Skalierung mit RAM OC. Diese schlägt auch in UHD@DLSS Q absolut durch und bietet das gewohnte Leistungsplus von 24% bei den P1.

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Hier zeigt sich im CPU Limit, dass RAM OC nicht so viel bringt. Interessant ist aber die reproduzierbar deutlich schlechtere Leistung vom 3200er Setting mit DLSS Q gegenüber dem 3800er Setting. Woran das liegt kann ich nur mutmaßen. Vermutlich werden durch die höhere GPU Last mehr Daten transferiert und bearbeitet, was einen schnelleren RAM gerade bei den P0.1 spürbar besser abschneiden lässt.

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In SotTR limitiert zu 100% die GPU, selbst mit DLSS Q. Ein gutes Beispiel dafür, dass RAM OC nicht immer etwas bringt. Dennoch ist auch hier das 3800er Setting, trotz 100% "Time in GPU Limit", vor dem 3200er Setting. Wie gewohnt nicht bei den AVG und P1, aber bei den P0.2 FPS.

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Starfield ist stark CPU fordernd, besonders in Städten und natürlich der Benchszene. RAM OC schlägt hier 1:1 durch, mit ausnahme der Messungenauigkeit (CFX hat als Standard 5% Messungenauigkeit, benutzt auch PCGH).

Selbstverständlich gilt bei einem 5700x3D, dass die RAM OC Skalierung höher ausfallen wird, da die CPU selbst langsamer ist, also früher limitiert. Das lässt das RAM OC stärker durchschlagen. Das selbe gilt für alle anderen AM4 CPUs, welche alle langsamer sind als ein 5800x3D. Wie erwartet profitieren vor allem die P1 und P0.2 FPS von RAM OC, während die AVG FPS oft einbrechen. Aber erstere sind es, die entscheident für ein angenehmes Spielgefühl sind.



IV c. Benchmarks mit FPS Limit
@Dr1val hat mich darauf hingewiesen in SotTR und Horizon Zero Dawn aufgrund der hohen FPS einen Test mit FPS Limit in UHD@DLSS Q durchzuführen. Dazu sollte ich die FPS auf die P0.2 FPS des 3200er Settings limitieren. Das heißt:
1) 110 FPS bei HZD
2) 130 FPS bei SotTR
Hier die Ergebnisse, ohne AVG FPS (diese liegen am Cap), dafür mit P0.1:
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Besonders Spannend ist das Ergebnis. Tatsächlich ist ein Limitieren auf die P0.2 vom 3200er NICHT(!) dafür verantwortlich am Ende AVG = P1 = P0.2 zu erhalten.
Außerdem ist ebenfalls interessant, dass das 3800er Setting selbst hier, mit einem FPS Limit auf die niedrigen P0.2 FPS des 3200er Settings, im Vorteil ist. Bei SotTR etwas mehr, bei HZD nur homoöpatisch, aber messbar.



V. Zusammenfassung
Zusammengefasst über alle 7 Spiele ergibt sich das folgendes Bild.

Wenn der 5900X 3200CL16-18-18 die Basis (100 %) bildet, so liefert der 5900X max. OC folgende Werte:
116,4 % AVG FPS, 118,6 % P1 FPS und 117,2 % P0.2 FPS.
Normalisiert mit dem Abzug der erhöhten Taktes (3,1 %) durch CO/BO, ergibt sich:
113,3 % AVG FPS, 115,5 % P1 FPS und 114,1 % P0.2 FPS durch das RAM OC.

Beim 5800x3D 3200CL16-18-18 als 100% Marke heißt das für 3800 MT/s, CO-30 folgendes:
108,7% AVG FPS, 111,0% P1 FPS und 112,2% P0.2 FPS.
Normalisiert mit dem Abzug des erhöhten Taktes (0,5%) durch CO, ergibt sich:
108,2% AVG FPS, 110,5% P1 FPS und 111,7% P0.2 FPS durch das RAM OC.

Und völlig abgeschlagen, irgendwo im nirgendwo, gammelt das 2133er Setting:
90,7% AVG FPS, 85,7% P1 FPS und 85,0% P0.2 FPS.

