AW: [Politik] Die Grünen reiten die Erfolgswelle, wird Renate Künast Hauptstadtbürgermeisterin?..ein Kommentar
Klar ist Atomenergie problematisch vor allem bei der Endlagerung trotzdem sollte ein Land, welches Verantwortungsbewusst mit einer solcher Technologie umgehen kann dieses auch machen.
Bilanz der "verantwortungsvollen Umganges" mit Kernenergie in Deutschland durch den Staat:
- In der Asse wurde Stoffe eignelagert, die nie genehmigt wurden, in der Asse wurden Stoffe eingelagert, die nicht dokumentiert wurden, das ganze Ding ist nach 50 von 50.000 nötigen Jahren so marode, dass mit gigantischem Kostenaufwand geräumt werden muss
- aberMillionen DM und € werden in den Ausbau von Gorleben verschwendet, bevor die Eignung geklärt ist (das die gegen ist wird dabei zunehmend zweifelhafter - bei Auswahlkriterien wie "Einkommen der Bevölkerung im Umkreis" auch kein Wunder)
- In Schacht Konrad ist noch fast gar nichts passiert. Aber allein die Planung war so teuer, wie es das ganze Lager werden sollte
Wie es mit dem "verantwortungsvollen Umgang" bei den Unternehmen aussieht, sollte nach den Ereignissen der letzten Jahre in Krümel wohl jedem klar sein: Nichts sehen, nichts sagen, nichts tun. Außer abkassieren. Aktueller Konsenz: Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen nur zu Kosten der Förderung erneuerbarer Energien, nicht zu lasten des eigenen Gewinns.
Deutschland hat nicht einmal die Qualifikation, "verantwortungsvollen Umgang" zu beurteilen, geschweige denn die Kompetenz, ihn um/durchzusetzen.
A. Merkel hat den AKW- Neubau in Litauen auch begrüßt. Würde man das hier aber sagen würde man wahrscheinlich zu viele Wählerstimmen verlieren.
Tjo. Kann eine Regierung, deren Spitzenperson den Wähler die Wahrheit vorenthalten möchte, um wiedergewählt werden, die Kriterien für "verantwortungsvollen Umgang" erfüllen? Oder auch nur die für "demokratisch"?
Ehe mir einer das Wort im Mund umdrehen will: jup, es wurde auch in Deutschland gesagt. Möglichst so, dass es niemand mitbekommt
Solarzellen und Windkraftanlagen usw. sparen kein CO2 ein. Sie helfen uns auch nicht dabei die Kyoto Kriterien einzuhalten. Die Stromerzeugung unterliegt dem Emissionshandelssystem (CO2 Zertifikate werden frei, verbilligen sich und werden woanders in der EU verbraucht). Ein sehr wirksamer Mechanismus zur Vermeidung von CO2, der jedoch von nationalen Einzelmaßnahmen in seiner Wirkung konterkariert wird.
Der CO2 Ausstoß in der EU ist gedeckelt. Wir können hier auch zehn neue Braunkohlekraftwerke bauen, der CO2-Ausstoß wird nicht größer.
Wie dir sicherlich bekannt ist, werden CO2-Zertifikate in Deutschland (und auch dem Rest der EU) primär verschenkt und es hagelt Ausnahmeregelungen ohne Ende. Die Gesamtzahl der Zertifikate ist obendrein auch noch viel zu hoch, um die benötigte Wirkung zu erzielen.
Was Leute gern vergessen: Kyoto war ein Minimalkompromiss dessen, was die Staaten bereit waren zu leisten. Und das war weit, weit weniger, als notwendig war und ist. Wirkliches Handeln wurde, wie in jeder anderen Klimakonferenz, auf die nächste verschoben.
Davon abgesehen sparen CO2-Zertifikate genau 0 CO2 und sie deckeln in ihrer heutigen Masse auch nichts. Sie könnten (wenn sie teuer wären) einen Anreiz schaffen, um CO2 zu vermeiden - die bevorzugte Technik, mit der man das macht, wären dann wieder Windkraftanlagen (zumindest für Deutschland). Oder halt Atomenergie, wenn der Staat weiterhin die Unkosten übernimmt und die Einnahmen überlässt.
