Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Das empfinde ich in der Tat deutlich konstruktiver. :daumen:

Gleiche Beobachtung hier im bayrischen in den Gemeinden.
Quasi "per Schlüssel" (oder wie auch immer) bekommen die mit recht kurzer Vorbereitungsfrist Flüchtlingskontingente zugeteilt, mehr oder weniger nach dem Motte "friss oder stirb".
25% im Ort schreien "Ausländer raus", kaum einer findet Unterkünfte und das Resultat ist, dass Notunterkünfte entstehen, die primär von völlig überlasteten Freiwilligen vom Sozialsprengel oder dgl. betreut werden.

Also gibt es naturgemäß nur zwei sehr diametrale Ansätze:

Es sind gemäß den vorhandenen Kapazitäten schon zu viele Flüchtlinge im Land.
oder
Die Flüchtlingskapazitäten bedürfen massiver personeller wie materieller Aufstockung.
 
Es sind gemäß den vorhandenen Kapazitäten schon zu viele Flüchtlinge im Land.
oder
Die Flüchtlingskapazitäten bedürfen massiver personeller wie materieller Aufstockung.
Es ist doch damit nicht getan, bzw. es ist doch nicht nur eine Frage von "habe ich gerade genug Sozialarbeiter", zur personellen Betreueung, da hängt doch noch ein Rattenschwanz an Notwendigkeiten hinten mit dran, an Personal und Leistungen die nach den ersten Wochen und Monaten erbracht werden müssen.

Sei es psychologische Langzeitbetreuung, oder die Unterbringung, nach Klärung des Aufenthaltsstatus die entsprechende weitere Unterbringung (Wohnung), amtliche Leistungen / Verarbeitung, als auch damit einhergehende Integrationsmaßnahmen (Stichwort Sprachkurse und Informationskurse zu amtlichen und sozialen Angeboten, ect. pp).

Es ist also keine Frage von zu wenig Personal und aufstocken, sondern der mittel- und langfristigen Kapazitäten, die eben nicht damit abgehakt sind, die entsprechenden Personen in irgend eine Massenunterkunft unterzubringen, sondern auf auf einen Zeitraum zwischen 2 und 5 Jahren Minimum ausgelegt sein muss und wenn du da im Schnitt pro Jahr zwischen 100.000 und 250.000 Asylanträge hast, ohne Spitzen aka 2015 /2016, mit 480.000 und 750.000 Anträgen, kannst du dir ausmalen das die Kapazität in Deutschland einfach ihre Grenzen erreicht, wenn man betroffene Personen nicht auf Jahre in Massenunterkünften zusammenpferchen will und auch nur einen Minimumwillen an integrativen Leistungen stellen können möchte.

 
Es ist also keine Frage von zu wenig Personal und aufstocken, sondern der mittel- und langfristigen Kapazitäten, die eben nicht damit abgehakt sind, die entsprechenden Personen in irgend eine Massenunterkunft unterzubringen, sondern auf auf einen Zeitraum zwischen 2 und 5 Jahren Minimum ausgelegt sein muss und wenn du da im Schnitt pro Jahr zwischen 100.000 und 250.000 Asylanträge hast, ohne Spitzen aka 2015 /2016, mit 480.000 und 750.000 Anträgen, kannst du dir ausmalen das die Kapazität in Deutschland einfach ihre Grenzen erreicht, wenn man betroffene Personen nicht auf Jahre in Massenunterkünften zusammenpferchen will und auch nur einen Minimumwillen an integrativen Leistungen stellen können möchte.

Und das werden zukünftig noch mehr, wenn die ganzen Klimaflüchtlinge nach Europa und Deutschland wollen.
Kurzfristig noch nicht aber langfristig mit Sicherheit.
 
Also sind die Angaben der Bild falsch ?
An Bild stimmt meist nur die Überschrift und das Datum.

Es gibt keine andere Zeitung, die so viele Prozesse wegen Lügen und Falschaussagen am Hals hat und hatte.

