Da hier immer viel mit Halbwahrheiten und Halbwissen um sich geworfen wird und selten Quellen-Angaben zu Zitaten gemacht werden mal der Versuch ein paar Dinge zusammen zu fassen.
Vieles was hier im Thread gesagt wurde bezieht sich u.A. auf die Aussagen von Richard Huddy von AMD:
Farewell to DirectX? | bit-tech.net
Hierzu ist zu sagen, dass man sich diesen Artikel genau durchlesen sollte und sich nicht nur das herauspicken sollte was man gerne hätte. Dazu kommt, dass man das darin gesagte auch nicht als absolute Wahrheit annehmen, sondern einige Aussagen auch kritisch betrachten sollte. Er spricht in seiner Rolle als AMD Mitarbeiter, das darf man nie vergessen. Dass es AMD nicht passt, dass sie ständig ihre Grafiktreiber weiterentwickeln, nachbessern und optimieren müssen ist doch wohl klar, das kostet die einiges an Geld. AMD würde es viel lieber sehen, wenn der Aufwand bei den Fremd-Entwicklern läge.
Wie schon einige gesagt haben ist der Titel "Konsolen leisten das Doppelte eines PC bei gleicher Hardware" so formuliert inkorrekt, da Konsolen und PCs niemals die gleiche (identische) Hardware haben. Es darf sich aber gerne einmal ein Bastler daran versuchen, sich die Einzelteile einer Konsole (die exakt selbe Hardware-Revision!) zu besorgen und diese in ein PC-Gehäuse einzubauen. Oder anders gesagt: man baue eine Konsole auseinander und die Teile in einem PC-Gehäuse wieder zusammen - und oh Wunder, es läuft alles mit exakt derselben Geschwindigkeit wie vorher im Xbox Gehäuse.
Was eigentlich gemeint sein sollte ist, dass Software auf Konsolen im Vergleich zu PCs mit
ähnlicher Hardware schneller läuft. D.h. es geht nur darum wie effizient eine Software die theoretische Maximalleistung der vorhandenen Hardware ausnutzt.
Darüber kann man nun diskutieren, alles andere ist schlichtweg sinnlos.
Wahr ist, dass Spiele-Entwickler weniger Aufwand damit haben eine Software für eine spezielle Konsole zu optimieren, weil es eben keine offene Plattform ist und in jeder Konsole eines Herstellers und einer Generation dieselbe Hardware steckt. Es muss also nur ein einziges Mal der Aufwand getrieben werden für eine spezifische Hardware-Ausstattung. Und je älter eine Konsole ist, desto mehr Zeit hatten die Entwickler ihre Engines und Libraries ganz spezifisch auf die Plattorm zu optimieren und näher an das theoretische Maximum der Leistung der Hardware zu kommen.
Das ist prinzipiell auch für PC-Hardware möglich, jeder Hersteller könnte seine Software bspw. auf die aktuell auf dem Markt verfügbaren Grafikkarten optimieren - selbst der Verzicht auf OpenGL und DirectX wäre möglich. Das scheitert aber in der Praxis an der großen Variation, ein Entwickler müsste praktisch für jede erdenkbare Kombination aus CPUs / GPUs eine eigene Optimierung vornehmen. D.h. hier werden Kompromisse eingegangen um mit kalkulierbarem Aufwand und Geld ein Spiel auf einer möglichst großen Basis von PC-Variationen lauffähig zu machen. Dazu kommt, dass ständig neue GPUs auf den Markt kommen und damit alte Optimierungen zumindest tlw. hinfällig werden und ständig auf die neu erschienene GPU-Generation angepasst werden müsste. Aktuell machen das vor allem die Grafikkarten-Hersteller, sie müssen ihre Treiber so anpassen, dass Software möglichst gut und schnell auf der neuen Hardware läuft.
Das gilt übrigens alles hauptsächlich für Software die auf der GPU läuft. Bei der CPU gibt es diese Entschuldigung, warum Software hier für den PC nicht besser optimiert werden sollte nicht. Zum einen gibt es hier keine CPU-Treiber wie bei Grafikkarten, zum anderen gibt es eine gemeinsame Architektur mit gemeinsamen standardisierten Prozessor-Erweiterungen (SSE & Co) die nur alle paar Jahre mal leicht erweitert werden. Ausserdem übernehmen moderne x86 Compiler einen großen Teil der Optimierungen. Aber das nur so am Rande.
Letztlich hängt es bei den Spielen also nur davon ab, wie gut die Spiele-Hersteller ihre Software auf die vorhandene Hardware optimieren. Wenn ein Spiel auf dem PC im Vergleich zur Konsole mit ähnlicher Hardware

langsamer läuft, dann liegt das hautpsächlich an den Entwicklern des Spiels und nicht an der Hardware. Aus rein wirtschaftlichen Gründen ist es klar, warum hier Entwicklungsstudios relativ gesehen mehr Geld in die Konsolen-Umsetzung investieren als in die PC-Umsetzung.
Ergänzend meine Hoffnung an die neue Konsolen-Generation und die Spiele-Entwickler: da jetzt sowohl Sony als auch MS auf die x86 Architektur setzen und die Hardware (besonders GPU) der für den PC-Markt verfügbaren immer ähnlicher ist, gibt es weniger Ausreden nicht auch für den PC besser optimierte Spiele zu veröffentlichen. Dass man da aber nicht allzu optimistisch sein sollte zeigt EA mit FIFA, aber das ist ein anderes Thema ...