Ich denke nicht, daß man Krankenkassenzuzahlungen einer bestimmten Regierung anlasten kann.
Aber Kostenerhöhungen an anderer Stelle und den daraus resultierenden Abgabenbedarf kann man?
Das ist wohl wieder diese Form von Logik, bei der ich mir weitere Argumentation sparen kann.
Wäre mir neu, daß sich da irgendwelche Parteien unterscheiden.
man hat nie ausgelernt.
Der einzige Unterschied mag darin liegen, welche Gruppierungen und welche Zwecke der jeweiligen Regierung denn nun mißliebig sind.
Bedenklich wird, wenn es die von jeder ersten Gruppierung (einschließlich der eigenen (Ex-)Wähler sind) und man selbst davon ausgeht, dass es die Mehrheit ist. (-> Mehrheitsentscheide verweigert)
Es liegt in der Natur der Sache, daß Regierungsbeschlüsse von einer nachfolgenden Regierung aufgehoben werden können. Andernfalls wären Richtungswechsel in der Politik schlechterdings unmöglich.
Für die neuen Atomverträge sind interessanterweise Klauseln angekündigt, die eben sehr wohl etwas ausschließen.
Falls Du hier auf den Ausstieg vom Atomausstieg anspielen solltest: Der eigentliche Ausstieg ist auch nicht gerade höchstdemokratisch per Volksentscheid - woran Du jetzt vermutlich wieder denkst - zustandegekommen, sondern auch einfach von der Regierung beschlossen worden. Dieses Vorgehen war an keiner Stelle demokratischer als das der aktuellen Regierung, auch wenn Du das jetzt so wahrscheinlich nicht sehen willst.
Wie jeder mit Kenntnissen über die deutsche Demokratie wissen sollte, gibt es in dieser keine Volksentscheide auf Bundesebene. Es gibt Bundestag und Bundesrat. D.h.: Es gab. Im Falle der neuen Vereinbarungen möchte die Regierung letzteren außen vorlassen.
Ich würde gerne mal wissen, was denn eine Gesellschaft mit "zu hohem Ölverbrauch" überhaupt ist. An welcher Maßzahl wird denn festgemacht, wann der Verbrauch zu hoch ist?
ökologisch: Wenn die dadurch erzeugte Verschmutzung und Flächennutzung nicht mehr ausgeglichen werden können. (Infrastruktur zum Ölverbrauchen eingeschlossen)
klimatologisch: Wenn die erzeugten CO2-Emissionen die Absorptionskapazitäten des Systems übersteigen.
volkswirtschaftlich: Wenn das Wechselspiel aus steigenden Ölpreisen, Gewinn aus Nutzung des Öls und technischem Fortschritt zur effektiveren Nutzung/Verbrauchssenkung von ersteren dominiert wird. D.h. wenn die Kosten für den Ölverbrauch schneller steigen, als die Einnahmen, die er generiert (insbesondere für den Teil der Gesellschaft, der einen Großteil seiner Einnahmen für die Grundversorgung aufwenden muss)
politisch: Wenn die Außenpolitik an die Interessen der Öllieferanten angepasst werden muss
ethisch: Wenn der Ölkonsum zu Menschrechtsverletzungen führt / diese unterstützt
Wer das Öl letztendlich verbraucht, kann uns auch völlig egal sein.
Was einem nicht egal sein sollte: Wer es sich als erster nicht mehr leisten kann.
Und schon wieder mißt Du mit zweierlei Maß.
a) schonwieder?
b) tue ich?
c) Unterstellungen bitte unterlassen
Erstens ist es, wie oben schon gesagt, notwendig, Gesetze und Regierungsbeschlüsse auch mal ändern zu können.
Wenn neue Erkenntnisse vorliegen durchaus richtig. Wenn nicht, dann nicht.