Der deutsche Presserat sprach zehn mal so viele Rügen an Bild aus, als im Schnitt gegen andere Zeitungen.

Bild-Zeitung Rügen.jpg
.



BILD ist die Lüge in Person.

Sie taugt nicht mal zum Hintern abwischen, da hat man schwarze Streifen von der Druckerschwärze dran.
Und wir hatten mal eine Toilette, die mit Zeitungspapier funktionierte.
 
Letzte Generation - wenn man ein Eigentor schießt, ist der Gegner Schuld. Wer von anderen moralisches Verhalten fordert, kriegt halt auf den Sack, wenn er sich selber unmoralisch verhält, da hilft auch kein Whataboutism. Aber schön, dass man am Ende gleich mal klarstellt, dass nur die Gesinnung zählt und nicht das Verhalten und man sich auch eher als staatsfeindlich versteht.

Doppelmoral und Klimakollaps

Wie schaffen wir es, als Gesellschaft zu überleben?
Zusammen statt gegeneinander.


Natürlich können wir nachvollziehen, dass negative Gefühle ausgelöst werden – gerade bei ökologisch bewusst lebenden Menschen –, wenn Protestierende der Letzten Generation in ein Flugzeug steigen. Vielen von uns geht es so.
Gleichzeitig stehen wir jetzt wieder da. Es wurde ein Haar in der Suppe gefunden. Wie erwartbar. Und doch, angesichts der Katastrophe, die wir als Letzte Generation vor den Kipppunkten versuchen zu verhindern, immer wieder traurig.
Was bisher geschah:
Ein Mensch, der gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen demonstrierte, sollte am Dienstag in Stuttgart vor Gericht stehen. Mit dem Gericht abgesprochen, blieb er diesem fern. Er befindet sich aktuell in Thailand, um dort mit seiner Freundin viele Monate zu bleiben. Die Bild-Zeitung titelte dazu gestern: Klima-Kleber fliegen nach Bali.
War ihnen das Wort „Thailand“ zu lang? Klang „Bali“ empörender?
Individuelles Verhalten ist nicht unwichtig, im Gegenteil. Hier in Deutschland gehört ein großer Teil der Menschen zu den reichsten Prozenten der Welt, die am meisten zur Klimakrise beigetragen haben und beitragen. Dass sich das verändert, muss politisch beschlossen werden. Der entschlossene, friedliche und gemeinsame Protest hierfür ist in Anbetracht der Kürze der Zeit unabdingbar, um die Katastrophe aufzuhalten.
Sich politisch gegen den Klimakollaps zu engagieren, geht oft damit einher, das eigene Leben umzustellen. Es ist jedoch keine Voraussetzung, dies zu tun. Insbesondere beeinflusst es auch nicht, wie richtig oder falsch Forderungen an die Bundesregierung sind.
Aber falls irgendein Zweifel bestand, ob Menschen, die Fleisch essen, Auto fahren oder Langstreckenflüge machen, mit uns gegen den Verfassungsbruch der Regierung auf die Straße gehen können, dann möchten wir den hiermit ausräumen: Ja!
Und seien wir mal ehrlich:
Ist es keine Doppelmoral, „Klimakanzler“ zu sein und Lützerath abzubaggern?
Ist es keine Doppelmoral, Klimaschutz wichtig zu finden, aber in Bayern keine Windkraftanlagen haben zu wollen?
Ist es keine Doppelmoral, in der Klimakrise den Autobahnausbau als Lösung zu verkaufen? Das Rasen auf den Autobahnen als Freiheit zu sehen, eine Freiheit, für die andere mit ihrem Leben bezahlen müssen?
Wenn wir warten, bis alle Menschen sich klimabewusst verhalten, ohne dass sie es müssten, dann gehen wir über die Klippe. Wir laden alle ein, jetzt den Blick voneinander ab – und dem wirklich Wichtigen zuzuwenden: Wie schaffen wir es, als Gesellschaft zu überleben? Lasst uns zusammenkommen und auf demokratische Weise in einem Gesellschaftsrat entscheiden, wie wir das möglich machen.