Oder als Grafik:
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(es wurden für die Berechnung alle prozentualen AVG/P1/P0.2 Werte addiert und anschließend durch 7 geteilt)

V b. Zusammenfassung UHD Benches
Zusammenfassend lässt sich bei den Benches in UHD folgendes sagen:

Ist der 5800x3D 3200CL16-18-18 in 720p die 100% Marke, dann gilt in 720p für das 3800er Setting:
109,5% AVG FPS, 112,8% P1 FPS und 112,8% P0.2 FPS
Ist der 5800x3D 3200CL16-18-18 in UHD die 100% Marke, dann gilt in UHD für das 3800er Setting:
104,3% AVG FPS, 107,3% P1 FPS und 111,4% P0.2 FPS

Das ganze als Grafik:
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Dies zeigt eindeutig, dass RAM OC auch in UHD etwas bringt. Die AVG FPS brechen natürlich ein, logisch, denn die GPU ist mit UHD ordentlich gefordert. Dennoch liegt das 3800er Setting bei den AVG FPS leicht vor dem 3200er Setting. Aber die P1 FPS und insbesonderne die P0.2 machen einen gewaltigen Sprung nach vorne im 3800er Setting!



VI. Fazit
Der 5900X max. OC liegt damit auf stock Ryzen 9 7900 non-X Niveau (vgl. PCGH Leistungsindex). Die Steigerung beim 5800x3D ist im Durchschnitt – wie erwartet – nicht so ganz so hoch wie bei dem non-x3D Gegner. „Nicht vorhanden“ ist die Skalierung allerdings bei weitem nicht, gerade die P0.2 legen sehr stark zu, beinahe so stark wie beim 5900X, beide trennen nur 3%. Und gerade die AVG FPS sind es, die bei den „Tech Influencern“ gerne gezeigt werden. Die wichtigeren P1/P0.2 fallen dort meist unter den Tisch. Und genau so entstehen diese Gerüchte, die hiermit widerlegt sind.

Außerdem sei gesagt, dass man natürlich im massiven GPU-Limit (z.B. eine RTX3060 in UHD) nichts davon merken wird. Allerdings im partiellen GPU-Limit (z.B. RTX4080 in UHD) kann es vor allem die Frametimes verbessern. Interessanterweise profitiert der 58x3D gerade bei den Frametimes von RAM OC. Also zwei Fliegen mit einer Klappe. Wichtig zu erwähnen, dass Upscaling, also DLSS/FSR/XeSS, das Limit in Richtung CPU verschiebt. Limitiert in UHD selbst eine 4090, gerade mit RT, öfter mal, so ist - wie ich beweisen konnte - durch DLSS Q, was viele kategorisch aktiv haben, RAM OC ein wichtiger Baustein.
Nun kommt noch hinzu, dass der 58x3D natürlich die schnellste AM4 CPU ist. Nimmt man den 5700x3D, so bringt dort RAM OC noch etwas mehr in UHD, da die CPU langsamer ist und damit ehr limitiert.

Hier zitiere ich mal @Dr1val :
"Viel Cache auf die CPU zu packen ist also immer noch kein Freifahrtschein das Tuning zu skippen, nicht einmal im harten GPU- oder FPS-Limit. Take Home Message: RAM-OC lohnt sich eigentlich immer, egal in welchem Limit man ist. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass man eher alles andere skippen kann, nur nicht das RAM-OC. Die meisten machen leider das Gegenteil davon." (bezieht sich auf Kapitel IV. c, den tests mit FPS Limit)

Es ist also jedem(!) empfohlen die Subtimings und den Takt anzupassen, das ist in wenigen Minuten erledigt mit Kenntnis der eigenen ICs – das ist kein Hexenwerk. Testen sollte man XMP nämlich sowieso, verliert also quasi keine relevante Zeit. Presets und Hilfe für diverse ICs (auch DDR5) gibt es, wie eingangs erwähnt, u.a. in unserem Discord.

Abschließend noch kurz zum 2133er Setting: Richtiger Müll. Die P1 und P0.2 sind komplett abgeschlagen und liegen damit auf Stock 5800X (ohne x3D) Niveau, vgl. PCGH Frametime Index. Damit ist der Schwachsinn zumindest auch vom Tisch.



Ich danke insbesondere meinen Ryzen RAM OC Kollegen durch die ich überhaupt in der Lage bin sowas zu machen und natürlich besonders @Darkearth27, @PCGH_Dave und dem Serverinhaber vom RAM OC Discord für das Korrekturlesen.


