AW: kurzlebigkeit der elektrogeräte umgehen.
Also ich hab bis jetzt noch immer alles aufgebracht, was ich öffnen wollte, selbst verschweißte Kunststoffgehäuse, welche mir bisher aber nur bei kleinen Netzteilen und nicht bei Unterhaltungselektronik untergekommen sind. Von verschweißten Gehäusen werden die meisten Werkstätten aber wohl die Finger lassen.
Das meiste, was ich so in letzter Zeit öffnen wollte, arbeitete mit verklippsten Plastikkonstruktionen. Wenn man weiß, wo die Haken sitzen und sehr feines Werkzeug hat, kann man so etwas öffnen. Aber selbst dann sind bei einigen Geräten oberflächliche Schäden nahezu unvermeidbar, weil die Rastnasen so tief im spröden Gehäuse sitzen, dass man von außen eigentlich nicht rankommen kann.
Wenn du ein derartiges Gerät professionell reparieren lassen würdest, dann entweder nur auf eigenes Risiko (= kann schlechter zurückkommen, als es hingebracht wurde, und man zahlt trotzdem - werden viele nicht machen) oder unter saftigem Risikoaufschlag und/oder mit massig Arbeitsstunden auf der Rechnung, weil sich eben jemand sehr, sehr sorgfältig mit dem Ding auseinandersetzen muss. So oder so zahlst du am Ende fast soviel, wie bei einem Neukauf - und hast nur ein paar Bauteile ausgetauscht, nicht alles, was noch kaputtgehen könnte. (bzw.: Wenn du Pech hast, war doch was komplexes kaputt und du zahlst nur)
Wenn der Defekt von zerstörten Bauteilen (geplatzte Kondensatoren etc.) herführt, sieht man das auf der Platine, als geschultes Fachpersonal sowieso. Liegt der Fehler bei kalten Lötstellen oder z.b. kaputten Dioden, dauert das ganze länger. Wobei ich ehrfahrungsgemäß bei defekten Elektrogeräten als erstes das Netzteil öffne und nicht gleich irgendwelche komplizierten Paltinenlayouts studiere. Geplatzte Kondesatoren und durchgebrannte Gleichrichterdioden machen einen Großteil der Defekte aus und sind leicht zu reparieren.
Ich hab da keinen Überblick über die Masse an Fällen. Ich weiß nur, dass meine Trefferquote bei bisherigen Fällen eher gering war.
(Ein CRT mit defekter horizontaler Ablenkung: Nichts gefunden. Ein Router: Ein Kondensator im Netzteil definitiv defekt, nach Ersatz funktioniert aber trotzdem nur der Switch. Ein PC-Netzteil mit Totalausfall: Nichts gefunden. Ein Leuchtweitenstellmotor: Fehler war offensichtlich -Rost-, aber das Bauteil konnte ich, s.o., nicht rekonstruieren. Anhand der sehr übersichtlichen Platine und der Tatsache, dass das ganze auch ohne funktioniert, tippe ich auf einen Glättungskondensator - aber ersetzt bekommen hätte ich von den Bauteilen allenfalls den IC)
Warum es für unser aktuelles System zwingend nötig ist habe ich schon oben geschrieben, eine alternative Wirtschaftsform (die funktioniert) muss man erst mal erfinden.
Eine Wirtschaftsform, die auf der Ausbeutung endlicher Ressourcen basiert, "funktioniert" nicht. Sie braucht nur etwas lange bis zum Kollaps, wenn ihr ein ganzer Planet zur Vernichtung zur Verfügung steht. Alternativen wurden schon genug aufgezeigt und in Teilen auch praktiziert, was fehlt, ist ein Übergangsprozess vom einen in den anderen Zustand, bei dem nicht die zerstörerischste Variante alle anderen Ansätze vernichtet.
Leider ist es Menschen bislang nur äußerst selten gelungen, so eine Transition "von einfach, brutal" zu "durchdacht, tragbar" durchzuführen.
Man gucke sich z.B. mal an, wie viele Jahrtausende Europa nach der prinzipiellen Erkenntnis "Krieg ist schlecht" gebraucht hat, um zum Zustand "und das gilt auch, wenn ich mir gute Chancen ausrechne, meinen nicht-so-kriegerischen-Nachbarn zu erobern, also lass uns Frieden praktizieren" zu kommen.
Und bei sich akkumulierenden Problemen ist es afaik noch nie gelungen, bevor es quasi zu spät war. (siehe z.B. diverse Herrscher, die etwas zu spät von Unterdrückung auf Besänftigung wechselten oder z.B. die Fischereipolitik in der EU, die erst dann mit dem Schutz beginnt, wenn die eingebrochenen Bestände quasi keinen Fang mehr zulassen, oder auch der UdSSR-Feldzug in Afganistan, den man erst verlorengab, als nichts mehr gewinnenswertes übrig war oder ...)