 
Achtung, Henne-typische Wall of Text incoming! :devil:

Es ist doch damit nicht getan, bzw. es ist doch nicht nur eine Frage von "habe ich gerade genug Sozialarbeiter", zur personellen Betreueung, da hängt doch noch ein Rattenschwanz an Notwendigkeiten hinten mit dran, an Personal und Leistungen die nach den ersten Wochen und Monaten erbracht werden müssen.

Ich weiß nicht, wie die Situation in anderen Bundesländern ist, aber für Bremen kann ich sagen: im Unterbringungssystem für Geflüchtete - zumindest wenn es NICHT um unbegleitete Minderjährige geht - arbeiten nahezu keine Sozialarbeiter. Ich selbst arbeite ja schon seit 4 Jahren in Unterbringungen verschiedener Art, beim größten Träger (Wohlfahrtsverband) solcher Einrichtungen hier im Stadtstaat. Spontan fallen mir keine Kolleginnen und Kollegen ein, die SozPäds oder Sozialarbeiter sind. Wir sind im Grunde alle Quereinsteiger, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Qualifikationen. Beispiele: ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin einer juristischen Fakultät, die nebenbei promoviert. Ehemalige Flugbegleiterin, ehemaliger Hotelfachmann, ehemalige Verwaltungsmitarbeiter, Uni-Absolventen verschiedener Richtungen frisch aus dem Hörsaal. Alles "Learning on the Job". Auch in den weiteren Beratungsstellen für Flüchtlinge (für noch nicht Anerkannte) bzw. den Migrationsberatungsstellen für Erwachsene (für Anerkannte) zumindest unseres Trägers arbeiten wenige/kaum SozPäds/Sozialarbeiter. Wenn es um unbegleitete Minderjährige geht, sieht es wohl besser aus, aber in den Bereich habe ich wenig Einblick.

Sei es psychologische Langzeitbetreuung, oder die Unterbringung, nach Klärung des Aufenthaltsstatus die entsprechende weitere Unterbringung (Wohnung), amtliche Leistungen / Verarbeitung, als auch damit einhergehende Integrationsmaßnahmen (Stichwort Sprachkurse und Informationskurse zu amtlichen und sozialen Angeboten, ect. pp).

Auch dazu kann ich natürlich Annekdoten aus der Praxis zum Besten geben:
Psychologische Langzeitbetreuung? Guter Witz, wir haben in unserer Zentralen Aufnahmestelle 2 Psychologen/Psychotherapeuten, die Ersteinschätzungen abgeben können, aber keine wirkliche Betreuung. Es gibt einen staatlich geförderten Verein, der ambulante Psychotherapie anbietet. Jedes Vierteljahr darf jede Einrichtung maximal 2 Personen dort anmelden, Extra-Kontingente gibt es für Menschen aus der Ukraine. Bei darüber hinausgehendem Bedarf, z.B. wenn es ins Psychiatrische geht (sprich es sind Medikamente erforderlich), bleiben für die Akutbehandlung nur die ambulanten Behandlungszentren und sonst die im Grunde nicht zu leistende Suche nach niedergelassenen Psychotherapeuten/Psychiatern. Davon gibt es in Bremen 142 (hatte letztens die Liste wieder vor mir), Neupatienten aufnehmen tut quasi keiner. Weder unsere Bewohner selbst noch die Kollegen aus unseren Beratungsbüros haben die Kapazitäten (ob sprachlich oder zeitlich), die ständig abzutelefonieren. Und die Terminvergabestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Tel. 116117, gibt es glaube ich bundesweit) hilft auch nicht weiter - die geben Notfalltermine raus, zu deren Bereitungstellung niedergelassene Psychotherapeuten/Psychiater verpflichtet sind, auch wenn sie ebenfalls keine neuen Dauerpatienten mehr aufnehmen können.