Edit: Syntax und Semnatik Korrekturen

Edit 2: Nachtrag wegen dem CO (siehe "Hinweis 1" und "Hinweis 2" bei "III. Testmethodik")
Wie angekündigt habe ich nun in den 3 Spielen (Starfield, HZD und SotTR), welche durch CO einen Taktunterschied gezeigt haben nochmal benches mit 3800 MT/s ohne CO durchgeführt (zu erkennen daran, dass der Takt nicht bei 4450 MHz liegt).
CFX Files (3200er, 3800er CO-30, 3800er ohne CO):

Hier die Ergebnisse:
1719355620387.png

Mit CO sind es 0,3% mehr AVG, 0,1% mehr P1, 2% weniger P0.2

1719355595337.png

Hier sind es mit CO 0,6% mehr AVG, 0,9% mehr P1 und 0,6% weniger P0.2

1719355577173.png

Hier sind es mit CO 0,0% mehr AVG, 0,7% mehr P1 und 0,8% weniger P0.2

Das ergibt im Durchschnitt über die drei Spiele also:
0,3% mehr AVG FPS durch CO
0,56% mehr P1 FPS durch CO
1,13% weniger P0.2 FPS durch CO -> Messtoleranz, lassen wir mal außen vor.

Da ich pauschal 0,5% bei meiner normalisierung wegen dem CO abgezogen habe würde das bedeuten, dass ich mit meiner Rechnung um 0,2% AVG und 0,06% P1 FPS daneben lag. Die Messtoleranz beträgt nachwievor 5% (Standard bei CFX und PCGH)
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
Sehr sehr nice @Jaffech
Das sind Sachen, welche eine Hardware Community bereichern.

Vielen Dank!

Was ich immer wieder von Ram-OC-Kritikern lese, ist dass sie sich letzen Endes darauf berufen, angepasste Timings seien für gängige Auflösungen (WQHD/4K) vergebene Liebesmühe sei.
Da du als Motiv ja bereits die Aufklärung genannt hast, kannst du dazu ein fachgerechtes Statement abgeben?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Was ich immer wieder von Ram-OC-Kritikern lese, ist dass sie sich letzen Endes darauf berufen, dass das für gängige Auflösungen (WQHD/4K) vergebene Liebesmühe sei.
Da du als Motiv ja bereits die Aufklärung genannt hast, kannst du dazu ein fachgerechtes Statement abgeben?
Wie ich es im Fazit schon geschrieben habe, hängt es natürlich von der Auflösung und vor allem der Grafikkarte ab. Upscaling ist hier auch sehr wichtig zu beachten.

Wenn ich Zeit finde kann ich ja noch ein paar Vergleiche vom 5800x3D 2133 MT/s und 3800 MT/s in WQHD sowie UHD anfertigen und diese mit anhängen.

Das mit der Vergebenen Liebesmüh kommt auch maßgeblich daher, dass so gut wie immer schlicht XMP/EXPO getestet wird. Dass das nicht das gelbe vom Ei ist, wissen wir ja alle :D
 
@Jaffech sehr sehr (sorry) geiler Leserartikel, welcher das Forum echt aufwertet.
Danke :)

Um 20:15 Uhr findest du eine Meldung dazu als prominente platzierte News auf der PCGH-Startseite.
Welch eine Ehre :love:

P.S.: Noch geiler, dass du ein Avatar nutzt, welches ich entworfen habe.^^
Jep, "geklaut" von Computerbase, bin ja auch in dem Discord sehr aktiv^^
Hab extra Manuel gefragt ob ich das nutzen darf :devil:
 
Da sich das Gerücht hartnäckig hält
Wow, Respekt.
Das hat mittlerweile Seltenheiswert.

Vielen Dank für den Aufwand, die Arbeit, UND: Fürs teilen/ausführliche Berichten.
Und ja: Wie schon erwähnt -> gehört angepinnt.

Frage:
Was ist SBB-Ram?
Laufen die Games im CPU-Limit?

(Trotzdem: Das Thema RAM-Tuning für Zen3 und 4 wurde in der Print schon
mehrere Male ausfürchlichst abgehandelt. )

Ist erwähnt.

