AW: Neu im Testlabor: Ryzen Threadripper 2990WX & 2950X - Test folgt
Das könnte dich jetzt schockieren: solche CPUs entsprechen nicht mal dem was ich hauptsächlich an Anforderungen habe. Dafür kann ich aber über den Tellerrand blicken und sehen: AMD hat nicht für jeden Anwendungsfall die beste CPU. Nicht mal immer die mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.
Um mal auf Deinen Nickname zurückzukommen: Bei Wikipedia ist ein Bild zu Amdahls Gesetz aufgeführt. Dort wird im
Best Case von 95% Parallelität ausgegangen. Somit müsste man mit 8 Kernen "nur" die 6-Fache Geschwindigkeit gegenüber einem Kern bekommen. Natürlich wird dadurch suggeriert, dass 95% Parallelisierung tendenziell der Maximalwert sei, vor allem weil noch niedrigere Kurven angegeben sind, die ein Horrorszenario an die Wand malen.
Hier mal ein realer Test von mir, bei dem ich einfach nur einen Tarball mit maximalem Komprimierungsgrad gepackt habe:
Code:
user@linux:~/sourcecode> /usr/bin/time -f %e xz -e -9 testrepo.tar
1434.05
user@linux:~/sourcecode> /usr/bin/time -f %e xz -T 8 -e -9 testrepo.tar
212.88
Im oberen Fall wurde der Standardwert für die Threads benutzt, der 1 ist. Im unteren Fall wurden 8 Threads (-T 8) verwendet. Dadurch wurde ein Geschwindigkeitsfaktor von
ca. 675% erreicht. Das ist also um 75% schneller, als bei Wikipedia im besten Fall mit 8 Kernen angenommen werden.
(Edit: Die Zeitdauer ist jeweils in Sekunden angegeben. Mit nur einem Kern habe ich somit unerträgliche 24 Minuten warten müssen. Die dreieinhalb Minuten mit 8 Kernen sind dagegen hinnehmbar. Trotzdem wäre mir natürlich ein echter 16- oder gar 32-Kern-Prozessor lieber.)
Fazit: Auch wenn die Regel von Amdahl zweifelsfrei in der Theorie korrekt ist,
werden oft Schreckensgespenster an die Wand gemahlt. Häufig sind Probleme eben doch besser parallelisierbar, als beispielsweise auf Wikipedia dargestellt.
Besonders durch moderne Programmiersprachen wie Rust werden Entwickler von vornherein dazu animiert, möglichst wenige Abhängigkeiten zu erzeugen, sodass automatisch besser parallelisierbare Programme entstehen. Insofern habe ich gar keine Angst vor der Zukunft sondern bin sehr zuversichtlich, dass die Kerne auch ordentlich genutzt werden können.