Weitere Unterbringung: wir haben ja schon Probleme, die Leute mit Anerkennung aus den Erstaufnahmestellen/Notaufnahmen in die Übergangswohnheime umzuverteilen. Weil letztere halt voll sind mit Leuten, die z.T. ewig warten müssen, bis sie eine Wohnung finden. Dabei werden sie schon unterstützt, wir haben Wohnraumvermittler in den Übergangswohnheimen. Habe ich auch zwei Jahre lang gemacht und in der Zeit knapp 100 Umzüge in eigenen Wohnraum unterstützt oder von A bis Zink organisiert (angefangen mit tausenden Anfragen zu Annoncen auf den üblichen Immobilienportalen und lokalen Webseiten bis hin zu den kleinen Kontingenten von Wohnungen, die von den beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften zur Verfügung gestellt werden). Aber es reicht und reicht nicht.

Amtliche Leistungen: wir haben Bewohner, die warten seit geschlagenen 4 Monaten darauf, dass endlich Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz gezahlt werden. Einziges Problem: die zuständigen Stellen sind vollkommen überlastet. Mittlerweile wird es sogar für medizinische Härtefälle schwierig, die wir bisher noch immer "nach vorne mogeln" konnten - damit sie für die diversen Arztbesuche endlich eine provisorische Krankenversicherung haben und wir nicht immer die von der Sozialbehörde bereitgestellten und für die Stadt superteuren Notfallkrankenscheine für jeden einzelnen Termin ausgeben müssen.

Es ist also keine Frage von zu wenig Personal und aufstocken, sondern der mittel- und langfristigen Kapazitäten, die eben nicht damit abgehakt sind, die entsprechenden Personen in irgend eine Massenunterkunft unterzubringen, sondern auf auf einen Zeitraum zwischen 2 und 5 Jahren Minimum ausgelegt sein muss und wenn du da im Schnitt pro Jahr zwischen 100.000 und 250.000 Asylanträge hast, ohne Spitzen aka 2015 /2016, mit 480.000 und 750.000 Anträgen, kannst du dir ausmalen das die Kapazität in Deutschland einfach ihre Grenzen erreicht, wenn man betroffene Personen nicht auf Jahre in Massenunterkünften zusammenpferchen will und auch nur einen Minimumwillen an integrativen Leistungen stellen können möchte.


Bei den Asylanträgen sind ja noch nicht mal die Geflüchteten aus der Ukraine eingerechnet, deren Schutzgewährung läuft ja über §24 AufenthG, die sog. "Massenzustromrichtlinie". Ebenfalls nicht eingerechnet sind die Leute, die kein Asyl beantragen, sondern per Visum für Familiennachzug bekommen. Und die Personen, die von Anfang an kein Asyl beantragen (weil chancenlos), sondern direkt eine Duldung aus humanitären Gründen (häufig Personen aus Osteuropa/Balkan, weil dort z.T. die Gesundheitsversorgung, aber auch der Zugang zu Bildung und Arbeit - besonders für Arme und ohnehin diskriminierte Gruppen wie Roma - absolut marginal ist).
 
Es geht hier nicht um die Person Mansour, sondern seine Meinung zum Thema, das verkürzt im Kontext Messerattacken lautet:

...39,6 Prozent nicht-deutsche Staatsbürger, davon (17,4 Prozent) sind Zuwanderer, gemeint sind hier Personen, die sich unerlaubt oder erlaubt (Duldung, Asylbewerber, Schutzberechtigte) in Deutschland aufhalten.
...diese Gruppe in der Statistik der Messer-Attacken überproportional repräsentiert, gemessen an ihrem Anteil in der Gesamtbevölkerung.
...Gesellschaft über solche Phänomene sachlich und differenziert zu diskutieren.
Jenseits von Pauschalisierung und Stigmatisierung.
Doch genau das macht Mansour dann im selben Atemzug.