Nochmals besten Dank, das Thema kann nicht oft genug hochgespült werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Frage:
Was ist SBB-Ram?
Samsung 8 Gbit B-Die.
Kurz: S8B oder 4S8B (4 = DDR4)

Fälschlicherweise oft nur "B-Die" genannt -> da es aber mehr als einen Hersteller gibt welcher RAM als Revision B anbietet, ist die Hersteller Angabe dazu wichtig. Daher S8B

Genauso wie aktuell "M-Die" bei DDR5. Was ist gemeint? H16M? H24M?
Die unterscheiden sich recht deutlich. Während H16M oft bei 7000 MT/s am Ende ist, kommt H24M auch leicht auf über 9000 MT/s, gut gebinnt sind auch >10000 MT/s drinnen, vorausgesetzt Board und CPU/APU spielen mit

Laufen die Games im CPU-Limit?
Ja, steht alles in der Testmethodik ;)

(Trotzdem: Das Thema RAM-Tuning für Zen3 und 4 wurde in der Print schon
mehrere Male ausfürchlichst abgehandelt. )

Ist erwähnt.
Ausführlich wurde es bei Zen4, genauer dem 7800x3D, gezeigt.
Vom 5800x3D gibts nur einen kleinen Artikel dazu, der nicht so ausführlich ist

 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für den ausführlichen Test :daumen:.

Habe das als Anlass genommen meinen Ram (Hynix D-Die, DR) nochmal in den Subtimings zu optimieren :banane:.

Der lief schon mal hochoptimiert mit dem 3800X (sogar mit 3800 MT/s 1:1:1), da ich aber die Werte von damals nicht mehr zum laufen bekam (mit dem 5800X3D), hatte ich es dann ganz gelassen und nur das XMP@3600 MT/s genutzt.

Jetzt habe ich für 3600 MT/s auf die schnelle mal die Haupt- und Subtimings etwas verbessert (ich weiß da geht noch mehr):
5800X3D+leicht optimierte Timings.png

Jetzt muss ich aber erstmal einige Zeit testen, ob das ganze so wieder 100%ig stabil ist...
(Ich denke aber diesmal werde ich mich wohl mit einem leichten RAM-Tuning begnügen, mir fehlt einfach die Zeit das ganze immer wieder anzupassen)

mfg
Micha

Edit: Habe doch noch mal nachoptimiert, da obige Settings scheinbar stabil sind :D.
Bisher scheint auch das stabil zu sein (Hynix D-Die, DR + 5800X3D):
1719272843592.png
 
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Habe das als Anlass genommen meinen Ram (Hynix D-Die, DR) nochmal in den Subtimings zu optimieren :banane:.
Sehr schön! :)
Und sogar GDM Off :daumen:

Der lief schon mal hochoptimiert mit dem 3800X (sogar mit 3800 MT/s 1:1:1)
mein alter R5 3600 lief auch mit 3800 MT/s ^^

Jetzt muss ich aber erstmal einige Zeit testen, ob das ganze so wieder 100%ig stabil ist...
(Ich denke aber diesmal werde ich mich wohl mit einem leichten RAM-Tuning begnügen, mir fehlt einfach die Zeit das ganze immer wieder anzupassen)
TM5, am besten v0.13, da werden viele Testszenarien mitgeliefert und keine sorge, das ist kein Virus, da schlägt nur die Heuristik an, weil es sehr Hardwarenah programmiert ist.

Einfach anta absolute für 120 minuten und anta extreme für 120 minuten laufen lassen.
Das ist eine gute Basis, die man als stabil genug ansehen kann um es dann im alltag zu verifizieren.
(Ohne entsprechende Tests bitte nicht im alltag nutzen, da das Risiko von Datenverlust immer zu gegen ist)

Bei uns aufm Discord findest du auch Hilfe zu deinen ICs, falls du etwas mehr in die Tiefe gehen willst
 
Erstmal Daumen nach oben für den umfangreichen Test. Leider muss ich Kritik anbringen, denn der Test kann die Eingangsfrage leider nicht beantworten, weil eben mehr Parameter als nur RAM Takt und RAM Timings verändert wurden. So ist unklar wie viel der 3800er RAM Takt und wie viel durch den CO beigesteuert wird. Finde das sehr schade.
 
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