Besonders unverständlich an Deiner Einstellung zu genau diesem Punkt ist für mich allerdings die Tatsache, daß Du doch, wenn ich das richtig verstanden habe, gegen Stuttgart 21 bist.
Ich war seit jeher gegen Stuttgart 21, vor allem bin ich aber gegen den Umgang mit diesem Thema (auf beiden Seiten)
Wenn wir jetzt mal annehmen, daß dieses Projekt nun nicht umgesetzt würde, würden wieder Regierungsbeschlüsse gekippt werden müssen. Und in diesem Fall wäre Dir das recht? Eigentlich finde ich es höchst seltsam, daß man auf der einen Seite auf der Unabänderlichkeit einmal getroffener Beschlüsse beharrt, auf der anderen aber eine Abkehr von genau solchen Beschlüssen einfordert.
Siehe oben: Ich beharre nicht auf der Unabänderlichkeit von Beschlüssen. Wenn neue Argumente vorliegen, die eine alte Entscheidung abändern können, dann muss diese Entscheidung neu getroffen werden. Siehe z.B. Gorleben:
Gesucht war mal ein Standort für eine Wiederaufbereitungsanlage in einem dünn besiedelten, grenznahem Gebiet - die Ausschreibung hat der Standort gewonnen. Heute gesucht ist eine über Jahrtausende Lagermöglichkeit. Neue Argumente - neue Entscheidung (gegenteiliges Ergebniss)
Die einzigen Argumente zur Atomproblematik, die vor 8,5 Jahren nicht auf dem Tisch lagen, sind imho aber die Probleme in der Asse und die Pannenserie in Krümmel. D.h. die Feststellung, dass die bislang mit dem Betrieb von AKWs und mit der Entsorgung ihrer Hinterlassenschaften Beauftragten, nicht das nötige Verantwortungsbewußstein haben. Dieses zusätzliche Argument würde noch mehr für einen Ausstieg sprechen.
Davon abgesehen geht es nicht nur um einen Beschluss der heutigen Politik. Die Atomkonzerne tun seit 4-5 Jahren alles in ihrer Möglichkeit stehende, um den Vertrag zu umgehen, in der Hoffnung, dass ihre Pflichten erlassen werden.
Imho liegt hier Vertragsbruch vor und dieser sollte nicht belohnt werden. Das ist imho auch ein weiteres Anzeichen, dass diese Personen nicht mit dem Schutz von Millionen von Menschenleben betraut werden dürfen.
So wies momentan aussieht wird wahrscheinlich erst der Fusionsreaktor die Atomkraft ersetzen und bis dahin dauerts noch en par Jähr(zehnt)chen. Ich würd die Forschung daran mit Milliarden vollpumpen damit das ma schneller geht.
So sieht das seit einem halben Jahrhundert aus und man hat Milliarden reingepumpt. Allein die ~16 Milliarden (Tendenz: Steigend) für das ITER-Programm (erwartete Nettoenergieerzeugung: hoffentlich >0) hätten gereicht, 14 von 17 deutschen Reaktoren durch Windkraftanlagen (bei einer Million pro MW. Offshore wäre um den Faktor 3-4 teurer) zu ersetzen. Und das ist nur eins von einer Vielzahl von Kernfusionsprogrammen. Wenn das nächste halbe Jahrhundert in gleichem Maße Geld verpulvert wird, bis endlich mal ein Nutzen kommt, dann haben wir unterm Strich genauso viel ausgegeben, wie für einen Umstieg auf erneuerbare. Zugegeben: Wenn wir dann nochmal gigantische Summen in die praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse investieren, haben wir enorme Mengen Energie.
Nur das Problem mit dem Atommüll, der bis dahin und dann auch weiterhin anfällt, das haben wir immer noch nicht gelöst. (alle, die Glauben, Fusionskraftwerke würden keinen produzieren, der informiere sich mal über die Lebensdauer der verwendeten Spulen und die freiwerdende Strahlung)
Das Problem mit der Proliferation auch nicht. Bzw.: Bis dahin wird es sich von alleine gelöst und jeder interessierte Staat, Terrorist,... seine Atomwaffen haben.