Man könnte sich für eine monokausale Deutung auch andere Merkmale herauspicken:
96 Prozent der Messerattacken werden von Männer verübt. Dann haben wir wohl ein Männerproblem.
87% der Angreifer sind unter 25. Dann haben wir wohl ein Jugendlichenproblem.
Darüber, dass junge Männer überdurchschnittlich gefährlich sind, müssen wir jetzt ganz dringend sachlich und differenziert diskutieren, denn jung und männlich kommt nicht nur häufiger vor, sondern die Tatverdächtigen sind sogar 100% ihrer Zeit jung und männlich, aber - wenn überhaupt - nur dann islamisch, wenn es ihnen gerade zwecks Identitätsverstärkung in den Kram passt oder man Oma und Opa nicht enttäuschen will.

Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Wer jeweils die größte potenzielle Tätergruppe stellt, liegt naturgemäß vorne. Sprich, hier wird aus dem Umstand, dass in Deutschland lebende Personen muslimischen Hintergrund überdurchschnittlich Kinder in die Welt gesetzt haben als die Biodeutschen im selben Zeitraum wissenschaftlich fragwürdig zu einer höheren Affinität umgedeutet.

Und das lässt sich unschwer belegen, und zwar paradoxerweise ausgerechnet mit freundlicher Unterstützung der AFD. Denn bereits im Jahre 2020 stellte der AfD-Abgeordnete Markus Wagner in NRW eine Anfrage, welche Vornamen bei den Verdächtigen von Straftaten mit Messern auftauchen würden. Der am häufigsten vorkommende Name war Alexander, gefolgt von Kevin und Daniel.
:ugly:

Da das nun nicht unbedingt traditionelle muslimische Namen sind, müsste man daraus schließen, dass NRW hauptsächlich ein Problem mit christlichen oder atheistisch geprägten Messerstechern habe. Dem ist selbstverständlich nicht so. Es gibt dort einfach mehr Alexanders und Kevins in der (messer-)gewaltaffinen Personengruppe als, sagen wir mal, in Hamburg oder Berlin.
 
Werter Mahoy,
Du kannst jede Statistik zu Deinen oder meinen Gunsten hinbiegen.

Auch du verliest Dich leider in der destruktiven Häme über den Gegner, statt die Sachdiskussion zu beginnen.
Nicht persönlich auf Dich bezogen, aber mein Eindruck ist, das Einzige, was derzeit ideologische Lager können, ist sich zu radikalisieren aber nichts und gar nichts gegen die eigentlichen Problematiken zu tun.
Ich schreibe den ganzen Sermon nicht nochmal, denke, du bist des scrollens mächtig.

Ich hatte zur Statistik der Welt und der Aussage von Mansour nachfolgende Anmerkung:
Anmerkung meinerseits:
Die obige Gruppe in der Klammer,
offiziell ca. 216.000 in 2021;
Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/07/PD21_340_225.html
haben grob 0,0026% Anteil (83 Mio. EW) an der Gesamtbevölkerung, verursachen aber 17,4% der Taten.
Bei der Gruppe es geht NICHT um Muslime, k. A. wer das immer herausliest, es geht um Personen, die sich unerlaubt oder erlaubt (Duldung, Asylbewerber, Schutzberechtigte) in Deutschland aufhalten.

Einfache Fragen:
Liegt ein überproportionaler Anteil der Gruppen vor:
ja oder nein?

Sind die von mir genannten Lösungsansätze richtig oder gibt es weitere?
Aufnahmestopp der massive Personal wie Materialaufstockung?
 
Als alter Sozialwissenschaftler musste ich gerade an eine Studie denken, die ich während meines Studiums mal für eine Hausarbeit (zu einem meiner damaligen Schwerpunkte, Migrationssoziologie) verwendet habe. Wenn ich mich recht erinnere, war das zumindest vor etwa 10 Jahren eines der "Standardwerke" in Bezug auf Gewaltdelinquenz von Menschen "mit Migrationshintergrund".

Ist hier kostenlos, vollständig und legal lesbar: https://www.researchgate.net/publication/286420810_Mannlichkeitsnormen_Und_Die_Kultur_Der_Ehre

Aber Vorsicht, ist halt ein sozialwissenschaftlicher Originaltext, keine sinnentfremdete Wiedergabe durch irgendein Boulevardblatt :D

Hier zumindest schonmal das Abstract (die Zusammenfassung):

Zusammenfassung: Hellfelddaten und aktuelle Dunkelfeldstudien zeigen für die Bundesrepublik
eine deutlich höhere Delinquenzbelastung bestimmter Gruppen jugendlicher Migranten, bei de-
nen zugleich eine sozioökonomische Benachteiligung zu beobachten ist. Dabei ist die höhere Ge-
waltdelinquenz männlicher Jugendlicher besonders auffällig. Da die höhere Delinquenzbelastung
durch sozioökonomische Benachteiligung allein nicht hinreichend erklärt werden kann, wurde an-
knüpfend an Nisbett und Cohens theoretischen Ansatz der „culture of honor“ eine Skala „gewalt-
legitimierende Männlichkeitsnormen“ (GLMN) als Indikator einer Kultur der Ehre entwickelt.
Gestützt auf Befragungsdaten von 11.000 jugendlichen Schülern und in Ergänzung früherer Ar-
beiten zeigen Regressionsanalysen, dass GLMN einen substanziellen Beitrag zur Erklärung von
Gewalt- und auch Eigentumsdelinquenz männlicher und weiblicher jugendlicher Migranten leis-
ten können. Die Befunde legen die Interpretation nahe, dass es sich bei der als gewaltlegitimieren-
de Männlichkeitsnormen operationaliserten Kultur der Ehre weniger um einen ethnisch spezifi-
schen kulturellen Faktor handelt, sondern dass derartige Orientierungen allgemeiner im Kontext
von sozialer Benachteiligung und Marginalisierung entstehen
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Befunde legen die Interpretation nahe, dass es sich bei der als gewaltlegitimieren-
de Männlichkeitsnormen operationaliserten Kultur der Ehre weniger um einen ethnisch spezifi-
schen kulturellen Faktor handelt, sondern dass derartige Orientierungen allgemeiner im Kontext
von sozialer Benachteiligung und Marginalisierung entstehen.
Aber eine Interpretation ist eine Interpretation und keine genaue Erkenntnis, oder? ;)
 
Aber eine Interpretation ist eine Interpretation und keine genaue Erkenntnis, oder? ;)

Es gibt, insbesondere in den Sozialwissenschaften, keine tausendprozentigen Ergebnisse oder simple "wenn A, dann B!"-Aussagen. Dafür sind Menschen und das menschliche Zusammenleben, das wir im Allgemeinen als Gesellschaft bezeichnen, zu komplex. Es ist schlichtweg unmöglich, alle denkbaren Einflussfaktoren zu kontrollieren. Und darüber hinaus sind Individuen zum Glück ja immer noch Individuen und handeln dementsprechend selbst unter z.T. vergleichbaren Umständen nicht immer gleich.

Darum verstehen sich Sozialwissenschaftler und viele Naturwissenschaftler, insbesondere aber Anwender von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, z.B. Ingenieure, bei gesellschaftspolitischen Diskussionen häufig so gar nicht. :D
 
Ok. So gesehen magst du Recht haben. Eine Studie ist auch keine Statistik.
Sie kann aber Statistiken beinhalten. Und diese sind eigentlich exakt zu deuten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, wenn die Daten aus Studien eindeutig sind, dann kann man auch zu eindeutigen Ergebnissen kommen denke ich. :D

Da geht es ja schon los. Was sind "eindeutige Daten"? Jemand ist tot oder lebendig, okay, das ist recht eindeutig. Jemand ist verurteilt wegen einer Straftat, auch das ist eindeutig. Aber nun kommen wir zu der Frage, welche Einstellung jemand zu Gewalt hat. Wie willst du dort an "eindeutige Daten" kommen? Du kannst die Person nur fragen. Aber wie stellst du die Frage, damit du durch die Antwort möglichst auch dein Forschungsinteresse befriedigen kannst? Wie formulierst du deinen Fragenkatalog, damit die Befragten sich nicht stigmatisiert fühlen? Oder die Antworten möglichst wenig aufgrund "Sozialer Erwünschtheit" geben? Aber wie bewertest du dann ein Ergebnis, wie es diese Studie ja hat: gucken wir nur auf den Zusammenhang von Delinquenz und Migrationshintergrund, fällt der überproportionale Anteil von straffälligen jungen Leuten mit Migrationshintergrund auf. Ziehen wir sozioökonomische Faktoren mit hinzu, gleicht es sich schon etwas aus. Vergleichen wir es mit älteren Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, schneiden die Jüngeren schlecht ab. Was für Schlüsse ziehst du jetzt daraus? Einigermaßen (!) eindeutige Naturgesetze helfen uns in dem Kontext nicht weiter. Also können wir nur theoretisieren, dass es da bestimmte Einstellungsmuster geben muss, in dieser Schnittmenge von Alter, Herkunft, sozioökonomischem Status, evtl. auch kollektivistischer bzw. individualistischer Orientierung. Diese daraus resultierenden, von manchen Personen getragenen Einstellungsmuster können wir aber nicht per Schnelltest nachweisen.


Es gibt also (in den Sozialwissenschaften) quasi keine eindeutigen Daten, mit denen man zu eindeutigen Ergebnissen kommen kann.
Wenn du Zeit und Nerv hast, lies dir die Studie mal durch. Auch den Methoden-Teil. Das meiste davon wird dir vermutlich wie Kauderwelsch vorkommen, ich habe mein Methodenwissen auch schon zu großen Teilen erfolgreich verdrängt (obwohl ich mich damit ja einige Jahre rumquälen musste). Aber vielleicht wird dir dann noch etwas klarer, was ich meine.
 
@HenneHuhn : Ich hatte meinen Post noch editiert. ;)
Ne das alles durchlesen will ich jetzt nicht. Ist mir zu harte Kost im Moment. Aber weiß schon was du meinst.

Kriminalstatistiken sind z.B. eindeutig. Und darum ging es in den Post von @compisucher auch.
 
@HenneHuhn : Ich hatte meinen Post noch editiert. ;)
Ne das alles durchlesen will ich jetzt nicht. Ist mir zu harte Kost im Moment. Aber weiß schon was du meinst.

Kriminalstatistiken sind z.B. eindeutig. Und darum ging es in den Post von @compisucher auch.

Aber auch da kommt es stark drauf an... :D
Zum Beispiel die PKS (Polizeilichen Kriminalstatistiken), die meist herangezogen werden um diesen oder jenen Punkt zu belegen, geben nur Auskunft über Verdächtige. Nicht darüber, ob die Personen für die Straftat, derer sie verdächtigt wurden, auch tatsächlich verurteilt worden sind. Und wie die unterschiedlichen Polizeibehörden verschiedene Sachverhalte einordnen und kategorisieren, ist nochmal eine Nummer für sich. :D

Es gibt ja den berühmten Spruch "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast".
Ist ein völlig dämlicher Spruch. Richtig ist aber, dass Statistiken komplex sind. Und man kann sie sowohl so gestalten, als auch aus fertigen Studien Dinge heranziehen, die der eigenen Agenda entsprechen. Um solche Studien zu erkennen bzw. Menschen, die auf Grundlage von Studien (absichtlich) falsch argumentieren, müsste eigentlich Jeder entsprechende Grundkenntnisse haben. Das wäre die richtige Herangehensweise, statt Wissenschaftsfeindlichkeit.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück